Frankfurts Trainer Adi Hütter weiß, worauf es am Donnerstag gegen Chelsea ankommen wird. Mittelfeldmann Mijat Gacinovic wird dabei eine wichtige Rolle zukommen. (Foto: imago images/Jan Hübner)

Es wird ein Hauch von Champions League im Waldstadion zu spüren sein, wenn am Donnerstagabend der englische Topklub FC Chelsea bei der Eintracht gastiert. Eine ganze Stadt fiebert dem Duell mit den „Blues“ entgegen. Und auch im Halbfinale soll der größte Trumpf erneut der zwölfte Mann werden. Auf die Favoritenrolle pfeifen Adi Hütter und seine Jungs. Schließlich haben die Hessen schon zelebriert, dass man auch als Underdog sehr erfolgreich sein kann.

Prall gefüllte Pressekonferenz – welche Rolle nimmt Gacinovic ein?

Volle Hütte lautet das Motto in diesen Tagen. 48.000 Zuschauer werden die bis auf den letzten Millimeter gefühlte Commerzbank-Arena am Donnerstagabend ausfüllen. Bereits einen Tag zuvor platzte bereits der Pressekonferenzraum im Bauch des Stadions schon aus allen Nähten. Auch in England sieht man dem Duell mit der Eintracht mit Spannung entgegen. Entsprechend viele Fragen aus dem Mutterland des Fußballs musste der anwesende Coach Adi Hütter beantworten. Sein Weggefährte an diesem Mittag, Mijat Gacinovic, befand sich dagegen nur in einer Nebenrolle. Das soll sich allerdings spätestens am Donnerstag ändern. Denn dem Serben kommt gegen die Londoner eine Schlüsselrolle zu. Gehört er doch mit zwei Toren und sechs Vorlagen zu den absoluten Leistungsträgern in dieser Europa League-Saison. „Vielleicht hatte ich in der Europa League mehr Glück und Konzentration. Ich hoffe, dass ich in den zwei Spielen wieder zeige, dass ich der Mannschaft mit Toren und Assists helfen kann. In der Bundesliga hat das auch in dieser Saison nicht so gut geklappt.“

Zusätzliche Motivation für das Halbfinale? „Die braucht man nicht!“

Gegen den großen Klub aus England stehen die Vorzeichen ohnehin ganz anders. Mit dem Ligaalltag ist ein solches Duell nicht zu vergleichen. Team, Trainer und auch das Umfeld sind heiß auf das bisherige Highlight der Saison. „Für uns alle ist dieses Spiel sehr, sehr wichtig. Wir sind einen langen harten Weg gegangen. Die Fans haben uns bis hierher unglaublich unterstützt. Wir wissen, welche Bedeutung dieses Spiel für das ganze Umfeld in Frankfurt hat“, stellte Hütter fest. Gänsehaut bekommt er schon, wenn er nur an die Atmosphäre denkt, die am Donnerstag im Stadtwald auf das Team wartet. Viele Gegner seien schon beeindruckt gewesen von der Stimmung: „Wir wissen, was uns erwartet, wenn wir die Treppen ins Stadion hochgehen. Wir müssen es genießen. Ein Europa League-Halbfinale ist etwas Besonderes für uns. Wir müssen alles dafür tun, dass der Funke von unserer Seite wieder überspringt und uns von der Euphorie der Fans tragen lassen.“ Zusätzliche Motivation bedürfe es ohnehin nicht. „Die Motivation ist riesengroß. Morgen da rauszulaufen, Halbfinale, Chelsea zuhause. Da braucht man niemanden zusätzlich zu motivieren.“

Rolle des Underdogs für die Eintracht – Hütter schwärmt von Hazard

Doch klar ist auch, dass die Hessen im Duell mit Chelsea so sehr Außenseiter sind wie in dieser Europasaison noch nie. „Fakt ist, dass wir dem FC Chelsea die Mannschaft haben, die die stärkste bisher ist. Sie sind der Favorit. Wir haben in der Gruppenphase zwei gute Mannschaften gehabt, in den K.O.-Spielen auch. Für mich ist der FC Chelsea aber nochmal eine Klasse drüber zu stellen, mit unglaublich tollen Spielern, viel Erfahrung. Ein Topmannschaft“, schwärmte Hütter regelrecht vom kommenden Gegner. Mit Eden Hazard verfügen die „Blues“ über einen Ausnahmespieler, der für Hütter zu den Top-3-Außenbahnspielern der Welt gehört. „Er ist einer der besten Spieler der Welt. Ein Spieler, der im Eins-gegen-Eins sensationell ist. Ihn muss man versuchen zu doppeln. Sollte er spielen, müssen wir versuchen ihn auf der Seite aus dem Spiel zu nehmen.“ Doch auch sonst ist die Mannschaft mit vielen Weltklassespielern gespickt. Eine Qualität, der die Eintracht mit mannschaftlicher Geschlossenheit begegnen will. „Wir müssen vom Kopf her sehr schnell sein. Wir müssen auf dem Platz leiden, müssen Leidenschaft an den Tag legen, kompakt sein. Sobald wir Platz lassen, wird es unangenehm.“

Mijat Gacinovic (hier im Duell mit Inter Mailands Marcelo Brozovic) kennt das Gefühl als Außenseiter in der Europa League bestens.

Vorbild Ajax – mit Mut und Überzeugung gegen Chelsea

Die Außenseiterrolle nimmt man in Frankfurt aber gerne an und Hütter nennt Ajax Amsterdam als Vorbild. Die Niederländer stehen nach dem 1:0-Auswärtserfolg bei Tottenham mit einem Bein im Finale der Champions League. „Uns geht es genau wie Ajax. Vor der Saison hätte niemand damit gerechnet, dass sie schon fast mit einem Bein im Finale stehen.“ Als Underdog ist die SGE in der Europa League bisher auch nicht allzu schlecht gefahren. „Ich denke, man soll nicht übermütig sein, sondern Realist. Wir wären aber nicht so weit gekommen, wenn wir immer in Understatement gelebt hätten. Wir sind immer mutig an die Sache herangegangen und waren überzeugt, dass wir es schaffen können. Ich sehe unsere Chance, sonst bräuchten wir nicht antreten. Wir fühlen uns in dieser Underdog-Rolle sehr, sehr wohl“, ist sich Hütter der Rollenverteilung bewusst. Auch Gacinovic weiß um die Schwere des Spiels, hat aber Zutrauen in sich und das Team: „Wir haben eine Chance. Und wenn wir unseren Fußball spielen, können wir jeden schlagen mit unseren Fans.“

Gacinovic glaubt an Frische – Ausfälle im Sturm? Hütter hat Plan im Kopf

Von fehlender Frische, ob mentaler oder körperlicher Natur, will der Mittelfeldspieler ohnehin nichts wissen: „Müdigkeit kann gegen so einen Gegner kein Alibi sein. Wenn du motiviert bist, bist du nicht müde. Unser Trainer sagt immer, es spielt sich alles im Kopf ab. Wenn du da oben frisch bist, wird dein Körper auch frisch sein. Wir werden morgen nicht müde sein“, versprach der Serbe, der in Hütters Matchplan wohl eine wichtige Rolle einnehmen wird. „Mijat ist ein unglaublich wichtiger Spieler, weil er Dynamik hat und Spielsituationen gut erkennen kann.“ In welche Rolle der Nationalspieler am Donnerstag schlüpfen wird, ließ Hütter allerdings offen. Sorgen bereiten dem Österreicher allerdings die Ausfälle von Sébastien Haller und Ante Rebic: „Das ist das einzige, was mir wehtut. Wir werden eine andere Lösung finden müssen. Da darf man schon gespannt drauf sein“, meinte der 49-Jährige mit einem Augenzwinkern. „Wir brauchen ein super Spiel, um Paroli bieten zu können. Wir müssen fast alles richtig machen. Aber ich bin überzeugt, dass die Mannschaft sehr mutig auftreten wird, um sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel zu erarbeiten.“ Am Schopfe packen müsse man diese große Chance. Und er selbst werde dafür kreativ: „Ich bin ein Trainer, der versucht aktiv zu sein und natürlich habe ich einen Plan im Kopf.“ Wie genau der aussieht, wollte er natürlich nicht verraten, aber gut möglich, dass er dieser für Frankfurt die nächste Sensation zur Folge hat.

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7 Kommentare

  1. Trapp
    Da Costa Abraham Hasebe Hinteregger
    Gacinovic Fernandes Rode
    Rebic Pacencia Kostic

  2. Ohne Rebic! Gaci und Kostic als halbe Spitzen. Hase als Libero hinter Rode und Gelson. Hinten Viererkette mit Ndicka und Hinti.

    Wir wollen doch zu Null spielen! 🙂

  3. Nachtrag – Ich würde als Spitze nur Gonzo bringen. Habe schon lange keine Jokertore von Luka gesehen. 🙂

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