Dino Toppmöller konnte in den ersten zwei Jahren seiner Amtszeit bei Eintracht Frankfurt noch die in ihn gesteckten Ziele erreichen. Auf Platz sechs in der Bundesligasaison 2023/24 folgte ein Jahr später mit dem dritten Tabellenplatz die Qualifikation für die Champions League. Auch seine dritte Spielzeit als SGE-Coach versprach zu Beginn, mit dem berauschenden 5:1-Sieg gegen Galatasaray als Highlight, eine erfolgreiche zu werden. Stattdessen kam aber alles anders: Ab der 3:4-Niederlage gegen Berlin am 4. Spieltag lieferte die Mannschaft zunehmend inkonstante Leistung ab und zeigte sich besonders in der Defensive außergewöhnlich anfällig.
Die Reißleine zog die Eintracht im Januar. Nach neun Gegentoren in den ersten drei Spielen des Jahres 2026 war für Toppmöller Schluss in Frankfurt. In diesem Sommer hat der 45-Jährige nun einen neuen Verein gefunden: Der Vorjahreszweite und amtierende Pokalsieger in Frankreich, RC Lens, hat sich seine Dienste gesichert. Im Interview mit der „L’Équipe“ spricht der Trainer unter anderem über die Kritik an ihm in der vergangenen Saison und seine neue Aufgabe in Frankreich.
Tuta entgegen Toppmöllers Rat nicht ersetzt
Die Flut an Gegentoren, die die in ihrer letzten Saison unter Toppmöller hinnehmen musste, macht der Trainer mehr an den Personalentscheidungen des Vereins, als an eigenen Fehlern fest: „In meinen ersten beiden Jahren in Frankfurt hatten wir die sechst- bzw. fünftbeste Abwehr. Doch in der dritten Saison verkauften wir unseren besten Verteidiger und ersetzten ihn nicht, entgegen meinem Rat. Außerdem wechselte unser Stammtorwart Kevin Trapp zum FC Paris.“
Tuta, der die Eintracht in diesem Transferfenster als einziger Stammverteidiger verließ, war in den zwei Jahren unter Toppmöller durchgängig ein wichtiger Bestandteil der Defensive. Kompensiert wurde der Abgang des Brasilianers tatsächlich trotzdem nicht. Mit Robin Koch und Arthur Theate standen aber immerhin noch zwei weitere gestandene Innenverteidiger im Kader, deren Leistungen in der Saison 2025/26 nach einem starken Vorjahr auf teilweise unerklärliche Weise stark abfielen.
Für großes Aufsehen sorgte in der vergangenen Saison der 6:4-Erfolg nach 6:0-Führung gegen Borussia Mönchengladbach, bei dem die Adlerträger nach einem über weite Strecken überragenden Auftritt in den letzten zwanzig Minuten auf einmal komplett einbrachen. Toppmöller wehrt sich gegen die Vorwürfe an seinen Wechseln, nach denen die Borussia den Abstand auf nur noch zwei Tore verkürzte: „Ich wechselte fünf Spieler aus, um sie wegen der Champions League zu schonen, und wir kassierten vier Gegentreffer. Ich wurde dafür kritisiert, aber wenn man in dieser Situation nicht rotiert, wann dann?“
Auch die Kritik am 4:3-Sieg beim 1. FC Köln, bei dem die Eintracht eine 4:1-Führung in der Schlussphase fast noch aus der Hand gegeben hätte, weist der Trainer zurück und zieht dabei einen zumindest diskussionswürdigen Vergleich: „Alle waren vom 5:4 zwischen PSG und Bayern begeistert, aber in Frankfurt geht das nicht? Die Leute verstehen das Managen nicht.“
„Lens ist ein bisschen wie Eintracht Frankfurt“
In Frankreich wagt Toppmöller nun einen Neuanfang. Im Vergleich zwischen Frankfurt und seiner neuen Station in Lens sieht Toppmöller mehrere Parallelen. „Lens ist ein bisschen wie Eintracht Frankfurt, nur mit weniger Ressourcen, weil die TV-Rechtekrise alle Ligue-1-Teams getroffen hat. Es ist ein großartiger Verein, aber er hat nicht die Mittel, die er verdient, und das zwingt uns, beim Scouting schneller zu sein, weil wir Spieler nicht mit Geld überzeugen können.“
Aus diesem Grund sehe es die Transferstrategie des Clubs vor, junge Spieler zu weiterzuentwickeln, um sie dann gewinnbringend zu verkaufen. „Ich will gewinnen, aber das Wichtigste ist die Entwicklung des Spielers“ , stellt Toppmöller klar. „Wenn er sich verbessert, verbessert sich auch die Mannschaft. Wenn der Trainer den Mut hat, jungen Spielern Einsatzzeit zu geben, entwickeln sie sich, und wir können sie später verkaufen.“
Dass er in der Lage ist, talentierten Spielern bei ihrem nächsten Entwicklungsschritt zu helfen, hat er in Frankfurt durchaus unter Beweis gestellt. „Vielleicht sagten sie deshalb: ‚Wir wollen Trainer Dino‘, weil sie die Verkäufe von Pacho (45 Millionen Euro zu PSG im Jahr 2024), Hugo Ekitiké (90 Millionen Euro zu Liverpool im Jahr 2025) und Omar Marmoush (75 Millionen Euro zu Manchester City im Jahr 2025) gesehen hatten und dass Nene Brown unter mir Nationalspieler wurde, gefolgt von Nnamdi Collins.“
Ob Toppmöller bei seinem neuen Verein ähnliches gelingen wird, wird sich noch zeigen. In Lens fordert der Trainer von seinem Team jedenfalls eine intensive Spielweise. Seine Mannschaft möchte er „aktiv und aggressiv erleben. Es ist wichtig, dass sie verstehen, dass dem Trainer das wirklich am Herzen liegt. Sie müssen meine Prioritäten kennen.“






28 Kommentare
Es ist schon ein Unterschied, ob ein berauschendes Spiel mit vielen Highlights auf beiden Seiten 5:4 ausgeht oder ob man sich von der aktuell schwächsten Mannschaft noch 4 Dinger einschenken lassen muss.
Und den Abgang von Tuta zu nehmen, um damit diese teil desaströsen Abwehrleistungen zu erklären, ist eine zumindest sehr kreative Erklärung einer Nichtleistung.
Ich bleibe dabei: wir sind nicht wegen Dino Dritter geworden, sondern er war halt gerade der Trainer.
Das Team hatte zu keinem Zeitpunkt einen Matchplan, Alles-oder-Nichts-Spiele wurden meist verschenkt.
Dino ist sicher ein netter Kerl, der mit den Spielern gut kann, weil er sehr jugendlich rüberkommt, aber ein guter Trainer ist er nicht.
Frage mich warum DT jetzt nochmal ein Fass aufmacht. Er sollte die Vergangenheit hinter sich lassen und auf die neue Aufgabe konzentrieren. Tuta stimmt war ein Anker in der aber soweit mir bekannt ist war er bis in den Februar 26 verletzt und hätte somit auch der SGE nicht helfen können.
Nachtreten scheint "in" zu sein. Unklug von Toppmöller, er bietet die größere Angriffsfläche. Toppmöller mag ein guter Co-Trainer sein, für mehr mangelt es ihm, auch als Persönlichkeit.
Es war ein ausführliches Interview, aus dem markante Aussagen rausgezogen wurden. Ob es ein nachtreten ist, weiß ich nicht. Ich sehe es eher als Einordnung der damaligen Lage und er benennt einzelne Punkte, die ihn damals sehr gestört oder berührt haben, obwohl er alles versucht und für unsere Eintracht gegeben hat. Die Kritik, die Trainer und Spieler heute öffentlich ausgesetzt sind, sind häufig (auch hier) unter der Gürtellinie. Das schießt oft über jedes Ziel und angemessener Kritik hinaus. Das auszuhalten ist in so einem Job echt herausfordernd und da habe ich viel Respekt vor. Jetzt äußert Dino zwei bis drei kritische Punkte und es kommt sofort der Vorwurf des nachtreten. Da fehlt mir echt die Verhältnismäßigkeit.
Nachtreten tat Riera .
Dino analysiert - ohne anzugreifen .
Alles vollkommen in Ordnung…
Natürlich wird man im interview auch nach der vorherigen Station befragt .- da ist alles im grünen Bereich
Diese Aussagen sind lächerlich!
Bester Verteidiger? Tuta war gar nicht mehr erste Wahl unter DT und danach ging es für ihn in der Wüste richtig bergab. Tuta mit einem Neuzugang zu ersetzen, wäre zwar richtig gewesen, aber daran alleine verantwortlich, war die Gegentorflut ganz sicher nicht.
Und wenn man in einem Spiel zum x-ten Mal drei Gegentore kassiert, dann sollte man dieses nicht mit einem CL-Halbfinale zwischen zwei Top-Teams vergleichen.
Der Abgang von K. Trapp mag zwar eine Führungslücke hinterlassen haben, aber auch sein Level sank langsam und er wollte ja unbedingt nach Paris. Also ermöglicht man dies einem so verdienten Spieler dann auch.
Den spielerischen Einbruch also so zu erklären, ist mehr als dünn und lässt bei DT eher tief blicken.
Auch ich finde, dass DT hier keinesfalls nachtritt.
Er beschreibt die Situation aus seiner Sicht treffend. Ob jetzt das Spiel PSG vs Bayern als Vergleich zum Köln- Spiel taugt, sei mal dahin gestellt 😁
DT hat in Frankfurt für sportliche und finanzielle Erfolge gesorgt - das ist ein Fakt.
Am Ende musste er allerdings folgerichtig gehen, weil die Spielweise zu wünschen übrig blieb und die Erfolge ausblieben.
DT und auch Riera sind sicherlich gute Trainer - sonst hätte man die beiden nicht verpflichtet. Im Endeffekt passt nicht jeder Trainer zu jedem Verein - siehe SGE und Riera. Aber ihnen alles abzusprechen, ist schon frech.
Ist das ein Nachtreten von DT ?
Man muss Bedenken, dass trotz neuer Anstellung in Frankreich eine Entlassung nun mal im Lebenslauf drin ist und auch bleibt. Da möchte man als Trainer verhindern, dass sich die eigene Entlassung als dauerhafte Erzählung / Erwähnung etabliert und es wird die eigene Version geliefert, egal wie krude die auch sein mag. Da geht es dann nicht nur um das eigene Ego - es geht schlichtweg auch um den eigenen Marktwert. Auch wenn DT bereits wieder (neu) angestellt ist, wird seine Arbeit weiterhin über seine Tätigkeit für die SGE beurteilt.
Bei Toppmöller ist das Interview aus meiner Sicht eine verspätete Selbstverteidigung. Er hat nicht zeitnah nach seiner Entlassung eine mediale Kampagne begonnen wie Albert Riera. er hat längere Zeit geschwiegen und nun SEINE (!!!) Sicht dargestellt. Und die "armen deutschen Medien" haben das dankbar während der öden Sommerpause aufgegriffen und als „Auspacken“ oder „Abrechnung“ medial aufbereitet.
Bei Albert Riera war es eine sehr persönliche Selbstdarstellung und Abrechnung, die über jedwede nachvollziehbare und plausible Einordnung hinausgingen. Damit hat er eher sich selbst geschadet. Auch hier waren die Medien sicherlich sehr dankbar.
„Ex-Trainer rechnet mit Verein ab“, „packt aus“ oder „attackiert Klubführung“ lässt sich super in der Sommerpause verkaufen und stärkt die Auflage immens. Häufig ist das ursprüngliche Interview vielschichtig und besteht aus mehreren Themen, ... und die Medien suchen sich genau die zwei kritischen Sätze heraus, um eine neue Geschichte über den bösen, bösen früheren Verein zu veröffentlichen.
Für mich unnötig wie ein Kropf seitens DT, insbesondere da MK ja schon jede Menge Asche über sein eigenes Haupt in punkto Fehler und Verantwortung geschüttet hat.... Mich hatte es beeindruckt, dass DT sich nach seiner Entlassung eben nicht wie viele andere wortstark rechtfertigen musste.
Und wenn er keine besseren Argumente hat als das, was er in dem Interview anführt, entsteht jetzt leider zwangsläufig der Eindruck einer nachträglichen Rechtfertigung, die er m.E. gar nicht nötig hat. Er hat bei uns solide Arbeit geleistet und hat mittlerweile einen sehr guten neuen Trainerjob, also was soll das?
Manchmal ist Reden Silber und Schweigen eben Gold.....
Wenn er mit Lens wieder durchstartet (was nach der erfolgreichen letzten Saison sicher nicht ganz so einfach wird), ist alles was vorher geschrieben wurde sowieso schnell vergessen. Also lieber DT "Blick nach vorne, und behalte deine SGE Zeit in guter Erinnerung, es war dein Ticket in das Trainergeschäft der Großen"!
Also, Ex-Trainer schießt gegen Ex-Verein
Dino - Nein
Riera - Ja
Ich habe Die Ausagen von Dino bezüglich Einbruch während des Spiels verstanden. Wechsel haben zwecks Belastungssteuerung stattgefunden.
Was er in meinen Augen nicht so gut gemacht hat - Baum, Amenda, Oskar wurden wenn nicht verletzt kaum eingesetzt. Das hat zu den Überlastungen bei Kristensen, Collins, Theate, Larson.....geführt.
Dino hat in der Hinrunde Amenda auf der Bank verschimmeln lassen. Schon witzig, jetzt zu sagen, dass uns ein IV gefehlt hätte.
Ach Dino "Hättest du geschwiegen, wärst du ein Philosoph geblieben".
LL? Langeweile in Lens? Nix zu tun?
PeKa, MeGa deine Worte. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Ziemlich arrogante Aussagen dabei.
"die Leute verstehen das Managen nicht".
Nur gut, dass Dino der Allergrößte ist. Er ist der große King.
Sehr unsympathisches Interview.
1. Als ehemaliger verantwortlicher Übungsleiter macht man einfach keine besonders gute Figur, wenn man zumal fragwürdige Entscheidungen nach fast einem Jahr als alternativlos zu verkaufen versucht.
2. Was keineswegs bedeutet, dass der Beitrag der gesamten Mannschaft zu diesem eher denkwürdigen Resultat damit geschmälert ist.
Diese 4 Gegentore gg. Ende einer Partie, die nach allen Regeln des Metiers mit einem souveränen 6:0 hätte ausgehen müssen, war ein frühzeitiges Symptom, das auch bei den Zuständigen nicht angemessen gedeutet wurde: Eine adäquate Kaderkorrektur insb. für die Defensive wäre im Winter möglich und notwendig gewesen.
Genervter O-Ton MK damals: "Wir haben kein 6er-Problem!"
Toppmöller hat es in seiner ersten und vor allem zweiten Saison sehr gut geschafft, ein System zu finden, bei dem die vorhandenen Spieler ihre Stärken ausspielen konnten. Dass wir Dritter geworden sind und er halt gerade da war, ist absurd. Das war zu einem großen Teil sein Verdienst.
Aber ebenso richtig ist, dass er sich mit dem neuen System in seinem dritten Jahr völlig verkalkuliert hat.
Wenn ich der Meinung bin, dass der Weggang eines IV/DM so schwer wiegt, dann lasse ich doch kein System spielen, das in DM und IV hohe spielerische und taktische Qualität benötigt.
Ich sehe hier zwar kein Nachtreten, aber seine Erklärungen finde ich alles andere als überzeugend.
Meinste echt? Danke!
Was Anderes weiß jemand wann die Woche öffentliches Training ist ?
Wollte mit den Kids nochmal in den Ferien ins Eintracht Training
Danke schon mal im Voraus :-)
Aurèle kam aus ner Verletzung, brauchte lange um fit zu werden. Er war in dieser Phase bei weitem kein Ersatz für Tuta - und letztlich auch später nicht: Zu träge, zu langsam, zu unfit, was auch und insb. im besagten Spiel entsprechende Folgen hatte.
Zudem: Rasmus verletzt, Nnamdi wackelig, Robin auf der Suche nach der Form eines Führungsspielers, die er über die ganze Saison nicht mehr fand und Artur ggü. der Vorsaison ein Schatten seiner selbst.
Nur mal so zur Erinnerung, worauf Dino dazumal zugreifen konnte.
Und ich will hier keineswegs Dinos Aktien marginalisieren. Ich will nur dieses kurzsichtige bis blinde Nachtreten gegen ihn nicht so stehenlassen.
Für ein und das selbe - zweierlei Maß.
'Aurèle kam aus ner Verletzung, brauchte lange um fit zu werden. Er war in dieser Phase bei weitem kein Ersatz für Tuta - und letztlich auch später nicht: Zu träge, zu langsam, zu unfit,..'
Da hätte ich gerne ne Quelle dazu. Das habe ich so noch nie von Verantwortlichen der SGE gehört bzw gelesen.
Amendas letzte notierte Verletzung endete Mitte März 2025 (!!!).
Sorry, aber deinen Kommentar kann ich schlichtweg gar nicht ernst nehmen. Ja, als Amenda kam, verletzte er sich zweimal schwer. Doch das ist ewig her, das war 2024. Seit Beginn 2025 war er in der Reha. Und du glaubst, so ne Reha dauert dann ein Jahr lang, ja? Ne, so isses nicht. Natürlich braucht er Spielpraxis, um wieder topfit zu werden. Und wenn er nicht spielt, wird er auch nicht fitter, s. Baum, Batshuayi,..
'Er (Dino) räumte (kurz vor seinem Rauswurf) ein: "Ich glaube, dass Aurele in der Hinrunde vielleicht das eine oder andere Spiel zu wenig gemacht hat, 100 Prozent. In den Spielen, in denen er auf dem Platz stand, sah man, dass er ein sehr guter Spieler ist. Er ist für mich ein sehr wichtiger Spieler." Im Training habe Amenda immer Gas gegeben.'
https://www.kicker.de/toppmoellers-nette-worte-helfen-amenda-nicht-weiter-1182973/artikel
Also, wenn das, was du da schreibst, stimmt, wo sind deine Quellen?
Kennst du Amenda oder Leute unserer med. Abteilung? Oder war dein Kommentar nicht vielleicht doch kurzsichtig bis blind oder gar darauf bedacht, Unwissen zu streuen?
Schon überaus seltsam... 🤷🏾♂️
'Zudem: Rasmus verletzt, Nnamdi wackelig, Robin auf der Suche nach der Form eines Führungsspielers, die er über die ganze Saison nicht mehr fand und Artur ggü. der Vorsaison ein Schatten seiner selbst.'
Ja genau. Und dann lässt du Amenda auf der Bank? Obwohl er fit ist?
'Nur mal so zur Erinnerung, worauf Dino dazumal zugreifen konnte.'
Ja, ich kritisierte dieses Verhalten von Dino die gesamte Vorrunde, schrieb: 'Dino verheizt unsere Spieler..während fitte Spieler, die dringend Spielpraxis brauchen, auf der Bank verschimmeln..'
Irgendwann war dann auch Burkardt verletzt, Kristensen usw
Eben weil Dino nicht Amenda, Baum etc rechtzeitig reinrotierte.
Sicher hat auch MK seine Aktien drin..aber so kann ich das nicht stehen lassen.
Absolut echt gemeint. Super Beitrag.
"Mit Tuta den besten Verteidiger abgegeben." :D
Weiter muss ich nicht lesen.
Aurelia war laut Datenbank bis zum 25.01.25 verletzt. Sein Nichtspielen auf die Verletzung zu schieben, trifft meines Erachtens nicht die Realität. Genauso war es meines Erachtens mit Uzun, den er sehr lange nicht (über 90 Minuten) spielen ließ. Hojlund durfte ebenso lange auf der Bank schmoren. Collins, Brown, Larsson übertrug er hingegen schnell Verantwortung.
Das die von dir genannten Spieler von der Rolle waren, beruht nach meiner Einschätzung zum Großteil auf der Taktik. Unter Toppmöller wurde das Mittelfeld regelmäßig überrannt. So blieb alles an der Abwehrkette hängen (ja eigentlich nicht). Hinzu kam, dass der von Toppmöller propagierte Ballbesitzfussball hauptsächlich im eigenen Drittel stattfand. Häufig gab es auch gar keine Zuordnung. Das merkte man, als unter Riera Theate ständig irgendwo rumwuselte, anstatt seine Position zu halten. Im Chaos von Toppmöller fiel das gar nicht auf. Die Abwehr war also ständig im Dauerstress. Da sehen selbst gestandene Abwehrrecken schlecht aus.
Sehr gut auf den Punkt gebracht. Ein Opfer dieses Chaos wurde u.A. Theate, der oft im Niemandsland stand und sehr alt aus sah. Aus einem Garanten wurde plötzlich ein Unsicherheitsfaktor aufgrund dieser "Taktik".
Man darf auch nicht vergessen, dass Theate in der letzten Vorrunde einer der 5-10 meisteingesetzten Spieler der Welt (!) war.
Durchgängig Drei-Tage-Rhythmus inkl CL, Pokal und Nationalmannschaft, über Monate hinweg. Irgendwann kam dann die Verletzung und er brach komplett ein.
Ich kenn das von da Costa. Der spielte ein Jahr lang fast alle drei Tage, auf gutem Level und brach danach komplett ein.
Die Belastungen der Spieler sollte man nicht unterschätzen.
Es kann durchaus sein, dass Theate über seinen eigenen Ehrgeiz stolperte..ähnlich wie Kristensen.
Das sind m.E. so Spieler, die ihren Körper nicht bis schwer einschätzen können und immer sagen, dass sie spielen können. Vielleicht gehört da auch ein Johnny B dazu.
Und wenn sie dann schlecht spielen, isses natürlich schlecht für die Teamchemie. Denn ein Anderer sitzt ja statt ihnen auf der Bank.
Da lob ich mir einen (gealterten) Rode und Hasebe. Die kommunizierten sehr ehrlich, wann sie ne Pause brauchen.
Es ist schon seltsam. Die Leistung von Tuta wurde ja hier im Forum von vielen als allenfalls mittelmäßig eingestuft. So auch von mir. Sein einziger Pluspunkt schien seine große Variabilität. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass viele hier im Forum gegen einen Verkauf waren.
Sieht man sich die Daten aber an, so bemerkt man, dass nach seinem Abgang (mit Ausnahme der ersten beiden Saisonspiele) ein Bruch in der Defensive zu erkennen war. Das kann Zufall sein, eine schlechte Vorbereitung oder eben das Fehlen von Tuta, der zuletzt fast immer an der Seite von Koch über 90 Minuten spielte.
Also ich habe es durchaus so gesehen, dass man eventuell ein Upgrade zu Tuta finden könnte, aber er war nicht nur aufgrund seiner großen Erfahrung ein großer Fixpunkt(schon ewig bei der Eintracht und einer der Europa-Cup-Helden, nicht zu vergessen), sondern insbesondere ein sehr guter MITspieler. Das "Mit" in Mitspieler wird von vielen deutlich unterschätzt. Fußball ist kein Einzelsport, das ist nicht Tennis, Golf oder Boxen, es ist ein Mannschaftssport mit vielen Feldspielern, was das Zusammenspiel noch komplexer und wichtiger macht. Jeder der im Team denkt ist zumeist viel wirkungsvoller als jeder Einzelkönner. 4 Augen sehen mehr als 2 und 22 Augen sehen mehr als 4. Wenn ich auf einen 120 Kilo Typ sollte gegen Zwei, die systematisch immer gleichzeitig von zwei Seiten angreifen, dann würde ich immer auf die zwei Kämpfer setzen, selbst wenn die komplette Leichtgewichte wären. Große Titel gewinnt immer das beste Team, nicht einzelne Spieler. Das war bei Frankreich 1998 so, das war bei Deutschland 2014 so, bei der letzten EM und WM mit Spanien. Lamine Yamal hat sich dem Teamerfolg untergeordnet, er hat keine zig Scorer bei der WM erzielt wie die anderen Stars dieser WM, aber sein Team hat gewonnen. Er hat allein gegen Portugal 22 Zweikämpfe geführt und die Hälfte davon für sich entschieden, er hat nicht an sich gedacht, er hat das Bestmögliche für das Team rausgeholt. Wie viele Zweikämpfe hat Cristiano auf der anderen Seite geführt? Vermutlich keinen und dabei auf eigene Chancen gewartet.
Trapp nicht durch einen Torwart zu ersetzen, der mindestens 3 Jahre unangefochtener Stammkeeper bei seinem Verein war(Zetterer war das nur mal am Ende in Bremen und das mit ca. 30), habe ich schon für einen großen Fehler gehalten. Insbesondere in der Abwehr kommt es noch mehr auf Erfahrung an. Selbst einen Keeper aus einer schwächeren Liga, der seit 3 Jahren jedes Spiel gemacht hat, hätte ich Zetterer vorgezogen, weil der nun mal voll im Saft ist.
Als dann gleichzeitig Tuta abgegeben wurde, der mit Trapp gemeinsam seit etlichen Jahren die Abwehr der SGE organisiert und große Erfolge erreicht hatten, da habe ich es bereits als sehr, sehr problematisch angesehen, beide zeitgleich abzugeben. Tuta hat auch Santos als Ansprechpartner und Organisator Stabilität gegeben. Er war zuvor nicht in jeder Situation rechtzeitig, hat aber ca. 10 Mal pro Saison für die Kollegen noch direkt auf der Linie gerettet. Das allein sind 10 potentielle Gegentore und ca. 20 Punkte. Das war aber nicht mal sein größter Vorzug als einzelner statistischer Fakt, sondern eben insbesondere diese Eigenschaft, im Team zu denken, so etwas zu sehen, auch in allen anderen Situationen immer im Verbund zu verteidigen und die Nebenspieler mit einzubeziehen, um Räume abzuschirmen, das hat die große Stärke von Tuta ausgemacht.
Wo wir wieder bei den zwei mittelmäßigen Boxern wären... Einen guten Teamplayer würde ich dem möglicherweise individuell besseren Koch deutlich vorziehen. Ein guter Connecter, einer der sich mit den anderen abspricht und ein Auge für sie hat, ist im Teamsport viel mehr wert als ein guter Einzelkämpfer. Das hat unter anderem auch Hasebe und Rode ausgezeichnet und so erfolgreich gemacht. Letzteren hat Toppmöller mal in einer Lobrede ziemlich verkannt, als er sagte, diese Wunde am Kopf im Finale, sich so durchzubeißen, das hätte Rode ausgemacht. Das wird ihm überhaupt nicht gerecht, er war kein rabiater Zerstörer wie Gattuso. Dass er bis zum letzten Moment alles gegeben hat und auch Verletzungen in Kauf genommen hat, das war nur ein Symptom davon, dass er so ein herausragend guter Teamspieler war und andere damit mitgerissen hat. Weil er so ein soziales Wesen ist, hat er sich einfach immer bis zum Allerletzten aufgeopfert, selbst wenn er seine eigene Gesundheit dabei riskiert. Hätte Rode jemals in einem Krieg gekämpft, wäre er bestimmt mit der Medal of Honor zurückgekehrt.
Tuta ausgerechnet dann abzugeben und nicht ernsthaft in eine neue, starke Säule in der IV zu investieren, wenn man in der Saison hofft, in der CL zu glänzen, das war schon sehr vermessen und viel zu optimistisch. Selbst ein absolut herausragender Verteidiger hätte niemals auf Anhieb so einen Impact auf das Team haben können, weil sie mit dem niemals von Anfang an hätten so eingespielt sein können. Als dann tatsächlich nur auf Talente gebaut wurde, da habe ich direkt Schlimmes geahnt. Vom guten Start war ich noch eher überrascht, auf lange Sicht hat sich das bewahrheitet.
Die Wortwahl "keine Ahnung vom Managen" ist komplett unnötig offensiv, aber in der Sache mit den Abgängen hat Toppmöller durchaus Recht, tatsächlich wurden die großen Abgänge in der Defensive nur sehr halbherzig ersetzt. Wenn die Eintracht nicht noch einen erfahrenen IV dazu holt(der writ dem Abgang von Tuta fehlt), um die jungen Spieler nicht direkt mit Führungsaufgaben zu überfordern, könnte das auch in der neuen Saison zu Problemen führen. Was jene beinahe perfekten Teamspieler wie eben Yamal, Olmo oder Neves angeht, sehe ich die Eintracht gut, aber noch nicht optimal aufgestellt. Diese Eigenschaft haben für mich Larsson, Hojlund, Kosugi, Arrhov, eventuell Burkhardt und möglicherweise auch Pimpong, bei dem habe ich ein gutes Gefühl.
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