Vier Spiele, fünf Punkte, Platz zehn in der Bundesliga. Auf dem Papier hat Eintracht Frankfurt alles andere als einen Traumstart hingelegt. Das Team von Cheftrainer Adi Hütter ging in jedem der Spiele in Führung, teilweise mehrfach, verspielte aber im laufenden Betrieb drei von vier mal den Sieg. Dass innerhalb von so wenigen Spielen schon sieben Punkte aus der Hand gegeben wurden ist mehr als ärgerlich. Und trotzdem mag in Frankfurt irgendwie keine schlechte Stimmung aufkommen. Das hat einen Grund und der Grund heißt unter anderem Adi Hütter.
Intensität und Zielstrebigkeit sind zurück
Was der Trainer der SGE innerhalb der kurzen Zeit gegeben hat, ist ein erkennbares System. Eine Spielidee und eine Zielstrebigkeit, wie man sie in Frankfurt – so ehrlich muss man sein – seit Jahren nicht gesehen hat. Unter Dino Toppmöller spielte die SGE zeitweise überaus erfolgreich. Mit Omar Marmoush und Hugo Ekitike hatte der ehemalige Coach zudem zwei Überflieger zur Verfügung. Das hat Hütter aktuell nicht. Younes Ebnoutalib und Jonathan Burkardt machen ihre Sache momentan sehr, sehr gut. Doch sie gewinnen keine Spiele im Alleingang. Das müssen sie auch gar nicht, denn das Team selbst besticht wieder durch Energie und Intensität.
Während die vergangene Spielzeit sowohl unter Toppmöller als auch später unter Albert Riera davon geprägt war, dass der Ball immer wieder zwischen den Innenverteidigern und somit fernab des gegnerischen Tores zirkulierte hat Hütter der SGE einen ganz neuen Drive gegeben. Vertikalität ist hier ein Stichwort. Sowohl über die Außenbahnen, als auch durch das Zentrum finden die Spieler jetzt offensive und kreative Lösungen. Spieler wie Noel Aseko oder Lilian Brassier nehmen jetzt auch aus der hintersten Linie mal Fahrt auf, lassen zwei, drei Gegenspieler stehen und reißen somit Räume, die dann von den hessischen Kreativspezialisten in der Offensive genutzt werden können. Und noch ein Punkt ist entscheidend: Hütter hat es geschafft, dass die Spieler binnen kürzester Zeit den Plan verstanden haben. Man hat als neutraler Beobachter das Gefühl, dass elf Spieler am gleichen Strang ziehen.
Das Stadion lebt wieder
Als Frankfurt mit 1:4 gegen den FC Augsburg unter die Räder geriet und eine miserable zweite Halbzeit spielte, reagierte Hütter. Er stellte die Viererkette auf Fünferkette um und mit dem neuen System fuhr die SGE in und gegen Mainz prompt die ersten drei Punkte ein. Frankfurt hat wieder einen Trainer, der taktisch variabel auf Gegner und Spielsituationen reagieren kann. Und das, ohne die Spieler dabei zu verwirren. In den letzten Spielzeiten trat die SGE fast immer in der gleichen Formation, mit den gleichen taktischen Vorgaben an. Variation war häufig nicht zu erkennen und daher war die SGE zum Teil auch leicht zu analysieren für den Gegner. Man hat jetzt hingegen das Gefühl, dass der Österreicher das Ruder fest in der Hand- und einen Kurs fest im Blick hat. Und genau aus diesem Grund ist die Gemütslage trotz des mageren Punktestands nach vier Spieltagen nicht gedrückt.
Vorstandssprecher Axel Hellmann monierte in der letzten Saison, dass es eigentlich nicht schwer sei, das Stadion auf seine Seite zu ziehen, wenn die richtigen Tugenden auf den Rasen gebracht werden. In Frankfurt will man Einsatz, Wille und Leidenschaft sehen. Solange dies vorhanden ist, werden auch Niederlagen in der Regel gutmütig verziehen vom Anhang. Nach den ersten vier Spielen kann man sagen: Das Stadion lebt wieder, die Fans spüren die Energie des Teams wieder und honorieren dies mit deutlich mehr Stimmung als zuletzt. Die Saison ist noch jung – zu jung, um ein echtes Zwischenfazit zu ziehen. Dennoch ist es beachtlich, wie schnell Hütter der Eintracht wieder Spielkultur eingehaucht hat.






Ein Kommentar
Danke Folke.
Und jetzt, weiter verfolgen.
Innerhalb von 2 Wochen ist wieder Hoffnung zu spüren.
Ein positives Umfeld ist Gold wert.
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