Das Trainingslager der Frankfurter Eintracht in Grassau am Chiemsee ist Geschichte. Vom 23. Juli bis zum 1. August, also zehn Tage lang, versammelte Cheftrainer Adi Hütter seine Mannen um sich, um die Vorbereitung auf die Saison 2026/2027 so richtig einzuläuten. Vor dem Trainingslager wurde immer wieder betont, dass alle Spieler unter Neu-Trainer Hütter bei 0 anfangen und die gleichen Chancen haben – nach den zehn Tagen aber gibt es nun erste Tendenzen. SGE4EVER.de hat den Check gemacht und sich drei Spieler herausgesucht, die als Gewinner gelten – und auch drei Spieler, deren Chancen geschwunden sein dürften.
Gewinner: Can Uzun
Can Uzun hat im Trainingslager eindrucksvoll unterstrichen, dass er in dieser Saison eine deutlich größere Rolle spielen will. Nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft mit der Türkei kehrte der Offensivspieler hochmotiviert nach Frankfurt zurück. Auf dem Trainingsplatz war ihm der Ehrgeiz jederzeit anzumerken. Kaum ein Spieler ärgerte sich so sehr über verlorene Trainingsspiele wie der 20-Jährige, gleichzeitig überzeugte er immer wieder mit seiner Qualität am Ball. Bereits zum Ende der vergangenen Saison hatte Uzun angedeutet, welches Potenzial in ihm steckt. Nach einer turbulenten Rückrunde, in der er häufig zwischen Startelf und Ersatzbank pendelte, scheint er unter Adi Hütter nun einen echten Neustart zu erleben. Der neue Trainer fordert genau diese Mentalität und Spielfreude von seinen Unterschiedsspielern. Wenn Uzun diesen Weg fortsetzt, dürfte er zu den großen Gewinnern des Trainerwechsels gehören.
Gewinner: Elias Baum
Noch vor wenigen Wochen galt Elias Baum als Kandidat für einen erneuten Wechsel oder eine Leihe. Nach seiner starken Saison bei der SV Elversberg war der Rechtsverteidiger zwar mit viel Vorschusslorbeeren nach Frankfurt gekommen, bekam unter Albert Riera jedoch kaum eine echte Chance. Verletzungen warfen ihn zusätzlich zurück. Unter Adi Hütter hat sich das Blatt komplett gewendet. Baum stand in sämtlichen Testspielen in der Startformation und wusste mit Tempo, Mut und Offensivdrang zu überzeugen. Besonders beim 1:0 gegen Waldhof Mannheim machte er mit seiner starken Vorlage für Jonathan Burkardt auf sich aufmerksam. Dass Hütter einem möglichen Wechsel zuletzt öffentlich einen Riegel vorgeschoben hat, spricht ebenfalls Bände. Der 20-Jährige hat sich im Trainingslager klar in den Vordergrund gespielt.
Gewinner: Keita Kosugi
Keita Kosugi dürfte die größte Überraschung der bisherigen Vorbereitung sein. Der Japaner präsentierte sich in Grassau aggressiv in den Zweikämpfen, dynamisch im Anlaufen und furchtlos im Offensivspiel. Eigenschaften, die perfekt zum intensiven Fußball von Adi Hütter passen. Der neue Trainer sparte nach den Testspielen nicht mit Lob und bezeichnete Kosugi sogar als „spannenden Spieler“. Nachdem der 20-Jährige in der vergangenen Saison häufig noch auf der Tribüne saß, hat er sich nun ernsthaft für höhere Aufgaben empfohlen. Im Kampf um den linken Verteidigerplatz hat sich Kosugi nach den Eindrücken des Trainingslagers klar nach vorne gearbeitet.
Verlierer: Noël Aséko
Für Noël Aséko hätte der Start in Frankfurt kaum unglücklicher verlaufen können. Der Neuzugang wurde immer wieder von Knieproblemen ausgebremst und konnte deshalb nur eingeschränkt mit der Mannschaft trainieren. Statt sich im neuen Umfeld zu präsentieren, arbeitete der Mittelfeldspieler häufig individuell. Dadurch verlor Aséko wertvolle Zeit im Konkurrenzkampf. In den Testspielen setzte Adi Hütter stattdessen auf Hugo Larsson und Oscar Højlund im defensiven Mittelfeld. Zwar ist der 20-Jährige langfristig weiterhin ein wichtiger Baustein der Zukunftsplanung, doch der Rückstand auf seine Konkurrenten ist zunächst einmal größer geworden.
Verlierer: Jean-Matteo Bahoya
Jean-Matteo Bahoya konnte die Vorbereitung bislang nicht nutzen, um Werbung in eigener Sache zu betreiben. Immer wieder wurde der Franzose von muskulären Problemen zurückgeworfen und musste Einheiten aussetzen. Dadurch fehlte ihm der Rhythmus, um nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen. Auch in den Testspielen blieb Bahoya hinter den Erwartungen zurück. Beim abschließenden Test gegen Waldhof Mannheim reichte es nicht einmal für einen Platz in der Startelf. Gleichzeitig reißen die Wechselgerüchte nicht ab. Mehrere internationale Klubs sollen den Offensivspieler beobachten. Sollte tatsächlich ein Angebot im Bereich von 30 bis 35 Millionen Euro eingehen, dürfte die Eintracht zumindest ins Nachdenken kommen.
Verlierer: Ellyes Skhiri
Während seine Teamkollegen in Grassau die Grundlagen für die neue Saison legten, fehlte Ellyes Skhiri komplett. Der Tunesier war vom Verein freigestellt worden, um einen neuen Klub zu finden. Ein Wechsel – unter anderem wurde der 1. FC Köln gehandelt – kam bislang jedoch nicht zustande. Damit befindet sich Skhiri in einer schwierigen Situation. Er verpasste nicht nur die gesamte Vorbereitung unter Adi Hütter und konnte sich nicht an das neue Spielsystem gewöhnen, sondern hat auch weiterhin keinen neuen Klub. Hinzu kommt die Konkurrenzsituation: Mit Noël Aséko und vor allem Raphael Onyedika hat die Eintracht auf seiner Position personell nachgelegt. Selbst wenn Skhiri in Frankfurt bleibt, dürften seine Chancen auf regelmäßige Einsatzzeiten nach dem Trainingslager so gering sein wie lange nicht mehr.






12 Kommentare
ich glaube es gibt viel mehr Verlierer als Gewinner. Die genannten Gewinner sehe ich ich auch in dieser Reihenfolge.
Wann werden eigentlich die Rückennummern endgültig für die kommende Saison festgelegt? Can sollte, wenn er bleibt, jetzt die 10 bekommen. Finde ich.
Ist Aséko ein Verlierer? Finde ich nicht. Er ist ja noch nicht zu beurteilen. Nur komisch, dass er mit Problemen angekommen ist.
Off-topic:
https://www.kicker.de/aber-in-frankfurt-geht-das-nicht-toppmoeller-wehrt-sich-gegen-ein-vorurteil-1240402/artikel
Euphorie und Stimmung sollten auch zu den Gewinnern zählen. Das ist mit das Wichtigste aus dem Loch von letztem Jahr zu kommen.
Auch das Trainingslager ohne ewige Anreise war ne gute Wahl.
Hab gerade gelesen, dass sich der Lederhosen Marketingbeauftragte beschwert hat, dass die Liga net außerhalb von Europa in der Vorbereitung ist, fasse ich mir an den Kopf.
Klar ist vermarkten wichtig, aber hilft alles nix ,wenn die Vorbereitung darunter leidet haben wir ja letztes Jahr in den USA gesehen. Die können sich es ja leisten mit dem Vorsprung. Der Rest der Liga eben net und dann ist es auch gut so das es Vorrang hat passende Rahmenbedingungen zu haben.
@Dinos Artikel:
Selten so einen Stuss gelesen…da macht er sich die Welt schön einfach und null,null Einsicht oder Verantwortung. Bin ich froh, dass dieses Kapitel zu Ende ist.
Vor 2 Jahren waren wir auch in den USA und sind Dritter geworden.
2 Verletzte und 1 Abwesender werden als "Verlierer" betitelt.
Um welchen Sport genau geht's dabei?
Nee, die 10 bekommt er nicht, der haut spätestens nächstes Jahr ab....ich habe zuletzt ein Trikot mit 10 okocha gekauft....Uzun ist nicht auf dieser Ebene...
Null verantwortung.?->er wurde entlassen.!..
Ausserdem hat mk die volle Verantwortung für die Saison übernommen.
Warten wir mal erst ab wie die Abwehr (Koch u. Collins) sich unter Adi zeigt.....
Ich mag Toppi als Mensch, aber war kein Fan des Trainers Toppmöller. Aber man kann ihm schon zugestehen, dass er Erfolg hatte und dass er nicht an allem Schuld war, was zum Schluss passiert ist. Ich verstehe schon, dass er sich wehrt, wenn er alleine für die Defensivmisere verantwortlich gemacht wird. Krösche, den ich sehr schätze, hat nicht ohne Grund gewisse eigene Fehler eingeräumt (die mit Aseko und Onyedika hoffentlich behoben werden). Ich habe meinen Frieden mit Toppi jedenfalls gefunden und wünsche ihm alles Gute!
Was Anderes weiß jemand wann die Woche öffentliches Training ist ?
Wollte mit den Kids nochmal in den Ferien ins Eintracht Training
Danke schon mal im Voraus :-)
Hat jemand eine Übersicht über die Trainingslager-Gewinner der letzten Jahre? An Besuchkow erinnere ich mich noch.
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