Eintracht Frankfurt hat beim 1. FSV Mainz 05 mit 1:2 verloren und dabei einmal mehr die zuletzt bekannten Probleme offenbart. Gegen einen aggressiven, klar strukturierten Gegner hatte die Mannschaft von Trainer Albert Riera zwar viel Ballbesitz, wusste damit jedoch nur selten etwas anzufangen.
Riera setzte erneut auf eine Viererkette, in der Arthur Theate den verletzten Robin Koch ersetzte und gemeinsam mit Aurèle Amenda das Abwehrzentrum bildete. Außen verteidigten Nathaniel Brown und Nnamdi Collins. Davor agierte Hugo Larsson als alleiniger Sechser, während Farès Chaïbi und Ritsu Doan im Zentrum unterstützen sollten. Über die Flügel kamen Jean-Mattéo Bahoya und Arnaud Kalimuendo, im Sturm begann Jonathan Burkardt.
Auf dem Papier war die Ausrichtung flexibel und offensiv gedacht – auf dem Platz fehlte jedoch von Beginn an die notwendige Intensität. Mainz war die deutlich galligere, bissigere und zweikampfstärkere Mannschaft. Während Frankfurt versuchte, über Ballbesitz Kontrolle zu gewinnen, spielten die Hausherren direkt, schnell und zielstrebig in die Spitze. Schon nach wenigen Minuten wurde deutlich, dass die SGE große Probleme bekommen würde: Nach einem hohen Ballgewinn hatte Paul Nebel die erste große Chance. Das 1:0 fiel folgerichtig nach einer ähnlichen Situation. Mainz überbrückte nach einem Einwurf schnell, nutzte die Unordnung der Frankfurter Defensive und traf durch Nebel. Auffällig war dabei erneut die Problematik im Umschaltverhalten: Durch die Dreierkettenstruktur im Ballbesitz fehlte die Absicherung, die Rückwärtsbewegung war zu langsam, und die Abstände zwischen den Linien stimmten nicht.
Ballbesitz ohne Wirkung – strukturelle Probleme bleiben
Der größere Unterschied lag jedoch nicht nur in der Intensität, sondern im klareren Plan der Mainzer. Während der FSV genau wusste, wie er mit wenigen Kontakten in die Tiefe kommt, fehlte Frankfurt jegliche offensive Klarheit. Das zwischenzeitliche 1:1 war eher das Resultat einer Einzelaktion als Ausdruck eines funktionierenden Angriffsspiels. Insgesamt wirkte das Offensivspiel der Eintracht ideenlos und behäbig. Zwar hatte man am Ende rund 66 Prozent Ballbesitz, doch dieser fand größtenteils in ungefährlichen Zonen statt. Der Ball lief quer durch die Dreierkette oder wurde auf die Flügel verlagert – ohne Tempo, ohne Risiko, ohne echten Raumgewinn.
Ein strukturelles Problem bleibt dabei die mangelnde Bewegung im Zentrum. Pässe zwischen die Linien sind selten, weil sich dort zu wenig anbietet. Statt Dynamik entsteht Überladung ohne Wirkung. Gleichzeitig stehen die Flügelspieler oft isoliert, werden gedoppelt und finden kaum Lösungen. Hinzu kommt die nicht optimale Nutzung einzelner Spielerprofile. Hugo Larsson ist kein klassischer alleiniger Sechser, Arnaud Kalimuendo kein Flügelspieler, und Ritsu Doan wirkt in seiner hybriden Rolle zwischen Außenbahn und Zentrum zunehmend gehemmt. Gerade Doan ist ein Sinnbild der aktuellen Situation: Ein Spieler ohne klare Position, ohne klare Wirkung – der in der vergangenen Saison noch zu den besten Außenspielern der Liga gehörte und seine Qualitäten auf dem Flügel Anfang der Saison klar gezeigt hat.
So ergibt sich ein Spielbild, das sich durch die letzten Wochen zieht: viel Ballbesitz, wenig Durchschlagskraft. Schon gegen St. Pauli (0:0) und Heidenheim (1:0) tat sich die Eintracht schwer, gegen tief oder kompakt verteidigende Gegner Lösungen zu finden. Gegen Mainz kam nun hinzu, dass der Gegner auch noch die höhere Intensität und den klareren Plan hatte.
Fazit
Die Niederlage in Mainz ist verdient – und sie ist ein weiteres Warnsignal. Defensiv bleibt die Eintracht anfällig für schnelle Umschaltmomente, offensiv fehlt es weiterhin an Ideen, Tempo und Mut. Die strukturellen Ansätze unter Riera sind erkennbar, doch das Spiel mit Ball – eigentlich das Herzstück seines Ansatzes – funktioniert noch immer nicht wie gewünscht. Drei Spiele gegen Gegner aus dem unteren Tabellendrittel, kaum offensive Entwicklung: In Frankfurt sollten die Alarmglocken schrillen. Denn ohne klare Lösungen im letzten Drittel wird es schwer, die eigenen Ziele zu erreichen.






16 Kommentare
Leider muss man feststellen, dass Riera wohl sehr schnell an seine Grenzen gestossen ist. Die Erwartungshaltung die er an seine Spieler hat passt einfach nicht - ich kann nicht innerhalb kurzer Zeit erwarten, dass Spieler so einfach auf verschiedenen Positionen spielen können. Die Abwehr steht zwar in den meisten Fällen besser - Ausnahme Mainz aber nach vorne geht so gut wie nichts.
Götze ist einer der wenigen Spieler bei der SGE der auch mal Ideen einbringt und diesen in Mainz nicht dabei zu haben war ein dicker Fehler.
Leider hat Markus Krösche bei der Trainerwahl daneben gegriffen und man sollte das Missverständnis so schnell und kostengünstig als möglich beenden - Riera zeigt auch wenig Interesse deutsch zu lernen also lieber ein Ende mit Schrecken als ein weiter so.
Daneben gegriffen?
Wow, ok das finde ich momentan arg überzogen. Eigentlich ist AR in meinen Augen der Richtige.
Er erzählt viel Wahres und ist dabei nicht so ein Schönreder. Nein er haut auf den Tisch, genau das was ich mir vorstelle.
Die Frage die man sich stellen darf, schafft er den Turnarround? Und vor allem, wenn nicht, warum nicht? Und diese Frage wird man aufarbeiten müssen. Und da kommt Dino wieder ins Spiel. Es wurde damals behauptet unser Team wird überladen mit taktischen Anweisungen. Riera scheint diesen Schritt auch zu gehen.
Also entweder beide Trainer sind absolute Vollpfeifen was das taktische angeht oder unsere Spieler sind einfach nicht auf dem Level der Trainer.... und mittlerweile scheinen mir die Spieler wirkich nicht zusammen zu passen. Jeder einzelne hat unbestritten seine Qualitäten, aber als Mannschaft bekommen sie es nicht hin des Trainers Wunsch/Anweisungen folge zu leisten.
Womit wir mehr bei den Spielern sind als beim Trainer.
Ich klammere mal sogar die Kaderplanung aus, denn ich bezweifle ob sowas vor einem Vorstellungsgespräch/ Transfer überhaupt erkennbar ist. Zumal unsere Spieler nicht gerade 28 sind wo man eine gewisse Erfahrung oder taktisches Verständnis vorausgesetzen kann. Doan ist hier ein super Beispiel. Er ist immer stets bemüt, aber hadert sehr mit manchen Positionen. Wir hatten nie seine feste Position in der Startelf.
Aus o.g. Grund meine ich zu erahnen, dass der Umbruch im Sommer größer ausfallen wird als eigentlich nötig (wenn man sich die einzelnen Positionen/ Spieler anschaut).
Wir brauchen wirklich mehr Team im Team und Leute die den letzten Meter machen weil sie es wollen und verstehen warum, nicht weil es eine Anweisung ist.
@1: sorry aber was laberst du für einen Mist: (Er zeigt wenig Interesse deutsch zu lernen)?
Weiß nicht ob du nach 2 Monaten bereits eine für dich fremde Sprache erlernen kannst.
Du gehörst zu denen die immer schnell nach neuen Trainern und sofortigen Veränderungen / Handlungen schreien wenn es nicht sofort so läuft wie es laufen soll.
Riera war einfach zu ungeduldig und wollte zuviel auf einmal.
Ich hatte das Gefühl, die Spieler waren so mit sich selbst beschäftigt,
dass sie vergessen haben zu rennen und zu kämpfen.
Ich weiß nicht, was mich mehr erschreckt, dieser Kommentar oder die vielen Daumen hoch dafür.
VORNEWEG - ich bin weit davon entfernt Riera als Fehlgriff zu bezeichnen - schon gar nicht nach diesem kurzen Zeitraum .
Allerdings frage ich mich bei einigen Sachen ob das der Weg ist der zu gehen ist . Ich meine freie Tage ? In der Zeit sollen besser die deutlichen Defizite angegangen werden . . .
Statt der Positionsexperimente müssen Abläufe gefestigt werden .
Ich bin auch nicht davon überzeugt wenn die Qualität der Spieler öffentlich so in Frage gestellt wird .- die PK nach dem Mainz Spiel fand ich katastrophal -
Das verschlechtert die Stimmung im Team eher als sie zusammen zu halten .
Puh - ich war fest davon überzeugt das Dino ersetzt werden musste - und ja ich war auch der Meinung das Riera vom Profil her passen würde .
Allerdings passen die Aussagen von AR im Moment nicht mit den Taten überein .
Und das schadet seiner Glaubwürdigkeit extrem.
Vielleicht sollte unser spanischer David Copperfield jetzt aufgrund des Bahoya-Ausfalls und Kochs Rückkehr Amenda auf dem linken Flügel testen. Doan dann vielleicht als Rechtsverteidiger in der Viererkette für Collins, und falls Brown auch noch ausfällt, kann Götze ja hinten links reinrücken.
Er kann uns den ganzen wirren Schrott, der auf sechstklassigem Slowenien-Niveau gegen siebtklassige Teams funktioniert, dann wieder gestenreich in acht Wiederholungen erklären.
Einstudieren kann er das Ganze natürlich erst nachdem achttägigen Karibikurlaub, mitten in der Saison, in einer handfesten Krise. Was für ein (skandalöser) Witz.
Es ist wirklich nicht zu fassen, was wir da für einen Zauberer geholt haben. Als wäre eine Bundesligamannschaft ein Experimentierkoffer. Man kann nur hoffen, dass Krösche nächste Woche „April, April!“ zu dieser vereinsschädigenden Personalie sagt.
4 wichtige Spiele mit diesem Hessenliga-Jugendtrainer abgeschenkt und dann das. Unglaublich.
Hä?
Weiter so, sge2785, mit ganz viel Glück kannst du mit solchen Beiträgen noch als Praktikant bei der FR durchstarten. 💪💪
Und noch als Ergänzung: Der fehlende Filter bei öffentlichen Aussagen, dass er nicht versteht, dass man nicht so früh gegen seine eigene Mannschaft schießen sollte und dass auch sonst manchmal weniger mehr ist, ist nicht cool oder sympathisch. Er ist deshalb kein „Typ, den man immer fordert“. Es ist hochgradig unprofessionell und hat auf diesem Niveau nichts zu suchen. Ein reifer Profi wie Urs Fischer guckt vor Fremdscham weg. Sowas kennt man eher von übermotivierten 21-jährigen Jugendtrainern.
Ich gebe zu, dass ich mir durchaus mehr erwartet hätte, zumindest mal eine Entwicklung. Die ist (noch) nicht erkennbar.
Aber jetzt schon Albert als Fehlgriff zu beurteilen, ist zu früh.
Sind wir doch mal ehrlich: die Saison ist bereits jetzt voll in die Scheiße gesetzt worden. So viele Verletzte hatten wir ewig nicht. Der Trainer (Dino) funktionierte nicht mehr, Spieler wurden überschätzt. Das Konstrukt klemmt überall.
Wir brauchen für die kommende Saison einen Neustart, der zuallererst mal die Athletik in Auge fasst. Wenn wir halt mal ein Jahr nicht international spielen, ist das keine Katastrophe. Wir schauen dann, wer bleibt und wer geht. Dann soll Albert die Vorbereitung machen und dann sehen wir ja, ob's klappt.
Allerdings würde ich Markus raten, einen Trainerplan B und C in der Schublade zu haben, man kann ja nie wissen.
Er ist an die Grenzen gestoßen oder eher die Mannschaft? Noch spielen die Spieler und nicht der Trainer. Wer stand denn gegen Mainz auf dem Platz ? Koch? Kristensen? Ach ja der Theate stand wieder auf dem Platz - war davor eine Weile verletzt. Man hat das auch gesehen das er nicht die Form der Vorsaison hat.
Man hatte fast keinen Leader auf dem Platz stehen und das ist dann auch normal das man am Ende wenn es eng wird auch so ein Spiel verliert.
Das einzige was ich aktuell nicht verstehe ist die Geschichte mit Götze...Ihr wolltet die ganze Zeit keinen Leisetreter und aktuell haben wir einen Trainer der unbequem ist und auch ein ganz normaler Mensch ist - er kann kein Wasser in Wein verwandeln. Ihm aber die Kompetenz absprechen ist völlig daneben....
Im finde es im Moment echt schwierig zu unserem neuen Trainer etwas Passendes zu schreiben. Ich kannte ihn vorher nicht und ich war und bin bisher auch nicht wirklich überzeugt von dem, was ich bisher gesehen habe. Trotz allem sollte man ihm der Fairness halber auch die Zeit und die Möglichkeit geben sich zu beweisen.
Insgesamt glaube ich allerdings auch, dass viel Geld auszugeben für neue Spieler nicht unbedingt zielführend ist. Eine wertvolle Mannschaft auf dem Papier ist noch lange keine gute Mannschaft auf dem Platz und das bewahrheitet sich halt aktuell immer mehr. Andere Mannschaften machen es meiner Meinung nach trotz teilweise geringerem Budget erheblich besser als wir. Zudem sucht man nicht ständig in der Ferne nach Spielern, dessen Namen man kaum aussprechen kann.
Ich denke, wir werden nächste Saison nur DFB Pokal spielen und wir werden uns wieder neu orientieren müssen. Die Mannschaft passt einfach nicht zusammen und ich glaube einfach, dass einige Herrschaften zu sehr darauf hoffen vom höchsten Turm zu springen und mit ihrer einmalig getätigten Kür andere Vereine zu begeistern. In meinen Augen schaden sie uns auf lange Sicht mehr als sie uns bringen. Viele derer, die gegangen sind, spielen in ihren jeweiligen Vereinen keine Rolle mehr, suchen bereits etwas Neues, dafür haben sie bei seriöser Lebensweise für Reiche, allerdings ausgesorgt bis zum Lebzeitende.
In der Hall of Fame der Fußballer wird man jedoch niemals über sie reden.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich für einige der abwertenden und respektlosen Kommentare hier im Forum schäme.
Klar, man kann nach dem Auftritt gegen Mainz Zweifel haben oder kritisch sein, das geht mir genauso. Aber trotzdem gehört es für mich zum Anstand, den Ton zu wahren und respektvoll zu bleiben.
Man darf nicht vergessen, dass AR viel Arbeit investiert. In manchen Pressekonferenzen war ihm die Belastung auch deutlich anzusehen. Ich glaube nicht, dass seine Priorität aktuell darin liegt, Deutsch zu lernen, sondern vielmehr darin, der Mannschaft sein Konzept zu vermitteln und Dinge zu verbessern.
Deshalb finde ich, wir sollten hier zusammenhalten, nicht alles sofort schlechtreden und dem Trainer sowie der Mannschaft weiterhin Vertrauen und Zeit geben.
Gemach, Freunde. Es besteht aktuell weder ein Grund für Euphorie, noch für Weltuntergangsstimmung. Die Ursachen für eine sehr mittelmäßige Saison liegen nicht am neuen Trainer.
Kritik muss sich Riera allerdings schon dafür gefallen lassen, dass seine vollmundigen Ankündigungen dann doch nicht so oft stattfanden. Aber, er verdient schon, dass eine faire (Zwischen)Bilanz erst nach Saisonende gezogen werden sollte. Spannend wird dann die neue Saison, unter seiner Vorbereitung und unter seiner Einflussnahme auf die Kaderzusammenstellung. Toppi wurde auch viel Zeit zugestanden, am Ende allerdings etwas zu viel. Aber soweit ist es ja noch nicht mit dem neuen Trainer.
Ach hört mir alle auf mit eurem Zauberer. Stellt er Collins als LV, obwohl der noch nicht mal einen rechten Fuß hat. Er soll noch mit dem schwächeren von zwei schwachen Füßen spielen. Kalimuendo ist eine Rakete im Sturm, muss aber ständig im eigenen Strafraum dem Außenstürmer hinterherrennen. So ein quatsch. Beende die Saison irgendwie (Klassenerhalt ist ja jetzt sicher) und dann hol einen gestandenen Bundesligatrainer. Keinen Zauberlehrling.
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