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Schlägt jetzt die Stunde der beiden Talente? Foto: Imago / Jan Huebner

Die Erben der Außenverteidiger: Baum und Kosugi vor dem Durchbruch?

In der Medienrunde vor einer Woche im Zuge der Saisonvorbereitung äußerte Eintracht-Abwehrchef Robin Koch den Wunsch, seine Nebenleute zusammen zu haben. Denn diese sind nicht mehr da: Senkrechtstarter Nathaniel Brown geht fortan beim FC Bayern München auf Titeljagd, Publikumsliebling Rasmus Kristensen ist man dem Wunsch nachgekommen, den Wechsel in seine dänische Heimat zu ermöglichen, um bei der Familie zu sein und Aurèle Amenda erfüllt sich gerade den Traum von der Premier League bei Aufsteiger Coventry City. Dazu kommt Arthur Theate, der bei passendem Angebot ebenfalls die Frankfurter Eintracht verlassen soll.

Die Konsequenz: In der Hintermannschaft klaffen riesige Lücken, besonders auf den beiden Außenpositionen. Die SGE braucht also Ersatz: Rechtsverteidiger Anton Gaaei von Ajax Amsterdam, mit dem man sich schon einig war, stand in den Startlöchern, doch inzwischen ist eine Verpflichtung in weite Ferne gerückt. Das hängt mit Elias Baum zusammen, der sich eigentlich schon auf dem Abstellgleis befand, nun aber unverhofft in den Mittelpunkt gerückt ist. Auf der anderen Seite scharrt genauso ein gewisser Keita Kosugi mit den Hufen. Statt die Probleme also extern zu lösen, stehen mit dem Frankfurter Eigengewächs und dem im vergangenen Winter gekommenen Japaner die Lösungen direkt vor der Tür. Mit dem Duo bietet sich nicht nur die kostengünstigere Alternative, beide könnten verspätet ihren Durchbruch bei der SGE schaffen.

Baums Neustart unter Hütter

Beginnen wir mit der Personalie Elias Baum: Frankfurter „Bub“, inzwischen 20 Jahre alt und aktueller deutscher U21-Nationalspieler. Ein hoffnungsvolles und vielversprechendes Talent, das nicht nur seine Geburtsstadt, sondern auch seinen Heimatverein aus dem Effeff kennt. Der gelernte Rechtsverteidiger durchlief mehrere Nachwuchsteams von Eintracht Frankfurt und wurde zur Saison 2024/25 an den SV Elversberg verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Baum nutzte seine Chance, er etablierte sich zum Stammspieler und hatte mit drei Toren und sieben Vorlagen in 33 Zweitligaspielen einen maßgeblichen Anteil am Beinahe-Aufstieg der Saarländer. Mit vielen Vorschusslorbeeren kehrte er zu seinem Stammverein zurück, wo nicht wenige ihm den Durchbruch im Oberhaus zutrauten. Doch bisher blickt der beidfüßige Defensivakteur auf eine Zeit zum Vergessen bei den Hessen. Weder unter Dino Toppmöller, noch unter dessen Nachfolger Albert Riera konnte Baum sein Potenzial ausschöpfen und schaffte es nur zu Kurzeinsätzen. Baums schwerer Stand bei der Eintracht rief andere Bundesligisten auf den Plan. Der FC Schalke 04, der Hamburger SV, der SV Werder Bremen und der FC Augsburg streckten infolgedessen ihre Fühler nach aus. Baum selbst liebäugelte mit einem Abgang und im Zuge dessen enthüllte die „Bild“ die Preisschilder für alle Verkaufskandidaten. Demnach musste eines der eben genannten Interessenten vier bis fünf Millionen Euro aufbringen, um sich die Dienste des gebürtigen Frankfurters zu sichern.

Doch neuer Trainer bedeutet auch neues Glück. Unter Adi Hütter werden die Karten neu gemischt. Der Österreicher schob einem Baum-Transfer einen Riegel vor, weil er sich ein Bild von seinem Schützling im Training machen wollte. Baum nahm die Signale seines Vorgesetzten wahr und überzeugte Hütter sowohl in den ersten Trainingseinheiten als auch beim erfolgreichen 7:1-Testkick gegen den FC Gießen. „Elias hat Power, er hat Punch, der will. Deswegen wundert’s mich ja nicht, dass auch andere Vereine an ihm interessiert sind“, zeigte sich Hütter gegenüber der „Bild“ von seinem Spieler angetan. Vor allem imponiert dem Coach, dass Baum auf beiden Seiten verteidigen kann. Auch vor zwei Tagen beim öffentlichen Training legte sich der 20-Jährige ordentlich ins Zeug und hinterließ einen weiteren bleibenden Eindruck. Baum scheint ein großer Gewinner unter Hütter und ein ernsthafter Kandidat für die große Kristensen-Erbe zu sein. Nominell stehen auf der Position Oldie Timothy Chandler und Nnamdi Collins zur Verfügung, wobei Chandler bekanntermaßen nur noch für die Kabine da ist und Collins in der Innenverteidigung beheimatet ist und dort nach dem Amenda-Abgang eher gebraucht wird. Und sicherlich dürfte Markus Krösche nochmal auf dem Transfermarkt tätig werden, auch wenn der Gaaei-Deal auf Eis gelegt wurde, aber Baum ist offensichtlich bereit, den Konkurrenzkampf anzunehmen und Verantwortung zu übernehmen. Geduld zahlt sich eben aus.

Kosugi – der geduldige Herausforderer

Geduld ist ein gutes Stichwort, in diesen musste sich auch Keita Kosugi eine gesamte Saisonhälfte üben. Nun könnte auch die Stunde des Japaners schlagen. Der zu der Zeit 19-jährige Kosugi wechselte in der vergangenen Winter-Transferperiode von Djurgardens IF an den Main. Bei seiner Vorstellung machte der schüchterne und bodenständige Kosugi einen sympathischen und positiven Eindruck, seine Verpflichtung konnte als Vorgriff für den jetzt eingetroffenen Brown-Abgang verstanden werden. Doch seitdem blieb der Linksverteidiger unter dem Radar. Klar, die Konkurrenz mit Brown und Theate war zu groß, in der Hierarchie musste sich Kosugi als noch unbeschriebenes Blatt hinten anstellen. Aber dass ihm unter Ex-Trainer Albert Riera sogar wenige Bundesligaminütchen vergönnt blieben, überraschte dann doch.

Immerhin kam der japanische U23-Nationalspieler bei der zweiten Mannschaft in der Hessenliga zu fünf Einsätzen und verbuchte dabei eine Vorlage. Doch das kann bei Weitem nicht der eigene Anspruch sein, auch nicht von Trainer Hütter. Auch Kosugi wird sich der 56-Jährige mit Sicherheit genauer anschauen, der jetzt seine Chance nutzen kann. Zwar hat sich Kosugi noch nicht wie Baum ins Rampenlicht geschossen, doch mit dem bevorstehenden Trainingslager in Grassau am Chiemsee und den darauffolgenden Testspielen gibt es genug Gelegenheiten, sich für die neue Saison zu empfehlen. Die Brown-Fußstapfen sind zwar riesig, doch Kosugi weist mit bereits elf Einsätzen in der Conference League internationale Erfahrung auf. Auch hier dürften die Verantwortlichen zwar nochmal auf dem Transfermarkt zuschlagen, doch das sollte Kosugi anspornen, Gas zu geben und sich dem Konkurrenzkampf zu stellen.

 

 

7 Kommentare

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Schön wenn es denn so kommen würde in beiden Fällen.
Bin schon immer Fan von Japanern in unserer Mannschaft, da die immer viel mit Disziplin bei der Sache sind und meistens das Spiel mannschaftsdienlich begreifen ohne Egotrips.
Spannende Vorstellung wenn beide zu ihren Einsätzen kommen würden.
Große Namen sind auch keine Garantie dass sie unbedingt zünden.
Ich vertraue Hütter in dieser Hinsicht fast komplett die richtigen Spieler für sein Spielsystem zu erkennen und notfalls auf die größeren Transfers zu verzichten, wenn genügend Potential und Mentalität vielleicht schon im bestehenden Personal vorhanden ist.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Ob Stehblock, VIP-Loge, Currywurst oder Handkäs-Häppchen - Hauptsache SGE4EVER.de! Denn der User unterstützt das Onlinemagazin mit einem monatlichen oder jährlichen Betrag und genießt zudem besondere Vorteile: Werbefreiheit, Gewinnspiele etc. 2. Block42 22. Juli 26, 14:57 Uhr

Ganz schwer einzuschätzen. Erst einmal ist es super, wenn das vorhandene Personal genau beobachtet wird und eine Chance bekommt. Trotzdem kann Hütter auch nicht aus allen Spielern, die sich bisher nicht durchsetzen konnten, sofort Top Profis machen und ich hoffe, dass er mit seinen Einschätzungen richtig liegt. Wenn die Saison erst mal läuft dauert es lang, bis man Fehleinschätzung korrigieren kann.... die ein oder andere Neuverpflichtung von erfahrenen Spielern würde mich noch sehr beruhigen.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 3. eagle family 22. Juli 26, 15:08 Uhr Zitat - Block42 Ganz schwer einzuschätzen. Erst einmal ist es super, wenn das vorhandene Personal genau beobachtet wird und eine Chance bekommt. Trotzdem kann Hütter auch nicht aus allen Spielern, die sich bisher nicht durchsetzen konnten, sofort Top Profis machen und ich hoffe, dass er mit seinen Einschätzungen richtig liegt. Wenn die Saison erst mal läuft dauert es lang, bis man Fehleinschätzung korrigieren kann.... die ein oder andere Neuverpflichtung von erfahrenen Spielern würde mich noch sehr beruhigen. Path

So würde ich es auch sehen. Mir wäre es zu unsicher, nur auf die Beiden zu setzen. Vorbereitung und Spielbetrieb sind völlig unterschiedliche Paar Schuhe. Wobei ich mich insbesondere für Baum freuen würde, wenn er es bei uns packt. Aber wohler wäre es mir, wenn es auf jeder Position einen Konkurrenzkampf geben würde. Wäre zwar unschön für Baum, aber bei jedem anderen Verein müsste er sich auch erstmal durchsetzen.

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Fallback Avatar 4. PeKa 22. Juli 26, 15:33 Uhr

Wenn das Trainerteam der Meinung ist, dass die Qualität der beiden ausreicht, um die angestrebten Ziele in dieser Saison zu erreichen, werden sie sicher bleiben und auch spielen.
Ich lasse dem Team gerne Zeit, sich zu entwickeln. Das hatte ich die ganzen letzte Jahre vermisst, da nur auf Preisschilder und Wertsteigerung geschaut wurde.
Gerne für den nächsten Titel etwas längeren Anlauf nehmen, dann könnt Ihr bei anderen Vereine von mir aus absahnen.
Ich habe bei Adi wieder das Gefühl, das ist jemand, der einen Plan hat und weiß, was er tut.

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Fallback Avatar 5. pit3157 22. Juli 26, 16:54 Uhr

hoffe die zwei packen das
denoch etwas gemischte gefühle dabei
ist immer schön noch den einen oder anderen dabei zu haben
beide aleine wird nicht gehen
und noch ist teahte nicht weg
nur die SGE

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Avatar 6. Hooliganverachter 22. Juli 26, 22:35 Uhr

Mir macht unser IV-Torso eher Sorgen. Wenn Koch und Collins ihre Leistungen aus der Vorsaison konserviert haben sollten, wäre ein weiterer IV evtl. zu knapp kalkuliert?

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 7. Boris 23. Juli 26, 12:11 Uhr

Korrektur: "(...) im Zuge dessen enthüllte die „Bild“ die Preisschilder für alle Verkaufskandidaten." Einen Scheiß haben die enthüllt, die haben wohl kaum Krösches Laptop gehackt. Die haben GERATEN, das ist das richtige Wort dafür, alles andere ist irreführende Berichterstattung. Bei hoch bewerteten Eintracht-Spielern in guter Form rechnet man 25% drauf, bei denen in schlechter Form orientiert man sich am Marktwert, bei jungen, niedrig Bewerteten verdoppelt man und bei allem mit nur noch einem Jahr Restvertrag halbiert man, tadaaa, alle Marktwerte "enthüllt".

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