Wechsel in die Türkei, nach England, Italien oder doch Verbleib bei Eintracht Frankfurt? Seit Monaten machen Wechselgerüchte um Can Uzun die Runde. Aus der Türkei kam häufig die Meldung, wonach der türkische Nationalspieler mit Galatasaray Istanbul einig sei. Es ist nicht das erste Mal, dass die Glaubwürdigkeit von Berichten aus der Türkei in Zweifel gezogen werden muss.
Zuletzt vermeldete der Sender „Sky“, dass der Istanbuler Klub direkte Gespräche mit der Spielerseite führt und Uzun selbst nicht abgeneigt wäre von einem Wechsel in das Heimatland seiner Eltern oder in die englische Premier League. Von einem „Done Deal“ ist Gala aber meilenweit entfernt. Das Preisschild liegt dem Vernehmen nach bei 60 Millionen Euro. Berichten zufolge seien die Türken bereit, 40 Millionen Euro zu bieten. Doch wer Markus Krösche kennt, der weiß, dass der Sportvorstand der Hessen niemals von seinen Forderungen abrückt, erst recht nicht, wenn die gebotene Summe stark vom geforderten Preis abweicht.
Grundsätzlich lautet das Frankfurter Credo: Wenn sich ein Spieler schneller entwickelt als der Verein, wird ihm keine Steine ihn den Weg gelegt. Schließlich hat sich nichts daran geändert, dass die SGE weiterhin Transfererlöse erwirtschaften muss. Bei Uzun verfolgt man aber einen anderen klaren Plan: Nach den Abgängen von Rasmus Kristensen, Nathaniel Brown und mit Abstrichen Aurèle Amenda möchten die Verantwortlichen den nächsten Verlust eines Leistungsträgers verhindern. Stattdessen verfolgt man intern das Ziel, um Uzun als Fixpunkt eine stabile Achse zu bauen. Mit Noël Aséko und Raphael Onyedika sind zwei Schlüsselspieler für das zentrale Mittelfeld verpflichtet worden. Doch wie der „Kicker“ berichtet, ist ein Verbleib am Main „nicht in Stein gemeißelt“.
Uzun-Stoppschild unter einer Bedingung
Uzun selbst hält sich mit Aussagen zu seiner Zukunft bedeckt, nicht aber sein Vorgesetzter. Krösche unterstrich mehrmals, dass es beim feinfüßigen und technisch versierten Offensivspieler keine Anzeichen für einen Wechsel gebe. Nach seiner schwierigen Debütsaison genießt Uzun inzwischen einen hohen Stellenwert innerhalb der Mannschaft. Lobeshymnen gab es zuletzt von Kollege Jonathan Burkardt, Coach Adi Hütter und Boss Krösche. „Can ist ein fantastischer Spieler mit unglaublich tollen Anlagen. Er kann Spiele entscheiden und schießt auch mal aus der Distanz“, schwärmte beispielsweise Hütter. Mit Blick auf die Zahlen lässt sich die These des Österreichers schnell und leicht belegen. Obwohl der Rechtsfuß verletzungsbedingt 14 Pflichtspiele verpasste und sein Team insgesamt eine verkorkste Saison hinter sich ließ, sammelte Uzun wettbewerbsübergreifend zehn Tore und sechs Vorlagen in zwanzig Spielen in der abgelaufenen Spielzeit. Damit ist er hinter Burkardt (17 Scorerpunkte) der zweitbeste Scorer der Saison 2025/26.
In der kommenden Saison wollen die Adler neu angreifen und sich wieder für Europa qualifizieren, mit Uzun als Schlüsselfigur im offensiven Mittelfeld. Aus diesem Grund zieht die Führungsetage laut dem Bericht des „Kicker“ in Erwägung, ihren Schützling – entgegen der bisherigen Vereinsphilosophie – mit einem „Stoppschild“ zu versehen. Der Sportzeitschrift zufolge setzt ein Wechselverbot allerdings größere Verkäufe voraus. Kandidaten seien demnach Farès Chaibi und Jean-Mattéo Bahoya, die „in der Summe eine Ablöse jenseits von 50 Millionen Euro erzielen könnten.“ Beide gelten als Verkaufskandidaten. Chaibi konnte sich mit guten Leistungen bei der Weltmeisterschaft ins Schaufenster spielen, laut „Absolut Fußball“ liebäugelt er mit einem Wechsel in die finanzstarke Saudi Pro League. Bahoya hat, trotz Stagnation, einen Markt in England. Clubs wie der FC Arsenal und Tottenham Hotspur sollen ein Auge auf den Flügelflitzer geworfen haben. Chaibis Abgang könnte aufgefangen werden, da Hütter mit Aséko, Onyedika, Uzun, Hugo Larsson und Oscar Højlund über genug Optionen verfügt. Auf dem linken Flügel sähe die Lage dagegen schon eher mau aus, da müssten die Bosse ggf. auf dem Transfermarkt nachlegen. Das hängt aber auch davon ab, welches System Hütter spielen lassen wird. Aktuell setzt der Fußballlehrer bei den Testspielen auf ein 4-2-2-2, in dem Uzun als variabler linker Flügel agiert, wobei seine Stärken eher auf der Zehn zur Geltung kommen. Ein 4-2-3-1 wäre eine Möglichkeit, allerdings präferiert Hütter eine Doppelspitze. Doch egal, in welcher Rolle Uzun von seinem Trainer gesehen wird, der gebürtige Regensburger soll der Eintracht definitiv erhalten bleiben.






Ein Kommentar
Verstehe nicht warum wir für ein Wechselverbot andere Spieler verkaufen müssen. Soll das heißen, wenn wir keinen anderen mehr verkauft bekommen müssten wir Uzun für 40 Millionen verkaufen, weil 44 Millionen Transferüberschuss nicht reichen?
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