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Mario Götze spielt seit Sommer 2022 für die Eintracht. Foto: IMAGO / Eibner

„Das war de facto nicht der Fall“: Götze reagiert auf Rieras Aussagen

Mario Götze blickt mit großer Vorfreude auf seine vierte Saison bei Eintracht Frankfurt. Der Weltmeister verlängerte seinen Vertrag im Frühjahr bewusst bis 2028 und soll unter Rückkehrer Adi Hütter wieder eine zentrale Rolle übernehmen. Im Interview mit der „Bild“ sprach der 34-Jährige über seine Zukunft am Main, die schwierigen Monate unter Albert Riera und den Neustart mit dem neuen Trainer.

Die Entscheidung für die Vertragsverlängerung fiel Götze ganz bewusst. „Es war von mir und meiner Familie eine bewusste Entscheidung für die Eintracht. Ich genieße es hier.“ Zwar wisse er mittlerweile genau, dass sein Körper mehr Regeneration benötige als noch vor einigen Jahren, an seiner Motivation ändere das aber nichts. „Mein klares Ziel ist es aber weiterhin, dem Klub und der Mannschaft zu helfen – auf und neben dem Platz. Mit meiner Erfahrung und mit nach wie vor großer Lust.“

Dass der Vertrag gleich bis 2028 verlängert wurde, überraschte viele Beobachter. Für Götze passt die längere Laufzeit jedoch zu seiner grundsätzlichen Denkweise. „Ich bin ein Fan davon, Dinge langfristig zu betrachten.“ Beide Seiten wüssten inzwischen genau, was sie aneinander hätten. „Wir wissen, was wir aneinander haben und haben in den Gesprächen klar benannt, was ich der Mannschaft und umgekehrt der Verein mir geben kann.“

Ein positives Signal erhielt der Routinier unmittelbar nach der Verpflichtung von Adi Hütter. „Ja, auf jeden Fall. Es war ein gutes Gespräch.“ Schon nach kurzer Zeit sei deutlich geworden, weshalb der Österreicher bei Spielern und Verantwortlichen gleichermaßen geschätzt werde. „Man merkt an der Art, wie er trainieren lässt, wie er spricht und wie er mit Menschen umgeht – nicht nur mit der Mannschaft –, dass das eine große Qualität ist.“ Besonders imponiert Götze die Klarheit seines Trainers. „Die Klarheit, die er hat. Die Dinge, die er anspricht.“ Hütter benötige oft nur wenige Worte, um seine Botschaften zu vermitteln. „Mit wenig Worten viel zu bewirken. Das ist schon beeindruckend. Das ist eine sehr große Qualität.“

Rückblick auf Riera-Zeit

Ganz anders verliefen dagegen die vergangenen Monate unter Albert Riera. Rückblickend beschreibt Götze diese Phase als außergewöhnlich belastend. „Das kommt dem schon sehr nahe, es war eine sehr spezielle Zeit.“ Viele Dinge hätten weder für ihn persönlich noch für den Verein funktioniert. „Diese vier Monate waren extrem intensiv. Viele Dinge sind nicht so gelaufen und aufgegangen, wie wir uns das vorgestellt hatten.“ Trotzdem möchte der Weltmeister dieses Kapitel inzwischen abschließen. „Aber das ist inzwischen Vergangenheit. Ich möchte gar nicht mehr so viel darüber sprechen.“ Dass der Verein letztlich die Reißleine zog, sei angesichts der Ergebnisse nachvollziehbar gewesen. „Am Ende ist Fußball Ergebnissport. Es hat nicht funktioniert. Dementsprechend hat der Verein auch schnell und konsequent reagiert.“ Gleichzeitig stellt Götze klar, dass die Verantwortung nicht allein beim ehemaligen Trainer gelegen habe. „Ich glaube, es ist trotzdem nicht der richtige Weg, die Schuld auf eine Person allein abzuwälzen.“ Vielmehr müsse jeder Spieler die eigene Leistung hinterfragen. „Jeder sollte seine Leistung reflektieren. Nur so kann es besser werden.“

Auch auf Rieras spätere Aussagen, wonach ein Weltmeister sich nicht alles erlauben könne, reagiert Götze bemerkenswert gelassen. „Ich glaube, dass ich bisher mit jedem Trainer in meiner Karriere ein sehr gutes Verhältnis hatte.“ Sollte Riera diese Sichtweise vertreten, könne er das tun. „Wenn er meint, dass er das so sagen muss, dann soll er es tun.“ Ganz ohne Seitenhieb bleibt seine Antwort dennoch nicht. „Es ist aber – nennen wir es – interessant, dass er das so formuliert hat.“ Schließlich habe es zwischen beiden kaum persönliche Gespräche gegeben. „Das würde ja voraussetzen, dass wir häufiger miteinander gesprochen hätten oder uns gut kennen würden. Das war de facto aber nicht der Fall.“ Mit einem Lächeln ergänzt Götze: „Wenn er meint, dass er das in seiner eigenen Wahrnehmung so interpretieren muss, dann soll er es gerne tun.“

Auch die vergangene Saison bewertet der Spielmacher selbstkritisch. „Dass es besser geht, weiß ich selbst.“ Die Spielzeit sei intern analysiert und abgehakt worden. „Nun geht es darum, nach vorne zu schauen und die Dinge deutlich besser zu machen.“ In seinen inzwischen vier Jahren bei der Eintracht sei die vergangene Saison eindeutig die schwierigste gewesen. „Wenn ich auf meine vier Jahre insgesamt schaue, war das logischerweise das schwächste Jahr – sowohl für mich persönlich als auch für die Mannschaft.“

Gemeinsam mit Adi Hütter soll nun der Neustart gelingen. Götze macht keinen Hehl daraus, dass er dabei weiterhin eine tragende Rolle übernehmen möchte – nicht nur mit seinen Leistungen auf dem Platz, sondern auch mit seiner Erfahrung in einer jungen Frankfurter Mannschaft.

8 Kommentare

Fallback Avatar 1. hovawart 03. August 26, 10:02 Uhr

Finde es sehr gut, dass Mario sich auf die Zukunft konzentriert und die Aussagen von dem Selbstdarsteller Riera nicht für voll nimmt.
Freue mich Mario in guter Form wieder im Herzen von Europa zu sehen und finde es Klasse, dass er sich so zur Eintracht bekennt.

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Fallback Avatar 2. Meintracht 03. August 26, 10:31 Uhr

Der Albert Riera ist ja nicht vom Himmel gefallen, von ihm war auch jemand sehr überzeugt und hat ihn geholt.
Basis für die schwache Saison war für mich die Wohlfühl- Wellness- Zeit unter Toppmöller.
Das jetzt endlich ein anderer Zug drin ist, haben ja alle in den Interviews bestätigt. (Intensität als meistgebrauchtes Wort)
Mit Hütter wird das was, ein Trainer mit Format und Können!

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Avatar 3. SGE-SCOPE 03. August 26, 10:49 Uhr

Die kompletten Bedingungen und Überlegungen für die Trainerrotation wären mal interessant. Also, dass Riera noch nicht frei war hat uns das Übergangsduo Schmidt/Meier beschert. Hätte man bei einem schnellen Erfolg der beiden, Riera überhaupt geholt? Was sprach damals gegen Hütter, der war ja seit Oktober schon frei. Musste das Projekt europäischer Wettbewerb erst scheitern, damit richtig Tabularasa gemacht wird?
Ich meine auch hier um Forum waren nach der Toppmöllerentlassung genug "Bitte nicht Hütter, den will ich hier nicht mehr sehen!" Kommentare. War die Zeit noch nicht reif, direkt auf Hütter zu setzen? Wollte Hütter kein Feuerwehrmann sein? Wahrscheinlich werden wir es nie erfahren...

Gruß SCOPE

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Fallback Avatar 4. hovawart 03. August 26, 11:14 Uhr Zitat - Meintracht Der Albert Riera ist ja nicht vom Himmel gefallen, von ihm war auch jemand sehr überzeugt und hat ihn geholt. Basis für die schwache Saison war für mich die Wohlfühl- Wellness- Zeit unter Toppmöller. Das jetzt endlich ein anderer Zug drin ist, haben ja alle in den Interviews bestätigt. (Intensität als meistgebrauchtes Wort) Mit Hütter wird das was, ein Trainer mit Format und Können! Path

Immer wieder die Schuld auf Toppmöller zu schieben finde ich sehr unfair - in der Saison zuvor hat er die Mannschaft auf den dritten Platz in der Liga geführt. Riera war sicherlich nicht die beste Wahl aber in erster Linie war es die Mannschaft die bei beiden Trainern nicht die beste mögliche Leistung abgeliefert hat.

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Fallback Avatar 5. einesgehtnochrein 03. August 26, 11:20 Uhr

Bei all dem „Hurra Hurra, der Hütter, der ist da“ welches hier von Medien und Mannschaft verbreitet wird, finde ich eine Sache klasse. Sollte das ganze wieder nicht so laufen wie gewünscht, hat sich die Mannschaft selbst unter Zugzwang gesetzt. Denn eines ist jetzt klar, an Hütter kann es dann nicht liegen. Mit ihm hatten die Spieler eine optimale Vorbereitung. Er verfolgt einen Spielplan und eine Taktik, die von allen Beteiligten in höchsten Tönen gelobt wird.
Von daher lehne ich mich entspannt zurück und warte auf die Darbietung. Die Show kann am 21.08. beginnen. Diesen Jahres wohlgemerkt.

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Fallback Avatar 6. Jay-Jay83 03. August 26, 11:31 Uhr

Mario's Schlussfolgerung finde ich etwas dünn. Wenn ich als Teamleiter in ein Büro komme, in dem ein Mitarbeiter seit 35 Jahren arbeitet und mir auffällt, dass dieser seinen Arbeitsalltag vorzugsweise damit verbringt Kaffee trinkend durch die Abteilungen zu schlendern und Schwätzchen zu halten, anstatt sich seinen Aufgaben zu widmen, kann ich durchaus feststellen, dass derjenige eher macht was er will, als was er tun soll. Dafür muss ich weder den Mitarbeiter persönlich gut kennen, noch eine Reihe individueller Gespräche geführt haben.

Aber immerhin nimmt er Riera nicht als Erklärung/Ausrede für alle Dinge, die letztes Jahr schief liefen.

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Ich gehörte auch zu denen, die Rieras Verpflichtung optimistisch, später zumindest noch wohlwollend sahen. Die Sache ist dann aber krachend in die Hose gegangen.

Wir sollten es deshalb halten wie Götze: "... möchte der Weltmeister dieses Kapitel inzwischen abschließen."
Die Sache ist Geschichte. Strich drunter. Abhaken.
Schauen wir lieber nach vorne. Die nächste Saison könnte eine sehr spannende und interessante werden. Ich freu mich drauf.

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Fallback Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 8. eldelabeha 03. August 26, 11:45 Uhr Zitat - SGE-SCOPE Die kompletten Bedingungen und Überlegungen für die Trainerrotation wären mal interessant. Also, dass Riera noch nicht frei war hat uns das Übergangsduo Schmidt/Meier beschert. Hätte man bei einem schnellen Erfolg der beiden, Riera überhaupt geholt? Was sprach damals gegen Hütter, der war ja seit Oktober schon frei. Musste das Projekt europäischer Wettbewerb erst scheitern, damit richtig Tabularasa gemacht wird? Ich meine auch hier um Forum waren nach der Toppmöllerentlassung genug "Bitte nicht Hütter, den will ich hier nicht mehr sehen!" Kommentare. War die Zeit noch nicht reif, direkt auf Hütter zu setzen? Wollte Hütter kein Feuerwehrmann sein? Wahrscheinlich werden wir es nie erfahren... Gruß SCOPE Path

Gude Scope, ich glaube nicht, dass Hütter verfügbar war. Bei aller berechtigten Kritik an Riera war er auch die ärmste Sau. Eine Mannschaft, die am Boden liegt wieder aufrichten, ohne Vorbereitung, ohne Einfluss auf den Kader.
Hütter hat ja jetzt scheinbar bei vielen Personalien den Hut auf und artikuliert das auch klar.
Mit Amenda konnte er nicht viel anfangen, also wurde der verkauft, Baum hat ihn überzeugt, deswegen bleibt er, Theate will er sich erstmal anschauen, bevor er entscheidet.
Bei Toppmöller wirkte es auf mich mehr so, als wurde ihm ein Kader hingestellt und er sollte dann mal machen. Zumindest nach außen hat er sich nie beklagt oder Forderungen gestellt. Auch wenn der einzige Top MS verkauft wird oder der dringend benötigte DM nicht kommt.

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