Makoto Hasebe ist nach schwerem Start bei der Eintracht wieder gesetzt.

Die Wichtigkeit von Eintrachts Defensivspieler Makoto Hasebe hatte SGE4EVER.de schon am Dienstag herausgestellt. Nun äußerte sich der Japaner selbst und gab sich überraschend ehrlich, als es um seinen persönlichen Stotterstart zu Beginn der Saison ging.

Hasebe befand sich nach der WM in einem „Loch“

Die ersten drei Ligaspiele war der 34-Jährige zum Zuschauen verdammt. In Freiburg noch erkrankt, gegen Bremen fehlte er komplett im Kader, in Dortmund saß er 90 Minuten auf der Bank. Eine ungewohnte Situation für Hasebe, der in den vier Jahren zuvor 125 Pflichtspiele für die Hessen absolvierte und dabei im Schnitt über 86 Minuten auf dem Platz stand. Selbstkritisch reflektiert er die schwere Phase: „Ich bin nach der WM in ein kleines Motivationsloch gefallen. Ich war nicht frisch. Ich habe angefangen zu überlegen, was in meiner Karriere noch kommt. Daher habe ich mir am Anfang der Saison schwergetan. Das war Kopfsache.“ Pokalsieg mit der Eintracht, die letzte WM-Teilnahme für sein Heimatland. Was sollte da noch kommen? Viele Gespräche mit dem neuen Trainer Adi Hütter, der mehr kommuniziere als sein Vorgänger Kovac, habe es in der Zeit gegeben. Der hatte ihm die Gründe für seine Nichtberücksichtigung transparent aufgezeigt: „Daher war ich nicht sauer und habe das akzeptiert. Jetzt bin ich aber wieder hungrig und gut drauf“, macht er klar, dass das „Loch“, in dem er sich befand nur von kurzer Dauer war.

Als Libero besser – Hasebe genießt die Ruhe

Nun befinden sich Hasebe und sein Team wieder mit Aufwind. Mit zuletzt drei Siegen aus drei Spielen stimmt die Formkurve: „Ich habe immer gesagt, dass wir ein bisschen geduldiger sein müssen. Und wir brauchen auch jetzt noch Zeit, dann werden wir noch besser werden.“ Man habe eine Taktik gefunden, die passt. Eine, in der Hasebe eine wichtige Rolle innehat. Darüber muss er schmunzeln: „Zweimal habe ich im Mittelfeld gespielt, vielmal als Libero. Und da habe ich definitiv besser gespielt.“ Vor allem die Veränderungen im Fußball kommen dem nicht allzu groß gewachsenen Japaner zu Gute, wenn es darum geht seine Rolle als letzter Mann auszufüllen: „Für mich ist es heute leichter als vor zehn Jahren in der Bundesliga. Damals war das Spiel hier viel körperlicher. Es gab fast nur Zweikämpfe und die Kopfballduelle habe ich alle verloren. Heute ist der Fußball wesentlich taktischer.“ Aktuell hat er zudem noch den großen Vorteil, keine großen Reisestrapazen für Länderspiele mehr auf sich nehmen zu müssen. Nach 114 Länderspielen, zuletzt als Kapitän, war im Sommer Schluss: „Ich werde mit 34 schneller müde als mit 20. Kopf und Körper tut ein bisschen mehr Ruhe gut, auch wenn ich immer stolz war, für Japan zu spielen.“

Verlängert Hasebe nochmal? – Traum von der Champions League

Mit Stolz trägt Hasebe auch seit 2014 den Adler auf der Brust. Wenn es nach ihm geht, kann das auch noch eine Weile so weiter gehen: „Ich will solange es geht bei der Eintracht spielen. Ich habe von der Eintracht viel bekommen. Das möchte ich noch mehr zurückgeben. Vor allem für die Fans.“ Bis 2019 ist er noch vertraglich an die Frankfurter gebunden, mit Bruno Hübner und Fredi Bobic gab es bereits Gespräche, „aber wir können später in der Saison nochmal genauer sprechen.“ Nach dem Karriereende möchte Hasebe dann gerne den Trainerschein in Deutschland machen. Und bis dahin will er weiter Vorbild sein: „Für die jungen Spieler. Nicht nur auf dem Platz. Auch in der Kabine und im Kraftraum. Das ist wichtig für mich.“ Und vielleicht reicht es zum Ende der Karriere sogar noch einmal für sein ganz großes, nicht ganz ernst gemeintes Ziel: „Noch einmal in der Champions League spielen ist mein Traum.“ Da muss der sonst so seriöse Hasebe kurz lachen. Dafür ließe sich sicherlich noch etwas Motivation finden.

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7 Kommentare

  1. Solange er solch eine Leistung abliefert, gerne! Er gibt der Abwehr Sicherheit und kann auch die jungen Spieler aufbauen helfen. Seine Ruhe und Übersicht sucht seinesgleichen.
    Als Nachfolger würde ich mir Vallejo wünschen…

  2. Ich finde, ein vierter Platz – und somit CL – als Saisonziel wäre sehr ambitioniert, aber nicht völlig unmöglich. Bei optimalen Saisonverlauf könnten wir es durchaus schaffen!

  3. Gegen vier, aus meiner Sicht, potentiellen CL-Anwärter haben wir diese Saison schon gespielt: BMG, FCB, BVB, RBL. Ergebnis: 1 Unendschieden, sonst Niederlagen. Daraus, wie zuletzt manchmal zu lesen, irgendeine Form von CL-Hoffnung, vor allem ob der hoffentlich langen Doppelbelastung, abzuleiten oder zu erhoffen, fehlt mir etwas die Phantasie. Oder der Humor? Weiß nicht.

  4. Hasebe sagt es mit einem Lächeln. Ist doch alles gut.

    Er ist einfach ein verdammt sympathischer Spieler und Mensch. Hoffen wir, dass wenn er Mal aufhört, er einen angemessenen Abschied bekommt. Den hat er sich verdient.

    Und bis dahin Gesundheit und viele gute Spiele für die Eintracht!

  5. @Fozzi:
    Gegen den FC B haben wir in dieser Saison lediglich in dem abgeschenkten Supercup-Spiel gespielt.
    Gegen die Bauern spielen wir in der BuLi an den jeweils letzten Spieltagen der Hin-bzw. Rückrunde.
    Was die CL angeht, ist die Teilnahme zwar auf den ersten Blick höchst ambitioniert und geradezu unwahrscheinlich, doch völlig auszuschließen ist es nicht, den 1. ist Hütter ein „Sieger-Typ“, 2. steckt in der Mannschaft, wenn mal alle an Bord sind, extrem viel Potential und 3. hätte am 19.05.18 auch kaum einer geglaubt, dass wir die millionenschwere Bayern-Truppe im Pokalfinale schlagen.

  6. @ Fozzi:
    Sicher, wir haben bereits gegen potenzielle CL-Mannschaften gespielt und verloren, aber das noch zu einem Zeitpunkt, als es in der Mannschaft noch nicht so lief. Entgültig geplatzt ist der Knoten gegen Lazio (eigentlich auch ein CL-Anwärter) und gegen Hoffenheim haben wir es (in Unterzahl – mal wieder!) bestätigt. Wenn wir nicht – wie die letzten zwei Runden – in der Rückrunde wieder einbrechen, ist grundsätzlich ein CL-Platz drin. Und mal ehrlich, unsere aktuelle Mannschaft hat den Leistungszenit noch nicht erreicht. Und …. sollten wir tatsächlich die CL-Quali schaffen (sei es durch den EL-Sieg oder die Ligaplatzierung), spült das weitere Mio in die Kassen, die uns eine Mannschaftsverstärkung erlauben würden. zudem… warum nicht CL-Qualifikation als Zeil ausgeben? Wenn dabei am Ende eine erneute EL-Teilnahme rausspringt, passt es doch 😉

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