Nach einem schwierigen Start bei Eintracht Frankfurt scheint Noël Aseko rechtzeitig zum Bundesliga-Auftakt richtig Fahrt aufzunehmen. Der Sommerneuzugang vom FC Bayern München hatte während der Vorbereitung immer wieder mit körperlichen Problemen zu kämpfen und konnte auch im Trainingslager in Grassau am Chiemsee große Teile nur individuell absolvieren. Inzwischen ist der 20-Jährige aber zurück im Mannschaftstraining – und fühlt sich bereit für die kommenden Aufgaben. Gleichzeitig gab Aseko Einblicke in seine mögliche Rolle unter Cheftrainer Adi Hütter und den großen Konkurrenzkampf im Frankfurter Mittelfeld.
„Ich kann seit vergangener Woche voll durchziehen und bin bei jeder Übung zu 100 Prozent dabei, ohne dass sich die Belastung negativ bemerkbar macht“, erklärte Aseko auf „eintracht.de“ vor dem Bundesliga-Auftakt bei Union Berlin. Damit bestätigt der Mittelfeldmann den positiven Trend, der sich bei ihm zuletzt gezeigt hatte. Trotz seiner eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten sei auch das Trainingslager für ihn keineswegs verlorene Zeit gewesen. „Unabhängig davon, dass ich mehr im individuellen Bereich gearbeitet habe, war es sehr wichtig und hilfreich, meine Kollegen kennenzulernen – auf dem Platz und neben dem Platz“, betonte der Neuzugang. Die Bedingungen in Grassau hätten dabei geholfen: „Zusammen trainieren, essen, sprechen, alles auf einem Fleck, ohne Grüppchenbildung.“
Aseko sieht sich als Box-to-box-Spieler
Auch mit Hütter hat sich Aseko bereits intensiv ausgetauscht. Dabei sei es allerdings nicht bei einem einzelnen Gespräch geblieben. „Der Trainer legt grundsätzlich großen Wert auf Kommunikation, sowohl von Spieler zum Trainer als auch von Spieler zu Spieler“, berichtete der U21-Nationalspieler. Der Österreicher fordere seine Spieler dazu auf, Probleme offen anzusprechen: „Wer nicht kommuniziert, versteht den anderen falsch oder wird selbst missverstanden.“ Seine genaue Rolle dürfte sich in den kommenden Wochen noch entwickeln. Eine klare Tendenz gibt es aber bereits. „Auf die Position bezogen wird es wahrscheinlich auf die Sechs oder Acht hinauslaufen als Box-to-box-Spieler“, erklärte Aseko. Im bislang häufig von Hütter praktizierten 4-2-2-2 wäre damit ein Platz auf der Doppelsechs für ihn vorgesehen. Dass er diese Grundordnung bisher nicht dauerhaft gespielt hat, bereitet ihm keine Sorgen: „Am Ende geht es uns nicht um die Anordnung, sondern um die Art und Weise unseres Auftretens. Taktische Feinheiten sind erlernbar.“
Onyedika oder Götze? Aseko erklärt die Unterschiede
Die Konkurrenz im Zentrum ist allerdings groß. Beim 11:0-Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals bildeten Raphael Onyedika und Mario Götze die Frankfurter Schaltzentrale. Aseko könnte sich ein Zusammenspiel mit beiden vorstellen – allerdings mit unterschiedlichen Aufgaben. „Raphael ist eher der Typ Holding Six, hier würde ich neben ihm wahrscheinlich etwas offensivorientierter agieren und er mehr Bälle verteilen“, erklärte der 20-Jährige. Neben Götze würde sich seine Rolle verändern: „Neben Mario als gelerntem offensiven Mittelfeldspieler kämen bei mir wohl mehr klassische Eigenschaften als Abräumer zum Tragen.“ Grundsätzlich bringt Aseko ohnehin eine Vielseitigkeit mit, die Hütter im Laufe der Saison noch zugutekommen könnte. In seiner bisherigen Karriere habe er bereits „Zehner, Achter, Sechser und rechter Außenverteidiger“ gespielt. Selbst als Innenverteidiger sei er schon eingesetzt worden. „Gefühlt habe ich als Feldspieler außer im Angriff überall meine Erfahrungswerte“, sagte der Neuzugang lachend.
Mit Blick auf den Saisonstart sieht Aseko die Eintracht nach dem deutlichen Pokalerfolg auf einem guten Weg. Das 11:0 müsse zwar aufgrund des Klassenunterschieds richtig eingeordnet werden, sei aber auch Ausdruck der Frankfurter Herangehensweise gewesen. „Wir haben den Gegner ernst genommen. Videoanalyse, das volle Programm“, betonte er. Besonders die erste Halbzeit habe bereits gezeigt, welchen Fußball die SGE unter Hütter spielen wolle: „Vertikales Spiel, Gegenpressing, Balleroberung, alles in hoher Intensität.“ Bemerkenswert sei dabei vor allem gewesen, wie die Tore entstanden: „Nicht der Gegner hat die Fehler begangen, sondern wir haben die Fehler erzwungen.“ Genau diese Intensität soll nun auch beim Bundesliga-Auftakt an der Alten Försterei auf den Platz. Mit Union Berlin beschäftigt sich die Mannschaft laut Aseko ab Donnerstag detaillierter. Zunächst stand nach dem Pokalwochenende noch einmal das eigene Spiel im Mittelpunkt.
Für Aseko persönlich geht es dabei auch darum, nach seinem verspäteten Start weiter aufzuholen – und sich im prominent besetzten Frankfurter Mittelfeld für die ersten Bundesliga-Minuten im Eintracht-Trikot zu empfehlen.






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