3 Siege in 1 Woche. Die Eintracht meldet sich auch in der Bundesliga eindrucksvoll zurück. (Bild: imago/Jan Hübner)

Nach der berauschenden und magischen Europapokal-Nacht am Donnerstag ging es am Sonntag in Sinsheim zurück in den Liga-Alltag. Während die TSG 1899 Hoffenheim bereits am Dienstag in der Champions-League gegen Manchester City spielen durfte, hatten die Hessen ihre Partie erst zwei Tage später und somit auch 48 Stunden weniger Regeneration. Die Frage war, inwiefern man den Schalter für die Bundesliga umlegen kann und ob es gelingt trotz der ungewohnten Mehrfachbelastung auch in Hoffenheim zu bestehen. Am Ende krönte die SGE eine einzigartige Woche mit dem dritten Sieg und ist nun zurück im oberen Mittelfeld der Tabelle. SGE4EVER.de hat das Spiel wie immer noch einmal analysiert:

Wenig Ballbesitz und gnadenlos effektiv
Cheftrainer Adi Hütter rotierte mit Evan N´Dicka, Allan und Ante Rebic drei frische Kräfte in die Mannschaft. Dauerspieler Sebastien Haller, der die letzten Wochen großen Anteil am Frankfurter Aufschwung hatte bekam seine erste und zugleich verdiente Pause. Das Spiel gestaltete sich zunächst ausgeglichen, denn die Frankfurter standen hinten gewohnt kompakt und setzten durch das frühe Pressing und dem daraus resultierenden Umschaltspiel bei Ballgewinn immer wieder kleinere Nadelstiche. In der Phase, in der die Hoffenheimer so allmählich die Spielkontrolle übernahmen und auch vermehrt zu Chancen kamen und die Eintracht das große Glück hatte, dass die Mannschaft aus dem Kraichgau nur die Latte traf, gelang Ante Rebic der Geniestreich zur Frankfurter Führung, die zu diesem Zeitpunkt sehr überraschend war. Nach einem missglückten Einwurf des Gegners fing die SGE den Ball ab und spielte den Ball zu Rebic in die Spitze. Der Kroate reagierte gedankenschnell und sah, dass der Torhüter Oliver Baumann zu weit vor seinem Kasten stand und lupfte den Ball über Baumann ins Tor. Ein Traumtor, dass den Hessen in die Karten spielte.

Mit großer Leidenschaft zum Sieg
Nachdem man mit einer glücklichen 1:0-Führung in die Pause ging, stellte man sich für die zweite Halbzeit auf einen großem Kampf ein, denn es war klar, dass die Hoffenheimer weiter offensiv agieren und auf den Ausgleich drängen würden. Kurz nach Wiederanpfiff waren es allerdings erneut die Frankfurter, die eiskalt zugeschlagen haben. Der gerade für Allan eingewechselte Mijat Gacinovic schickte seinen Landsmann Filip Kostic auf dem linken Flügel und dieser spielte den Ball gefährlich in die Mitte, wo Luka Jovic abstaubte. Ein Tor, welches den Spielverlauf nun völlig auf den Kopf stellen sollte. Die Eintracht führte somit trotz weniger Spielanteile und Ballbesitz mit 2:0. Bis zur gelb-roten Karte für Rebic, der nach Meckern in der ersten Halbzeit für ein taktisches Foul im Mittelfeld gelb-rot sah, schien die Eintracht alles im Griff zu haben, allerdings sollte der Platzverweis das große Zittern einleiten. TSG-Trainer Julian Nagelsmann wechselte weitere Offensivakteure ein und das Spiel sollte sich nun vollständig in die Hälfte der SGE verlegen. 20:6 Torschüsse für Hoffenheim und 64% Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache und machen deutlich, dass die SGE kaum noch für Entlastung sorgen konnte. Es begann eine Abwehrschlacht in Unterzahl und mit rund 54% gewonnener Zweikämpfe konnte man dank großem Kampf schlimmeres abwenden. Auch wenn den Hoffenheimern noch der Anschlusstreffer gelang, so war es am Ende einerseits Kevin Trapp mit einer tollen Leistung und andererseits auch Glück mit einem weiteren Lattentreffer, dass die Hessen den Sieg in Unterzahl ins Ziel bringen konnten.

Krönender Abschluss der Woche
Im Vergleich zum Gegner (202 Sprints) hatte die Mannschaft der Eintracht mit 231 Sprints rund 30 Sprints mehr. Dies verdeutlicht, dass die Mannschaft von Adi Hütter vor allem auf das schnelle Umschaltspiel aus war und auch ihre eigene Müdigkeit überwinden konnte. Die SGE hat noch einmal alles in die Waagschale geworfen und sich mit einer tollen Teamleistung selbst belohnt. Nun stehen am Ende der Woche aus drei Spielen drei Siege und auch in der Bundesliga ist man nun mit den jüngsten Erfolgen zurück im oberen Mittelfeld und der schwierige Start inzwischen egalisiert. Die Mannschaft wächst mehr und mehr zusammen und man spürt, dass der Teamspirit erneut das große Plus der Hessen werden könnte. Diesen Sieg widmete die Mannschaft ihrem Mitspieler Lucas Torro, der aufgrund des Tods seines Bruders aktuell bei seiner Familie in Spanien ist. Zudem gelingt es Hütter seine Idee vom Umschaltspiel immer besser mit der Mannschaft umzusetzen und vorne hat man mit Jovic, Haller und Rebic ohnehin eine unglaubliche Qualität. In der Länderspiele gilt es nun Kraft zu tanken und den Schwung dieser erfolgreichen Woche möglichst auch mitzunehmen.

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12 Kommentare

  1. Nach den Gladbach Spiel war die Stimmung hier überwiegend pessimistisch. Irgendjemand hat sogar die Frage gestellt wie lange Hütter wohl Trainer ist. Drei Spiele danach ist die Stimmung gekippt und alles super. Wie meist liegt die Wahrheit in der Mitte.

    Ich finde Hütter macht einen richtig guten Job. Er klebt nicht an seiner Idealvorstellung und versucht diese mit Macht durchzusetzen. Er passt seine Vorstellungen an die Möglichkeiten der Mannschaft an. Bestes Beispiel ist die Abwehr. Er hat es zunächst mit Viererkette versucht und auf Hasebe verzichtet. Jetzt ist Hase gesetzt. Die stabile Abwehrstruktur von Kovac hat er im Wesentlichen beibehalten und trotzdem das Offensivpressing sukzessive implementiert. Er bezieht einen Grossteil der Mannschaft ein und entlastet damit die einzelnen Spieler (Ausnahme da Costa). Die Gefahr, dass der Mannschaft im Laufe der Saison die Luft ausgeht wie in der Rückrunde ist daher geringer. Auch verletzungsbedingte Ausfälle können gut kompensiert werden, es sind genügend Spieler da, die nicht nur qualitativ mithalten können, sondern auch Spielpraxis haben.

    Bei allen Zufriedenheit und Euphorie darf man aber nicht vergessen, dass z.B. der Sieg gegen Hoffenheim glücklich war. Auch die spielerischen Defizite sollte man nicht verschweigen. Gerade in den nächsten Spielen gegen Mannschaften die schwächer einzustufen sind wird es sich zeigen wo die Reise hingeht.

    Aber ich bin grundsätzlich optimistisch und sehe durchaus die Chance, dass wir auch in der nächsten Saison europäisch spielen.

  2. Überzeugend für mich war, dass wir auch mal gegen eine vermeintlich schwächer einzustufende Mannschaft wie Hannover 96 mit unserer Spielweise Erfolg hatten. Mir kommt es nämlich so vor, dass wir uns gegen starke Gegner sehr oft mit einer kompromisslosen störenden Vorgehensweise in Defensive und Offensive leichter tun. Von daher bin ich gegen D’dorf und Nürnberg jetzt auch optimistisch – normalerweise würde ich etwas zittern, dass leichtfertig Punkte gegen die Aufsteiger verloren gehen.

    Wenn das Umschaltspiel konzentrierter und mit größerer Passsicherheit klappt, und auch die Standards weiterhin gut klappen, dann glaube ich sogar an 6 Punkte aus den nächsten 2 Spielen.

    Auch gegen Limassol rechne ich mit einem Sieg. Die waren zwar gegen OM gut drauf, aber wurden wohl von denen auch nicht richtig ernst genommen. Das wird uns nicht passieren. Unsere Mannschaft weiss, dass es gegen Limassol für uns die Bigpoints für des Erreichen der EL-Endrunde zu holen gibt.

    Von EL-Quali in der Liga zu reden, halte ich für arg verfrüht. Ich bin schon sehr zufrieden, wenn wir weiterhin engagiert spielen und gute Punkte sammeln und so keinerlei Sorgen wegen Abstiegszone bekommen.

    … und bitte nicht mehr weitere vermeidbare rote Karten sammeln.

    Forza SGE!

  3. Hier Knorzkopp, ist es nicht so, dass man eh qualifiziert ist, wenn man die EL gewonnen hat? 🙂

    Die drei Punkte aus Sinsheim sind absolut verdient. Glück muss man sich verdienen. In diesen Verdienst ist die unglückliche Niederlage gegen Bremen und der Punktverlust in Dortmund (Wir wollten zuviel.) bereits eingepreist. Klar wäre ich auch mit einem Remis zufrieden gewesen. Wichtig ist gegen Düsseldorf und Nürnberg. Da sollten wenigstens 4 Punkte herausspringen.

    Ante, ruh Dich noch ein wenig aus. Deine aufwendige Spielweise kostet Körner. Zum Glück haben wir für die Offensive Alternativen.
    Für den Super-Hase brauchen spätestens in der nächsten Saison einen Ersatz. Ich wünsche mir, dass schon zur Weihnachtszeit ein Herr Jesus unterm Baum liegt.

  4. Die Saison ist immer noch frisch und das Feld ist noch nicht geordnet. Natürlich war es so, dass man bei einer Niederlage gegen Hannover mal eben auf einem Abstiegsplatz gewesen wäre und die Sorgen angebracht waren. Schalke und Leverkusen gehören da unten nicht hin, die werden sich bis zur Winterpause hocharbeiten. Von daher war der Sieg gestern wichtig und gleicht den Punktverlust gegen Bremen aus. Wie sehr die Tabelle lügt, zeigt dass wir 3 Punkte hinter Bayern sind und uns nur 4 Punkte von „rettenden Ufer“ trennen. Psychologisch ist Platz 7 natürlich schön, gerade vor der Länderspielpause. Jetzt nur nicht Düsseldorf und Limassol unterschätzen und die 3er fest einplanen, dann läuft das sehr in unsere Richtung.

    Gruß SCOPE

  5. Nachdem Fredi und Hübner durch ihre Aktionen NACH DEM GROßARTIGEN POKALTRIUMPH mich in tiefe Depressionen fielen ließen. angefangen mit dem Rauswurf von AMFG14 über die „schlechte“ Vorbereitung bis zum Aus im Pokal, muss ich zum Glück mal wieder feststellen, wie schnelllebig das Bundesligageschäft ist. Adi Hütter hat mich überzeugt, dass wir in der Liga mithalten können. Er und unsere Mannschaft. Aber trotzdem bin ich immer noch vorsichtig, denn es wartet – neben den restlichen Spieltage der Hinunter – noch eine Rückrunde auf uns. Natürlich haben Fredi und Hübner Adi geholt, das war aber auch deren beste Aktion in den letzten Monaten. Ich hoffe, dass das nicht die letzte gute Aktion der beiden war, freue mich auf die weiteren Auftritte unserer Truppe in beiden Wettbewerben und verbleibe vorsichtig mit einem FORZA SGE!

  6. Die einzig wirklich gute Aktion von Bobic und Büber war Adi zu holen? Also du meinst zusätzlich dazu den Ante Rebic zu halten, N’Dicka einzufädeln, Torro drauf zu packen, Hasebe nicht auszusortieren, Trapp im richtigen Moment im Auge zu haben und ihn mutig doch holen, sportsmännig ohne viel Trara den Prince gentleman-like aus dem Vertrag lassen und damit zum Wort stehen, bei Müller und Kostic zuschnappen bevor es jemand anderes tut? Und demnächst dann den Jovic-Deal einzutüten?

    Ja, ich hätte mir auch krasseren Ersatz für Wolf gewünscht, oder ein Upgrade im Mittelfeld, oder dass eines der Eigengewächse durchstartet. Ich hätte auch AMFG gern behalten, einfach dass er da ist!, und den Kader gern leicht verkleinert. Aber unterm Strich steh ich hinter der aktuellen Leitung von Eintracht Frankfurt. Die werden auch aus ihren Fehlern lernen und hoffentlich im Winter schon ein paar Kerben ausbügeln.

    Aber jetzt freu ich mich einfach noch ein bisschen wie schön die Woche war 🙂

  7. Warum muß Freude über die Siege, die gute Entwicklung usw. immer wieder „garniert“ werden mit „Kritik“ oder persönliche Angriffe auf Führungskräfte der Eintracht oder User hier im Forum ?
    Absolut überflüssig !
    Fakt ist, dass es im Moment, „stimmt“ in der Mannschaft und das Trainerteam aus den einzelnen Spielern viel herausholen kann.
    Wenn hier wegen der Begegnung gegen das Team von „Onkel Dietmar …“ auch von Glück gesprochen wird , o.k. doch in 34 Spieltagen relativiert sich das immer. Wir hatten auch schon gewisses Pech, in Dortmund oder gegen die Grünen von der Weser. Glück hatte der BVB genauso gegen die Pillen oder auch jetzt gegen die Puppenkiste.
    Ich sehe keinen Grund unsere aktuellen Darbietungen übermäßig kritisch zu betrachten und da beziehe ich ausdrücklich FB und BH mit ihren Mitarbeitern mit ein. Alles perfekt ? Sicher noch nicht und Verbesserungspotential ist immer zu finden. Wenn wir aber die Ausgangssituation, die realistischen finanziellen und sportlichen Möglichkeiten einbeziehen , dann haben wir bestimmt die Berechtigung etwas entspannter und in Zufriedenheit die Länderspielpause zu genießen
    Forza SGE !

  8. Der Sieger der EuroLeague ist ( woeit ich weiß ) nächstes Jahr in der Champions League dabei. Nur mal So 🙂

  9. @8. Joe: Das hieße ja, die logische Steigerung zur Vorsaison wäre ja, wir holen nur den 5. Platz in der Liga, verpassen dadurch knapp die CL Quali und nehmen dann doch noch teil, weil wir im Finale der Europa League gewinnen.

  10. @8: das hieße ja, die logische Steigerung zur letzten Saison wäre, wenn wir mit einem enttäuschenden 5. Platz in der Liga, knapp die CL Quali verpassen und dann doch noch an der CL 19/20 teilnehmen, weil wir doch noch im EL Finale siegen werden.

  11. komisches System – zeigte an, dass der erste Post nicht gespeichert wurde…

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