Adi Hütter zieht ein positives Fazit nach seiner ersten Hinrunde als Bundesligatrainer von Eintracht Frankfurt.

Auch wenn die Eintracht gegen den FC Bayern nicht noch drei Punkte unter den Weihnachtsbaum gelegt haben, beschenkte das Team von Adi Hütter die Fans in der ersten Halbserie 2018/19 doch reichlich und machten ihren Coach im ersten halben Jahr als Bundesligatrainer mächtig stolz. Bevor es in den wohlverdienten Urlaub gen Heimat ging, zog Hütter noch ein Hinrundenfazit.

Mannschaft besteht Charaktertest – Hütter ist beeindruckt

In Frankfurt vergeht kaum eine Pressekonferenz, in der Adi Hütter nicht den Charakter und die Willensstärke seines Teams hervorhebt und auf den schwierigen Beginn seiner Amtszeit bei den Hessen verweist. Doch gerade dort liegt womöglich der Ursprung der gewachsenen Stärke. Dort hat sich der Charakter der Mannschaft geformt. „Wie wir uns da selbst aus dem Sumpf herausgezogen und nach oben gearbeitet haben, hat mich beeindruckt“, lässt der Österreicher verlauten, als er von SGE4EVER.de nach Dingen gefragt wurde, die ihn im Rückblick in seiner ersten Hinrunde in der Bundesliga positiv überrascht haben. Er musste eingestehen, dass sich seine Spieler schneller aus dem Sumpf befreit haben, als er erwartet hatte. „Wie schnell wir nach den anfänglichen Schwierigkeiten den Bock umgestoßen haben, hat mich besonders gefreut. Wie schnell die Mannschaft auch gelernt hat, ein wenig anders Fußball zu spielen. Das hat mich positiv überrascht.“ Das Hannoverspiel sei dabei der große Knackpunkt gewesen. „In der Phase hat sich gezeigt, in welche Richtung es geht.“ Zur Freude des 48-Jährigen in die richtige Richtung.

Frankfurts neues Bild gefällt

In dieser Zeit sind Team und Trainer sichtlich zusammengewachsen. Obwohl Hütter nur Englisch spricht, hat er es geschafft aus 17 Nationen eine Einheit um sich zu versammeln. Eine Einheit von Spielern, die ihrem Trainer folgt und ihm vertraut. Die sich von dem sicheren Spiel unter Niko Kovac verabschiedet und sich in neue Gewässer gewagt hat. Die Handschrift des Trainers: Aggressives Pressing, schnelle Ballgewinne, Umschaltsituationen, kompaktes Verteidigen mit einer großen Portion Spielwitz. „Im Endeffekt muss man sagen, dass mir gefällt, wie die Mannschaft Fußball spielt, wie sie auftritt. Die Art und Weise begeistert mich. Das ist unser Bild. Und das kann sich sehen lassen.“

„Gänsehaut“ in Europa – Spieler und Mannschaft haben sich entwickelt

Für den Vorarlberger war es ein Start nach Maß im deutschen Fußball. 27 Punkte in der Liga, 18 im Europapokal, in dem die Choreographien der Fans „Gänsehaut“ bei Hütter verursacht haben: „Die ganze Europa League-Kampagne war fantastisch!“ Insgesamt durften die Fans 14 Siege bejubeln. Zwischenzeitlich (elf Spiele am Stück ohne Niederlage) wussten diese überhaupt nicht mehr, wie sich Verlieren anfühlt. Ein großer Faktor für den Erfolg war auch die Entwicklung einzelner Spieler. Vor allem die Angriffsreihe hat nochmal einen gehörigen Entwicklungsschub genommen und insgesamt 52 Tore geschossen. Ein Wahnsinnswert. Auch Danny da Costa und Filip Kostic auf den Außenbahnen sind ebenso über sich hinausgewachsen wie Abräumer Gelson Fernandes. „Ich habe das Gefühl, dass sich viele Spieler weiterentwickelt haben, auch individuell. Und das ist für mich als Trainer entscheidend, denn entwickelt sich der einzelne, wird auch die Mannschaft besser.“

Mediales Umfeld fordert Hütter – kurze Vorbereitung ebenfalls

Eine gute Mannschaft sorgt im Umfeld auch zwangsläufig für eine größere Erwartungshaltung. Eine Sache, die Hütter in Frankfurt neu kennengelernt hat: „Die Erwartungshaltung ist medial natürlich anders. Ein ganz anderes Umfeld. Das ist spannend, nicht immer einfach, aber es macht Spaß“, zwinkert er der Frankfurter Journalie zu. Platz Sechs schürt aber auch für die Rückrunde entsprechende Erwartungen. Doch die bremst der ehemalige Berner zunächst. Auch weil zwei Wochen Rückrundenvorbereitung für ihn Neuland sind: „Das ist schon sehr wenig, um die Mannschaft speziell im technisch-taktischen Bereich nochmal auf ein anderes Niveau zu bringen.“ Vielmehr gehe es darum, das erreichte Level zu halten: „Viel aufbauen kann man da nicht. Ich bin gespannt und neugierig, wie es mir gelingt, die Mannschaft da hin zu bringen, dass sie im Frühjahr wieder im physischen Beriech ein Topniveau hat und sich spielerisch weiterentwickelt hat.“

Hütter hat Spaß – kein Festlegen auf ein Saisonziel

Ob sie dann, wie sonst in Hütters Karriere, eine bessere Rückserie als Hinserie spielen kann, „ist schwer zu sagen.“ Ein offizielles Saisonziel möchte er ohnehin nicht ausgeben: „Ich bin Gott sei Dank schon zehn Jahre im Geschäft, dass ich mich auf so eine Frage sicher nicht festlege. Ich will nicht an die Wand genagelt werden, wenn ich mich vertue.“ Unabhängig von Tabellenplätzen und Punktzahlen gehe es ihm darum, dass sich dein Team Schritt für Schritt weiterentwickle, lernwillig und hungrig bleibt: „Aber, wenn wir so weiterspielen, bin ich überzeugt davon, dass wir einen guten Tabellenplatz erreichen.“ Viel Freude bereitet ihm die Arbeit schon jetzt: „Es macht mir irrsinnig Spaß mit dieser Mannschaft zu arbeiten, weil sie einen tollen Charakter hat.“ So kann und darf es dann gerne 2019 weitergehen. Mit einem guten Rutsch und einem frohen Fest, Herr Hütter.

- Werbung -

13 Kommentare

  1. Bei aller Euphorie: In der Bundesliga ist unsere Bilanz gegen die Top Ten die folgende:
    1 Sieg, 2 Unentschieden, 6 Niederlagen.

    Uns „rettet“ die Topbilanz (7-1-0) gegen die untere Tabellenhälfte. Ich hoffe, dass wir uns gegen die „Größeren“ in der Rückrunde besser anstellen.

  2. @1.

    Interessant. Aber ich finde das nicht beunruhigend. Eher das Gegenteil, es beruhigt, dass wir erst einmal keine Punkte gegen die Gegner liegengelassen haben, die man mindestens braucht, um keine permanente Abstiegssorgen zu haben, und um sich für die Zukunft realistisch nach oben ausrichten zu können.

    Es ist dieses Jahr schon so viel positives geschehen, mit dem ich wahrlich nicht gerechnet habe.
    Allein die EL hat gezeigt, was für ein Potential da im Team steckt.

    Forza SGE!

  3. Was mich bei den Spielen gegen die Top 10 auch beruhigt: in Dortmund stand es nach 70 Minuten 1:1. Gegen Bremen fiel das Siegtor durch einen Sonntagsschuß-Freistoß, einm unentschieden wäre wie auch gegen Berlin und Wolfsburg gerechter gewesen. Gegen Gladbach waren wir richtig schlecht , die haben aber auch alle 8 Heimspiele der Vorrunde gewonnen ( während sie auswärts nur 9 Punkte im 9 Spielen geholt haben ) . Hoffenheim ( mit etwas Glück ) und Leverkusen ( nach großem Kampf ) besiegt. Wenn man mehr als nur die reinen Zahlen nimmt, siehzt das schon viel besser aus. Selbst gegen die Bayern sieht das anders aus, wenn wir eine der Chancen in den ersten 20 Minuten reinmachen . War auch die Aussage zu dem Spiel am Sonntag im Doppelpass.

  4. War am Sonntag übrigens schön im Doppelpass. Man hat gemerkt, wie sehr wir Herri noch am Herzen liegen. Als ihm die Bayern zuviel und die Eintracht zu wenige gelobt wurden, ist er reingegrätscht, und hat das klargestellt. 🙂

  5. @5:

    Habe es auch gesehen und gelächelt. Nicht nur wir liegen ihm noch am Herzen, auch Friedhelm Funkel hat er ja am Ende noch einmal mehr als löblich erwähnt – und das zu Recht.

    Wünsche allen besinnliche Weihnachten im Kreise der Liebsten!

  6. Friedhelm ist der einzige Grund, warum Düdo nicht absteigen soll 🙂

    Frohe Weihnachten, bleibt gesund !

  7. @4
    Sehe ich ganz genau so. Und man sollte dabei ja auch nicht vergessen, dass man Mannschaften wie uns, die mal eben so in den EL „gerutscht“ sind, aufgrund der fehlenden Kaderbreite eine schwere und wechselhafte Saison prognostiziert. Und dafür war die Saison bis auf den Hoppelstart und Nürnberg doch erfreulich konstant auf hohem Niveau.

  8. Das war bisher viel mehr als wir alle erwarten konnten.
    Die Situation für ’19 ist für mich ganz einfach:
    Dortmund, Bayern und Leipzig haben das größte Potential.
    Das werden die ersten drei.
    Um Platz vier spielen Gladbach, Frankfurt, Hoffenheim,
    Leverkusen, Wolfsburg. Und die Eintracht hat sich dafür eine
    sehr gute Ausgangsposition erarbeitet.
    Ich glaube nicht an ein „Absacken“ in der Rückrunde.
    Meine besten Wünsche und Grüße gehen an alle Mitstreiter
    hier. Bleibt gesund.

  9. Allen friedliebenden Menschen hier und überall auf der Welt ein fröhliches Weihnachtsfest und ein gutes und gesundes Jahr 2019

  10. Besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Ich danke der Mannschaft, dem Stuff, dem Vorstand und vor allem unserem Trainer und seinem Team für dieses tolle Fußballjahr der Eintracht aus Frankfurt. Allen Usern und der @sge4ever-redaktion einen lieben Dank für diese tolle Community.
    Bleibt alle gesund!

  11. schließe mich all den lieben Wünschen an, und laßt euch schön beschenken.

    Denke auch, daß unsere Ausbeute gegen die „Oberen“ noch verbesserungswürdig ist. Adi bekommt auch das noch hin, und so bin ich überzeugt, daß wir (diesmal sogar) eine gute Rückrunde spielen werden – eben mit Blick nach oben.
    Wir haben gegen Ende der Hinserie 4 bis 5 Stützen ersetzen müssen. Das konnten wir nicht ganz auffangen, weil es eben in der Hinterhand noch ein wenig an Qualität gefehlt hat.

    Hier im Lipperland (OWL) wird man als Eintracht-Fan nicht mehr nur mitleidvoll belächelt; seit dem Pokalfinale wird man hier ernst genommen und bekommt anerkennende Schulterklopfer. Hierfür noch mal vielen Dank an alle Verantwortlichen, dem Führungs,- Trainer- und Konditionsstab, der Mannschaft und den super Fans.
    Weiter so, SGE
    Frohe Weihnachten

Keine Kommentare mehr möglich.

- Werbung -