Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Younes Ebnoutalib erzielte nach seiner Einwechslung das zwischenzeitliche 3:0 für die SGE: Foto: IMAGO / HMB-Media

Ebnoutalib über Bankrolle: „War ein bisschen überraschend“ – Hardung zeigt Verständnis für HSV-Ärger

Eintracht Frankfurt darf weiter vom DFB-Pokalfinale in Berlin träumen! Nach dem 3:1-Erfolg beim Hamburger SV haben die Hessen das Ticket für die dritte Runde gelöst und dabei bewiesen, dass sie auch schwierige Spiele für sich entscheiden können. Allerdings brauchte die Mannschaft von Trainer Adi Hütter eine deutliche Leistungssteigerung nach der Pause, um sich gegen die Hanseaten durchzusetzen. Einer der Akteure war dabei Younes Ebnoutalib, der zunächst überraschend auf der Ersatzbank Platz nehmen musste, nach seiner Einwechslung aber mit einem Treffer zur Stelle war. Im Anschluss an die Begegnung sprach der Angreifer bei „Eintracht TV“ über seine ungewohnte Rolle, seinen Treffer und die Entwicklung der Mannschaft. Auch Sportdirektor Timmo Hardung zog ein positives Fazit, äußerte sich allerdings ebenso zur umstrittenen Elfmetersituation, die bei den Hamburgern für Ärger gesorgt hatte.

Für Younes Ebnoutalib begann der Pokalabend anders als erwartet. Der Stürmer fand sich zunächst auf der Ersatzbank wieder und musste mitansehen, wie seine Mannschaft in der ersten Halbzeit nur schwer in die Begegnung fand. Dass er nicht von Beginn an auf dem Platz stehen würde, hatte der Angreifer offenbar nicht unbedingt erwartet. „Ich habe es einfach positiv genommen, es war ein bisschen überraschend“, gab Ebnoutalib nach der Partie offen zu. Anstatt sich über die Entscheidung von Trainer Adi Hütter zu ärgern, habe er versucht, die Situation anzunehmen und sich auf einen möglichen Einsatz vorzubereiten: „Es hat wahrscheinlich besser gepasst so für die Mannschaft und dann habe ich mir einfach erhofft, dass ich reinkomme, dass ich dann alles geben kann, dass ich noch ein Tor machen kann.“ Genau das sollte dem Frankfurter schließlich gelingen. Nach seiner Einwechslung war Ebnoutalib zur Stelle und trug mit seinem Treffer vorentscheidend dazu bei, dass die Eintracht die nächste Pokalrunde erreichte.

„Dann war es Instinkt“

Auch über die Entstehung seines Treffers sprach Ebnoutalib ausführlich. Dabei zeigte sich, dass der entscheidenden Aktion zunächst eine klare Überlegung vorausgegangen war. Als Fares Chaibi in Ballbesitz kam, rechnete der Stürmer mit einem Zuspiel in den Rückraum und bewegte sich entsprechend in Position: „Ich dachte mir erst mal, dass Fares den Ball nur in den Rückraum spielen kann, dann bin ich da hingelaufen.“ Die anschließende Ballannahme verlief allerdings nicht wie geplant, er habe „den Ball schlecht mitgenommen.“ Doch Ebnoutalib reagierte schnell, drehte sich und brachte den Ball dennoch im Tor unter: „Dann war es Instinkt einfach, habe mich gedreht und dann einfach versucht, den Ball noch reinzuschießen.“

Für Ebnoutalib war der Treffer nicht nur aufgrund seiner persönlichen Situation ein besonderer Moment. Auch der Einzug in die nächste Runde des DFB-Pokals bedeutete für ihn eine Premiere.„Ich war noch nie in der dritten Runde des DFB-Pokals“, erklärte er lachend.

Müde Beine nach Dortmund? Ebnoutalib erklärt schwache erste Halbzeit

Dass die Eintracht gegen den HSV zunächst Schwierigkeiten hatte, war auch Ebnoutalib nicht entgangen. Vor allem im ersten Durchgang fehlten den Hessen die nötige Frische und der Zugriff auf die Partie. Der Angreifer vermutete, dass dabei auch die Belastung durch das zurückliegende Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund eine Rolle gespielt haben könnte: „Ich glaube, wir sind nicht so richtig ins Spiel reingekommen, vielleicht waren wir auch ein bisschen müde vom Dortmund-Spiel.“ Trotz der Probleme habe die Mannschaft versucht, defensiv stabil zu bleiben und die schwierige Phase möglichst schadlos zu überstehen.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Eintracht dann deutlich verbessert. Die Frankfurter wirkten wacher, agierten entschlossener und entwickelten auch offensiv mehr Gefahr: „Dann in der zweiten Halbzeit war es viel, viel besser. Da waren alle frischer, ein bisschen wacher und wir haben am Ende verdient gewonnen.“ Für den Stürmer stand deshalb außer Frage, dass sich die Mannschaft den Erfolg durch die Leistungssteigerung nach der Pause erarbeitet hatte.

Hardung: „Wir mussten uns in vielen Belangen steigern“

Auch Timmo Hardung sah den Auftritt der Eintracht differenziert. Der Sportdirektor räumte ein, dass seine Mannschaft zunächst große Probleme gehabt habe, die Begegnung nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Entsprechend deutlich sei die Ansprache in der Halbzeitpause ausgefallen: „Es war ein schwieriges Spiel zu Beginn. Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir uns da steigern müssen in vielen Belangen und das haben wir getan.“ Besonders zufrieden zeigte sich Hardung mit der Reaktion der Mannschaft im zweiten Durchgang: „Mit der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit können wir schon zufrieden sein.“

Die Frankfurter hätten nach der Pause gleich mehrere Dinge besser gemacht: „Wir waren konsequenter in den Zweikämpfen, haben dann zielstrebiger nach vorne gespielt.“

Anders als zuletzt bei der knappen Niederlage in Dortmund gelang es der Eintracht diesmal auch, ihre Möglichkeiten konsequent zu nutzen: „Am Ende auch gekrönt durch eine effiziente Chancenverwertung.“ Damit sprach Hardung einen entscheidenden Unterschied zum vergangenen Bundesliga-Auftritt an. Während die Hessen beim BVB trotz einer engagierten Leistung ohne eigenen Treffer geblieben waren, fanden sie im Pokal die nötigen Lösungen vor dem gegnerischen Tor. „Von daher sind wir am Ende happy, in die nächste Runde eingezogen zu sein“, bilanzierte der Sportdirektor.

Hardung zeigt Verständnis für Hamburger Elfmeter-Ärger

Neben der sportlichen Leistung sorgte allerdings auch eine Schiedsrichterentscheidung für Diskussionen. Eine umstrittene Elfmetersituation hatte auf Hamburger Seite für Unmut gesorgt. Bemerkenswert: Hardung verteidigte die Entscheidung keineswegs uneingeschränkt, sondern zeigte ausdrücklich Verständnis für die Sichtweise des Gegners: „Ich kann den Unmut der Hamburger verstehen, es ist eine knifflige Situation.“ Aus seiner Sicht hätte sich die Eintracht auch nicht darüber beschweren können, wenn der Unparteiische anders entschieden hätte: „Da hätten wir uns nicht komplett beschweren können, wenn es in die andere Richtung gegangen wäre.“

Damit räumte der Frankfurter Sportdirektor offen ein, dass die Situation keineswegs eindeutig zu bewerten gewesen sei. Hardung ging zudem davon aus, dass der Videoassistent unabhängig von der ursprünglichen Entscheidung des Schiedsrichters nicht korrigierend eingegriffen hätte: „Ich glaube, egal wie der Schiedsrichter auf dem Feld entscheidet oder entschieden hätte, der VAR hätte nicht eingegriffen.“

Seine Einschätzung machte deutlich, wie eng die Entscheidung aus seiner Sicht gewesen war. Ob der Schiedsrichter die Situation richtig bewertet hatte, wollte Hardung damit nicht abschließend beurteilen. Stattdessen gestand er ein, dass die Eintracht in dieser Szene zumindest nicht vom Pech verfolgt gewesen sei.: „Ich kann die Hamburger verstehen. Da haben wir zumindest kein Pech gehabt.“

Heimspiel als Wunschlos

Mit dem Erfolg in Hamburg hat die Eintracht die nächste Hürde im DFB-Pokal genommen. Wer in der dritten Runde auf die Hessen wartet, steht noch nicht fest.

Einen konkreten Wunschgegner hat Hardung nach eigener Aussage nicht. Viel wichtiger sei es, den eingeschlagenen Weg im Wettbewerb fortzusetzen und möglichst lange dabei zu bleiben. „Wir wollen so weit kommen wie möglich, am liebsten natürlich mit einem Heimspiel. Das wäre, glaube ich, schon ein Wunsch“, erklärte Hardung.

Weitere Artikel

2 Kommentare

Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Ob Stehblock, VIP-Loge, Currywurst oder Handkäs-Häppchen - Hauptsache SGE4EVER.de! Denn der User unterstützt das Onlinemagazin mit einem monatlichen oder jährlichen Betrag und genießt zudem besondere Vorteile: Werbefreiheit, Gewinnspiele etc. 1. Block42 28. Oktober 26, 10:37 Uhr

Ich verstehe nicht so Recht, warum sich die Schiedsrichter bei solch knappen Situation die Bilder nicht noch einmal am Fernseher anschauen (können) unabhängig ob der VAR eingreift. Das war in diesem Fall unser Glück, aber wenn die Technik schon zum Einsatz kommt, dann doch bitte genau in solchen Spielsituationen.

0
Fallback Avatar 2. culo blanco 28. Oktober 26, 11:07 Uhr Zitat - Block42 Ich verstehe nicht so Recht, warum sich die Schiedsrichter bei solch knappen Situation die Bilder nicht noch einmal am Fernseher anschauen (können) unabhängig ob der VAR eingreift. Das war in diesem Fall unser Glück, aber wenn die Technik schon zum Einsatz kommt, dann doch bitte genau in solchen Spielsituationen. Path

Das ist das große Problem vom VAR, es versteht niemand mehr, was eine "klare Fehlentscheidung" ist und warum der VAR eingreift oder nicht. Wenn der Schiri selbst entscheiden kann, ob er es ablehnt, sich eine Situation anzuschauen, kann man es auch lassen und bei der "Tatsachenentscheidung" bleiben.
Ein Elfer oder eine rote Karte ist per se immer spiel(mit)entscheidend also müsste da immer draufgeschaut werden, wenn die Leute am Bildschirm das Potential einer anderen Entscheidung sehen. Aber mal draufschauen mal net ist dasselbe wie wenn der Schiri pfeift oder eben net.

0

Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.