Die Frauen von Eintracht Frankfurt möchten auch in dieser bisher ziemlich erfolgreich laufenden Saison lange auf drei Hochzeiten tanzen. Nach den erfolgreichen Wochen in der Liga und im Qualifikationshinspiel zum Europa-Cup stand am heutigen Sonntag der DFB-Pokal auf dem Programm. Ein Wettbewerb, den die SGE zuletzt in der Saison 2013/14 (damals noch der 1. FFC Frankfurt) gewonnen hat. Zuletzt erreichten die Hessinnen 2021 das Finale. Das Ziel ist klar: Das Team von Cheftrainer Niko Arnautis möchte endlich wieder ins Endspiel nach Köln.
Die erste Hürde auf dem noch weiten Weg ist genommen. In der ersten Hauptrunde war der Bundesligist zu Gast beim Karlsruher SC aus der Regionalliga Süd. Mit einem souveränen 6:1 bucht die Eintracht das Achtelfinalticket. Die Tore erzielten Danique Tolhoek (2), Larissa Mühlhaus (2), Vivienne Lia und Amanda Ilestedt.
An der Aufstellung machte sich die Dreifachbelastung bemerkbar, denn Arnautis musste auf drei Stammkräfte verzichten. Sara Doorsoun fehlte aufgrund einer Erkältung, Lina Altenburg sowie Kapitänin Laura Freigang standen wegen Belastungssteuerung nicht zur Verfügung. Damit feierte Sophia Winkler, nachdem die wieder genesene Keeperin bereits bei der U20 zum Einsatz gekommen war, ihr Debüt für die Profimannschaft. Zudem gab Larissa Mühlhaus nach Verletzung ihr Startelfcomeback und agierte hinter den Spitzen.
Neben dem fehlenden Trio schmiss Arnautis im Vergleich zum knappen 1:0 bei Fimleikafélag Hafnarfjarðar die Rotationsmaschine an: Winkler – Lührßen, Östenstad, Ilestedt, Krumbiegel – Acikgöz, Bennison, Alguacil – Mühlhaus, Raso, Tolhoek. Für Dilara Acikgöz war es der 50. Pflichtspieleinsatz als Adlerträgerin.
Tolhoek eröffnet – Mühlhaus erhöht
Gleich zu Beginn wollte der Favorit für klare Verhältnisse sorgen. Hayley Raso schlug auf der rechten Seite eine scharfe Flanke in die Mitte, wo Danique Tolhoek knapp verpasste. Anschließend landete ein Schuss von Larissa Mühlhaus in den Armen von Torhüterin Alexa Seiler (3.). Drei Minuten später kam Tolhoek nach einem Doppelpass mit Raso zum Abschluss. Seiler war allerdings zur Stelle. In der 13. Minute war es dann so weit: Nina Lührßen steckte über die linke Seite per Flachpass auf Tolhoek durch, die Seiler per Lupfer sehenswert überlistete und ihrer Mannschaft die überfällige Führung bescherte. Es dauerte nicht lange, bis der nächste Treffer fiel. Paulina Krumbiegel erreichte einen Ball auf der rechten Seitenlinie und kam ungestört zum Flanken. Seiler hatte beim Versuch, die Kugel zu fangen, Probleme und ließ sie abprallen. Am zweiten Pfosten hielt die aufmerksame Mühlhaus ihren Fuß hin und erhöhte auf 2:0 (19.).
Damit waren frühzeitig die Weichen für den Einzug in die nächste Pokalrunde gestellt. Auch Raso wollte ihr Tor, doch Seiler hatte mit einer starken Parade etwas dagegen (34.). Die SGE legte sich nun den Gegner zurecht. Kurz vor der Halbzeit schaffte es Krumbiegel nicht, eine schöne Kombination mit Tolhoek zu vollenden. Die Stürmerin wurde über rechts in Szene gesetzt und legte per Hacke auf Krumbiegel ab. Der Schuss der Außenverteidigerin war allerdings zu zentral (39.). Kurz darauf war es erneut Raso mit einer Offensivaktion. Die australische Nationalspielerin zog über links in den Strafraum und visierte mit einem flachen Schuss aus elf Metern die kurze Ecke an. Seiler blieb aufmerksam und klärte zur Ecke (41.). Bis zum Ende der ersten Hälfte passierte nichts mehr. Mit einer verdienten und bis dato ungefährdeten 2:0-Führung im Rücken ging es für den haushohen Favoriten zum Pausentee.
Favorit bleibt nach der Pause gnadenlos
Nach dem Seitenwechsel schaltete die Eintracht keinen Gang herunter. Krumbiegel setzte sich über rechts durch und chippte die Kugel in die Gefahrenzone. Am zweiten Pfosten beförderte Mühlhaus den Ball in klassischer Stürmermanier aus kürzester Distanz ins leere Tor und schnürte ihren Doppelpack. Dann verzeichnete auch Außenseiter Karlsruhe die erste nennenswerte Torannäherung. Melissa Zweigner wurde hoch und weit auf die Reise geschickt. Amanda Ilestedt klärte zunächst zu einem Einwurf. Daraus resultierte ein Schussversuch von Rodach, der allerdings deutlich über das Tor flog (56.). Erneut schnupperten die Gastgeberinnen am Ehrentreffer. Wieder war es Zweigner, die mit einem Steilpass in Szene gesetzt wurde. Aus gut 35 Metern entschied sie sich für den Abschluss – Endstation Sophia Winkler (58.).
Nach einer Stunde nutzte Arnautis die Gelegenheit, Kräfte für die kommenden Aufgaben zu sparen. Jamilla Rankin und Vivienne Lia kamen für Lührßen und Raso. Und das Duo leitete nur fünf Zeigerumdrehungen später den nächsten Treffer ein. Rankin überließ Lia den Ball an der Sechzehnerkante. Nach guter Ballbehandlung bediente das Geburtstagskind Tolhoek mit einer Flanke vor das Tor. Die Torjägerin nahm das Spielgerät gekonnt an und traf aus der Drehung zum 0:4 (65.). Auch die Niederländerin erzielte damit ihren Doppelpack. Rund zwanzig Minuten vor dem Ende beschenkte sich die Vorlagengeberin an ihrem Geburtstag selbst. Ausgangspunkt war Ainhoa Alguacil, die Mühlhaus an der Strafraumkante anspielte. Die doppelte Torschützin beförderte das Leder wuchtig vor das Tor, wo Lia goldrichtig stand. Die 20-jährige Engländerin erzielte das 5:0 und gleichzeitig ihr erstes Tor im SGE-Trikot (68.). Damit sammelte Lia innerhalb von acht Minuten ihre ersten Scorerpunkte.
KSC gelingt Ehrentreffer – Ilestedt mit dem Schlusspunkt
Kurz nach dem Treffer gab es aufseiten der Gäste einen Dreifachwechsel: Hanna Bennison, Mühlhaus und Dilara Acikgöz machten Platz für Sofie Lundgaard, Jarne Teulings und Pia-Sophie Wolter (69.). Die eingewechselte und motivierte Lia hatte noch nicht genug. Über rechts versuchte sie, Tolhoek in Szene zu setzen. Aus ihrem Abschluss sprang ein Eckball heraus, der allerdings keine Torgefahr brachte (76.). Dann fiel der sechste Treffer – allerdings auf der anderen Seite. Völlig überraschend gelang dem KSC doch noch der Ehrentreffer, der auf 1:5 verkürzte. Über links kombinierten sich die Baderinnen nach vorne. Jule Hartmann passte in die Mitte zu Tamina Steiner, die nur noch einschieben musste (79.). Ein Tor, über das sich der Underdog freuen konnte, das aber definitiv zu spät kam, um noch einmal Spannung zu erzeugen. Stattdessen ließ es der Favorit aus Frankfurt ruhig angehen, das Spiel plätscherte in der Schlussphase vor sich hin. Das letzte Wort gehörte aber den Gästen. In der letzten Minute der Nachspielzeit sorgte Ilestedt für das halbe Dutzend. Rankin schlug eine Ecke auf den ersten Pfosten, wo Ilestedt unbedrängt aus vier Metern zum 1:6 einköpfte (90.+3).
Damit stand am Ende ein hochverdienter Sieg für Eintracht Frankfurt zu Buche. Mit einem deutlichen 6:1 bei Regionalligist Karlsruher SC ziehen die Adlerinnen erwartungsgemäß ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Für die SGE geht es bereits am Mittwoch im Rückspiel der Europa-Cup-Qualifikation gegen Fimleikafélag Hafnarfjarðar weiter.






2 Kommentare
Sehr starker Auftritt, souverän gelöst. Auch dass die Leistungsträgerinnen eine Pause hatten, war klug. Ich freue mich auf Mittwoch.
Gruß SCOPE
Seriös. Weiter so. 👍
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