Timothy Chandler ist eine Eintracht-Legende. Seit 2001 gehört der gebürtige Frankfurter dem Verein an – mit Ausnahme eines vierjährigen Intermezzos beim 1. FC Nürnberg zwischen 2010 und 2014. Der mittlerweile 36-Jährige hat bei der SGE nahezu alles erlebt: große Erfolge, schwierige Phasen, emotionale Momente und zahlreiche Trainerwechsel. Als Publikumsliebling und Teamplayer ist er längst eine feste Größe innerhalb der Eintracht-Familie.
Ende Juni verlängerte der Rechtsverteidiger seinen Vertrag bei den Hessen noch einmal um ein weiteres Jahr bis 2027. Chandler soll dabei vor allem auch Einblicke in die verschiedenen Bereiche des Vereinszentrums und der Geschäftsstelle erhalten. Anlässlich des Trainingsstarts und des heutigen Beginns des Trainingslagers im oberbayerischen Grassau, das bis zum 1. August andauert, sprach Chandler im Podcast „Aufstehen mit der Eintracht“ über die Vorbereitung unter dem neuen Cheftrainer Adi Hütter, seine Zukunft und die anstehende Reise nach Bayern.
Chandler spürt bereits Hütters Handschrift
Die ersten Tage der Vorbereitung haben beim erfahrenen Eintracht-Profi bereits einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vor allem die Intensität unter Hütter sei spürbar höher als bei seinen Vorgängern Dino Toppmöller und Albert Riera: „Auf jeden Fall ist natürlich bei Adi jetzt nochmal eine ganz andere Intensität da“, erklärte Chandler. Gleichzeitig habe der neue Trainer bislang einen guten Eindruck hinterlassen und die Mannschaft ziehe „wirklich gut mit“. Der 36-Jährige rechnet daher mit einem „sehr, sehr harten Trainingslager“. Dass Hütter Wert auf eine intensive und abwechslungsreiche Vorbereitung legt, kommt bei der Mannschaft offenbar gut an. Chandler berichtete auch von vielen kleinen Einheiten auf dem Trainingsplatz, die für eine gewisse Lockerheit sorgen würden. Die Umstellung sei zwar spürbar, doch die Spieler hätten Spaß an der neuen Arbeitsweise. „Anstrengung gehört bei uns im Sport dazu“, betonte der Routinier. Schließlich wolle die Eintracht in der neuen Saison wieder etwas erreichen und dafür würden aktuell alle voll mitziehen.
Chandler selbst wusste bereits, was auf seine jüngeren Mitspieler zukommt. Schließlich war er während Hütters erster Amtszeit in Frankfurt zwischen 2018 und 2021 Spieler unter dem Österreicher. Er habe die Mannschaft auf den neuen Trainer und dessen Anforderungen vorbereitet. Dennoch sei es letztlich immer etwas anderes, die Intensität selbst zu erleben. Bei den immer jünger werdenden Mitspielern sieht sich der Routinier ohnehin weiterhin in einer besonderen Rolle. Mit einem Augenzwinkern erklärte er: „Solange ich auf dem Platz noch meine Runden drehe, müssen sie auch mithalten.“
„So wie jedes Jahr: Spaß haben und Vollgas geben“
Auch wenn Chandler in der kommenden Saison weiterhin als Spieler zum Kader gehört, dürfte er – ähnlich wie in den vergangenen Jahren – nur noch sporadisch auf dem Platz zum Einsatz kommen. Seine aktive Rolle auf dem Platz dürfte damit klein bleiben, seine Einstellung ist jedoch unverändert. Die Vorbereitung will der 36-Jährige mit voller Energie angehen. Sein Plan für das möglicherweise letzte Kapitel seiner aktiven Karriere sei dabei derselbe wie immer: „Spaß haben und Vollgas geben.“ Das wolle er „bis zum letzten Tag“ tun. Wie es danach weitergeht, ist allerdings noch offen. Eine Entscheidung über seine weitere Rolle soll im Laufe der Saison fallen. Chandler kündigte an, sich „Ende des Jahres, Anfang des neuen Jahres“ mit den Verantwortlichen zusammenzusetzen. Erst dann soll gemeinsam über die nächsten Schritte gesprochen werden.
Fest steht für den Routinier jedoch bereits, dass er bei der SGE bleibt. „Der Eintracht-Familie bleibe ich auf jeden Fall erhalten“, stellte Chandler klar. Seine Zukunft sieht er dabei möglichst ohne längere Unterbrechung bei den Hessen. „Ich möchte im Anschluss direkt bei der Eintracht weiterarbeiten. Ich möchte gar keine Pause einlegen“, erklärte er. Damit befindet sich Chandler in einer ähnlichen Situation, wie sie auch Makoto Hasebe in seinen letzten Jahren bei der Eintracht erlebt hatte. Der Japaner, der seine aktive Karriere 2024 im Alter von vierzig Jahren beendete, hielt sich ebenfalls lange offen, wann genau der richtige Zeitpunkt für den Rücktritt vom aktiven Fußball gekommen war. Auch Chandler möchte den Übergang in eine neue Rolle offenbar fließend gestalten und seine Erfahrung unmittelbar in den Verein einbringen.
Vorfreude auf die gemeinsamen Tage in Grassau
Zum Start des Trainingslagers in Grassau freut sich Chandler vor allem auf die gemeinsame Zeit mit der Mannschaft. Trainingslager seien „immer schön“, weil die Spieler abseits des normalen Trainings- und Spielbetriebs enger zusammenrücken würden. In Grassau warten auf die Mannschaft jedoch nicht nur gemeinsame Aktivitäten und gute Stimmung. „Wir werden auch sehr viel arbeiten“, kündigte Chandler an. Die Mischung aus intensiven Trainingseinheiten und gemeinsamer Zeit abseits des Platzes soll die Mannschaft weiter zusammenschweißen.
Für Chandler selbst ist das Trainingslager dabei ein weiterer Schritt in einem besonderen letzten Karriereabschnitt. Seine Einstellung bleibt stets unverändert: „Egal, was passiert, ich werde wieder alles für die Eintracht tun.“






3 Kommentare
Gude,
zu recht muss das Trainingslager hart sein.
In der letzen Saison waren regelmäßig nach 65 min platt.
Erschreckend einerseits , dass jetzt offen über Missstände und Versäumnisse voriger Trainer gesprochen wird.
Andererseits hoffnungsvoll und Ermutigend, es wird besser - und wir können uns wieder aus ACTION im Waldstadion freuen
Forza SGE !
Ich glaube eigentlich nicht, dass die Laktatwerte im Belastungstest letzte Saison schlechter waren, natürlich haben die Spieler ihr wöchentliches Laufpensum und das wird alles lückenlos überwacht, egal wer gerade Trainer ist, das ist davon völlig unabhängig. Bei der Eintracht arbeiten ja Dutzende Fitnesscoaches und Physios. Ich denke vielmehr, dass Hütter einfach der viel bessere Antreiber und Motivator ist. Toppmöller ist einfach ein Laschi, wenn der mal eine Ansage macht, dann wirkt das gezwungen oder gekünstelt, irgendwie nicht echt. Riera dagegen ist eben hochnäsig und hat die Spieler dermaßen vor den Kopf gestoßen, dass sie eher demotiviert waren und unbewusst gegen ihn gespielt haben. Wenn man demotiviert ist, dann fällt tatsächlich jeder Schritt viel schwerer. Wenn man die Aufgabe positiv als Herausforderung ansieht, dann geht das oft wie von selbst. Deswegen haben ihnen oft die Körner gefehlt, das Problem war nicht konditionell, sondern im Kopf. Jeder Spieler hat ganz klar mehr Potential als das. Hütter schafft es einfach, die Leute mitzunehmen und Begeisterung zu wecken, für die gemeinsame Sache zu kämpfen. Dann wird das ganz anders aussehen.
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