Große Enttäuschung nach der Niederlage gegen den VfL Wolfsburg. Ante Rebic hatte einige gute Chancen, aber das Glück war einfach nicht auf der Seite der Eintracht.

Beflügelt durch eine weitere magische Europa-League-Nacht wollte die Eintracht gegen den VfL Wolfsburg auch in der Bundesliga weiter siegen und den zweiten Tabellenplatz in Angriff nehmen. Am Ende sollte die Serie reißen und die Hessen mussten eine 1:2-Niederlage hinnehmen. Eigene Inkonsequenz, fehlende Frische, wackelige Defensive und dazu ein Gegner, der die Fehler eiskalt ausnutzte und sonst eher durch Provokationen und Zeitspiel aufgefallen ist. SGE4EVER.de hat das Spiel wie immer noch einmal für euch analysiert:

Zu viele leichte Ballverluste
Die Wolfsburger hatten von Anfang an einen klaren Matchplan, der deutlich erkennbar war. Eine kompakte Defensive, die sich konsequent um die drei Stürmer der Frankfurter kümmerte und ein Spielstil, der zunächst nur auf Zerstörung aus war. Viele kleinere Fouls und immer wiederkehrende Spielunterbrechungen sollten so den Spielfluss der SGE durchgängig stören. Die Eintracht kam eigentlich gut ins Spiel und hatte zu Beginn das Spiel komplett im Griff, jedoch fehlte es in der letzten Aktion immer wieder an der nötigen Durchschlagskraft. Standardsituationen, insbesondere Ecken, konnten überhaupt nicht genutzt werden und in den gefährlichen Szenen kam dann auch noch Pech hinzu. Zunächst das Foul an Ante Rebic, dass dann vom Videoschiedsrichter als Freistoß und nicht als Elfmeter gewertet wurde und später dann auch der Pfostentreffer von Jonathan de Guzman. Hätte die Hütter-Elf zu dieser Zeit die Führung erzielt, wäre das Spiel vermutlich relativ ähnlich zu den vergangenen Spielen gelaufen, aber so kam es wie es letztlich kommen musste, denn die Eintracht leistete sich einige gefährliche Ballverluste und kam so gut wie gar nicht in ihr gewohntes Pressing. Einer dieser Ballverluste führte so zur Führung für die Wolfsburger, die vor allem Marco Russ als Schwachstelle in der Frankfurter Hintermannschaft ausgemacht hatten und so konsequent über seine Seite angriffen.

Fehlende Frische
In der zweiten Halbzeit versuchte die Eintracht noch einmal alles und wollte den Ausgleich unbedingt erzwingen. Auch wenn es weiterhin große Lücken in der Defensive gab, gelang fast der Ausgleich durch Sebastien Haller – der Treffer wurde wegen vorheriger Abseitsstellung von Danny da Costa jedoch nicht gegeben. Da Costa war ohnehin ein Beispiel dafür, dass den Hessen die letzte Frische fehlte. Ihm fehlte es an Genauigkeit in der Offensive und in der Defensive stand er bei weitem nicht so gut, wie in den letzten Wochen. Es fehlt ein Backup für den Rechtsverteidiger, der bis auf 33 Minuten bisher alle Spiele über die komplette Spielzeit absolviert hat. Hinzu kommt, dass der Ausfall von David Abraham dieses Mal nicht kompensiert werden konnte – oder zumindest nicht von Russ in diesem Spiel. An beiden Gegentoren war der Innenverteidiger nicht ganz unbeteiligt und wirkte immer wieder unsicher. Es ergaben sich einfach deutlich zu viele Räume für die Wolfsburger nach einfachen Ballverlusten der SGE und auch wenn Makoto Hasebe wieder einmal verhinderte, was zu verhindern war, war es diesmal einfach zu offen, was die Frankfurter spielten. Die Wolfsburger nutzten diese Räume eiskalt und die Taktik, über eine kompakte Defensive mit Kontern zum Erfolg zu kommen ging vollends auf. Auch das 0:2 resultierte wieder aus einem Konter und die Schlussoffensive der Eintracht sollte trotz Anschlusstreffer von Jovic nicht mehr zum Erfolg führen.

Jede Serie reißt irgendwann
Es war allen Beteiligten von vornherein klar, dass der märchenhafte Lauf der Frankfurter früher oder später ein Ende finden würde, jedoch ist es besonders schade, dass es ausgerechnet gegen die Wolfsburger passierte, die an diesem Abend definitiv schlagbar waren. Eintracht-Trainer Adi Hütter hatte bereits im Vorfeld immer wieder gewarnt, dass man es sich nicht erlauben könne, auch nur einige Prozente nachzulassen. VfL-Coach Bruno Labbadia hat der SGE jedoch aufgezeigt, dass man sie mit bestimmten Mitteln durchaus stoppen kann. Diese Mittel, zu denen teilweise auch Zeitspiel und Provokationen gehörten, waren im Prinzip sehr simpel: kompakte Defensive, viele Spielunterbrechungen und bei Ballverlusten eiskalt zuschlagen. Die Eintracht wird jedoch auch ihre Lehren aus dem Spiel gezogen haben und daran wachsen können. Standardsituationen werden in den kommenden Wochen sicherlich auch zum festen Bestandteil des wöchentlichen Trainingseinheiten werden, denn die Frankfurter haben aus ihren neun Ecken viel zu wenig gemacht und auch die Freistöße waren häufig einfach nicht clever genug ausgeführt. Es gab jedoch trotz der endenden Serie auch positive Erkenntnisse: Jetro Willems ist wirklich eine ernsthafte Alternative im Mittelfeld, denn was er bereits gegen Olympique Marseille andeutete, konnte er nach seiner Einwechslung erneut bestätigen. Tolles Auge, kluge Pässe und starkes Zweikampfverhalten, eine starke Leistung, die sicher auch Hütter registriert haben wird. Wenn die Mannschaft ähnlich gestärkt aus diesem Rückschlag hervorgeht, wie nach dem Unentschieden in Nürnberg, wird die Eintracht schon kommende Woche in Berlin wieder ein anderes Gesicht zeigen.

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14 Kommentare

  1. Bis Berlin ist die Frische wieder da. Dann kann die Qualitaet die in der Mannschaft steckt wieder voll zur Geltung kommen. Kraft tanken, gut vorbereiten und auf zu einer neuen Serie

  2. „Jede Serie reißt irgendwann“
    Ist mir schon klar. Ist ja auch nicht weiter schlimm.
    Die Fehler die gemacht wurden sollten erkannt ,
    und daran gearbeitet werden.
    Das wird wohl so sein.
    Aber
    Was mich persönlich ärgert. Warum ausgerechnet gegen diese
    Sitzfussballer!!?
    Diese Stadt hat nichts! Keine Kultur, keine Landschaft….nichts, und erst Recht nicht Fußballer.
    Und dieser , ich mag das Wort gar nicht zwischen die Tasten nehmen, Verein kommt aus meiner Sicht hauchdünn
    nach den Bauern. Ich kann diesen Sch…Verein einfach nicht ab. Schade das die zweimal die Relegation gepackt haben.
    Die Welt könnte so schön sein …..

  3. Hätte zwar lieber gegen Augsburg verloren, als gegen Woflsburg, aber so ist das halt mit Serien „unverhofft kommt oft“! Vor dem Spiel wollte ich eigentlich erstmals wieder unken, da ja alles für uns sprach. Die Tabelle lag vor uns, ein Sieg und… Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass Überheblichkeit im Spiel war. Es war eben ein knappes Spiel wo die engen Entscheidungen diesmal nicht für uns getroffen wurden, oder die Bälle so „versprangen“, dass es für uns ein Vorteil war. Im kalten Olympiastadion zu Berlin wird es genau den gleichen ekeligen Gegner geben. Deshalb wäre ich mit einem Punkt sehr zufrieden, damit nicht blödes Gerede aufkommt. Noch drei, vier Pünktchen wären ideal. Vor Wochen hatte ich auf einen Sieg gegen Bayern gehofft, da wir eigentlich mal dran sind, aber es haben schon zu viele gegen die Punkte geholt, denke die lassen jetzt nichts mehr anbrennen. Es wäre schön, wenn wir bis dahin 26, 27 Punkte auf dem Konto haben. Die Mannschaft hat uns bisher super viel gegeben und sie wurde vom Trainer mit freien Tagen belohnt, jetzt würde ich einen Tag früher als geplant nach Berlin reisen, nicht um sie wegen einer Niederlage zu strafen, sondern um noch mal die Sinne zu schärfen. An der Mannschaftsaufstellung würde ich nicht viel ändern gegen Berlin, man muss auch mal einen schlechten Tag (Russ, de Guzman) gestatten, um den Spielern das Selbstbewusstsein nicht zu nehmen.

  4. Es spricht für die Mannschaft und Trainer, dass sie nicht über die Wolfsburger gemeckert haben. Alle 60 Sekunden lag einer der Weißen auf dem Boden und hat sich gewälzt.
    Arnold hat ständig unsere Spieler mehr oder weniger fair bearbeitet. Wenn er das nicht gemacht hat, stand er beim Schiri.
    Wenn man nach 30 Minuten schon auf Zeit spielt, ist es erbärmlich.
    Über den Schiri ansich brauchen wir auch nicht reden.
    Ein ganz gebrauchter Tag….
    Kopf hoch und wieder erfolgreich in Berlin sein.
    An den Platz haben wir ja gute Erinnerungen

  5. Jetzt bitte nicht an Russ abarbeiten. Der Junge weiß selbst, dass seine Zeit vorbei ist. Was soll der Trainer denn machen? So richtig fehlen aktuell die Alternativen im Defensivbereich. Wenn wir wie gewohnt zwei bis drei Buden machen, kann man diese Schwächen kaschieren.

  6. Sehr wohltuend dieses Forum, nur gescheite Kommentare und Lösungsansätze. Wie schon Grantler bemerkte hatte auch ich das Gefühl dass 90% aller Querschläger beim Gegner landeten. Dazu wurden die ballführenden Spieler ohne Unterlass gedoppelt. Den Spielern hat man die Belastung des Donnerstagsspieles meiner Meinung nach durchaus angemerkt, der Gegner war gedankenschneller und sehr gut eingestellt. Beim Schiri kann man wirklich geteilter Meinung sein und die Wälzeinlagen des Gegners waren schon was von peinlich. Insgesamt hat auch mal das Quäntchen Glück gefehlt das uns in den vergangenen Spielen stets treu war. Die Punkte holen wir uns in Berlin und gegen Leverkusen, auf geht’s SGE!

  7. „Was soll der Trainer denn machen?“

    Bis David wieder fit ist und Carlos noch nicht einsatzbereit: Warum nicht Mijat auf die Position verfrachten? Mit dem strikten Auftrag, in erster Linie zu verteidigen, den Gegner abzulaufen, Bälle zu erobern und in der Spieleröffnung nur einfache, klare Pässe zu spielen.

    Marco hatte in der Rekonvaleszenz nach der Chemo zunächst mächtig an Gewicht zugelegt. Zum Saisonstart 2017 hat er dann binnen weniger Monate stark abgenommen – vor knapp eineinhalb Jahren sah er zwar überaus drahtig und athletisch aus, war aber noch längst nicht bei 100% Fitness. Nach dem Winter-TL 2018 war es dann soweit, er war endlich wieder einsatzfähig, Muskulatur und Körpermasse waren im Gleichgewicht. Seitdem aber hat Marco wieder geschätzte 8-10 Kg zugelegt, was eher normal ist, wenn man langsam auf die 40 zu geht, insbesondere nachdem man etwas wie er durchgemacht hat. Er hätte jetzt im Winter noch einmal die Chance sich zu quälen und seinem Körper alles abzuverlangen – jedenfalls das, was es braucht, um auf BL-Topniveau noch mithalten zu können. Selbst wenn der Kopf unbedingt will, die Physis lässt sich nicht aushebeln. Und Makotos phänomenale DNA hat nicht jeder. Wahrscheinlich auch nicht David Abraham. Insofern wird es ohnehin Zeit für einen adäquaten Nachfolger auf der rechten IV-Position.

  8. Kein Widerspruch! Bin gegen Denkverbote. – Und für Experimente, wenn´s der Sache zuträglich ist.

  9. Ok gut. Jetzt ist es eben so. Hilft ja nix. Wieder so ein komischer Spieltag, an dem die Moneyclubs gewinnen und die richtigen Clubs verlieren. Bayern, Leipzig und Wolfsburg gewinnen, Werder, Frankfurt und Gladbach verlieren. Tiefer Rasen, wichtige Leute verletzt (Torro, Abraham, Chandler), kurze Regenerationszeit, einen klaren Handelfmeter nicht bekommen (da waren sich sogar die Blitzbirnen in Sky90 einig). Und TROTZDEM hart zurückgeschlagen, Anschlusstor gemacht und sich noch einmal mächtig aufgebäumt. Das macht doch Mut.

  10. Defintiv ein gebrauchter Abend mit dummen Fehlern, schlechter Chancenverwertung, guter Defensive vom Gegner, die aber auch sonst sehr unfair waren sowie unglaublich mieser Leistung vom Schiri.
    Auch ich hatte gestern im Stadion erst über Russ geschimpft, aber die unnötigen Ballverluste hatten es ja eingeleitet. Es gibt halt so Spiele, da will der Ball einfach nicht rein, aber manchmal sollte man auch einfach im 16er direkt auf das Tor schießen gerade auch, wenn der Rasen nass ist.

  11. Jede Serie ist einmal zu Ende, was nicht heißt das alles zu Ende ist. Wenn die Mannschaft nun Reaktiuon zeigt und alle wieder auf der normalen Höhe sind, dann geht es auch wieder anders.

    Die Hoffnung auf weitere schöne Spiele habe ich immer.

    Die anderen haben sich nun auf uns eingestellt, jetzt müssen wir uns darauf einstellen. Wenn Abraham wieder fit ist und seine Schnelligkeit einbringen kann, nichts gegen die Leistung von Marco, aber er ist halt wirklich nicht schnell und wenn es zurück geht, dann ist es hinten offen wie ein Scheunentor und Hase und Ndieka können nicht überall sein.
    Es wurde auch nicht so gut zurückgearbeitet, aber das lag auch an der Frische die gefehlt hat.

    Jetzt bitte erholen und weiter gehts…..

  12. Ja wir haben verloren…..und das zu Hause, gegen einen Gegner, der durchaus zu schlagen gewesen wäre.
    Die Zirkusnummern von Wolfsburg waren lächerlich, aber scheinbar zielführend, dass Spiel zu zerstören. Vorteil Wolfsburg.
    Der Schiedsrichter Stegemann trug dann noch das Weitere dazu bei, um das Spiel übermäßig oft zu unterbrechen und „kaputt zu pfeifen“.
    Vorteil Wolfsburg.
    Dennoch war es von uns kein grottenschlechtes Spiel und mit etwas mehr Glück und faireren Schiedsrichterntscheidungen, hätten wir möglicherweise sogar gewonnen.
    Dieses eine Anschlußtor, könnte jedoch noch mal ganz wichtig und das Zünglein an der Waage werden, im Bezug aufs Torverhältnis.
    Jetzt wird Adi Hütter die Mannschaft wieder aufrichten, was er ganz sicher kann und am Samstag-Abend beim Topspiel werden wir wieder unsere SGE in Spiellaune erleben, wie wir es nun seit Wochen gewöhnt sind.
    Mit einem Dauereinbruch jedenfalls, ist meiner Meinung nach, nicht zu rechnen.
    ForzaSGE

  13. Was mich ärgert: Wir hätten zumindest einen Punkt holen können, oder sogar müssen. Es war Pech, es warfen Fehler und es ist ein Dämpfer. Mehr nicht. WoBu finde ich eklig, das Verhalten ist zumindest oft grenzwertig.

    Aber gut.

    Ja Russ hat Schwächen. Normalerweise kann die Mannschaft es hinkriegen, dass er seine Stärken einbringen kann und seine Schwächen kompensiert werden. Wie gegen Augsburg. Aber es gab 5-6 , die unter Form waren. Zudme hatte Trapp bei beiden Toren Pech. Beim ersten kriegt er den Fuß einen Moment zu spät hoch, beim zweiten geht er zwichen ihm und Ndicke durch.

    Haken dran.

    Was mich freut: Der O-Ton einiger Fans nach dem Spiel. Keine Vorwürfe. Entspanntes umgehen mit der Situation.
    Ich bin sicher , gegen Berlin sieht das wieder deutlich besser aus. Wir lernen aus diesen Spielen, Trainer und Mannschaft sind so gut.

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