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Timmo Hardung hat sich zu der Situation der neun Leihspieler der Eintracht geäußert. Foto: IMAGO / Team 2

Hardung zieht Bilanz: So beurteilt die Eintracht ihre Leihspieler

Während das Ende der Bundesliga-Saison bereits einige Wochen zurückliegt, laufen bei der Frankfurter Eintracht die Planungen für die kommende Saison bereits auf Hochtouren. Gemeinsam mit dem neuen Cheftrainer Adi Hütter wollen die Verantwortlichen eine schlagkräftige Truppe zusammen stellen. Dabei werden zum einen Zu- und Abgänge eine Rolle spielen, aber auch bei den Leihspielern der vergangenen Saison lohnt sich ein genauerer Blick. Denn unter einem neuen Trainer werden die Karten bekanntlich neu gemischt. Daher lassen auch die Aussagen von Sportdirektor Timmo Hardung aufhorchen, der auf der vereinseigenen Homepage die Saisons der Leihgaben analysierte.

Wenig zufrieden war der 36-Jährige dabei mit dem letzten halben Jahr von Jessic Ngankam. Der Angreifer schloss sich im Winter dem Wolfsburger AC an, wurde allerdings erneut von Verletzungen ausgebremst. „Acht Einsätze und ein Tor werden seinem Potenzial nicht gerecht. Für ihn steht jetzt im Vordergrund, körperlich stabil zu bleiben und in der kommenden Saison wieder regelmäßig Spielpraxis zu sammeln. Eine insgesamt schwierige Saison.“ Demnach kann sich der gebürtige Berliner wohl wenig Hoffnung machen, dass er in der kommenden Saison den Adler auf der Brust tragen könnte. Gleiches gilt für Simon Simoni, der die letzten eineinhalb Jahre beim FC Kaiserslautern verbrachte. Dort stehen für den Schlussmann bisher nur sechs Einsätze zu Buche. „Bei Simon hat uns klar gefehlt, dass er regelmäßig zum Einsatz kommt. Gleichzeitig wissen wir, wie anspruchsvoll die Position ist“, erklärt Hardung. „Seine Qualitäten stehen für uns weiterhin außer Frage. Jetzt geht es darum, den richtigen Weg zu finden, damit er sich im Konkurrenzkampf als Nummer eins durchsetzen und regelmäßig Spielpraxis sammeln kann.“ Auch hinter Niels Nkounkou liegt eine herausfordernde Saison beim FC Turin. „Er hatte zu Beginn der Leihe mehr Spielzeit, ist dann aber zunehmend weniger regelmäßig zum Einsatz gekommen. 13 Einsätze sind sicher nicht der Umfang an Spielpraxis, den wir uns gewünscht haben. Gleichzeitig ist die Serie A eine anspruchsvolle Liga, in der er trotzdem wichtige Eindrücke gesammelt hat – sowohl sportlich als auch persönlich.“ Ob das allerdings für eine Zukunft am Main reicht, ist mehr als fraglich.

Positive Signale, aber keine Perspektive?

Nach einer komplett gebrauchten Saison sah es lange Zeit auch bei Krisztián Lisztes aus. Der 20-Jährige konnte sich in Frankfurt nicht durchsetzen und sollte bei seinem Heimatverein Ferencváros TC in Ungarn zu alter Stärke zurückfinden. Doch auch dort warfen Verletzungen den Youngster zurück und sorgten dafür, dass er zeitweise sogar nur für die zweite Mannschaft auflief. Erst im Rundenendspurt konnte er nennenswerte Minuten für die Profis sammeln. „Insbesondere in der Rückrunde war eine positive Entwicklung erkennbar. Dass er sich am Saisonende bis ins Pokalfinale gespielt und dort Minuten bekommen hat, unterstreicht das Vertrauen, das er sich dort wieder erarbeitet hat. Er hat in Ungarn weitere Erfahrungen gesammelt, die ihn in seiner Entwicklung weiterbringen werden. Bei ihm geht es darum, gesund zu bleiben, körperlich weiter zuzulegen und seine spielerischen Qualitäten – Technik, Kreativität, Entscheidungsfindung – konstanter über einen längeren Zeitraum auf den Platz zu bringen.“ Weitaus positiver lief die Saison für Hrvoje Smolcic in der Türkei. Bei Kocaelispor war der 25-Jährige in der Innenverteidigung gesetzt. „Bei Hrvoje bin ich mit der Entwicklung zufrieden. Er hat sich in einem neuen Umfeld durchgesetzt, ist Stammspieler geworden und hat mit Kocaelispor als Aufsteiger souverän die Klasse gehalten. 29 Einsätze unterstreichen seine Konstanz und seine Bedeutung innerhalb der Mannschaft. Für einen Innenverteidiger in seinem Alter ist regelmäßige Spielpraxis auf diesem Niveau ein wichtiger Entwicklungsschritt – genau das hat er bekommen.“

Weitaus größer war die mediale Aufmerksamkeit auf Elye Wahi, der nach einem weiteren glücklosen halben Jahr bei der SGE an OGC Nizza ausgeliehen wurde. Hardung bescheinigt dem einstigen 26 Millionen-Euro-Stürmer ein positives Zeugnis: „Unterm Strich war die Leihe für Elye sportlich sehr positiv. Er hat in einer ambitionierten Liga wieder konstant seine Qualitäten im letzten Drittel eingebracht, wichtige Treffer für Nizza erzielt – insbesondere im Pokal – und sich dadurch auch für den WM-Kader der Elfenbeinküste empfohlen. Das unterstreicht die Entwicklung, die er in den vergangenen Monaten genommen hat. Für uns stand im Vordergrund, dass er regelmäßig Spielpraxis sammelt, Verantwortung übernimmt und wieder in einen stabilen Rhythmus findet. Genau diese Ziele wurden während der Leihe erreicht.“ Allerdings spielen wohl alle drei trotz teils positiver Leihgeschäfte keine große Rolle in den Plänen der Eintracht.

Fenyö, İnanoğlu und Ebimbe sammeln Pluspunkte

Anders könnte das bei Noah Fenyö aussehen. Das Frankfurter Eigengewächs verbrachte nach starken Leistungen in der Hessenliga und der Youth League das letzte halbe Jahr bei Újpest FC in Budapest. Bei den Hessen freut man sich über die Entwicklung des 20-Jährigen: „Der Schritt in die ungarische erste Liga war groß und er hat ihn hervorragend gemeistert. 15 von 15 möglichen Spielen, überwiegend in der Startelf, dazu ein fester Platz in der U21-Nationalmannschaft – das unterstreicht seine sehr positive Entwicklung in den vergangenen Monaten. Er hat gezeigt, dass er im Männerprofibereich bestehen kann und Verantwortung übernimmt. Für einen Spieler aus unserem eigenen Nachwuchs ist das besonders erfreulich und ein wichtiger Schritt in seiner weiteren Entwicklung.“

Ebenfalls erfolgreich verlief die Leihe von Kaan İnanoğlu. Der Nachwuchsstürmer spielte in der Regionalliga beim FC Homburg. Obwohl er nur ein halbes Jahr im Saarland auflief, erzielte er dort die zweitmeisten Tore seiner Mannschaft. „Bei Kaan war die Leihe sportlich sehr wertvoll. Er hat gezeigt, dass er auf diesem Niveau regelmäßig Spiele entscheiden und Verantwortung übernehmen kann. Gerade für einen jungen Offensivspieler sind regelmäßige Spielpraxis und Scorerpunkte wichtige Entwicklungsschritte. Jetzt wird es darum gehen, sich auf einem noch höheren Niveau zu beweisen. Seine Entwicklung ist insgesamt sehr positiv.“ Auch Junior Dina Ebimbe kann auf ein gutes Jahr zurückblicken. Hardung spricht von einer ordentlichen Saison und einer stabilen Entwicklung. Aber auch abseits des Platzes ist man in Frankfurt mit dem Franzosen zufrieden. „Positiv war auch, wie reflektiert er mit bestimmten Themen umgegangen ist. Wir haben ihn eng begleitet und sehen weiterhin das Potenzial, dass er auf hohem Niveau eine wichtige Rolle spielen kann.“ Die Aussagen von Timmo Hardung lassen darauf schließen, dass die drei Spieler durchaus eine Chance im Eintracht-Trikot bekommen könnten. Entweder direkt bei der SGE oder durch eine weitere Leihe. Entscheidend dafür sind allerdings die Tätigkeiten der Adlerträger auf dem Transfermarkt und die Vorstellungen des neuen Trainerteams.

2 Kommentare

Fallback Avatar 1. Weltenlenker 09. Juni 26, 09:32 Uhr

Fenyö halten und weiter verleihen. Auf seiner Position gibt es ein Überangebot, auch mit Talenten.

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Fallback Avatar 2. Weltenlenker 09. Juni 26, 09:38 Uhr

Embimbe könnte ich mir bei uns wieder gut vorstellen. Er zählt zur Abteilung Männerfußball. Wenn sein Nervenkostüm aufgrund von Erfahrung stabilisiert wurde, warum nicht? Er kann es ja grundsätzlich!

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