Das defensive Mittelfeld war in der vergangenen Saison eine der großen Schwachstellen bei der Frankfurter Eintracht. Weder Ellyes Skhiri noch Hugo Larsson konnten sich hier auf Dauer wirklich zeigen und empfehlen, lediglich mit Abstrichen Oscar Hojlund und Fares Chaibi zeigten hier gute Leistungen – allerdings waren diese auch zu schwankend. Aus diesem Grund war recht schnell klar, dass die SGE hier im aktuellen Transferfenster aktiv werden wird. Am vergangenen Wochenende wurde dann mit der Verpflichtung von Noel Aseko der erste neue Mittelfeldmann präsentiert. Der 20-Jährige kommt vom FC Bayern München und soll rund zwölf Millionen Euro Ablöse kosten, in der vergangenen Saison überzeugte er bei seiner Leihe zu Hannover 96 in der 2. Bundesliga.
Am heutigen Montag wurde er nun im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Dabei war Aseko die Vorfreude auf seine neue Aufgabe deutlich anzumerken. „Ich freue mich hier zu sein. Die ersten Eindrücke sind super, ich wurde gut aufgenommen. Ich nehme eine positive Energie auf, die Menschen sind sehr sympathisch“, sagte der Mittelfeldspieler. Schon in den ersten Tagen habe er gespürt, dass die Eintracht ein besonderes Umfeld biete.
Ausschlaggebend für den Wechsel sei vor allem das Gesamtpaket gewesen. „Das Gesamtpaket hat mich überzeugt, ich hatte gute Gespräche mit der Eintracht und Trainer Adi Hütter“, erklärte der Neuzugang. Selbst ein aktueller Eintracht-Profi spielte bei seiner Entscheidung eine kleine Rolle. „Und ich habe mit Nnamdi Collins geschrieben“, sagte Aseko lachend. Vor allem die sportliche Perspektive habe ihn letztlich überzeugt: „Die Eintracht hat einen klaren Plan, mich weiterzuentwickeln. Ich muss spielen und mich so weiterentwickeln und hier habe ich eine gute Chance, mich zu entwickeln.“ Dem Wechsel waren intensive Gespräche mit beiden Vereinen vorausgegangen. „Ich war sehr intensiv im Austausch mit dem Trainer und dem Vorstand von Bayern und Frankfurt und wir hatten gute Gespräche.“ Besonders der offene Austausch mit Bayern-Coach Vincent Kompany habe ihm bei seiner Entscheidung geholfen. „Ich habe mit Vincent Kompany ein ehrliches Gespräch und so kam es dann mit der Eintracht zustande.“ Seine Zeit beim FC Bayern bewertet Aseko als wichtigen Entwicklungsschritt. „Ich habe bei den Bayern viel lernen können.“ Besonders die tägliche Trainingsqualität habe ihn geprägt. „Wichtig war es, dass ich jeden Tag am Limit war und so viel wie möglich mitnehmen konnte.“
Entwicklung Schritt für Schritt
Für seine erste Saison in Frankfurt setzt sich Aseko bewusst keine übertriebenen Ziele. Zunächst gehe es darum, sich in der Mannschaft einzuleben. „Ich habe mir vorgenommen, gut anzukommen und mich gut zu integrieren. Ich will mich hier bestmöglich weiterentwickeln und Spielzeit sammeln“, so der Rechtsfuß. Persönliche Interessen stellt der 20-Jährige dabei hinten an: „Ich spiele für und mit dem Team.“ Dass er sich seinen Platz erst erarbeiten muss, ist ihm bewuss: „Natürlich gibt es auch große Konkurrenz, jeder will spielen, aber das ist normal.“ Trotz des millionenschweren Wechsels möchte sich der Mittelfeldspieler selbst nicht unter Druck setzen: „Ich schaue eher, was als Nächstes passiert, daher habe ich keine großen Erwartungen.“ Stattdessen wolle er sich Schritt für Schritt weiterentwickeln.
Mit Nnamdi Collins stand Aseko bereits vor seiner Ankunft in Frankfurt in Kontakt. „Ich habe mit Nnamdi Collins geschrieben. Er hat mir ein paar Tipps für die Stadt gegeben, aber noch nicht für die Eintracht“, verriet der Neuzugang schmunzelnd. Den Rest wolle er selbst herausfinden: „Hier sind die Leute sehr nett und das mache ich selber.“ Auch mit Trainer Adi Hütter tauschte sich Aseko bereits intensiv aus. Dabei sei schnell klar geworden, auf welcher Position der Österreicher ihn sieht. „Ich habe mit Adi Hütter telefoniert, er sieht mich als Sechser oder Achter. Das sehe ich auch so.“ Gleichzeitig beschrieb der 20-Jährige seine eigenen Stärken: „Ich bringe viel Intensität mit und bin mutig mit dem Ball. Gegen den Ball spiele ich intensiv. Mein Pressing ist ordentlich, aber ich will mich überall noch verbessern.“ Seine Mentalität führt Aseko dabei auf seine Kindheit in Berlin-Neukölln zurück. „Ich bin in Berlin-Neukölln aufgewachsen und bin Straßenfußballer. Da geht es darum zu gewinnen.“ Gerade gegen den Ball habe ihn diese Zeit geprägt: „Wenn man den Ball verliert, will man ihn gleich wieder und nicht hinterherlaufen.“ Rückblickend habe ihn diese Schule des Straßenfußballs entscheidend geformt: „Der Straßenfußball hat mir sehr viel mitgegeben und ich habe viel gelernt.“
Familie und Freunde im Rücken
Abseits des Platzes setzt der Mittelfeldspieler vor allem auf den Rückhalt seiner Familie und seiner Freunde. „Ich bin viel im Austausch mit Freunden und Familie und zocke ab und zu. Die Familie war oft bei mir in Hannover oder ich bin bei ihnen.“ Auf dem Platz fällt Aseko dagegen häufig durch seine kompromisslose Spielweise auf. Diese sieht er durchaus als Teil seines Spiels: „Manchmal ist meine Aggressivität ein Zeichen, dass ich da bin, das ich dann setzen will.“ Langfristig verfolgt der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler selbstverständlich auch höhere Ziele. „Ich glaube, jeder möchte irgendwann für die Nationalmannschaft spielen. Das ist auch mein Ziel, ich würde lügen, wenn ich hier Nein sagen würde“, gab er zu. Aktuell liege sein Fokus aber zunächst auf der U21: „Ich schaue gerade auf die U21 und schaue, dass da alles glatt läuft.“
Viel wichtiger ist für Aseko ohnehin der Trainingsalltag mit seiner neuen Mannschaft: „Ich freue mich jetzt am meisten, mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen.“ Besonders beeindruckt zeigte er sich zudem vom Umfeld der Eintracht: „Ich finde die Fans und der Zusammenhalt bei der Eintracht sehr stark. Ich habe schon oft gehört, dass das Stadion hier auch mal richtig brennen kann.“ Die schwierige vergangene Saison der Frankfurter spielte bei seiner Entscheidung dagegen kaum eine Rolle. „Ich habe die letzte Saison nicht so wahrgenommen. Ich war bei Hannover und habe mich daher auf Hannover konzentriert.“ Statt zurückzublicken, richtet Aseko den Blick nach vorne: „Wir wollen jetzt, dass jeder sein Bestes auf dem Platz abruft und wir als Mannschaft auf und neben dem Platz funktionieren.“
Mit seinen Aussagen machte der 20-Jährige deutlich, warum sich Eintracht Frankfurt um seine Verpflichtung bemühte: Aseko bringt Intensität, Ehrgeiz und eine klare Vorstellung von seiner eigenen Entwicklung mit. Nun will der Mittelfeldspieler diese Qualitäten auch in der Bundesliga unter Beweis stellen – und die lange gesuchte Stabilität im Frankfurter Zentrum mitprägen.






2 Kommentare
Das könnte schon passen.
Was mich etwas zweifeln läßt ist die Tatsache, daß Bayern ihn überhaupt abgibt.
Denn wenn er wirklich so ein Überflieger wäre, hätten sie ihn bestimmt behalten.
Bei Karl hat man ja gesehen, daß auch junge Spieler trotz des Luxuskaders spielen dürfen, wenn sie das in München geforderte Niveau haben.
lassen wir uns überraschen von ihm
hoffe schon das beste und wenn markus in ihm was sieht
dann hoffe ich das es auch klappt
denke der junge wird sich schon richtig einfügen
nur die SGE
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