SGE-Trainer Adi Hütter ging nach der Niederlage gegen Wolfsburg mit seiner Mannschaft nicht allzu ins Gericht.

„Spiele zu verlieren“, so Eintracht-Trainer Adi Hütter nach der Niederlage gegen den VfL Wolfsburg, „ist immer schmerzhaft“. Im Falle der Frankfurter Eintracht dürfte das 1:2 am Sonntagabend gegen die Niedersachsen aber besonderes schmerzhaft gewesen sein. Zum einen deshalb, weil es für die SGE die erste Niederlage seit dem 26. September war und wohl alle Beteiligten dieses Gefühl zumindest mal vedrängt hatten.

Zum anderen war die Pleite gegen die Wölfe vermeidbar. Zudem wurde durch sie der Sprung auf Tabellenplatz zwei verpasst. Coach Hütter haderte vor allem mit den beiden Gegentoren: „Speziell das erste Tor war für mich unnötig. Die Frage ist, ob man den Ball beim eigenen Einwurf ins Zentrum schmeißen muss. Da haben wir uns nicht gut verschoben. Es waren zwei sehr einfache Tore, die man besser verteidigen kann.“

Spiel gegen Wolfsburg „klassisches Unentschieden“

Davon abgesehen, dass der VfL ein Tor mehr als seine Mannschaft geschossen hat, sah Hütter ansonsten keine Unterschieden zwischen den beiden Teams. Das Spiel sei ein „klassisches Unentschieden“ gewesen. „Wir waren in den ersten 25 Minuten die bessere Mannschaft. Da müssen wir in Führung gehen. Dann sieht es ganz anders aus“, stellte Hütter fest. Doch anders als in den letzten elf Spielen ohne Niederlage ging dieser Matchplan dieses Mal nicht auf. Jonathan de Guzman war mit seinem Pfostenschuss in der 14. Minute am ehesten am Führungstor dran.

Doch da es die Wolfsburger ansonsten gut verstanden, die zuletzt kaum zu bremsende Frankfurter Offensive ruhig zu stellen und gleichzeitig Schwachstellen in der Defensive ausmachten, passierte etwas, an das die SGE ebenfalls nicht mehr gewöhnt war: Nach einer guten halben Stunde geriet die Hütter-Elf in Rückstand und lief fortan an dem Spiel hinterher. „Ich habe diese ungewohnte Situation in der Kabine angesprochen und versucht, taktisch noch einmal nachzujustieren“, erklärte der Trainer nach dem Spiel. „Aber das 0:2 ist dann zu früh gefallen.“

Der Österreicher fand aber trotz allem auch lobende Wort für seine Elf: „Mir hat die Mentalität gefallen. Wir haben auch nach dem zweiten Gegentor alles nach vorne geschmissen. Wir sind immer noch in einem Entwicklungsprozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Trotz allem habe ich eine riesige Freude an der Mannschaft, wie sie bis zum Schluss marschiert ist.“

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18 Kommentare

  1. Naja so unverdient war der Sieg von Wolfsburg nicht, dachte Hütter wäre etwas selbstkritischer. Hinten waren die Lücken bei uns einfach zu groß und hätte Wolfsburg die Situationen etwas präziser zu Ende gespielt, hätten wir auch noch mehr Gegentore kassieren können. Das erste Gegentor geht mMn zu großen Teilen auf Russ Kappe, der nicht nur in dieser Situation zu blind auf den Ballführenden gelaufen ist.
    Das Alles ist aber natürlich Meckern auf hohem Niveau. Die Eintracht macht dieser Tage einfach Spaß auch wenn man mal ein Spiel verliert.

  2. Zum ersten Gegentor: Bitte genau hinschauen, was nach dem Einwurf passiert. Wir verlieren den Ball und dann trennt sich Johnny von seinem Mitspieler um in den Raum zu laufen, lässt ihn alleine (warum ???). Und genau der bekommt den Pass dann, leitet ihn weiter. Erstens: Der Einwurf war sinnfrei. Zweitens: Johnny öffnet den Raum vor unserem 16er ohne Not. Und erst DANN kommt Marco Russ ins Spiel und finalisiert die Fehlerkette.

    Anderes Thema: Für die Zukunft interessiert mich als Experiment Lucas Torro und Jetro Willems im ZM. Ich glaube, das könnte passen.

  3. Beim ersten Tor war es eine Fehlerkette, da gibt es nicht den einen der schuld ist. Bei Russ wurde es nur am deutlichsten.
    Ich sehe es auch als ein unentschieden Spiel an. Ja Wobu hatte Chancen, aber wir nicht weniger. Aber ist ja auch egal. Wir haben verloren, und starten jetzt eine neue Serie.

  4. Warum soll Hütter nicht selbstkritisch sein? Ist er eigentlich schon, aber das hilft der Mannschaft nicht sehr, denn die sehen sich das Video sowieso an und wissen dann sehr schnell was falsch gemacht wurde.

  5. Bei Russ bin ich mir gar nicht so sicher, ob es ein Fehler war. Er läuft nicht nur den Passweg Steilpass zu, sondern sichert auch Hase ab, wenn dieser den Zweikampf gegen Ginczek verliert. Mmmmmhhh …
    Sehe das Hauptproblem der Fehlerkette aber auch eher im Mittelfeld.

    OT-Gerücht: als Torro-Vertreter wurde Rode verpflichtet.

  6. @5. Fozzi:
    „OT-Gerücht: als Torro-Vertreter wurde Rode verpflichtet.“

    1. April oder hast Du hierzu Quellen?

    Danke im Voraus. GLG & ForzaSGE

  7. Ein merkwürdiges, schwierig zu analysierendes Spiel gestern gegen Wolfsburg.

    1.) Die Anfangsphase war wieder sehr stark, aber im Gegensatz zu den erfolgreichen Wochen zuvor ging diesmal der erste Schuss an den Außenpfosten und nicht ins Tor. Gerade diese Effizienz ist aber das A und O in unserem Spiel. Das hat uns immer Aufschub gegeben, dann bekam die „Büffelherde“ den nötigen Platz und der sich immer weiter öffnende Gegner wurde förmlich überrollt. Dagegen sprach auch in den ersten rund 25 Minuten nicht viel.

    2.) Ein Knackpunkt war die 28. Minute, der Lattenschuss von Wout Weghorst. Plötzlich zeigten die Wölfe deutlich auf, wo der Schwachpunkt in der SGE-Abwehr liegt: Bei Marco Russ. Das Spiel der Eintracht braucht in der hintersten Reihe viel Tempo, die Abwehrkette steht hoch und vor allem David Abraham kann auch noch Stürmer einholen, die ihm im ersten Moment schon enteilt zu sein scheinen. Russ kommt da nicht hinterher, gefährliche wurde es vor allem dann, wenn Da Costa vorne mit dabei war und der Ball in der Mitte verloren ging. Von der rechten Wolfsburger Offensivseite, sie wurde von Ndicka und Kostic gut zugemacht, ging keine Gefahr aus. Es ist somit kein Wunder, dass das Gegentor eine in letzter Instanz Fehlerkoproduktion der beiden schwächsten Glieder des Abends – Jonathan de Guzman und Russ – war. Ante Rebic würde ich bei der Situation rausnehmen, weil der Einwurf ihn unter Druck setzte und eine Ballannahme bei dem glitschigen Boden kaum stolperfrei möglich war – siehe Gacinovic am Ende.

    3.) Mit viel Engagement kam das Team aus der Kabine, allerdings wurde i.m.A. hier schon verpasst, einen ersten Wechsel vorzunehmen und entweder den an diesem Tag formschwachen de Guzman oder Gelbvorbelasteten Fernandes draußen zu lassen. Gerade im Zentrum war die Verwarnung Gift an einem Tag, an dem die Wolfsburger dieses vor allem beackert haben – mit langen Bällen wollten sie sich immer behaupten und dann den zweiten Ball holen. Ist ihnen auch gut gelungen, der Eintacht fehlte es an der nötigen Präsenz in den entscheidenden Duellen oder an der richtigen Staffelungen um nach Zweikampfgewinn umschalten zu können. Bezeichnend für die Partie dann das 0:2, wo Mijat Gacinovic den Ball verliert, kurz seine Unzufriedenheit äußerte, dass der Pfiff ausblieb, dadurch zu spät kam und die Flanke nicht mehr verhindern konnte. Ein Treffer, der sich bei vielen gefährlichen Kontern angedeutet hatte.

    4.) Gut gefallen hat mir die Reaktion darauf – und sie hat gezeigt, wie fit das Team ist. Bereits vor dem Anschlusstor durch Jovic gab es 3 Riesenchancen, in denen fehlendes Glück, eine starke Torwartleistung und auch ein Stück weit Unvermögen zusammen kamen. Obwohl das Team wieder eine Englische Woche in den Knochen hatte, war auch nach dem 0:2 noch Wille und Power vorhanden, Druck zu entfachen und die Niederlage zu verhindern.

    „Mir hat die Mentalität gefallen. Wir haben auch nach dem zweiten Gegentor alles nach vorne geschmissen!“ Ja, damit hat Adi Hütter vollkommen Recht. Jetzt heißt es durchatmen, Kraft tanken, die Woche auf dem Trainingsplatz tüfteln und dann – ähnlich wie nach dem 1:1 gegen Nürnberg – auswärts die richtige Antwort in Berlin zu geben.

  8. @9, christopherm
    Zu 2) kann man vielleicht noch Gaci ergänzen, der in seinen 30 Minuten ein paar ganz üble Abspiele hatte.

  9. @8
    Warum Rode? Passt so gar nicht in das Beuteschema von Fredi und Co.. Ich dachte er schläft viel lieber in BVB-Bettwäsche, oder irre ich mich da?

    Zum Spiel:
    Die WOBs haben gestern recht gut gespielt. Die Zeitverzögerung und das Rasenwälzen waren die taktische Ausrichtung von Labbadia. Und sie hat gefruchtet. Viele Angriffe von uns waren unkonzentriert und schlecht gespielt. Haller habe ich gestern vermisst 🙂 . Spaß beiseite. Die WOBs haben ihn ganz gut aus dem Spiel genommen und so ist er als Ballverteiler wirkungslos gewesen. Das Angriffsspiel war dadurch ideenlos. Hinzu kommt das unsere rechte Seite mit Russ und da Costa auch einen schlechten Tag hatten. Da Costa war nicht so spritzig wie sonst. Hätte Abraham spielen können hätten wir das Spiel nicht verloren. Außerdem geht das zweite Tor auf Gacci, der den Ball im Mittelfeld verliert. Schade, das es nun gegen WOB zur Niederlage kam. Hätte den Plastikclub gerne auf Distanz gehalten. Dennoch hat unsere Mannschaft #stand jetzt großartiges geleistet.

  10. @11
    Mag sein, aber vielleicht mag er wieder zu Hause in BVB-Bettwäche schlafen … 😉

  11. @8. Fozzi:
    Danke für die Rückantwort.
    Kannnst Du was zu Vertragsmodalitäten (Beginn, Leihe, Option etc.) sagen.
    Rode ist ja nicht vereinlos, daher im Normalfall ja erst nach Öffnung des Transferfensters, oder liege ich da falsch?

  12. Ich denke man kann dem Spiel gegen die Dieselbescheisser (*) auch etwas positives abgewinnen und als Lehrstunde verstehen.
    Wenn Haller zugestellt wird verliert unser Dreieck die Magie. Wenn dann DeGuzman auch noch einen schlechten Tag erwischt, bleibt nur das Bemühen. Sieht engagiert aus, bringt aber wenig.
    Gegen ausgebuffte Mannschaften, denen uns einige in den EL KO-Runden begegnen, muss das AHTT dafür eine(besser zwei) Idee finden und die Mannschaft weiterentwickeln.
    Am Sonntag war die gesamte rechte Seite unsere Schwachstelle. Ich, Fussballfan von geringem Fachverstand, habe mir deshalb auch mal Gedanken gemacht, wie man hätte umstellen können.
    Nur so eine Idee, solange Abraham und Torro ausfallen
    Trapp
    Salcedo (Da Costa) _ Hasebe _ Fallette/Tawatha
    Da Costa (Müller) _ Ndicka _ Willems _ Kostic
    Jovic _ Haller _ Rebic
    (alternativ) Da Costa bleibt hinten und Müller davor

    * Thomas Stillbauer _ FR Arena – Ausgabe Samstag
    ´´Dieselbescheisser´´ hat mir gefallen und gefühlt haben die auch so gespielt

  13. Aus meiner Sicht hat der Mannschaft die notwendige Konzentration gefehlt, was nach den vielen Spielen nicht ungewöhnlich ist.
    Dadurch wurden zu viele falsche Entscheidungen getroffen und es gab deutlich mehr Fehlpässe als sonst. Ansonsten würde ich die Mannschaft jetzt nicht großartig umbauen, sondern Salcedo anstelle von Russ einsetzen. Der Rest, also auch de Guzman und Fernandes haben sich vorher bewährt. Bin jetzt auf die Antwort gegen Berlin gespannt!

  14. @13
    Nein, keine Ahnung. Aber er kann natürlich nur um das Transferfenster in der Winterpause gehen.

  15. Denke auch, daß etwas die Konzentration gefehlt hat. Dadurch gab es zum einen Fehler etwa beim sich Anbieten, zum anderen viele Ballverluste in der Offensive. Aber die Wölfe haben auch sehr gut diese Unkonzentriertheit ausgenutzt.

  16. Eine Rode brauchen wir doch gar nicht. Der hat sich die letzten 4 Jahre bei Bayern und BVB nicht durch setzen können.

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