Nach dem bitteren Auftritt in Dortmund, der ohne Punktemitnahme beendet wurde, hat Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal die richtige Antwort gegeben. Beim Hamburger SV setzte sich die Mannschaft von Adi Hütter mit 3:1 durch und steht damit im Achtelfinale. Allerdings war der Erfolg härter erarbeitet, als es das Ergebnis vermuten lässt. In der ersten Halbzeit fehlte es den Hessen deutlich an Präzision und Durchschlagskraft, während der HSV zu mehreren guten Möglichkeiten kam. Nach dem Seitenwechsel zeigte sich die Eintracht aber von einer anderen Seite und wirkte enorm zielstrebig und schlug innerhalb von 19 Minuten dreimal zu. Jonathan Burkardt war mit einem Tor und einer Vorlage der entscheidende Mann. Robin Koch und Joker Younes Ebnoutalib sorgten für die weiteren Treffer. Gleichzeitig gab es aber auch einige Wackler, die gegen einen stärkeren Gegner bestraft werden könnten. Wir haben die Leistungen der Adlerträger unter die Lupe genommen.
Insgesamt drei Wechsel gab es in der Startelf zu dokumentieren: Lilian Brassier fiel kurzfristig mit leichten Kniebeschwerden aus. Younes Ebnoutalib und Noel Aseko nahmen zunächst zur Belastungssteuerung auf der Bank Platz und um im späteren Verlauf noch nachlegen zu können. Dafür begannen Jeremiaha Maluze, der nach seiner Verletzung wieder Spielpraxis sammelte, Mario Götze und Can Uzun, der nach zwei Bankplätzen wieder von Beginn an randurfte.
An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung gegen Hamburger SV der zwölf zensierten Spieler den Wert 3,08. Die Leistungen innerhalb einer Kategorie sind von oben nach unten zu bewerten. Der erste Spieler einer Kategorie hatte das beste Gesamtergebnis, der letzte Spieler das Schlechteste innerhalb der Kategorie.
Die Einzelnoten der über 480 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:
– Spieler des Spiels – Jonathan Burkardt: Der Nationalstürmer war der entscheidende Mann im Volksparkstadion. Zwar hatte Burkardt in der ersten Halbzeit einen schweren Stand und kam zunächst kaum zur Entfaltung. Nach der Pause zeigte er jedoch seine ganze Qualität. Bei der Führung legte er den Ball per Kopf für Robin Koch auf, beim 2:0 bewies er eine hervorragende Ballannahme und blieb vor dem Tor eiskalt. Burkardt arbeitete unermüdlich und war in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Kurz nach seinem Tor war sein Arbeitstag dann vorbei.
Elias Baum: Baum erledigte seine Aufgabe auf der linken Seite solide und schaltete sich immer wieder nach vorne ein. In der ersten Halbzeit versuchte er es selbst mit einem Abschluss aus der Distanz, setzte den Ball aber über das Tor. Defensiv war er deutlich weniger im Mittelpunkt als sein Gegenüber Collins auf der rechten Seite. Nach dessen Herausnahme wechselte er wieder auf die rechte Seite. Ein ordentlicher Auftritt, auf dem er aufbauen kann.
Robin Koch: Der Kapitän ging mit gutem Beispiel voran und wurde dafür belohnt. In der Defensive musste Koch einige brenzlige Situationen überstehen und hatte Glück, dass ein Zweikampf im eigenen Strafraum nicht mit einem Elfmeter geahndet wurde. Im zweiten Durchgang zeigte er dann seine offensive Qualität. Nach der Kopfballablage von Burkardt setzte er sich im Strafraum durch und drückte den Ball zur Führung über die Linie. Erstaunlich, wie er die Führungsrolle mittlerweile ausüben kann. Da darf er bitte weitermachen.
Keita Kosugi: Kosugi kam nach der Pause für Collins und musste direkt in eine intensive Partie hineinfinden. Der Japaner übernahm die Aufgabe auf der rechten Abwehrseite und half dabei, die Defensive nach der kritischen Phase um Collins neu zu ordnen.
Jermiaha Maluze: Maluze rückte kurzfristig für den angeschlagenen Brassier in die Startelf und zeigte eine wechselhafte Leistung. Auf der einen Seite stand eine starke Grätsche, mit der er eine Großchance von Moffi vereitelte. Auf der anderen Seite offenbarte er Unsicherheiten im Stellungsspiel und bei der Ballverarbeitung. Beim Gegentreffer klärte er den Ball nicht konsequent genug, wodurch Hamburg noch einmal verkürzen konnte.
Noah Atubolu: Bei seinem Pokaldebüt im Eintracht-Trikot bekam Atubolu einiges zu tun. Gegen den wuchtigen Abschluss von Zakaria El Ouahdi in der 24. Minute war er mit einer starken Parade zur Stelle und auch in der Schlussphase verhinderte er mit einer guten Reaktion Schlimmeres. Beim Gegentreffer ließ er den Ball allerdings nach vorne abprallen, sodass Terem Moffi nur noch abstauben musste. Mitte der zweiten Halbzeit wirkte der Schlussmann dann doch arg verunsichert.
Can Uzun: Zunächst lief für Uzun nicht alles rund. Der Offensivspieler wirkte teilweise noch etwas gehemmt und ließ einige gute Möglichkeiten um das Spiel schnell zu machen liegen. Mit zunehmender Spielzeit fand er aber besser in die Partie. Seine präzise Flanke bereitete die Führung vor, auch am dritten Treffer war er beteiligt. Dazu kam sein wuchtiger Abschluss an die Latte kurz vor Schluss.
Mario Götze: Götze kehrte in die Startelf zurück und hatte im zentralen Mittelfeld zunächst Mühe, das Spiel an sich zu ziehen. Nicht jede Aktion gelang, und über weite Strecken blieb sein Einfluss überschaubar. Mit seiner gefühlvollen Vorlage zum 2:0 zeigte er dann aber seine Klasse. Der Weltmeister ist im Vergleich zur letzten Saison aber wieder deutlich wichtiger geworden für das Team.
Fares Chaibi: Der Frankfurter Offensivspieler konnte dem Spiel nur selten seinen Stempel aufdrücken. Immerhin war er an der gefährlichsten Kombination der Eintracht vor der Pause in der 30. Minute beteiligt. Beim dritten Treffer bewies er Übersicht, als er Uzun im Strafraum bediente und damit die Vorarbeit für Ebnoutalib leistete. Noch viel Luft nach oben, dennoch zeigte der Algerier Kampfgeist, Laufbereitschaft und Leidensfähigkeit in seinem 120. Pflichtspiel für die SGE.
Ritsu Doan: Doan versuchte, über die rechte Seite für Gefahr zu sorgen, fand aber nur selten die richtige Lösung. Sein Abschluss aus der ersten Halbzeit ging deutlich am Tor vorbei. Insgesamt merkt man ihm aber wieder an, dass er ackert und sich wieder zu einem Unterschiedsspieler entwickeln möchte.
Raphael Onyedika: Onyedika erwischte keinen überzeugenden Abend. Im zentralen Mittelfeld fehlte ihm zu häufig die nötige Ruhe am Ball. Einige ungenaue Zuspiele und technische Fehler machten es der Eintracht schwer, das Spiel über längere Phasen zu kontrollieren. Vermutlich kaschiert der SGE, dass der Nigerianer noch deutlich mehr Luft nach oben hat.
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Nnamdi Collins: Für Collins war es abermals ein Abend zum Vergessen. Der Rechtsverteidiger leistete sich mehrere Unsicherheiten, stand defensiv nicht immer richtig und brachte sich mit unnötigen Aktionen selbst in Schwierigkeiten. Bereits früh sah er die Gelbe Karte. Direkt nach der Pause wurde es dann richtig brenzlig, als er erneut hart einstieg und sich über einen möglichen Platzverweis nicht hätte beschweren dürfen. Es scheint, als käme er überhaupt nicht aus seinem Leistungstief heraus.






2 Kommentare
Chaïbi unter Uzun finde ich quatsch
Haben beide gleich schlecht oder gut gespielt.
Ich habe sie bei einer 3- gesehen.
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