Für Noah Atubolu steht am kommenden Spieltag eine besondere Begegnung bevor. Der Eintracht-Keeper trifft auf seinen Heimatverein SC Freiburg. Im Podcast „Aufstehen mit der Eintracht“ sprach der 24-Jährige über seine Gefühle vor dem Wiedersehen, seine ersten Wochen in Frankfurt, die Berufung zur Nationalmannschaft und seinen bemerkenswerten Elfmeterrekord.
Wenn Eintracht Frankfurt auf den SC Freiburg trifft, wird es für Noah Atubolu alles andere als ein gewöhnliches Bundesligaspiel. Der Torhüter wurde in Freiburg geboren, durchlief beim Sport-Club die Nachwuchsabteilungen und schaffte dort den Sprung zum Bundesliga-Stammkeeper. Inzwischen trägt er das Trikot der SGE und versucht, die Emotionen vor dem Wiedersehen möglichst auszublenden. „Ich probiere, das Spiel zu sehen wie jedes normale Bundesligaspiel, spätestens, wenn der Anpfiff ist“, erklärte Atubolu. Ganz ausblenden könne er seine Vergangenheit allerdings nicht: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es kein sehr, sehr besonderes Spiel für mich ist.“ Bei aller Verbundenheit lässt Atubolu an seinem sportlichen Ziel aber keine Zweifel: „Ich will gewinnen!“
Atubolu nach turbulentem Sommer wieder zufrieden
Dass der 24-Jährige inzwischen wieder mit einem guten Gefühl auf seine sportliche Situation blickt, war vor einigen Wochen keineswegs selbstverständlich. Atubolu spricht selbst von einem schwierigen Sommer und einer längeren Zeit ohne Spielpraxis. Gerade deshalb ordnet er auch seinen Fehler bei der 1:4-Niederlage gegen den FC Augsburg entsprechend ein.
„Natürlich hat mich das genervt. Ich war sauer, dass wir verloren haben“, so der Keeper. Gleichzeitig müsse man berücksichtigen, dass er zuvor lange nicht gespielt habe und „aus der kalten Hose“ habe liefern müssen. Gegen Augsburg sei es erst sein zweiter Einsatz gewesen. Die Reaktion folgte beim 3:1-Auswärtssieg in Mainz. Atubolu hielt einen Elfmeter und trug damit seinen Teil zum Erfolg bei. „Es war wichtig, gewonnen zu haben. Das hat Ruhe hereingebracht.“ Ohnehin möchte sich der Frankfurter Schlussmann nicht daran messen lassen, bereits am Ende seiner Entwicklung angekommen zu sein. „Ich bin 24 geworden. Ich glaube, das vergessen viele auch manchmal„, sagte er. In den europäischen Top-Fünf-Ligen gebe es nicht viele Torhüter seines Alters, die bereits regelmäßig als Nummer eins zwischen den Pfosten stehen. Deshalb gesteht er sich bewusst Entwicklungsspielraum zu: „Ich habe noch viel Potenzial und bin noch lange nicht da, wo ich sein will.“
DFB-Nominierung als Bestätigung
Für zusätzliche Bestätigung sorgte zuletzt die Einladung zur deutschen Nationalmannschaft. Von seiner Nominierung erfuhr Atubolu von Eintracht-Torwarttrainer Jan Zimmermann. „Zimbo hat mir gesagt, dass ich dabei bin. Ich habe mich natürlich sehr gefreut. Es ist immer eine Ehre, für Deutschland zu spielen“, berichtete er. Die Berufung besitzt für ihn auch deshalb einen besonderen Stellenwert, weil seine vorherige Einladung bereits einige Zeit zurücklag. Vor allem der turbulente Sommer habe ihm zugesetzt: „Es gab viel Trubel, es war laut. Und das mag ich gar nicht. Ich mag Ruhe, ich mag Klarheit.“ Mit Blick auf die vergangenen Spiele und die anschließende DFB-Nominierung fällt sein Zwischenfazit entsprechend positiv aus: „Dann bin ich sehr zufrieden.“ Bei der Frage nach seinen Perspektiven im DFB-Tor blickt Atubolu auch auf Manuel Neuer. Der langjährige Nationalkeeper sei für ihn „der Beste aller Zeiten“. Dass zwischen beiden 16 Jahre liegen, sieht der Frankfurter durchaus positiv. Am Beispiel von Marc-Andre ter Stegen werde schließlich deutlich, wie schwierig es für einen Weltklasse-Torhüter sein könne, wenn vor ihm über Jahre ein Manuel Neuer gesetzt ist. „Es ist schön, dass ich später geboren wurde“, scherzte Atubolu deshalb und ergänzte: „Daher freue ich mich auf die Zukunft.“
Elfmeterkiller Atubolu
Ein Argument für weitere Aufgaben liefert Atubolu derzeit auch vom Punkt. In Mainz parierte er erneut einen Strafstoß und baute damit seine außergewöhnliche Serie aus. Große Worte braucht der Keeper dafür nicht: „Es ist schön, seine eigenen Rekorde zu brechen.“ Nun wartet ausgerechnet der Verein, bei dem seine Bundesliga-Karriere begann. Und zwischen Freiburg und Frankfurt hat sich aus Sicht Atubolus zuletzt sogar eine kleine sportliche Rivalität entwickelt. Besonders präsent ist ihm dabei der 34. Spieltag der damaligen Saison, als beide Mannschaften im direkten Duell um die Champions League kämpften. „Das hat eine Mini-Rivalität aufgebaut zwischen beiden Klubs“, findet Atubolu. Auch die Ergebnisse der vergangenen direkten Duelle hat er nicht vergessen: „Diese engen Spiele gegen Frankfurt gingen immer für Frankfurt aus.“ Wenn es nach ihm ginge, soll sich daran nun auch nichts mehr ändern.






Keine Kommentare
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.