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Kommentatoren-Legende Béla Réthy kehrte für die Eintracht aus dem Ruhestand zurück. Foto: IMAGO / Ulrich Hufnagel

„Man merkt, dass Adi Hütter die Spieler erreicht“: Béla Réthy über Eintrachts Saisonstart

Béla Réthy gehört zu den bekanntesten deutschen Fußballkommentatoren. Über Jahrzehnte prägte der ehemalige ZDF-Kommentator die Fußballberichterstattung und begleitete zahlreiche große Spiele und Turniere am Mikrofon. Besonders seine Kommentare bei Welt- und Europameisterschaften sowie beim legendären 7:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien 2014 sind vielen Fußballfans bis heute im Gedächtnis geblieben. Inzwischen ist der 69-Jährige wieder regelmäßig als Kommentator zu hören. Im August feierte Réthy beim Testspiel von Eintracht Frankfurt gegen den FSV Frankfurt für EintrachtTV+ sein Comeback und ist seitdem in regelmäßigen Abständen für den vereinseigenen Sender im Einsatz. Im Podcast „Aufstehen mit der Eintracht“ sprach er nun ausführlich über das 2:2 der SGE gegen den SC Freiburg.

Réthy lobt die Reaktion nach dem Ausgleich

Das Unentschieden gegen den Sport-Club war aus Sicht des Kommentatoren-Urgesteins ein gerechtes Ergebnis. Nach dem 1:1 durch die Freiburger habe er teilweise ein ungutes Gefühl gehabt. Anders als noch beim 1:4 gegen den FC Augsburg sei die Mannschaft diesmal jedoch bei sich geblieben. Besonders die kämpferische Leistung und die Leidenschaft der Frankfurter seien ihm dann positiv aufgefallen. In diesem Zusammenhang hob der ehemalige ZDF-Mann ausdrücklich die Qualität der Freiburger hervor. Der Sport-Club sei längst nicht mehr der vermeintlich kleine Verein, sondern verfüge über eine „sehr, sehr starke“ und vor allem eingespielte Mannschaft. Bei der Eintracht müsse sich das neu zusammengestellte Team dagegen zunächst noch finden. Gerade vor diesem Hintergrund sei der Punktgewinn entsprechend in Ordnung.

Erste Halbzeit überzeugt Réthy besonders

Vor allem mit der ersten Hälfte der Frankfurter konnte Réthy viel anfangen. Die Struktur der Mannschaft und das frühe Pressing hätten ihm gut gefallen. „Sehr gute Offensivaktionen“ und eine aggressive Herangehensweise sorgten dafür, dass Freiburg seine spielerischen Qualitäten zunächst kaum zur Entfaltung bringen konnte. Gleichzeitig sah der Kommentator nach dem Seitenwechsel einen Unterschied. Nach dem Wiederanpfiff sei die Eintracht vorsichtiger aufgetreten und habe sich weiter zurückgezogen. Freiburg bekam dadurch mehr Ballbesitz und konnte seine Stärken besser ausspielen. „Der Respekt ist berechtigt, aber den darf man nicht so früh zeigen, weil der Gegner das merkt“, erklärte Réthy. Dass die Hessen am Ende dennoch nicht auseinanderfielen, wertete er positiv. Die Eintracht habe diesmal auf den Rückschlag reagiert und nicht, wie gegen Augsburg, den Faden verloren.

Lob für Atubolu und Ebnoutalib

Auch einige Einzelspieler blieben Réthy nach dem Duell mit Freiburg besonders im Gedächtnis. Noah Atubolu habe trotz der beiden Gegentore eine starke Partie gezeigt. Vor allem seine Parade beim Freiburger Freistoß von Derry Scherhant kurz vor Ende der ersten Halbzeit bezeichnete der Kommentator als „genial“.

Besonders ausführlich sprach Réthy allerdings über Younes Ebnoutalib. Dass der Angreifer nach seiner Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft erneut getroffen habe, sei ein besonderer Moment. Gemeinsam mit Jonathan Burkardt, ebenfalls Torschütze am Samstag, bildet er aktuell das Bundesliga-Sturmduo, das von Jürgen Klopp für die Nationalmannschaft nominiert wurde. Réthy sprach in diesem Zusammenhang von einem „Ritterschlag“. Dass Ebnoutalib überhaupt von Beginn an auflaufen durfte, war dabei auch der Verletzung von Jeremiaha Maluze und der damit verbundenen Systemumstellung geschuldet. Réthy ist jedoch überzeugt, dass Hütter den Angreifer ohnehin eingesetzt hätte: „Nach der Nominierung von Klopp lässt man ihn nicht auf der Bank.“ Auch Freiburgs Abwehrchef Philipp Lienhart habe mit dem Frankfurter Angreifer seine Probleme gehabt. Ebnoutalibs Bewegungen und Laufwege seien schwer auszurechnen gewesen. Réthy berichtete sogar, dass der österreichische Nationalspieler bis in die Schlussphase hinein mit der Situation zu kämpfen gehabt habe.

Neben Ebnoutalib und Burkardt hob Réthy auch Can Uzun hervor. Der junge Offensivspieler habe sich diesmal auch gegen den Ball sehr präsent gezeigt. Die gelegentliche „defensive Schlampigkeit“, die man dem jungen Spielern manchmal zugestehen könne, habe er gegen Freiburg nicht gezeigt.

Réthy sieht Hütters Handschrift

Nach vier Spieltagen mit einem Sieg, zwei Unentschieden und einer Niederlage fällt Réthys Zwischenfazit insgesamt positiv aus. Angesichts der Unruhe rund um den Kader und der vielen Veränderungen im Sommer sei die bisherige Ausbeute „okay“. Besonders die neu formierte Defensive müsse schließlich erst zusammenwachsen. Genau hier erkennt der Kommentator die Handschrift des Trainers. Bis auf Robin Koch sei die Abwehr im Grunde neu zusammengestellt worden. Dennoch habe die Mannschaft bereits gezeigt, welche Entwicklung möglich sei. „Man merkt, dass Adi Hütter die Spieler erreicht“, betonte Réthy. Vor allem die erste Halbzeit gegen Freiburg sei dafür ein gutes Beispiel gewesen. Mit welchem Tempo und welcher Konsequenz die Frankfurter den Gegner angelaufen hätten, habe den Sport-Club zunächst vor große Probleme gestellt. Gleichzeitig sieht Réthy darin auch einen Punkt, an dem die Eintracht noch arbeiten muss. Er fragt sich, warum die Mannschaft nach der Pause nicht wieder mit derselben Intensität aufgetreten sei.

Für den Kommentatoren-Routinier bleibt damit trotz des positiven Eindrucks eine klare Erkenntnis: Die Eintracht hat bereits Fortschritte gemacht, muss ihre gute Spielweise aber über eine längere Distanz auf den Platz bringen.

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2 Kommentare

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Béla ist für mich eine Legende! Mochte den auch schon, als ich noch nicht wusste, dass er SGE-Anhänger ist.

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Fallback Avatar 2. mati 22. September 26, 08:53 Uhr

Béla ist Eintracht-Fan? Wusste ich gar nicht.

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