Enttäuschung pur nach dem 1:6-Debakel in Leverkusen. Die Fans der Eintracht bewiesen Feingespür und feierten die Mannschaft trotzdem.
(Foto: imago images/ DeFodi)

Nach dem Achtungserfolg im Halbfinal-Hinspiel gegen Chelsea stand für die Eintracht „das wichtigste Spiel des Jahres“, wie es Adi Hütter vor der Partie nannte, an. Ausgerechnet zwischen den beiden Highlights gegen London ging es also für die Hessen zu Bayer 04 Leverkusen, die an guten Tagen jede Mannschaft in der Bundesliga schwindelig spielen können. Und genau so einen Tag erwischten die Leverkusener und trafen auf eine SGE, die mit ihren Fehlern, die Stärke des Gegners richtig zur Geltung kommen ließ. SGE4EVER.de hat das Spiel wie immer noch einmal analysiert:

Kein guter Zeitpunkt für Experimente
Eintracht-Trainer Adi Hütter musste sich nach dem kräftezehrenden Spiel gegen London und vor dem Rückspiel, dass noch immer alle Möglichkeiten zur großen Sensation offen lässt, etwas einfallen lassen. Sebastian Rode, der am Tag nach dem Halbfinale wie „ein angeschlagener Boxer“ aussah, fiel erwartungsgemäß angeschlagen aus und Sebastien Haller weilt weiterhin in Österreich und arbeitet an seinem Comeback. Was also tun gegen spielstarke und ausgeruhte Leverkusener? Hütter entschied sich für eine überraschend defensive Variante, die neben einer System-Umstellung auch einige Spieler auf fremde Positionen beförderte. So traten die Hessen mit einer Viererkette bestehend aus Martin Hinteregger, David Abraham und Evan N´Dicka, sowie Almamy Touré auf den Außenpositionen an. Vor der Abwehr sollte Makoto Hasebe gemeinsam mit Jetro Willems und Gelson Fernandes die Mitte verdichten und so das Kombinationsspiel der Leverkusener unterbinden. Danny da Costa und Filip Kostic rückten eine Position nach vorne und agierten in der Offensive zusammen mit der alleinigen Spitze Ante Rebic. Die Idee hinter diesem Konzept ist durchaus charmant und nachvollziehbar. Da Costa und Kostic, aufgrund der vielen Spiele, in denen die beiden die Linie rauf und runterrennen mussten, ohnehin am körperlichen Limit, hätten so einige Meter sparen können und sich ganz auf das offensive Pressing konzentrieren können. In der Umsetzung auf dem Platz war allerdings nach zwei Minuten erkennbar, dass dieser Plan nach hinten losgehen würde. Die gesamte Defensive, obwohl in der Überzahl bei der Ausrichtung, war komplett plan- und orientierungslos. Weder N´Dicka, noch Touré spielten zuvor für die Eintracht auf der Außenverteidigerposition. Willems wirkte im Mittelfeld einmal mehr wie ein Fremdkörper und bekam überhaupt nichts auf die Reihe.

Eine Halbzeit wie in einem Albtraum
Das Gegentor nach zwei Minuten hat den Plan von Hütter so früh zerstört, denn diese Formation hätte einige Minuten gebraucht, um sich zu finden. Nachdem Leverkusen kurze Zeit später auf 2:0 erhöhte, hätten allerdings alle Alarmglocken angehen müssen. Der zufällige Anschlusstreffer zum 2:1 wäre die perfekte Gelegenheit gewesen, um mit einer Umstellung noch zu retten, was noch zu retten war. Aber Hütter hielt an seinem Plan fest und wirkte ähnlich ohnmächtig wie die Mannschaft. Nach 36 Minuten stand es jedoch schon 1:6 und die verzweifelte Umstellung zurück zum gewohnten System und die beiden Auswechslungen kamen zu spät. Der Pausenpfiff war im Prinzip das Beste an der ersten Halbzeit. Die Eintracht wies nach 45 gespielten Minuten eine Ballbesitzquote von gerade einmal 17,6 Prozent auf. Leverkusen musste in der gesamten ersten Halbzeit nicht ein einziges Foul begehen. Bezeichnend für das Spiel der Frankfurter. Bayer 04 führte die Hessen phasenweise regelrecht vor und zerlegte die Abwehrformation in ihre Einzelteile. Alles was die SGE in dieser Saison so stark gemacht hat, brachte die Mannschaft schlichtweg nicht auf den Platz. Man kam nicht in die Zweikämpfe, rannte nur hinterher und brachte kaum einen Pass an den Mann. Was sich schon in den letzten Partien gegen Augsburg, Wolfsburg und Berlin andeutete, erreichte gegen Leverkusen mit dem Tiefstwert von 54 Prozent Passquote seinen Höhepunkt. War es wirklich die Müdigkeit nach dem schweren Spiel gegen den FC Chelsea London? Sollte die Rotation Hütters nicht für frische Kräfte sorgen? Erstaunlicherweise waren es gerade die frischen Kräfte, die besonders negativ auffielen.

Noch alles in der eigenen Hand
Nun war das eine wirklich niederschmetternde Niederlage. Eine Niederlage, die müde Beine noch müder werden lassen können, aber es ist noch überhaupt nichts verloren. Nun heißt es, dass man sich so schnell wie möglich wieder aufrichtet. Diese Mannschaft hat in dieser Saison so viel Herz und Leidenschaft gezeigt und nun den ersten richtigen Tiefpunkt erleben müssen. Aber vielleicht war es auch eine Warnung genau zur rechten Zeit? Vielleicht konnte man mit den halbwegs guten Ergebnissen in den letzten Wochen auch zu lange kaschieren, dass man insbesondere im Pass- und Aufbauspiel große Probleme hat. Vielleicht war es gut, dass man nun von einer spielstarken Mannschaft einmal die Schwächen schonungslos aufgezeigt bekommen hat? Die Eintracht wird weiter kämpfen und alles investieren. Noch sind die Frankfurter zudem auf dem vierten Platz und haben alles noch selbst in der Hand. Auch wenn das Restprogramm, insbesondere mit dem Auswärtsspiel in München am letzten Spieltag erst einmal nicht für die Hessen spricht, hat die Vergangenheit gezeigt, dass an den letzten beiden Spieltagen die verrücktesten Dinge passieren können. Die SGE kann also nach wie vor und das zwei Spieltage vor Schluss die Champions-League-Qualifikation aus eigener Kraft erreichen. Und das Rückspiel an der Stamford Bridge muss auch erst einmal gespielt werden. Dieser Mannschaft ist am Donnerstag eine völlig andere Leistung zuzutrauen und wer weiß, vielleicht hat man auch gegen Leverkusen schon das Rückspiel im Kopf gehabt? Das Umfeld sollte nun genauso reagieren, wie es die Fans in Leverkusen taten: Die Mannschaft unterstützen. Vielleicht wird diese außergewöhnliche Saison am Ende doch noch vergoldet und wenn nicht, wird sie zumindest niemand allzu schnell vergessen, denn dafür hielt diese Saison zu viele emotionale Highlights bereit.

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35 Kommentare

  1. „Noch alles in der eigenen Hand“

    Leider nein, leider gar nicht. 🙂 Championsleague ist gelaufen, auch nicht durch den Gewinn der Euroleague. Die Saison ist jetzt physisch rum, mental läuft das nach so einer Klatsche auch nicht besser. Das war heute ehrlich gesagt phasenweise Arbeitsverweigerung. Willems hat kein Bundesligaformat. Toure muss seine Tauglichkeit noch nachweisen. Das war defensiv grausamst…

  2. Egal wie es ausgeht… selbst wenn der schlimmste Fall eintritt und es noch 3 Niederlagen setzt…ich bin stolz auf diese Saison und vor allem auf den bisherigen Weg seit 2016. Einmal Frankfurter, immer Frankfurter!

  3. Ja, in der Tat, eine charmante Idee, leider auch nicht mehr, sondern ein System, dass die Mannschaft so noch nicht gespielt hat. Kostic, da Costa und Rebic hingen in der Luft, weil der Rest hinten stand und doch kopflos wie eine Schülermannschaft agierte. Im Stadion (habe mir keine Wiederholung angetan) hatte ich bei jedem Spielzug vor den Toren das Gefühl Ui,der geht jetzt rein. Außer beim 3:1, da hatte ich nach Trapps Parade schon kopfschüttelnd weggesehen und beim 6:1, das war die Krönung.

    Als dann endlich die ersten beiden Auswechslungen vonstatten gingen (Willems, echt jetzt, wer kennt das Gegenteil von antizipieren?) hatte das Ganze wieder die Struktur, die man von der Eintracht diese Saison kennt. Sehr gefreut hat mich der Einsatz von Timmy Chandler, der spielte als sei er nie weg gewesen.

    Mit CL via Bundesliga war‘s das dann wohl. Schade, trotzdem glaube ich, dass wir gegen Chelsea ein tolles Spiel sehen werden.

  4. Ich möchte hier positiv hervorheben, dass Chandler einen ziemlich stabilen und guten Eindruck gemacht hat.

    Mehr möchte ich zu diesem Tag eigentlich nicht mehr sagen ^^

  5. Noch sind drei (vielleicht auch vier) Spiele zu absolvieren bis die Saison zu Ende ist. Es ist erst vorbei wenn der letzte Ball gespielt ist und der Schiedsrichter abgepfiffen hat.

  6. Irgendwie kann ich es nicht nachvollziehen warum man ausgerechnet jetzt wo es um relativ viel geht, nochmal das Konzept und die Aufstellung ändert und Spieler die noch unerfahren sind wie Toure und N`Dicka auf Positionen spielen lässt die sie vorher gar nicht bis wenig gespielt haben. Wobei ich mir denke das Hütter den selben Fehler in Zukunft nicht wiederholt und lieber heute gegen eine Leverkusener Mannschaft die uns denke ich mal so oder so geschlagen hätte. Wir haben es immer noch in eigener Hand den CL Platz zu halten und nächste Woche kann man schon den EL Platz klar machen dafür muss einfach nur ein Sieg gegen Mainz her, obwohl ich gar nicht dran denken darf was passieren könnte wenn wir die letzten beiden Spiele verlieren sollten.

    Ich hoffe einfach mal das wir das nächste BuLi Spiel gewinnen und in München dann auf eine Mannschaft treffen die bereits Meister ist und sich schon auf das Pokal Finale konzentriert und dort einen oder von mir aus dreckig erkämpfte 3 Punkte mitnimmt. Und ich hoffe ich muss mir nie wieder einen Jetro Willems im Zentralen Mittelfeld bei uns ansehen, als LM, LV oder LAV würde ich ihm nochmal ne Chance geben da hat er eigentlich immer gute Spiele gemacht.

  7. Wir können eigentlich nur eine top Mannschaft sein wenn alle Leistungsträger fit sind. 1-2 Ausfälle sind schon Gift bei uns ( zB Haller oder auch Rode heute).
    Für die kommende Saison brauchen wir vor allem im Mittelfeld gute Alternativen, die auch in die erste Elf drängen. Unser Kader ist groß, aber nur ca.14-15 Leute sind davon wirklich gut . Das ist halt auf die Dauer am Ende einer Saison ein großes Risiko und ging heute schön schief. Die letzten drei bzw. hoffentlich vier Spiele müssen ausschließlich mit den besten Jungs bestritten werden. Eine andere Möglichkeit gibt es leider nicht. Zähne zusammenbeißen, Regenieren und nochmal alles raushauen. Die Zeit für Experimente ist vorbei.

  8. Es hätte so „schön“ sein können. Aufopferungsvoller Kampf, vielleicht noch 1-2 Verletzte und in der Schlussminute ein glücklicher knapper Sieg mit einem Tor für Leverkusen. Nee, dann lieber diese Klatsche. Als Warnung hätten wir diese allerdings nicht gebraucht. Wir wissen was wir können und was wir nicht können. Mauern gehört seit Adi (zum Glück) nicht mehr zu unserer DNA. Eine einfache Erfahrung. Basta.

    Es gibt Spieler – deren Name jetzt nicht genannt werden muss – die keine 1 : 1 Backups sind. Diese Qualitätsunterschiede gilt es sukzessive abzubauen. Das Team um die Mannschaft wird das hinbekommen. Ich hoffe, wir können uns noch irgendwie auf Platz 7 retten. Dabei sollte man nicht mit FCB spekulieren. Bis dahin sind vermutlich alle mental und physisch platt.

    (Lieber Mainzer, habt ein Einsehen!)

  9. Oh mann, der Weg über die BL in die CL war (!) dieses Jahr wesentlich leichter als über die EL. Verstehe deshalb die Priorisierung der EL nicht, die sich in den Aufstellungen wiederspiegelt.

  10. Ein bitterer Abend. Trotzdem: letzten Endes war es nebensächlich, ob wir 6:1 oder 2:1 verlieren. Wir haben verloren. Wir müssen damit umgehen und aus der Niederlage lernen. Hütters Plan war eigentlich nicht schlecht. Als ich die Aufstellung sah, war ich überrascht. Dann dachte ich, okay, das macht Sinn. Als das schnelle Gegentor fiel, dachte ich, das hat noch nichts zu bedeuten. Beim 2. Gegentor: Jetzt wirds aber schwer. Dann kam das 1:2 und man konnte wieder Hoffnung schöpfen. Das war der große Irrtum in dieser Partie. Aber wer ist diesem Irrtum nicht aufgesessen? Im Grunde war Hütters Plan mit dem schnellen ersten Tor kaputt. Okay, das passiert. Wichtig ist, dass es kein 2. Mal passiert. Abbutze, weidermache, Chelsea von der ersten Sekunde an niederrringen. Dann sehen wir weiter.

  11. Diese Mannschaft soll in ihrer aktuellen Verfassung Chelsea niederringen und in München gewinnen? Alle Achtung und Respekt, viel mehr viel Glück dabei, denn davon bedarf es einer ganzen Menge.

  12. @ 11. NRW-Adler:

    Du wirst schwer erstaunt sein, welch veränderte Mannschaft am Donnerstag gegen Chelsea spielt.
    Ich glaube auch trotz der heutigen Aufstellung seitens Hütter und des desaströsen Auftritts der Mannschaft, am Donnerstag an den Erfolg, der vielleicht sehr knapp und vielleicht mit viel Glück stattfindet, aber ich glaube daran und ein Fan sollte stets an seine Mannschaft glauben und damit meine ich keineswegs, naiv und blauäugig diesen GAU schönzureden.
    Ich und viele andere werden das Team am Donnerstag vor Ort supporten und den Geist des Pokalfinales nach London tragen.

  13. Das Spiel war grausam. Leverkusen erwartet gut, wir unerwartet schlecht. Aber es war trotzdem nur eine Niederlage. Donnerstag und Sonntag sehen wir wieder eine andere Mannschaft, unabhängig davon,ob es am Ende reicht

  14. Die mit Abstand schwächste Leistung des Trainers in dieser Saison, das gilt auch für seine Aussagen in der Pressekonferenz. Er hätte klipp und klar die Verantwortung für diese Blamage übernehmen sollen, damit hätte er die Mannschaft am besten in Schutz genommen. Gut hinterher kann man immer leicht kritisieren, aber ich bin bestimmt nicht der Einzige gewesen, der bei den Namen N’Dicka, Touré und Willems Bauchschmerzen bekam. Warum nicht Fallette und Chandler? Das sind doch erfahrene, kampfstarke Spieler. Jetzt muss Hütter viel arbeiten, sehr viel und schnell, um den enormen Schaden den er angerichtet hat wieder gut zu machen.

  15. Moin Leute. Denke die Trainerleistung muss mit einer glatten 6 benotet werden. Der Trainer hätte anders aufstellen können bzw. müssen. Die Auswechslungen nach dem 6-1 hätte Hütter sich sparen können. Nach dem 3. Tor hätte er es machen müssen…Bin mächtig Stolz auf unsere SGE!! Super Saison gespielt. ForzaSGE

  16. @15&@16: Wer stand gestern eigentlich auf dem Platz? Hütter?
    Einige Spieler müssten sich über ihren blutleeren Auftritt mehr Gedanken machen als der Trainer.
    Diese Aufstellung konnte eigentlich nicht funktionieren, die gesamte Defensive war zusammengewürfelt und nicht eingespielt. War der Not geschuldet am Donnerstag noch eine einigermassen konkurrenzfähige Truppe zu präsentieren.
    Wieder einmal ein Beweis dass der 2. Anzug doch nicht so gut sitzt wie erhofft, allerdings habe ich N’Dicka und mit Abstrichen Toure auch schon erheblich besser performen sehen.
    Der beste Spieler war der 12. Mann, Respekt und Dank an unsere Fans!

  17. @spaetberufener,
    Hütter hat nunmal die Mannschaft aufgestellt und Spieler auf ungewohnten Positionen spielen lassen, ausgerechnet gegen einen hochmotivierten, spielstarken Gegner. Damit hat er sein Team nicht nur vollkommen verunsichert, sondern auch nominell klar geschwächt. Das muss er einfach auf seine Kappe nehmen.

  18. Das erbärmliche Defensivverhalten war nur zum Teil die Schuld von Hütter Taktik. Die Spieler waren auch teilweise einfach schlecht. Daher ist es vollkommen o. k., wenn er die Teil Schuld auf sich nimmt. Es wäre aber Quatsch gewesen, die Spieler kompletter daraus zu lassen. Toure und Ndicka haben schon bewiesen, dass sie es können. Ndicka war sogar unser Stamm Innenverteidiger bevor Hinteregger kam.

  19. Vercoached, na und? Nach all den tollen Spielen, in denen wir uns erst diese Ausgangslage geschaffen haben, kann das auch mal passsieren.
    Jetzt mit richtig Wut im Bauch nach London und am Sonntag mit voller Kapelle gegen Mainz und danach den Bayern mindest einen Punkt entführen.
    Die Eintracht kann nicht ander als mit Drama. Wer das als SGE-Fan noch nicht verstanden hat, hat die letzten Jahrzehnte nicht richtig aufgepasst. 🙂

  20. Im Vorbericht die Kommentare nochmal lesen. Da schreibt niemand, total falsche Aufstellung oder wir bekommen 6 Tore. Die überwiegende Einschätzung war da noch, dass man die jungen Bayerflitzer sich müde laufen lässt und dann zuschlägt. So etwas war einfach nicht zu erwarten.
    Ja es ist schade, bei einem Marathon die Ziellinie zu sehen und mit einem Ganzkörperkrampf aufgeben zu müssen. Trotzdem dürfen wir die Saison nicht vergessen. Ich hatte die schönste Zeit, seit ich zur Eintracht gehe.

    Gruß SCOPE

  21. Frankfurter Allgemeine über Willems:

    „Die Leistungsbilanz des Niederländers: Im Rollstuhl sitzend wäre Rode wohl effektiver für das Frankfurter Spiel gewesen.“

    Dem ist nichts hinzuzufügen. 🙂

  22. @21 „Vercoached, na und?“
    Man kann jetzt nicht einfach „na und“ sagen. Das war ein peinlicher Tiefschlag. Hütter selbst hat das Spiel als enorm wichtig bezeichnet und macht dann unbegreifliche Experimente, das war ein Himmelfahrtskommando. Die jungen N’Dicka und Touré (beide zuletzt schon von der Rolle) auf ungewohnten Außenpositionen mit einem unfähigen Willems im zentralen Hinterland. Das war höchst riskant und einfach falsch. Das muss er zugeben und basta.

  23. Jetzt zeigt es sich wie gefestigt der Verein, die Mannschaft und wir Fans sind. Das Mainz-Spiel ist das wichtigste Spiel, um wenigstens Platz 7 zu erreichen. Ich möchte nicht daran glauben, dass alle 4 Verfolger ihre letzten Spiele durchweg gewinnen, auch wenn sie relativ einfache Gegner haben. Es wäre schön, wenn wir uns in London wenigstens würdig verabschieden, wenn es denn so ist. Wir haben der Nation Spaß gemacht, dass bedeutet was, und es wäre unendlich traurig, wenn wir 8er werden würden. Was bliebe dann dem neutralen Fan. Ja, Bayern wird eh immer Meister und die gepamperten Vereine sind am Ende in Europa oder gar in der CL. Auf geht`s Eintracht!

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  24. Das war gestern vergleichbar mit der Niederlage im Supercup gegen den FCB in dieser Hilfslosigkeit, aber das schmerzte gestern dann auch richtig (auch mein Unterbewusstsein und schlief deswegen aber so was von schlecht :-().
    Natürlich muss ein Spieler mit professioneller Einstellung auch anders agieren, aber AH hat sich definitiv vercoacht und vor allem absolut unverständlich, warum er erst nach dem 1:6 (was für ein Eigentor!) umstellte.
    Wenn schon Schonung, warum nicht gleich Chandler?
    Seins defensive Grundidee fand ich ja nachvollziehbar, aber dann muss man auch früher handeln, wenn es nicht klappt.
    Seit dem Spiel gegen Augsburg sehe ich eine bisher hervorragende Saison am Schluss ohne guten Abschluss stehen und das wäre dann für die kommende sehr bitter.

  25. Ich glaube nicht das man die desaströs erste Halbzeit alleine an Hütters Taktik beurteilen sollte. Für mich ist das völliger Blödsinn. Wenn Du nach ein paar Minuten nur damit beschäftigt warst die Bälle aus dem eigenen Netz zu holen, dann sorgt das weder für Selbstvertrauen und mentale Stärke. Es ist auch nicht wirklich gut für die Konzentration und Unsicherheit ist der schlechteste Wegbegleiter in dem Fall. Einige Spieler sind offensichtlich einfach am Anschlag und einige wenige dürfen sich im Sommer gerne einen neuen Arbeitgeber suchen. N‘dicka würde ich mal rausnehmen, weil schon bärenstarke Leistung gezeigt, aber eben erst 19 und sicherlich noch nicht konstant in seinen Leistungen. Bei Touré hab ich meine Zweifel und der Herr Willems darf gerne mal einem Ball hinterherlaufen und sowas wie Einsatz zeigen. Solche Totalausfälle sind gegen so eine Spielstarke Mannschaft nicht zu kompensieren, vorallem nicht wenn auch der Rest am Anschlag ist. Wenn die kämpferische Leistung der gegen Chelsea gleichgekommen wäre, dann behaupte ich mal das es nicht so ausgegangen wäre. Wie auch immer, Deckel drauf und Blick nach vorne. Ich hoffe auf Rode und Haller als Rückkehrer und dann werden wir sehen wohin die Reise geht. Mainz dürfte das Schlüsselspiel sein. Was noch hinzukommt ist, dass es in dieser Saison bei fast allen Mannschaften immer anders kam als gedacht. Bestes Beispiel Düsseldorf: Bei uns den Frack voll bekommen und in jeder Gazette ist die Bundesligatauglichkeit in Frage gestellt worden. Das war unterirdisch. Monate später sind sie eine der positivsten Überraschungen. Gladbach war schon 10 Punkte vor uns, völlig eingebrochen, usw. Bin mir sicher das da noch was geht !!!

  26. So, jetzt beruhigen wir uns wieder. Für diese Niederlage, mit der man rechnen musste, gibt es auch nur Keine drei Punkte. Eine Klassemannschaft, die einen Lauf hat, hat unsere blutleere Truppe vom Platz gefegt.
    Es gab ja doch einige Stimmen, die Hütter´s Aufstellung als sinnvoll erachteten. Wenn dann die frühen Tore Fallen, ist der Matchplan im Arsch und der Trainer der Depp. Geht es gut, dann aber Hosianna.
    Ndicka ist nach seinem dummen Platzverweis und spätere Nichtnominierung verunsichert. Toure muss noch lernen. Und Willems passt in dieses System wie ein Alex Meier, wenn der noch da wäre. Was hätten wir gemacht, wenn wir Hinti und Rode nicht bekommen hätten? Wir würden uns über einen gesicherten 9 Platz freuen oder s.ä. Gegen Chelsea kommt eine andere Truppe. Hoffentlich ein achtbarer Abgang. Sollte EL noch klappen, okay. Falls nicht – worüber ich schon seit Wochen spekulierte – werde ich die Saison dennoch als erfolgreich bewerten.

  27. Genau diese Einstellung ist doch das Manko…Saison war toll, wir können stolz sein usw…und dann noch die mitgereisten Fans, die trotz dieser Nicht Leistung die Deppen auch noch besingen??? Ja sind wir den alle bescheuert geworden?
    Die Saison bringt nichts, wenn wir es nicht schaffen in den wichtigen Spielen zu punkten. Es so einfach wie noch nie in die CL einzuziehen. Und diese Leistung gestern zerstört alles, was bisher aufgebaut worden ist. Das deutete sich schon die letzten Ligaspiele an. Chelsea hat viel mehr Spiele absolviert und wir haben einen kollektiven Körperkrampf…alles sehr sehr peinlich. Wahrscheinlich haben wir uns alle von der Überperformance der letzten 2 Jahre blenden lassen und unsere Diva ist und bleibt wie sie ist…schade schade.

  28. @30 sehr fundiert diese Aussage. Vielleicht mal vor der eigenen Tür kehren. Nen lateinischen Satz im Netz gefunden, nebst Übersetzung und schon auf intellektuell gemacht.
    Der spaetberufene

  29. Hütter hat die Verantwortung für das „Desaster“ übernommen. Ehrt ihn sehr, hätte er aber meinetwegen nicht gemusst. Der Mann versucht und tut und macht, irgendwie die 14,15 Jungs, die er als konkurrenzwürdig erachtet – und bevor jetzt wieder irgendwelche Leistungsfern-Diagnosen seitens der Unfehlbaren Sofastrategen kommt… jener Hütter und Team arbeiten jeder Tag mit der Mannschaft zusammen – durch die letzten schweren, allesamt mit finalcharakter behafteten Spiele durchzulavieren, und stellt sich dann nach so einem Match hin und sagt:“meine Schuld“. Hut ab.

    Wer hat noch mal gesagt, „Mentalität schlägt Qualität“?
    Mentale Frische gehört leidergottes in den Komplex Mentalität.
    150 angekommene Pässe???!

    Wer hat noch mal gesagt, „alle Taktik nützt nichts, wenn nicht gerannt wird“?
    Wir sind gestern Spalier gelaufen. 18% Ballbesitz???!!

    Bei aggressiven, gierigen, ausgeruhten und frischen Startspielern, die jedem Leverkusener Dödel auf den Füßen gestanden hätten, wäre das Spiel auch bei dieser Elf ein anderes gewesen. Da nehme ich jede Wette an.
    So aber bietet das nackte Ergebnis eine Steilvorlage für die „habe-ich-doch-vorher-gesagt“-Fraktion und der Rest muss es über sich ergehen lassen.

  30. @ 33 Ich gehöre zwar zu der Fraktion der Unken, habe die Steilvorlage dennoch nicht angenommen. Hey, Hütti hat aus der Not heraus experimentiert und ist mit diesem Experiment grandios gescheitert. Haken dran! Wir haben Maurerfußball nun mal nicht trainiert. Und für unser Pressing und gnadenloses Anlaufen haben wir nicht mehr die Körner und nicht mehr das komplette Personal. Wenn der zweite Anzug besser sitzt, sollte das künftig bis zu einem Saisonende gelingen.

  31. Es konnte ja keiner vor der Saison ahnen das es so gut läuft. Daher habe wir halt „nur“ 14 super Spieler. Das ist mehr als viele andere Bundesligisten. Reicht aber eben nicht um bei der Doppelbelastung und unserem Spielstil immer und grade am Ende top Leistung zu bringen. Da werden AH, FB und BH im Sommer dran arbeiten. Auf das es nächste Saison besser wird.
    Und mal ganz neben bei, es ist diese Saison nur noch „einfach“ in die CL zu kommen, weil wir eine super Saison spielen. Wann hatten wir das letzte mal 54 Punkte nach dem 31. Spieltag? Es ist ja nicht so das plötzlich 45 Punkte für die CL reichen. Es sind wie die letzten Jahre auch etwa 60 von Nöten.

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