Beweist immer wieder sein glückliches Händchen: Adi Hütter. (Foto Rhode)

Mittwochabend. Viertelfinale DFB-Pokal. Flutlichtspiel gegen den SV Werder Bremen. Frankfurt führt 2:0 zuhause vor 51.500 Zuschauer. Es ist die 91. Spielminute, das Erreichen des Halbfinales ist nur noch Formsache. In diesem Moment räumt Filip Kostic grätschend Ömer Toprak von hinten den Ball, aber auch dessen Beine ab. Rote Karte, 4 Spiele gesperrt. Nach 10 Monaten hat der Serbe allerdings lediglich zwei Spiele abgesessen. Kurz vor dem verschobenen Pokal-Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen war das dem einen oder der anderen sicherlich entfallen. Doch im Gegensatz zum Bundesliga Spiel gegen die Werkself muss Adi Hütter im Pokal ein glückliches Händchen auf der Position Linksaußen haben. Dass ihm das gelingen kann, zeigte er am Anfang der Saison bereits. Selber angeschlagen, aber dennoch in guter Verfassung, meldete sich Hütter heute Nachmittag bei den Pressevertretern zu Wort.

Wer kann Kostic vertreten?

Sieben Spiele (davon zwei Freundschaftsspiele) musste Eintracht Frankfurt zu Beginn dieser Saison ohne Filip Kostic auskommen. Ein Sieg, drei Niederlagen und drei Unentschieden. Hütter stellte auf seiner Position Zuber, Chandler, Younes und auch Durm auf. Man darf also gespannt sein, mit welcher Startformation Adi Hütter im DFB-Pokal Runde weiterkommen will. In Kostic‘s Abwesenheit empfahl sich vor allem Younes. Auf der linken Seite war er Hütter allerdings defensiv zu schwach und lieferte zu dem Zeitpunkt auch dürftige Laufwerte. Ein Problem, dass Younes aktuell über seine Spielpraxis und guten Ballbehauptungen gelöst haben könnte, wenn auch auf einer anderen Position. Mittlerweile hat sich Erik Durm in der Startelf etabliert. Der gelernte Linksverteidiger setzt auf rechts offensiv immer wieder Akzente, steht defensiv stabil und ist auch eine Option für die linke Seite. Genauso wie Timothy Chandler, der mit seinen 5 Toren letztes Jahr einer der torgefährlichsten Verteidiger war, zuletzt aber aus der Mannschaft rotierte. Steven Zuber ist der letzte Kandidat im Kader. Er stand zwar am Anfang der Saison als fester Kostic-Ersatz auf dem Platz, konnte sich aber nicht wirklich empfehlen. Beim Sieg gegen den FC Augsburg konnte er sich nach seiner Einwechslung mit dem Assist für Ilsanker den ersten Scorerpunkt erspielen. Jetro Willems sei zwar immer besser im Training, für den morgigen Kader aber eindeutig keine Option. Der Chef-Trainer lässt offen ob er den Serben Eins-zu-Eins ersetzen will oder das System umstellt. Dafür möchte er sich aber noch einmal den Zustand der Mannschaft anschauen und sich morgen entscheiden.

Den Schwung mitnehmen

In der vorherigen Pressekonferenz nach dem Spiel gegen den FSV Mainz 05 betonte Adi Hütter schon, dass die Eintracht eine Turniermannschaft sei. „Es ist ein einziges Spiel wo beide Mannschaften weiterkommen wollen. Es ist ein Wettbewerb der Frankfurt natürlich liegt. […] Wir werden alles reinhauen.“, so der Österreicher. Im Zuge der Kostic-Frage, meinte er aber auch, dass man Leverkusen mit einer neuen Systemumstellung überraschen kann. Im letzten Aufeinandertreffen überraschte Hütter mit Makoto Hasebe auf der Sechs und überzeugte mit einem gut harmonierenden, spielerisch sehr starken Mittelfeld, bestehend aus 4 Zentralen. „Wir müssen eine Mischung finden zwischen dem, was wir spielen können und spielen wollen, […] die offensiven Stärken der Leverkusener unterbinden […]. Es muss ein guter Mix aus kontrollierter Offensive und Kompaktheit sein, wie wir es zu Hause gezeigt haben.“, so Hütter. Er will die Form der letzten Spiele mitnehmen und mutig agieren. Die Eintracht reist mit Selbstvertrauen und Schwung nach Leverkusen. Hütter ist sich aber dem Druck der Werkself, sowie ihrer Qualität bewusst.

Gesprächsbedarf bei Kamada, Younes und Barkok

Adi Hütter kommuniziert aktuell sehr viel mit seinen Schützlingen. Aufgrund des vollen Terminkalenders will oder muss er viel rotieren. Seit der neuen Formationen mit zwei Zehnern müsse er sich immer wieder gegen einen seiner Techniker entscheiden. Nach Daichi Kamada traf es jetzt Anfang des Monats Aymen Barkok. Hütter habe aber sich aber alle Drei zur Seite genommen und mit ihnen über die Situation gesprochen. Er sei froh, dass er so viele gute Spieler auf der Position zur Verfügung habe und garantiert allen Drei ihre Einsatzzeiten. Den Spielern würde eine offene Kommunikation helfen Entscheidungen leichter anzunehmen. Erik Durm sei aktuell physisch einer der stärksten Spieler, was Geschwindigkeit und Laufstärke betrifft. Aber auch auf der Position müsse man sicherlich irgendwann rotieren und ihm eine Pause gönnen. Almamy Toure, Zuber, Danny Da Costa, Dominik Kohr oder auch Stefan Ilsanker seien alle Spieler die Ambitionen auf die Startelf haben, wenn aber andere Spieler bestechend gut drauf seien, müsse Hütter sich gegen sie entscheiden. Der Trainer hat aber oft bewiesen, dass man mit guten Leistungen und harter Arbeit im Training sich in die Startelf spielen kann.

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