Bis zum letzten Tag der Sommertransferperiode kämpfte Eintracht Frankfurt um eine Rückkehr von Arnaud Kalimuendo. Der Franzose blieb letztlich bei Nottingham Forest und damit bei Ex-Eintracht Trainer Oliver Glasner. Doch die ersten Wochen der neuen Saison laufen für den 24-Jährigen alles andere als optimal. Gleichzeitig stellt sich in Frankfurt mittlerweile eine ganz andere Frage: Braucht die SGE Kalimuendo im Winter überhaupt noch?
Es war eine der Transfergeschichten des Frankfurter Sommers. Nach seiner halbjährigen Leihe wollte Eintracht Frankfurt Kalimuendo dauerhaft an den Main holen. Der Angreifer hatte in seiner Leihzeit in 19 Bundesligaspielen sechs Treffer erzielt und trotz einer insgesamt schwierigen Frankfurter Saison einen guten Eindruck hinterlassen. Die ursprünglich vereinbarte Kaufoption von rund 27 Millionen Euro war den Hessen allerdings zu teuer. Trotzdem arbeitete Sportvorstand Markus Krösche anschließend weiter an einer Rückkehr. Bis zum Deadline Day wurde verhandelt, eine Einigung mit Nottingham Forest gelang jedoch nicht. Medienberichten zufolge scheiterte der Transfer letztlich vor allem an den finanziellen Vorstellungen des Premier-League-Klubs. Kalimuendo blieb also in England.
Kalimuendo kaum berücksichtigt bei Nottingham
In der Premier League kommt der 24-Jährige bislang lediglich auf einen Kurzeinsatz. Gegen Leeds United wurde er für die Schlussminute eingewechselt. Im Ligapokal gegen denselben Gegner durfte er 60 Minuten spielen, Nottingham verlor die Partie mit 0:2. Beim 2:1-Auswärtserfolg gegen Aston Villa saß Kalimuendo anschließend über die komplette Spielzeit auf der Bank. Gegen Liverpool und Tottenham gehörte er nicht zum Kader, zuletzt gegen Coventry City ebenfalls nicht.
Nottingham verfügt mit Chris Wood, Igor Jesus und Liam Delap über mehrere Mittelstürmer, zudem stehen dem Österreicher für seine offensiven Positionen weitere Spieler wie Dan Ndoye, Callum Hudson-Odoi und Omari Hutchinson zur Verfügung, die in der Hierarchie aktuell wohl alle vor Kalimuendo liegen. Für jemanden, der regelmäßig spielen und den nächsten Entwicklungsschritt machen möchte, kann diese Situation auf Dauer kaum zufriedenstellend sein.
Neue Ausgangslage bei der Eintracht
Das könnte zwangsläufig die Frage aufwerfen, ob Eintracht Frankfurt im Winter einen neuen Anlauf unternimmt. Allerdings hat sich auch am Main die Situation seit dem gescheiterten Transfer erheblich verändert. Im Sommer erschien ein weiterer Mittelstürmer noch als wichtige Ergänzung, wenn nicht sogar als absolute Pflicht, des Kaders. Inzwischen liefern Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib Argumente dafür, dass die Eintracht auf dieser Position zumindest gegenwärtig gut fährt. Vor allem das Zusammenspiel der beiden Angreifer entwickelt sich immer mehr zu einer Stärke der Mannschaft. Beide treffen regelmäßig und ergänzen sich in ihren Profilen. Dahinter sorgen Can Uzun und Ritsu Doan für Kreativität und Torgefahr.
Trotzdem könnte Kalimuendo wieder interessant werden
Abgeschrieben werden sollte die Personalie deshalb aber nicht. Kalimuendo kennt den Verein, die Bundesliga und einen großen Teil der Mannschaft. Eine lange Eingewöhnungsphase wäre kaum notwendig. Hinzu kommt, dass die Eintracht bereits im Sommer bereit war, erhebliche finanzielle Mittel für den Angreifer aufzubringen. Bleibt Kalimuendo bei Nottingham Forest außen vor, verändert sich sicherlich auch die Verhandlungsposition des englischen Klubs. Ein Spieler, der kaum eingesetzt wird, dürfte im Januar schwerer zu den gleichen Konditionen zu verkaufen sein, die Nottingham noch im Sommer gefordert hatte. Auch eine erneute Leihe mit Kaufoption oder Kaufpflicht könnte dann wieder zu einem möglichen interessanten Modell für die Hessen werden.






6 Kommentare
Man sollte nie nie sagen. Im Moment können wir so oder so Kalimuendo nicht verpflichten, das wird erst zum 01.01.27 wieder ein Thema. Die Hinrunde spielen wir mit dem Kader, der jetzt da ist.
Unsere Priorität liegt eher auf dem eigenen Nachwuchs. Da Niko Ilicevic zum 01.11.26 spielberechtigt wird, kommt ja noch ein Spieler für die Offensive dazu, so dass wir zumindest quantitativ hier noch weniger Druck haben. Das Kalimuendo zu unseren bisherigen beiden Stürmern plus dänischen Nachwuchstalent ein Traum wäre: Natürlich. Das wäre Wahnsinn. Aber das haben wir jetzt nicht und wir werden sehen, was im Winter passiert.
Im Moment steht das Defensivproblem auf der Agenda und hier müssen wir uns von vorne bis hinten noch entwickeln. Daher bin ich in der Offensive gerade relaxt.
Für 27 Mio bekommen/bekamen wir Kosugi, Brassier, Aseko.
Steht für mich in keinem Verhältnis. Lieber ein Nachwuchsstürmer als Ersatz für unsern Stammsturm und Mal schauen, was sich in der Vorrunde an Defiziten auftut.
Verletzt sich einer oder gar alle beiden Stürmer sieht es schon anders aus. Ich denke da sollte nachgelegt werden.
Kalimuendo im Winter? Für mich eher ein Nice-to-have
Bei Kalimuendo bin ich im Moment etwas zwiegespalten. Grundsätzlich würde ich ihn nicht ablehnen – ganz im Gegenteil. Aber aktuell sehe ich bei der Eintracht keinen zwingenden Grund, im Winter unbedingt einen weiteren Stürmer holen zu müssen.
Mit Burkardt und Ebnoutalib haben wir momentan zwei Stürmer, die gesetzt wirken und sich ihre Einsätze auch verdient haben. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass eine Saison lang ist und gerade bei der Eintracht mit den vielen Spielen schnell eine Situation entstehen kann, in der zwei Optionen im Sturm plötzlich ziemlich wenig sind. Deshalb wäre Kalimuendo für mich durchaus ein Nice-to-have.
Interessant könnte das Ganze im Winter werden, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern und Kalimuendo möglicherweise deutlich günstiger zu bekommen ist. Eine Leihe mit Kaufoption könnte ich mir deshalb durchaus vorstellen. Damit hätte man eine zusätzliche Qualität im Kader, ohne sofort wieder eine große Summe investieren zu müssen.
Trotzdem würde ich meine Prioritäten momentan woanders setzen. Für mich sollte zunächst die Defensive stabiler werden – sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Abwehr. Gerade in den letzten Spielen hat sich zumindest angedeutet, dass die Mannschaft dort langsam mehr Stabilität bekommt.
Gleichzeitig gibt es mit Iličević auch noch eine zusätzliche Verstärkung für die Zukunft. Aufgrund seines Alters ist er aktuell natürlich noch nicht sofort eine Option für die Profimannschaft und wird erst im kommenden Jahr stärker in den Fokus rücken können. Aber auch solche Entwicklungen sollte man bei der Kaderplanung im Hinterkopf behalten. Immer vorausgesetzt, der Kader funktioniert, sonst werden solche Talente schnell mal wertlos und suchen ihr Glück woanders.
Und noch etwas gefällt mir derzeit: Es zeichnet sich langsam ab, dass sich innerhalb der Mannschaft eine neue Hierarchie entwickelt. Bei Spielern wie Brassier und Onyedika sehe ich durchaus das Potenzial, gemeinsam mit Robin Koch irgendwann zu Führungsspielern dieser neuen Eintracht zu werden. Das muss natürlich erst wachsen und sich bestätigen – aber solche Entwicklungen sind für mich mindestens genauso interessant wie der nächste große Transfer.
Deshalb wäre meine Reihenfolge momentan ziemlich klar: erst die Defensive weiter stabilisieren, dann schauen, was sich vorne entwickelt. Wenn Kalimuendo im Winter zu vernünftigen Bedingungen zu haben ist, kann man darüber reden. Notwendig erscheint er mir im Moment aber noch nicht.
Und vielleicht ist genau das auch ein gutes Zeichen: Die Eintracht muss nicht mehr zwanghaft jede Position mit einem großen Namen besetzen, sondern kann inzwischen etwas genauer schauen, wo tatsächlich Bedarf besteht.
"Trotzdem darf man nicht vergessen, dass eine Saison lang ist und gerade bei der Eintracht mit den vielen Spielen schnell eine Situation entstehen kann, in der zwei Optionen im Sturm plötzlich ziemlich wenig sind."
Sehr sympathisch ist das. Du gehörst anscheinend, genau wie ich, zu den Leuten, die es gefühlsmäßig noch nicht ganz erfasst haben, dass wir dieses Jahr nicht europäisch spielen. 😅
Aktuell haben wir die Kaderbreite, die Hütter haben will. Trotzdem tut punktuell Qualität immer gut. Ich wäre dafür, Kali zu holen, wenn es finanziell möglich ist. Mit Burkardt kann man keine komplette Saison planen und auch Ebnoutalib war letzte Saison länger verletzt. Er spielt sehr körperlich. Da ist eine Verletzung immer drin. Hinter den Beiden sieht es dann schon mau aus. Wie gesagt, ja zu Kali, wenn finanziell darstellbar.
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