Eintracht Frankfurt ist gerade vielleicht die Mannschaft der Stunde. In der Bundesliga ist man weiter ungeschlagen und Serienmeister FC Bayern dicht auf den Fersen. Im Qualifikationshinspiel vor vier Tagen gegen Fimleikafélag Hafnarfjarðar machte der hessische Bundesligist einen wichtigen Schritt Richtung Europa Cup. Und im dritten Wettbewerb, dem DFB-Pokal, steht nach dem seriösen wie makellosen 6:1 beim Regionalligisten Karlsruher SC der Einzug ins Achtelfinale zu Buche.
„Insgesamt können wir zufrieden sein, weil wir von Anfang an voll im Spiel waren“, resümierte Cheftrainer Niko Arnautis bei EintrachtTV. Mit den frühen Toren konnte seine Mannschaft Ruhe ins Spiel bringen und für klare Verhältnisse sorgen. Ein kleiner Schönheitsfehler: das zwischenzeitliche 5:1 für den KSC. „Ein Gegentor ist immer ärgerlich. Wenn es 5:0 steht, fängst du dir noch eins, aber das ist menschlich.“ Schmälern soll das den dominanten Auftritt seines Teams keineswegs: „Nichtsdestotrotz haben wir eine sehr souveräne Leistung gezeigt und unsere Aufgabe gut erledigt.“ Bekanntlich hat der Pokal seine eigenen Gesetze. „Man hat auch die gestrigen und heutigen Ergebnisse gesehen. Da waren ein paar Krimis dabei.“ Arnautis sei deshalb glücklich, „dass die Mannschaft heute so einen Auftritt hingelegt und verdient den Achtelfinaleinzug eingefahren hat.“
Blick auf Mittwoch: „Wollen in die nächste Runde einziehen“
Was die Eintracht besonders auszeichnete: Sie brauchte nicht viele Chancen, um frühzeitig Tore zu erzielen. Das war nicht immer in der noch jungen Saison der Fall. Man erinnere sich an das Hinspiel gegen Paris Saint-Germain (1:1). Arnautis betonte deswegen die Wichtigkeit der Effizienz. Auch wenn der Coach das ein oder andere Tor mehr gesehen hätte, ist er mit der Ausbeute insgesamt zufrieden. „Ich bin froh, dass zum Beispiel Vivienne (Lia, Anm. d. Red.) ihr erstes Tor an ihrem Geburtstag erzielt hat und Sophia Winkler ihr erstes Pflichtspiel für uns bestritten hat. Das sind Nebenschauplätze, die wir auch positiv erwähnen können“, frohlockte Arnautis. „Man muss allen Mädels ein Kompliment machen. Die Tore, die wir geschossen haben, waren sehr ansehnlich, und dass wir mit dem Schlusspfiff noch eins machen, ist auch schön.“
Man gehe deshalb mit einem guten Gefühl in die kommende Woche. Genau dort haben seine Spielerinnen die nächste, deutlich schwierigere Aufgabe vor der Brust. Am kommenden Mittwoch möchte die SGE im Rückspiel den Einzug in den Europa Cup klarmachen. Wichtig seien deswegen „die Spielkontrolle und die Effizienz, weil wir den Ball haben und Torchancen kreieren werden. Deshalb müssen wir im Strafraum präsent sein und früh für klare Verhältnisse sorgen.“ Ziel sei es, „das Spiel zu gewinnen und in die nächste Runde einzuziehen. Wir wollen unser 1:0 aus Island vergolden, indem wir nachlegen. Wir wollen mit einem guten Spiel und einer tollen Kulisse zu Hause die nächste Runde erreichen, weil Europa immer etwas Besonderes ist.“
Mühlhaus erleichtert: „Freue mich, wieder auf dem Platz zu stehen“
Arnautis sprach von den Nebenschauplätzen, die er positiv hervorheben möchte. Neben Vivienne Lia, die an ihrem Geburtstag ihre ersten Scorerpunkte bejubeln durfte, und Sophia Winkler, die nach langer Leidenszeit erstmals für die Profis zum Zug kam, feierte auch Larissa Mühlhaus nach Verletzung ihr Startelfcomeback. Zuvor war Frankfurts Top-Zugang beim Hinspiel in Island eingewechselt worden. Mit einem Doppelpack unterstrich Mühlhaus ihre Wichtigkeit für die Mannschaft. „Ich freue mich, wieder auf dem Platz zu stehen. Es hat Spaß mit der Mannschaft gemacht. Zwei Tore tun immer gut“, sagte die 1,79 Meter große Torjägerin.
Auch Mühlhaus blickte auf einen dominanten Auftritt ihres Teams zurück: „Wir hatten sehr viel den Ball. Der Platz war ein bisschen schwierig zu bespielen. Wir haben sehr gut verteidigt und versucht, die Lücken zu finden, was gar nicht mal so einfach war. Mit dem Ball haben wir es ganz gut gemacht und die Tore im letzten Drittel geschossen.“ Auch im Pokal gegen einen unterklassigen Gegner müsse man alles geben, denn in dem Wettbewerb sei alles möglich. Nach dem gelungenen Auftakt richtet sich der Fokus nun auf Mittwoch: „Jetzt können wir ins Rückspiel am Mittwoch gehen und dann geht’s in der Liga weiter.“
Geburtstagskind Lia: „Bin sehr glücklich über mein erstes Tor“
Doppelten Grund zur Freude hatte Geburtstagskind Vivienne Lia, die sich nach ihrer Einwechslung auszeichnen durfte und sich mit ihrem Debüttor und ihrer Debütvorlage selbst beschenken konnte. „Es fühlt sich richtig gut an. Ich bin sehr glücklich, mein erstes Tor erzielt zu haben – und dann auch noch an meinem Geburtstag. Das ist großartig. Genauso freue ich mich über den Sieg.“ Den Gegner aus Karlsruhe habe man dabei, wie jede andere Mannschaft, ernst genommen. „Wir haben uns auf das Spiel vorbereitet wie auf jedes andere. Wir müssen jeden Gegner respektieren. Wir kamen hierhin, haben unser Spiel gemacht und ein Statement gesetzt“, lobte die frischgewordene 20-jährige Lia. Mit Zuversicht blickte die Engländerin auf das anstehende Rückspiel in der Europa-Cup-Qualifikationsrunde: „Die Tore, die wir erzielt haben, und das Selbstbewusstsein können wir für das Spiel am Mittwoch mitnehmen. Wir müssen weiter selbstbewusst auftreten und Spaß auf dem Platz haben.“
Der Gegner für das Pokal-Achtelfinale steht bereits fest. Die SGE wird im Max-Morlock-Stadion auf den 1. FC Nürnberg treffen. Das Spiel wird zwischen dem 30. Oktober und dem 2. November 2026 stattfinden. Das ergab die Auslosung am heutigen Sonntag. Losfee war übrigens Ex-Frankfurterin Celia Šašić, die mit dem 1. FFC Frankfurt die Champions League gewann und zweimal Bundesliga-Torschützenkönigin wurde.






Ein Kommentar
Off topic: die Nationalelf stürmt gerade mit 2 Frankfurter Jungs ... go younes, go jonny :-)
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.