Die Eintracht jubelt beim 1:1 gegen Borussia Dortmund zwar nur einmal, erreicht aber dennoch ein Unentschieden gegen den Tabellenführer.

Die Frankfurter Eintracht ringt Borussia Dortmund im Topspiel des 20. Spieltags ein Unentschieden ab und bleibt nach dem 1:1 gegen den Tabellenführer vor ausverkaufter Kulisse im Jahr 2019 weiterhin ungeschlagen. Luka Jovic (36. Minute) egalisierte dabei bereits in Durchgang Eins die Führung durch Dortmunds Marco Reus (21.) und stellte den Entstand her.

Hinteregger direkt in der Startelf – Hütter lässt offensiv beginnen

Adi Hütter machte schon vor dem Spiel klar, dass man gewillt war, den Borussen durchaus Paroli zu bieten. Auf den Ausfall von Kapitän David Abraham reagierte der Österreicher mit der Nominierung seines Landsmannes Martin Hinteregger, der lediglich das Abschlusstraining am Freitagnachmittag mit der Mannschaft absolvierte und mit Makoto Hasebe und Evan N’Dicka die Dreierkette in der Defensive bildete. Aber auch offensiv ließ sich Hütter nicht lumpen und ließ das Dreiergepann um Ante Rebic, Sebastién Haller und Luka Jovic von Beginn an ran. Neben Sebastian Rode kehrte Gelson Fernandes auf die Doppelsechs zurück. Auf den Außen sollten wie so oft Danny da Costa und Filip Kostic die Linie rauf und runter laufen. Auf der Gegenseite ließ Lucien Favre sein Team im gewohnten 4-2-3-1 von der Leine und Paco Alcacer, mit Marco Reus hinter Luka Jovic der zweitbeste Torschütze der Liga und der Topjoker der Bundesliga, durfte erstmals in 2019 von Beginn an ran. Ex-Adler Marius Wolf schaffte es hingegen nicht mal in den Kader der Schwarz-Gelben.

Eintracht kommt gut ins Spiel – aber Dortmund trifft 

Und die Frankfurter hatten gleich die Topchance des Spiels. Über Rebic und Haller landete der Ball bei Danny da Costa (3. Minute), der im Strafraum freie Bahn hatte, aber an Roman Bürki, Schlussmann der Dortmunder, scheiterte. Die Anfangsphase gehörte klar den Frankfurtern, die auch in der Rückwärtsbewegung wach waren. Alcacers Kopfball (10. Minute) nach Sancho-Eckball war dann allerdings der erste Wachrüttler der Borussia. Eine Minute später waren es wieder die beiden, dessen Kombination von Hasebe noch im letzten Moment geklärt werden konnte. Eintrachts Abräumer Gelson Fernandes war zu diesem Zeitpunkt nach einem Kopfballduell mit BVBs Thomas Delaney schon früh gelbverwarnt von Schiedsrichter Felix Zwayer. Eine sehr harte Entscheidung gegen den Schweizer, der von dem Moment an aufpassen musste. Danach beruhigte sich das Spiel allerdings in wenig, viel spielte sich im Mittelfeld ab. Doch ein blitzgescheiter Moment reicht dem BVB, um in Führung zu gehen. Reus und Guerreiro kombinierten sich gefühlt von der Mittellinie bis zum Fünfmeterraum. Der Portugiese ließ die komplette Hintermannschaft der Hessen stehen und legte zurück auf den mitgelaufen BVB-Kapitän, der nur noch einschieben brauchte (21.).

Jovic antwortet Reus – mit Remis in die Pause 

Und der hätte den Spielstand gleich doppelt erhöhen können. Nach einer missglückten Hinteregger-Grätsche (24.) lief der Nationalspieler allein auf Trapp zu und legt den Ball am Tor vorbei und zwei Minuten später stand Reus nach Pass von Axel Witsel komplett frei und setzte den Ball aber aufs Gebälk. Die Eintracht agierte in der Phase vogelwild. Und auch der zweite Sechser, Sebastian Rode, sah nach Foul an Sancho (28.) die Verwarnung. Jovic (30.) mit einem Schuss aus der Distanz und Rebic (33.) mit einem ähnlichen Versuch zeugten in der Folge zumindest von der Moral der Hessen. Der Kroate war es auch, der eine Minute später dem lässig agierenden Julian Weigl den Ball abluchste, aber am glänzend aufgelegten Bürki scheiterte. Der Nachschuss von Kostic in den grauen Frankfurter Himmel war dann nur noch Randnotiz. Und Rebic hatte weiterhin Lust. Nach einer Rode-Ecke köpfte der Stürmer (36.) den Ball an die Latte. Doch da Costa eroberte den Ball zurück und flankte noch einmal auf den zweiten Pfosten, wo Jovic sich langmachte und den Ball über die Linie brachte. Der Ausgleich durch den Serben, der damit wieder an Marco Reus in der Torschützenliste vorbeizog. Und der Treffer beflügelte die Hessen, die bis zum Halbzeitpfiff weiterhin mutig agierten.

Hütter wechselt früh – Eintracht bringt Remis über die Zeit 

Nach der Pause allerdings sahen sich die Frankfurter mehr und mehr in die Defensive gedrängt und fanden wenig Entlastung. Hütter reagierte prompt und brachte Mijat Gacinovic für Torschützen Jovic (55.), um vor allem im Mittelfeld wieder mehr Zugriff zu bekommen. Der Serbe setzte auch gleich Rebic in Szene (57.), dessen Schuss Bürki noch zur Ecke ablenken konnte. Hakimi (65.) per Distanzschuss näherte sich mal wieder dem Kasten von Kevin Trapp an. Paco Alcacer hatte dann die größte Chance (67.) auf die Führung, doch auch Frankfurts Schlussmann zeigte einen starken Reflex und Hinteregger konnte den Abpraller vorm einschussbereiten Guerreiro gerade noch so klären. Doch die Wucht und Dynamik der ersten Hälfte, in der er es phasenweise hin und her ging, kam in der zweiten Halbzeit nicht zum Zuge. Auch, weil die Frankfurter trotz der Dortmunder Qualitäten mehr Zugriff bekamen. Nach einem Freistoß von der linken Seite kam Hinteregger an den Ball (73.), aber seine wuchtige Flanke konnte Rebic nicht mehr kontrollieren. In der Folge wurde es eine Zitterpartie, in der die Eintracht vor allem defensiv zu überzeugen wusste. Dortmunds beste Chance in der Schlussphase resultierte aus einem Freistoß (84.), den Alcacer knapp über das Frankfurter Tor zog. Die Hintermannschaft um Neuzugang Hinteregger gab sich allerdings keine Blöße mehr und brachte das Remis über die Zeit.

Aufstellung Eintracht Frankfurt:

Trapp – Hinteregger, Hasebe, N’Dicka – da Costa, Fernandes, Rode, Kostic – Jovic (55. Gacinovic)- Haller, Rebic

Die Leistung der Mannschaft könnt ihr wie immer hier bewerten.

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11 Kommentare

  1. Mehr als verdientes Unentschieden. In HZ2 wär sogar mehr drin gewesen. Gratulation Eintracht Frankfurt.
    Diesmal auch wieder gegen Zwayer gespielt.

    Aber als SGE-Fan darf man Sky echt kein Geld in den Rachen schmeißen. Deren Opportunismus ist zum Reihern.

  2. Ich zieh meinen Hut. Einstellung, Kampf, Leidenschaft, Praesenz, sagenhaft, einwandfrei! Wir haben dem BVB das Leben richtig schwer gemacht. Ich bin monster-stolz auf diese Mannschaft!

  3. Ndicka Weltklasse! Wie der Sancho den Schneid abgekauft hat, Wahnsinn. Und unser Mittelfeld aus Rode und Fernandez waren dem Dortmunder ebenbürtig. Wir werden jetzt feiern.

  4. Nach den beiden ersten Spielen der Rückrunde, in der die Abwehr als die große Schwachstelle ausgemacht wurde, kann ich nur den Hut ziehen vor der Mannschaft. Dortmund muss man in der 2. HZ auch erstmal so vom Tor weghalten können!

  5. Heute ein sehr starkes Spiel.

    Mir wird immer unklarer, warum beim letzten Mal Falette für N’Dicka gespielt hat. Der war nämlich heute mal so richtig gut.
    Hinteregger auch überraschend gut, da hatte ich meine Bedenken. Die Abstimmung war noch (verständlicherweise) nicht in jeder Situation da, man hat auch gesehen, dass es nicht ganz optimal ist, wenn ein Linksfuß rechts verteidigt. In der 1. HZ hatte er auch in der Dortmunder Überlegenheitsphase ziemliche Probleme, aber 2. HZ war super. Sehr aufmerksam, gut in den Zweikämpfen, hat mir gefallen.
    Rode war alles in allem gut, Fernandes auch – er ist so ein Spieler, wo man eigentlich erst merkt, wie gut er ist, wenn er nicht spielt.
    Der Punkt ist verdient, auch wenn wir 10 Minuten nach dem Tor übel am Taumeln waren und sie uns da hätten die Lichter ausschießen können. Aber 2. HZ hatten wir im großen und ganzen alles unter Kontrolle und haben sogar mehr nach vorne gemacht.
    Leverkusen leider gewonnen, aber Hopp und Werder mit Punktverlusten. Insgesamt kein schlechter Spieltag…

  6. Gutes Spiel, zwei hervorragende Mannschaften. Dortmund sicherlich in der Breite etwas ausgeglichener und besser besetzt, aber das gleichen wir mit Leidenschaft aus. Spiel kann auch 4:4 ausgehen. Toller Fußballnachmittag. Sebi Rode, also ich bin echt begeistert….. nicht alles Gold was glänzt, aber es geht definitiv wieder aufwärts !!

  7. Also wenn man eine solche Partie in einem CL-Finale angeboten bekommt, darf man sich nicht beschweren. Ein sehr temporeiches Spiel, erst Halbzeit für den BVB, zweite für uns. Gerechtes Unentschieden!

    Gruß SCOPE

  8. Top Spiel mit kleiner Schwächelphase nach dem 0:1. Insgesamt war es ein mehr als verdientes Unentschieden.

    Mir wird vorm Spiel gegen Leipzig jetzt nicht bange.
    Mit Rode und Fernandes ist die Defensive im Mittelfeld wieder ein stabilisierender Faktor gewesen. Die Abwehr mit N’dicka, Hasebe und dem noch nicht eingespielten Hinteregger war ebenfalls sehr gut drauf. Die Offensive inkl Da Costa und Kostic auf den Außen war auch ne Bank. Ein Punkt sollte in Leipzig also mindestens wieder drin sein.

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