Die Frauenmannschaft von Eintracht Frankfurt bleibt auch nach dem fünften Spieltag der Bundesliga auf Kurs. Im ersten Rhein-Main-Duell mit dem bis dato punktlosen Aufsteiger 1. FSV Mainz 05 drehte das Team von Niko Arnautis nach einer desolaten ersten Halbzeit einen 0:2-Rückstand und bleibt damit ungeschlagen. Der Sieg in der MEWA ARENA bedeutet zugleich die vorläufige Tabellenführung für die SGE. Nach fünf Spielen stehen 13 Punkte zu Buche – vier Siege und ein Remis.
Die Tore für die Frankfurterinnen erzielten Marthine Östenstad, Johanna Berg per Eigentor und Rebecka Blomqvist.
Mainz schockt den Favoriten früh
Cheftrainer Niko Arnautis wechselte gegenüber dem 4:2-Spektakel gegen die TSG Hoffenheim auf vier Positionen. Sara Doorsoun, Pia-Sophie Wolter, Noemi Ivej und Danique Tolhoek starteten anstelle von Amanda Ilestedt, Paulina Krumbiegel, Hanna Bennison und Hayley Raso.
Die Eintracht machte früh Druck und verbuchte bereits in der dritten Minute die erste Torannäherung. Wolter flankte auf Nina Lührßen, die am zweiten Pfosten jedoch nur das Außennetz traf. Im Gegenzug wurde die Frankfurter Hintermannschaft sofort gefordert. Mainz griff über die linke Seite an und behauptete sich im Strafraum. Chiara Bouzianes abgefälschter Schuss von der Grundlinie flog zunächst an die Latte. Beim Nachschuss war ausgerechnet Kara Bathmann zur Stelle. Die in Frankfurt geborene und bei der SGE ausgebildete Angreiferin bescherte dem bis dahin punktlosen Tabellenletzten die überraschende Führung (6.).
Der frühe Schock war den Frankfurterinnen anzumerken. Es fehlte an Präzision im Passspiel und Zielstrebigkeit im letzten Drittel. Nach einer Viertelstunde hatte die Eintracht zudem Glück: Weil die Hintermannschaft weit aufgerückt war, konnte Mattson Stricker in die Tiefe geschickt werden. Trotz abseitsverdächtiger Position blieb die Fahne unten. Im Eins-gegen-eins parierte Lina Altenburg den zu zentral angesetzten Abschluss der Kanadierin stark. Nur eine Minute später wurde es auf der anderen Seite brenzlig. Ereleta Memeti setzte sich über rechts durch und bediente Danique Tolhoek im Rückraum. Die Niederländerin schloss ab, doch der Ball wurde noch geklärt. Es blieb allerdings die Frage, ob das Spielgerät zu diesem Zeitpunkt bereits mit vollem Umfang hinter der Torlinie war (16.). Schiedsrichterin Miriam Schwermer ließ weiterspielen. Eine Torlinientechnik gibt es in der Frauen-Bundesliga nicht.
In der 30. Minute war der Ball dann definitiv im Tor. Nach einer Ecke von Saskia Matheis von der rechten Seite war Sabina Jackson zur Stelle und erhöhte auf 2:0. Die Rheinhessinnen blieben anschließend gefährlich und hatten sogar die Chance auf den dritten Treffer. Nach einem Angriff über die rechte Seite bekam die Eintracht den Ball nicht entscheidend geklärt. Der Abschluss aus dem Rückraum landete letztlich jedoch in den Armen von Altenburg. Kurz vor der Pause hatte Frankfurt die beste Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Tolhoek setzte Laura Freigang gut in Szene. Die Kapitänin legte unter Bedrängnis auf die aufgerückte Lührßen ab. Deren Abschluss aus aussichtsreicher Position hatte allerdings zu wenig Druck, sodass Torhüterin Mamiko Matsumoto den Ball problemlos aufnehmen konnte (43.). Mit einem überraschenden 0:2 aus Frankfurter Sicht ging es in die Halbzeitpause.
Wie wachgeküsst: Eintracht dreht die Partie
Für die zweiten 45 Minuten reagierte Niko Arnautis und brachte mit Raso eine neue Offensivkraft. Die Australierin setzte unmittelbar nach Wiederanpfiff ein Zeichen und zog aus der Distanz ab. Ihr Schuss flog jedoch knapp über das Tor (54.). Vier Minuten später belohnten sich die Adler für ihre Druckphase. Wieder war eine Standardsituation der Ausgangspunkt: Memeti brachte eine Ecke präzise auf den Kopf von Marthine Östenstad. Die Innenverteidigerin setzte sich durch und verkürzte auf 1:2 (57.). Für Östenstad war es das erste Tor im Eintracht-Trikot. Memeti verbuchte unterdessen bereits ihre sechste Torvorlage in der laufenden Bundesliga-Saison. Der Anschlusstreffer gab den Gästen zusätzlichen Auftrieb. Nach knapp einer Stunde nahm Arnautis den nächsten Wechsel vor und brachte Ainhoa Alguacil für Dilara Acikgöz. Die Einwechslung sollte sich unmittelbar auszahlen. Nur 60 Sekunden später fiel der Ausgleich. Raso flankte in den Strafraum, Freigang verpasste die Hereingabe zunächst. Im Rückraum lauerte jedoch Lührßen, die direkt abzog. Mainz-Verteidigerin Johanna Berg hielt unglücklich den Fuß hinein und lenkte den Ball ins eigene Tor.
Frankfurt gab sich damit längst nicht zufrieden. Die Eintracht erhöhte weiter den Druck und belohnte sich 20 Minuten vor dem Ende mit dem Führungstreffer. Wolter setzte sich auf der rechten Seite durch und brachte den Ball in die Mitte. Dort stieg Rebecka Blomqvist am höchsten und köpfte das Spielgerät ins lange Eck (70.). Aus dem 0:2 war innerhalb von 25 Minuten ein 3:2 geworden. Die Leistungssteigerung nach der Pause war deutlich und die Führung war aufgrund der Frankfurter Dominanz in der zweiten Halbzeit verdient. Mainz warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, um die fünfte Niederlage in Serie abzuwenden. Die Eintracht stand nun allerdings deutlich stabiler und ließ nur noch wenig zu. Für die Schlussphase brachte Arnautis Jarne Teulings für Freigang (86.) und Ilestedt für Torschützin Blomqvist (90.+1). Am Ende brachte der Favorit die knappe Führung über die Zeit.
Damit geht das erste Prestige-Duell zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt an die SGE. Die Frankfurterinnen bleiben ungeschlagen und übernehmen vorerst die Tabellenführung der Bundesliga.






3 Kommentare
So geil... Endlich wieder Fußballnews. Sehr stark auch von Hoffenheim, dass die den Wolfsburgerinnen ein Bein gestellt haben. Die haben ihre beste Stürmerin abgeben müssen und wie schwer es trotzdem gegen die war, haben wir selber spüren müssen. Die Bayern ziehen wohl wieder vorbei, aber für den Moment sieht das toll aus.
Gruß SCOPE
Graaaaaaaaaaandios - Mädels.
Und erneut ein Spiel aus dem Rückstand zum Sieg gedreht. Glückwunsch!!!
Eine beeindruckende Leistung der SGE-Damen.
Wenn man bedenkt, welchen personellen Aderlass die SGE-Damen in der Transferperiode hatte, dann muss der bisherige Saisonverlauf als außergewöhnlich erachtet werden.
Die sportliche Leitung hat gut verpflichtet und Niko Arnautis hat es trotz der ganzen Veränderungen geschafft, ein gutes Team zu bilden.
Respekt !!!
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