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Ein Highlight-Spiel war sicherlich das 3:3 gegen Dortmund, in welchem Ebnoutalib seinen ersten und bisher einzigen Treffer erzielen konnte. Foto: IMAGO / kolbert-press

Die Highlight-Spiele der SGE-Saison: 4 Redakteure, 4 Spiele

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Eine insgesamt wechselhafte Saison liegt hinter Eintracht Frankfurt. Zwischen enttäuschenden Auftritten, schwierigen Phasen und immer wieder aufkommender Kritik gab es dennoch einige Spiele, die aus Sicht der Fans und Beobachter positiv herausstachen. Mal waren es wichtige Siege, mal emotionale Momente oder einfach Partien, in denen die SGE endlich ihr eigentliches Potenzial zeigte. Zum Saisonabschluss blicken deshalb vier SGE4EVER.de-Redakteure auf jeweils ihre vier persönlichen Highlight-Spiele der vergangenen Monate zurück und erklären, warum genau diese Begegnungen trotz aller Höhen und Tiefen besonders in Erinnerung geblieben sind.

Julian Jendrossek:

Eintracht Frankfurt – Werder Bremen: 4:1

Für mich war das Highlight der Saison direkt der Bundesliga-Auftakt gegen Werder Bremen. Vielleicht auch deshalb, weil die Vorfreude rund um die Eintracht nach dem Sommer so groß war wie lange nicht mehr. Frankfurt hatte erstmals die Qualifikation für die Champions League über die Bundesliga geschafft, die Euphorie im Umfeld war riesig und eine Woche zuvor hatte die Mannschaft bereits souverän mit 5:0 beim FV Engers die Pflichtaufgabe im Pokal gelöst. Endlich ging die Bundesliga wieder los und die Erwartung und Vorfreude war richtig spürbar.

Und die Eintracht lieferte vom ersten Moment an. Vor über 59.500 Zuschauern im ausverkauften Deutsche Bank Park spielte die Mannschaft von Beginn an mutig, offensiv und mit einer Energie, die man in dieser Form in der Vergangenheit unter Dino Toppmöller oft vermisst hatte. Schon früh wurde klar: Frankfurt wollte direkt ein Zeichen setzen. Bereits nach einer knappen halben Stunde war klar, dass an diesem Nachmittag nur eine Mannschaft gewinnen könne. Am Ende stand ein hochverdienter 4:1-Erfolg gegen Bremen, der sich wie ein echtes Ausrufezeichen zum Saisonstart anfühlte.

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir dabei Can Uzun und Jean-Mattéo Bahoya. Beide wirbelten die Bremer Defensive immer wieder durcheinander und verkörperten genau das, was man sich als Eintracht-Fan von dieser neuen Mannschaft erhofft hatte: Mut, Tempo, Kreativität und Spielfreude. Gerade Bahoya spielte sich mit seiner Dynamik regelrecht in einen Rausch, während Uzun direkt zeigte, warum die Erwartungen an ihn so hoch sind. Letzterer sorgte zumindest in den Wochen danach immer noch dafür, dass das Frankfurt Herz höher schlägt, wenn er am Ball ist.

Dazu kamen einigermaßen sommerliche Temperaturen, eine euphorische Stimmung im Stadion und dieses besondere Gefühl eines perfekten Bundesliga-Starts. Rückblickend war das vielleicht einer der wenigen Momente der Saison, in denen wirklich alles zusammenpasste. Auch, wenn ich mich im Anschluss daran erinnere, dass der ehemalige Bremer Martin Harnik am Ende bei Sky zusammenfasste, dass der Sieg der SGE zwar mehr als verdient sei, aber gleichzeitig anmerkte, dass Bremen trotz der deutlichen Niederlage durchaus Chancen gehabt habe, weil die Eintracht defensiv immer wieder Räume angeboten hätte. Zum damaligen Zeitpunkt amüsierte mich diese Äußerung. Rückblickend war dieser Auftritt aber wohl auch sinnbildlich für viele weitere folgende Auftritte in der Saison und Harnik erkannte schon früh das teils löchrige System der SGE.

Timon Kramm:

Eintracht Frankfurt – Borussia Dortmund 3:3

Heimspiele gegen Borussia Dortmund sind immer besonders. Zwei laute Fanlager, viele Tore und emotionale Höhepunkte wie der Abschied von Omar Marmoush oder das wichtige 1:0 in der Relegations-Saison. Auch in dieser Saison hatte es das Duell an einem kalten Freitagabend im Januar in sich. Die SGE kam aus der Winterpause, nachdem sie sich zwei Monate wenig erfolgreich durch Bundesliga und Champions League geschlagen hatte. Doch die Euphorie war dennoch groß, konnte Markus Krösche mit Younes Ebnoutalib und Arnaud Kalimuendo zwei Stürmer verpflichten.

In Abwesenheit des verletzten Jonathan Burkardt stürmte Ebnoutalib von Beginn an im Sturmzentrum. Mit der SV Elversberg stand der 22-Jährige in der 2. Bundesliga mitten im Aufstiegskampf und auf Platz eins der Torjägerliste. Ebnoutalib wurde in Frankfurt geboren und seine Leidenschaft zur Eintracht war bekannt. Selten war das Stadion lauter, als der Spieler mit der Nummer elf vorgelesen wurde.

Und dann nahm das Spiel seinen Lauf. Julian Brandt erzielte das 1:0 für den BVB, Uzun konnte vom Elfmeterpunkt ausgleichen. Felix Nmecha brachte Dortmund wieder in Führung. Dann wurde auch Kalimuendo auf den Platz gebracht. In der 71. Minute sorgten die beiden Neuzugänge für meinen Moment der Saison.  Der Franzose schickte Ebnoutalib auf den Weg Richtung Tor und der konnte seine Gegenspieler abhängen. Auf dem Weg zu Gregor Kobel sah man in der Wiederholung ein breites Grinsen im Gesicht von Ebnoutalib, das er mit seinem ersten Bundesligatreffer krönte – im Waldstadion, gegen BVB.

Trotz der Führung durch Mo Dahoud in der Nachspielzeit konnte die SGE keinen Sieg einfahren, denn die Borussia glich mit dem letzten Angriff noch aus. Es sollte das letzte Heimspiel von Dino Toppmöller sein, und auch das bislang letzte Tor von Ebnoutalib, denn dieser verletzte sich nur drei Tage später in Stuttgart. Dennoch war dieser Treffer von Emotionen überflutet und für mich nicht zu toppen.

Tim Lohwasser:

Eintracht Frankfurt – Borussia Mönchengladbach 3:0

Das erste Heimspiel unter dem neuen Cheftrainer, gleich ein dominanter Auftritt und endlich keine Gegentore: Der 3:0-Erfolg vor heimischer Kulisse gegen Borussia Mönchengladbach entfachte eine Euphorie, die jedoch leider nicht lange anhielt.

Dabei standen die Vorzeichen alles andere als gut: Wettbewerbsübergreifend hatte die Frankfurter Eintracht zuvor neun Spiele in Folge nicht gewonnen. In sechs dieser Partien kassierte die Mannschaft jeweils drei Gegentore. Auch während des Aufeinandertreffens mit den „Fohlen“ blieb der SGE das Pech treu. Bereits nach 17 Minuten musste Arnaud Kalimuendo verletzt vom Platz. Besonders bitter: Auch alle anderen Frankfurter Stürmer fehlten zu diesem Zeitpunkt verletzungsbedingt. Deshalb rückte Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud kurzerhand ins Sturmzentrum.

Entgegen allen Erwartungen zeigte die Mannschaft dennoch einen starken Auftritt. Nur sieben Minuten nach Kalimuendos Verletzung erzielte Nathaniel Brown nach einem Doppelpass mit Jean-Mattéo Bahoya das 1:0. Ayoube Amaimouni-Echghouyab, der sein Startelfdebüt feierte, traf später durch einen sehenswerten Schlenzer von der Strafraumkante zum zweiten Torerfolg. Den Schlusspunkt setzte schließlich Ansgar Knauff, der nach einer energischen und willensstarken Pressingaktion zum 3:0 vollendete.

Albert Riera gelang es an diesem Tag, die defensive Stabilität zurück nach Hessen zu bringen und gleichzeitig offensiv Akzente zu setzen – ein dominanter Auftritt eben. Zudem schenkte der Spanier jungen Athleten wie Amaimouni-Echghouyab und Love Arrhov sein Vertrauen. Das Talent mit dem passenden Vornamen feierte ausgerechnet am Valentinstag nach dessen Einwechslung sein Bundesliga-Debüt.

Leider verlor Eintracht Frankfurt im Saisonendspurt dieses Feuer wieder, was schlussendlich Riera den Trainerposten kostete. Bis heute erinnert der Auftritt gegen die Borussia daran, welches Potenzial eigentlich in dieser Mannschaft steckte. Außerdem lässt dieser die Frage offen, ob es zwischen Riera und der Eintracht unter anderen Umständen vielleicht doch hätte funktionieren können.

Nils Gniza:

Eintracht Frankfurt – SC Freiburg 2:0

Mehr als drei Wochen nach dem Amtsantritt Albert Rieras war ich noch positiv gestimmt, dass die Geschichte zwischen dem Spanier und Eintracht Frankfurt eine erfolgreiche werden würde. Neben einem Unentschieden bei Union Berlin (1:1) und dem souveränen Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach hatte die SGE beim 2:3 in München nach 0:3-Rückstand eine starke Moral gezeigt. Besonders defensiv zeigte sich das Team in dieser Phase stark verbessert im Vergleich zu den Wochen unter Toppmöller.

Das Heimspiel gegen den SC Freiburg, den größte Konkurrenten um den für Europa qualifizierenden siebten Tabellenplatz, war die zu diesem Zeitpunkt wichtigste Partie mit Riera als Trainer. Mit einem Dreier bot sich der Eintracht die Gelegenheit, an den Breisgauern vorbeizuziehen.

Einen frühen Schock hatten die Adlerträger aber bereits in der ersten Minute dieser Partie verdauen: Kaua Santos musste nach einem Foul von Igor Matanovic verletzt ausgewechselt werden. Dennoch zeigten die Gastgeber einen engagierten Auftritt und besaßen mehr Spielanteile. Trotz eines leichten Chancenplus zugunsten der Frankfurter ging es aber torlos in die Halbzeit.

Nach etwas mehr als einer absolvierten Stunde ging die SGE dann verdientermaßen in Führung: Fares Chaibi spitzelte den Ball keine Minute nach seiner Einwechslung an Noah Atubolu vorbei ins lange Eck. Den Deckel drauf machte in der 81. Minute Jean-Matteo Bahoya per traumhaften Heber aus spitzem Winkel über den SCF-Torhüter.

Bei vielen Eintracht-Fans, inklusive mir, entfachte der zweite Heimsieg hintereinander große Hoffnungen für den restlichen Verlauf dieser Saison. Die Entwicklung der anschließenden Wochen war für mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Dementsprechend groß war noch meine Vorfreude auf die nächsten Spiele. Was ich noch nicht ahnte: Das 2:0 gegen Freiburg sollte die letzte überzeugende Vorstellung der Eintracht in dieser Saison bleiben. Auf den internationalen Wettbewerb muss die SGE in der kommenden Spielzeit verzichten.

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