Der Wechsel ist perfekt, die Vorfreude groß und die ersten Ziele sind bereits formuliert: Noah Atubolu ist neuer Torhüter von Eintracht Frankfurt. Nach seinem Wechsel vom SC Freiburg an den Main präsentierte sich der Schlussmann bei „Eintracht TV“ hochmotiviert. Atubolu will bei der SGE nicht nur sportlich überzeugen, sondern auch innerhalb der jungen Mannschaft Verantwortung übernehmen. Sportdirektor Timmo Hardung sieht im Neuzugang derweil einen ambitionierten Keeper, der trotz seines jungen Alters bereits reichlich Bundesliga-Erfahrung und Qualität mitbringt.
Lange musste Atubolu am Ende nicht mehr auf die endgültige Entscheidung warten. Nachdem sich der Wechsel zunächst hingezogen hatte, ging auf der Zielgeraden alles ganz schnell. „Ich bin sehr froh, dass alles geklappt hat. Es ging dann am Ende sehr, sehr schnell, dass die Einigungen erzielt worden sind“, berichtete der Neuzugang. Anschließend habe er direkt seine Sachen zusammenpacken und sich auf den Weg nach Frankfurt machen können. Zeit zur Eingewöhnung bleibt kaum, denn für den Schlussmann beginnt unmittelbar die Arbeit bei seinem neuen Klub. Sorgen um seinen körperlichen Zustand macht sich Atubolu dabei nicht. Ganz im Gegenteil: „Ich würde sagen, ich bin sehr fit. Ich glaube, von den Werten her war ich noch nie so fit wie dieses Jahr.“ Entsprechend groß sind die Ambitionen des Torhüters: „Ich habe mir viel vorgenommen und habe richtig Bock, hier anzugreifen.“
Überzeugen musste die Eintracht Atubolu offenbar ohnehin kaum. Der Keeper kennt Frankfurt und die SGE aus zahlreichen direkten Duellen. „Ich kenne die Stadt, ich habe einen Bezug zur Stadt, ich finde den Verein unfassbar geil“, schwärmte er und verwies dabei auch auf die jüngere Geschichte der Hessen: „Es ist einfach ein Riesenverein, die Historie ist riesig, unter anderem mit der Europa League, die die Eintracht gewonnen hat.“
Besonders die Atmosphäre im Frankfurter Stadion hat beim ehemaligen Freiburger Eindruck hinterlassen. „Die Spiele, die wir selber hier hatten, waren einfach unfassbar. Und ich habe mich auch immer gefreut, hier zu spielen, weil es etwas Besonderes ist“, erklärte Atubolu. Nun erlebt er diese Atmosphäre nicht mehr als Gast. Darüber kann sich der Keeper durchaus freuen: „Jetzt muss ich nicht mehr irgendwie sechs Monate warten, um hier zu spielen, sondern kann das alle zwei Wochen machen.“
Hardung: Kaum Überzeugungsarbeit notwendig
Dass Atubolu bereits ein ausgesprochen positives Bild von der Eintracht hatte, machte die Gespräche aus Sicht von Sportdirektor Timmo Hardung einfacher. „Als Spieler, der in der Bundesliga aktiv ist, kennt er unseren Klub schon sehr, sehr gut, da war nicht mehr allzu viel Überzeugungsarbeit vonnöten“, erklärte der Funktionär. Hardung sieht die Eintracht gleichzeitig als passende Adresse für die nächsten Entwicklungsschritte des Torhüters: „Ich glaube, dass dieser Klub auch für sich spricht und ein sehr, sehr gutes Umfeld ist, in dem man gerne Fußball spielt, in dem man sich aber auch gut entwickeln kann.“ Mit Atubolu bekomme die SGE einen ambitionierten Keeper, der bereits auf einem hohen Niveau angekommen sei und gleichzeitig weiteres Potenzial mitbringe. Hardung zeigte sich deshalb „sehr zufrieden“, einen Torwart verpflichtet zu haben, der „schon auch hohe Qualität hat und auch noch im besten Zustand ist“.
Atubolu will Verantwortung übernehmen
Atubolu selbst möchte sich bei seinem neuen Klub keineswegs ausschließlich über Paraden definieren. In der vergleichsweise jungen Frankfurter Mannschaft sieht er sich auch in einer Führungsrolle. „Ich glaube, wir haben eine recht junge Truppe, auch den ein oder anderen erfahreneren Spieler, Nationalspieler. Und ich will mit in die Rolle reinschlüpfen, in der ich Verantwortung übernehme“, kündigte er an. Für einen Torhüter gehöre eine gewisse Führungsverantwortung ohnehin zum Job. Atubolu möchte diese allerdings über den Platz hinaus ausfüllen. „Als Torwart machst du es sowieso oder musst es sowieso tun, weil du einfach so eine zentrale, wichtige Rolle spielst“, erklärte er. Trotzdem könne man diese Rolle „noch aktiver gestalten, einfach in der Kabine und neben dem Platz auch“. Dabei hat der Neuzugang klare Vorstellungen davon, wie er innerhalb einer Mannschaft auftreten möchte. „Ich lege sehr viel Wert auf Respekt, einfach respektiert zu werden und dementsprechend auch Respekt zu geben“, betonte Atubolu. Abseits des Rasens beschreibt er sich selbst als freundlichen Menschen.
„Ein sehr moderner Torwart“
Sportlich sieht sich der Schlussmann als Keeper, der gut zum heutigen Anforderungsprofil auf dieser Position passt. „Ich glaube, ich bin ein sehr moderner Torwart, so ein hybrider Torwart, würde ich jetzt mal behaupten“, beschrieb Atubolu sein eigenes Spiel. Zu seinen Qualitäten zählt er sowohl die Arbeit mit dem Ball als auch das klassische Torwartspiel: „Der seine Stärken mit dem Ball am Fuß hat, sowohl auf der Linie als auch so. Ich glaube, einfach modern beschreibt es ganz gut.“
Hardung hebt zusätzlich eine weitere Qualität hervor. „Er ist schon auch eine physische Präsenz, die darf er auch gerne haben“, sagte der Sportdirektor. Vor allem bei der Strafraumbeherrschung soll Atubolu diese Stärke einbringen und der Frankfurter Defensive damit „die nötige Stabilität“ verleihen.
Schon beim Bundesliga-Auftakt bei Union Berlin könnte der Neuzugang erstmals im SGE-Trikot gefordert sein. An die Alte Försterei hat Atubolu jedenfalls gute Erinnerungen. Ganz genau bekam er seine bisherige Bilanz zunächst zwar nicht mehr zusammen – an zwei entscheidende Szenen erinnerte er sich aber sehr wohl: „Ich habe auch zwei Elfmeter gehalten, wenn ich mich recht erinnere. Da macht es Spaß.“
An Selbstvertrauen mangelt es dem neuen Eintracht-Keeper also nicht. Körperlich fühlt er sich stärker denn je, die Vorfreude auf seinen neuen Klub ist groß und auch seine Rolle hat Atubolu bereits klar umrissen: Er will bei der SGE nicht nur das Tor hüten, sondern Verantwortung übernehmen.






7 Kommentare
lassen wir uns überraschen
nur die SGE
Na dann schauen wir mal, wie viel Bock er noch hat, wenn das erste Angebot aus England reinflattert.
Trotzdem gut, dass er da ist.
Welcome Noah,
Die Hoffnung überwiegt , dass es vielleicht über die eine Saison hinausgeht.
Gegenfrage, wie viel Bock hast du noch auf deinen aktuellen Job, wenn du ein Angebot einer (deutlich) größeren Firma aus derselben Branche bekommst und die Chance hast für ein paar Jahre im Ausland zu leben, womöglich in einem Land, welches dich ohnehin auch privat schon immer interessiert hat, nebenbei wird dir das doppelte, dreifache Gehalt für den gleichen Job geboten und andere tolle Leistungen nebenbei…
Freu dich einfach, dass er da ist, alles andere wird sich zeigen und in Zukunft wird man sehen was und wie es sich entwickelt.
In der Hinsicht habe ich schon lange mit dem Fußballbusiness abgeschlossen, es ist wie es ist, ein oftmals dreckiges Geschäft in vielerlei Hinsicht und wir werden es auch nicht mehr ändern, da hilft nur sich mit abfinden oder nicht mehr zuschauen und komplett ablehnen und zum Dorfverein um die Ecke gehen….
Man darf auch gar nichts mehr sagen, sofort kommt die Zurechtweisung.
Je attraktiver und besser die Truppe aufspielt, je erfolgreicher sie abschneidet [EL] - und dazu gehört ja selbstredend auch entscheidend Noahs Performance, sein Impact auf unsere Defensive inkl. ne deutlich positivere Torquote zu unseren Gunsten als zuletzt -
desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass aus der Leihe nicht nur ne Stippvisite wird.
Und dass es letztlich (nicht nur) aber insb. bei uns und um so mehr wohl auch noch die kommenden 2-3 Jahre ums Geld und die Bilanz gehen wird, darüber muss sich keiner Illusionen hingeben.
Nichts destoweniger: Willkommen Noah !!!
PS
Noch 5 Tage. Welche Transferfenster danach noch offen sind bzw. was an interessanten vertragslosen Spielern dann noch in Frage kommt... Die Zuständigen werdens hoffentlich wissen.
Natürlich darfst du das sagen, und noch vieles mehr, wir haben ja Meinungsfreiheit, daher jedem seine Meinung, ich habe nur meine Meinung dazu geäußert, zurechtgewiesen habe ich dich nicht und wollte ich damit auch nicht, dann hast du es falsch verstanden 😉
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