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Erzielte den 1:0-Führungstreffer und zeigte dennoch Kritik an der gemeinsamen Leistung: Nina Lührßen (vorne) Foto: Imago / Beautiful Sports

Arnautis trotz Heimsieg selbstkritisch: „Die B-Note hätte besser sein können“

Eintracht Frankfurts Frauen bleiben in der Bundesliga auf Kurs. Gegen die TSG 1899 Hoffenheim feierten die Adlerträgerinnen einen 4:2-Heimsieg und setzten damit ihren insgesamt gelungenen Saisonstart fort. Vollends zufrieden waren die Frankfurterinnen nach dem Abpfiff trotzdem nicht. Ausgerechnet nach einer Roten Karte für die Gäste verlor die SGE zwischenzeitlich den Zugriff auf die Partie und geriet sogar in Rückstand. Erst danach fand die Mannschaft von Trainer Niko Arnautis wieder zu ihrem Spiel und drehte die Begegnung. Bei „Eintracht TV“ ordneten Arnautis, Nina Lührßen und Danique Tolhoek den turbulenten Nachmittag ein.

Dabei hatte die Partie zunächst einen Verlauf genommen, wie ihn sich die Eintracht vorgestellt hatte. Frankfurt war von Beginn an präsent, suchte konsequent die Zweikämpfe und setzte Hoffenheim unter Druck. Auch die Führung war deshalb folgerichtig. Allerdings verpasste es die SGE, ihre starke Phase für einen weiteren Treffer zu nutzen. Arnautis bemängelte vor allem die fehlende Präzision im letzten Drittel. Seine Mannschaft habe gute Balleroberungen gehabt und sich Möglichkeiten erspielt, den zweiten Treffer aber liegen gelassen. Mal fehlte die Konsequenz beim Abschluss, mal war der letzte Pass nicht genau genug.

Ausgerechnet in Überzahl verliert die SGE den Faden

Eigentlich hätte die Rote Karte gegen Hoffenheim die Ausgangslage für Frankfurt noch komfortabler machen müssen. Doch das Gegenteil war der Fall. Die Eintracht verlor plötzlich ihre zuvor vorhandene Intensität und ließ die Gäste immer besser in die Begegnung kommen. Arnautis sprach von einem Phänomen, das im Fußball trotz aller Warnungen immer wieder zu beobachten sei. Eine Mannschaft in Überzahl verliert unbewusst einige Prozent, während der dezimierte Gegner noch enger zusammenrückt: „Wir Trainer sagen dann, dass das eigentlich nicht passieren darf, aber das ist dann heute tatsächlich passiert.“

Die zuvor griffige SGE verlor ihre Ordnung und machte gleichzeitig mit dem Ball zu wenig aus der numerischen Überlegenheit. Dadurch baute Frankfurt die Hoffenheimerinnen regelrecht auf. Statt das Spiel zu kontrollieren und den Gegner laufen zu lassen, wurde die Partie zunehmend offener.

Auch Lührßen ging mit der eigenen Mannschaft hart ins Gericht: „Mit der Roten Karte für Hoffenheim haben wir aufgehört, Fußball zu spielen. Daraus müssen wir lernen.“ Vor allem das Frankfurter Pressing funktionierte in dieser Phase nicht mehr wie zuvor. Zwar habe Hoffenheim die Situation gut angenommen, die SGE habe den Gegner allerdings selbst zurück in die Partie eingeladen.

Erst der Rückstand weckt die Eintracht

Dass die Warnungen aus der ersten Hälfte zunächst keine Wirkung zeigten, ärgerte Arnautis besonders. In der Kabine hatte das Trainerteam die Probleme klar angesprochen. Trotzdem benötigte die Mannschaft einen weiteren Rückschlag, um wieder zu ihrem eigentlichen Spiel zurückzufinden. „Dann muss man ehrlich sagen, dass wir erst aufgewacht sind nach einem 1:2 aus unserer Sicht“, stellte der Coach fest. Genau darin lag am Ende aber auch eine positive Erkenntnis. Die Eintracht ließ sich vom Rückstand nicht aus der Bahn werfen. Stattdessen erhöhte sie wieder die Intensität, spielte zielstrebiger nach vorne und schaffte es, den verlorenen Rhythmus zurückzugewinnen.

Für Arnautis war das keineswegs selbstverständlich. Nach einer längeren Phase, in der die Mannschaft den Zugriff komplett verloren hatte, musste sie mental erst einmal wieder den Schalter umlegen. Dass dies gelang, rechnete der Trainer seinen Spielerinnen hoch an: „Da muss ich meiner Mannschaft dann ein Kompliment machen.“ Lührßen sah es ähnlich. Für sie lag die entscheidende Lehre allerdings darin, dass es einen solchen Weckruf künftig gar nicht erst benötigen darf: „Trotzdem geht es darum, dass wir das Spiel früh killen und das Spiel frühzeitig entscheiden.“

Joker bringen neuen Schwung

Eine wichtige Rolle bei der Wende spielten auch die Frankfurter Einwechselspielerinnen. Arnautis freute sich besonders darüber, dass die Veränderungen von der Bank unmittelbar Wirkung zeigten. Die frischen Kräfte halfen der Eintracht dabei, wieder mehr Tempo und Zielstrebigkeit in die Partie zu bekommen. Eine davon war Danique Tolhoek. Die Niederländerin kam in die Begegnung und trug sich anschließend in die Torschützenliste ein. Für die Angreiferin genau die Aufgabe, die sie sich selbst für solche Situationen stellt. „Wenn ich reinkomme, mache ich meinen Job und fokussiere mich darauf, was ich der Mannschaft geben kann“, erklärte Tolhoek. Umso größer war ihre Freude darüber, mit ihrem Treffer einen direkten Beitrag zum Sieg geleistet zu haben.

Die Stürmerin bewertete den Auftritt insgesamt dennoch kritisch. Gerade angesichts der langen Überzahl hätte Frankfurt aus ihrer Sicht deutlicher gewinnen müssen. Chancen dafür waren genügend vorhanden. „Wir müssen das Spiel deutlich höher gewinnen.“

Damit sprach auch Tolhoek einen Punkt an, der sich durch die Aussagen nach dem Abpfiff zog: Das Ergebnis stimmte, der Weg dorthin ließ jedoch genügend Raum für Verbesserungen.

Arnautis freut sich über sehenswerte Treffer

Als die Eintracht nach dem zwischenzeitlichen Rückstand wieder aufwachte, zeigte sie allerdings auch ihre spielerischen Qualitäten. Die SGE erhöhte das Tempo und belohnte sich mit sehenswert herausgespielten Treffern.

Genau deshalb wollte Arnautis trotz der kritischen Analyse nicht zu hart mit seiner Mannschaft ins Gericht gehen. Hoffenheim habe es auch in Unterzahl gut gemacht und Frankfurt vor Probleme gestellt. Seine Spielerinnen hätten darauf letztlich aber die passende Antwort gefunden: „Die Tore, die wir dann erzielt haben, waren auch sehr sehenswert und deswegen freue ich mich am Ende über den verdienten Sieg.“ Das Gesamturteil des Trainers fiel deshalb mit einem Augenzwinkern aus: „Die B-Note hätte ein bisschen besser sein können.“

Lührßen feiert erstes Bundesligator

Einen ganz persönlichen Grund zur Freude hatte Lührßen. Die Außenverteidigerin erzielte ihr erstes Tor der Saison. Entsprechend gelöst reagierte sie nach dem Abpfiff: „Mein erstes Liga-Tor fühlt sich natürlich gut an und es können weitere kommen.“

Für Lührßen war der Treffer gleichzeitig ein weiterer schöner Moment im Stadion am Brentanobad. Die Frankfurter Heimstätte hatte sich bereits in der vergangenen Saison zu einem echten Faktor entwickelt: Elf der 13 Bundesligaheimspiele gewann die Eintracht. Auch in der neuen Spielzeit spürt die Mannschaft nach Ansicht Lührßens, welchen Einfluss die Unterstützung von den Rängen haben kann. „Es ist, glaube ich, sehr eklig, hier zu spielen. Jeder Gegner hat es schwer“, sagte sie über die Frankfurter Heimstärke. Die Unterstützung gebe der Mannschaft zusätzliche Energie. Lührßen geht sogar noch einen Schritt weiter: „Es ist schon ein Stück weit eine eigene Festung, die wir hier haben.“

Auch Tolhoek hob die besondere Atmosphäre hervor. Die Unterstützung der Fans sei gerade bei Heimspielen immer wieder zu spüren. Dass ihr eigener Treffer vor den Frankfurter Anhängern fiel, machte den Nachmittag für die Niederländerin zusätzlich besonders.

Über das einzelne Spiel hinaus zeigt sich Arnautis mit der bisherigen Entwicklung seiner Mannschaft sehr zufrieden. Die Eintracht hat im Sommer einige Veränderungen erlebt und musste neue Spielerinnen integrieren. Trotzdem scheint die Mannschaft bereits früh in der Saison zusammengefunden zu haben. Der Trainer erkennt vor allem eine größere taktische Flexibilität. Frankfurt könne inzwischen sowohl mit als auch gegen den Ball unterschiedliche Lösungen wählen und sei dadurch weniger ausrechenbar. Hinzu kommt, dass Arnautis seinen Kader regelmäßig nutzt und vielen Spielerinnen Einsatzzeit gibt. „Wir haben eine neue Variabilität und Flexibilität entwickelt und können mit und gegen den Ball sehr variabel spielen“, lobte der Coach. Dass die Eintracht selbst nach Rückständen nicht auseinanderfällt, sieht er als weiteres positives Zeichen.

Das zeigte sich bereits in den vergangenen Wochen. Zum Bundesligaauftakt besiegte Frankfurt den 1. FC Köln mit 2:0, gegen Nürnberg rettete Tolhoek spät ein 1:1. Hinzu kamen die intensiven internationalen Duelle mit Paris Saint-Germain und zuletzt der Auswärtssieg bei Union Berlin.

Ein guter Start – mit genügend Arbeit

Arnautis zieht deshalb ein positives Zwischenfazit. „Ich glaube, es ist ein sehr guter Start. Wir haben überwiegend gute Ergebnisse erzielt.“ Noch wichtiger als die Resultate dürfte für ihn sein, dass seine neu formierte Mannschaft bereits verschiedene Gesichter zeigen kann und auch schwierige Spielphasen übersteht.

Der 4:2-Erfolg gegen Hoffenheim war dafür das beste Beispiel. Die Eintracht zeigte zunächst, wie dominant sie auftreten kann. Anschließend demonstrierte sie allerdings auch, welche Probleme entstehen, wenn Intensität und Konzentration nachlassen. Und schließlich bewies sie, dass sie einen Rückstand noch drehen kann.

Genau diese Mischung dürfte Arnautis mit seiner „B-Note“ gemeint haben. Die drei Punkte bleiben in Frankfurt, vier Tore wurden erzielt und die Einwechselspielerinnen funktionierten. Gleichzeitig hätte sich die Mannschaft einen turbulenten Nachmittag deutlich einfacher gestalten können.

Für Lührßen ist die Konsequenz daraus klar: Die Eintracht muss lernen, starke Phasen konsequenter zu nutzen und Spiele früher zu entscheiden. Denn dass sie genügend Qualität besitzt, um sich auch aus schwierigen Situationen zu befreien, hat sie gegen Hoffenheim erneut gezeigt.

7 Kommentare

Avatar 1. tompremium 14. September 26, 13:18 Uhr

Dazu ist es wichtig, "sich nicht davor zu drücken", den Hauptgrund für den plötzlichen Rückstand vollständig zu analysieren und zu benennen: Einmal mehr war die Torhüterin offensichtlich überfordert...

Wann steht endlich Sophia Winkler im Tor?!

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Avatar 2. SGE-SCOPE 14. September 26, 14:15 Uhr

Sophia Winkler ist seit über 1,5 Jahren ohne Spielpraxis. Sie spielt, wenn sie wieder kann. Bis dahin macht Lina es bisher sehr gut und ich bin mir nicht sicher, ob Sophia sie einfach von jetzt auf gleich verdrängt. Beim zweiten Tor hat sich Lina verschätzt und die kurze Ecke nicht abgedeckt. Das passiert, auch Stina hat lange Bälle nicht alle souverän runtergepflückt.
Und selbst Atubolu hat gegen Augsburg das 1:2 verschuldet. Ich verstehe, dass du eine vermeintliche Nummer 1, die unter Vertrag steht auch spielen sehen willst, aber ich sehe da ein echtes Luxusproblem, wenn beide fit sind.

Gruß SCOPE

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Fallback Avatar 3. drobbe 14. September 26, 16:19 Uhr

Wo kann man denn eine Zusammenfassung anschauen? Weiß das jemand? Danke!

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Fallback Avatar 4. sge66 14. September 26, 17:05 Uhr Zitat - tompremium Dazu ist es wichtig, "sich nicht davor zu drücken", den Hauptgrund für den plötzlichen Rückstand vollständig zu analysieren und zu benennen: Einmal mehr war die Torhüterin offensichtlich überfordert... Wann steht endlich Sophia Winkler im Tor?! Path

Möchte wissen was du gegen Altenburg hast. Deine einzigen Posts richten sich gegen sie. Hält sie gut hast du nix zu schreiben.

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Fallback Avatar 5. sge66 14. September 26, 17:06 Uhr Zitat - drobbe Wo kann man denn eine Zusammenfassung anschauen? Weiß das jemand? Danke! Path

EintrachtTV

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Avatar 6. SGE-SCOPE 14. September 26, 17:35 Uhr Zitat - drobbe Wo kann man denn eine Zusammenfassung anschauen? Weiß das jemand? Danke! Path

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Gruß SCOPE

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Fallback Avatar 7. ceterum censeo 14. September 26, 17:59 Uhr Zitat - drobbe Wo kann man denn eine Zusammenfassung anschauen? Weiß das jemand? Danke! Path

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