Robin Koch schaffte es direkt in seiner ersten Saison zum Adler der Saison! (Bild: IMAGO / HMB-Media)

Platz 6 in der Bundesliga – nur einmal gelang Eintracht Frankfurt in den letzten 30 Jahren eine bessere Platzierung. Adi Hütter erreichte 2020/2021 Platz 5 und rutschte damals knapp an den Champions League Plätzen vorbei. Und doch blieben zum Saisonende viele Fragezeichen offen durch die über weite Strecken der Saison ausbleibenden Erfolgserlebnisse gepaart mit zwei unverständlichen Pokalpleiten. 47 Pflichtspiele gab es dieses Jahr zu spielen. Aufgeteilt in 34 Meisterschaftsspiele, zehn Conference League Spiele (inkl. zwei Spielen in der Qualifikation) und drei DFB-Pokal Spielen. Also gab es auch wieder 47 Möglichkeiten für die Leserinnen und Leser von SGE4EVER.de einen Spieler des Spiels im klassischen Schulnoten-Prinzip von Note 1 bis Note 6 zu wählen. In der vergangenen Saison ist Senkrechtstarter Randal Kolo Muani zum Adler der Saison gekürt worden. Der zu Paris Saint-Germain weitergezogene Stürmer kam auch in diesem Jahr noch in vier Pflichtspielen zum Einsatz, konnte hier aber keine Spieler des Spiels Auszeichnung erspielen.

Insgesamt setzte Cheftrainer Dino Toppmöller 35 verschiedene Spieler in den drei verschiedenen Wettbewerben ein. Mit Kolo Muani, Jesper Lindström und Christopher Lenz kamen drei Spieler zum Einsatz, die noch zum Ende des Transfersommers die Hessen verließen. Mit Jessic Ngankam, Paxten Aaronson, Jens Petter Hauge, Kristijan Jakic folgte im Winter ein Quartett. Dazugestoßen im Winter sind Jean-Matteo Bahoya, Hugo Ekitiké, Donny van de Beek und Sasa Kalajdzic kam ein neues Quartett dazu.

17 unterschiedliche Spieler wurden in dieser Saison mit der Auszeichnung „Spieler des Spiels“ bedacht: Omar Marmoush schaffte es mit neun Auszeichnungen an die Spitze, gefolgt von Kevin Trapp und Robin Koch, die es 5-mal an die Spitze schafften. Dahinter folgen Winter-Neuzugang Hugo Ekitiké (4-mal) und Mario Götze (3-mal). Zweimal ausgezeichnet wurden Willian Pacho, Hugo Larsson und Niels Nkounkou. Je 1-mal Spieler des Spiels wurden Jens Petter Hauge, Jessic Ngankam, Fares Chaibi, Jens Grahl, Ellyes Skhiri, Junior Dina Ebimbe, Elias Baum, Sasa Kalajdzic und Ansgar Knauff. Bei sechs Partien verzichteten wir aufgrund der Leistung auf diese Ehrung. Und doch schaffte es dieses Jahr nicht der Spieler die Auszeichnung „Adler der Saison“ zu bekommen, der auch die meisten Spieltage für sich entschieden hat. So wählte die Leserschaft unseres Onlinemagazins Robin Koch zum „Adler der Saison“ und nicht Omar Marmoush!

Nachfolgend die Einzelkritik der Adler der Saison 2023/2024:

2,79 Robin Koch: Bereits zum Ende des Jahres heimste Koch den Titel „Adler des Jahres 2023“ ein. Mit einer Durchschnittsnote von 2,65 setzte er sich gegen seine Verfolger Mario Götze ()2,69) und Kevin Trapp (2,70) durch. Am Ende der Saison bleibt er auf dem Platz der Sonne, auch, wenn seine Durchschnittsnote auf 2,79 abgesunken ist. Innerhalb kürzester Zeit hat er sich zu einem echten Leader und Stabilisator in der Abwehr entwickelt. Da täuschen auch seine Aussetzer in der Rückrunde nicht drüber hinweg. Der 27-Jährige könnte am Ende sogar mit dem Kapitänsamt belohnt werden, nachdem Sebastian Rode seine Karriere beendet hat.

2,82 Omar Marmoush: Nicht wenige halten Marmoush für den Highlight Transfer des vergangenen Sommers. Denn niemand hatte ernsthaft auf dem Zettel, dass der Ägypter so durch die Decke geht. Vom Chancentod in Wolfsburg hat er sich zu einem Striker entwickelt, den viele englische Premier League Clubs nun auf dem Zettel haben. 17 Tore in 42 Pflichtspielen sprechen für sich. Mögen in der kommenden Saison viele weitere hinzukommen.

2,85 Willian Pacho: Das Treppchen komplettiert ein weiterer Neuzugang aus dem letzten Sommer. Ein weiteres Indiz für das glückliche Händchen von Markus Krösche bei Transfers. Ähnlich wie Koch hat sich Pacho ziemlich schnell als unabdingbaren Teil der Abwehrreihe festgespielt. Der 22-Jährige hatte überhaupt keine Anlaufschwierigkeiten um dem höheren Niveau der Bundesliga im Vergleich zur belgischen Liga gerecht zu werden. Auch bei ihm gibt es Dellen in der Rückrunde zu verzeichnen, in Summe war es aber ein starkes Jahr. Mittlerweile ist er der teuerste Verteidiger lt. Transfermarkt in der Bundesliga, der nicht bei den großen vier Mannschaften aus München, Dortmund, Leipzig und Leverkusen unter Vertrag steht.

2,93 Hugo Larsson: Und auch Platz 4 geht an einen Sommer-Neuzugang. Dabei rechneten viele sogar damit, dass Larsson möglicherweise aufgrund der Kaderdichte im zentralen Mittelfeld noch verliehen werden könnte. Pustekuchen, denn der Schwede performte direkt groß mit und man konnte Woche zu Woche die Entwicklungsschritte mitverfolgen. In der Rückrunde schlugen ihn kleinere Verletzungen immer wieder zurück. Aber er wird seinen Weg weitergehen.

3,04 Kevin Trapp: Sieben „Clean Sheets“ für Trapp – eigentlich gar keine schlechte Ausbeute. Doch irgendwie war diese Saison eine Seuchensaison, die mit der Nicht-Nominierung für die Europameisterschaft ihren Höhenpunkt fand. Ende November war er noch erster Vertreter, nun wohl nur noch Nummer 5 oder 6 in der Hierarchie des DFB. Die Misere begann mit Rückenproblemen Anfang des Jahres und kleineren Aussetzern. Er wird in der kommenden Saison auch bei der Eintracht wieder eine Schippe drauflegen müssen.

3,19 Ellyes Skhiri: In Köln war Skhiri ein prägender und zentraler Spieler, der im Klub höchstes Ansehen genoss. Sein Transfer wurde im Sommer als Königstransfer angesehen, nicht nur, weil er ablösefrei an den Main kam. Zwar hat sich der Tunesier auch hier zum Stammspieler entwickelt, doch die bedingslose Liebe ist es noch nicht geworden. Zu oft verfiel er in einen „Sow-Blues“. Es lief, wenn es im Team lief, doch als echten Leader und ersten Widerstandskämpfer bei Gegenwind auf dem Platz tauchte er teilweise zu oft unter. Es ist bei ihm auf jeden Fall Luft nach oben möglich.

3,25 Fares Chaibi: Chaibi sollte das neue Standard-Ass der SGE werden. Und die ersten Spiele waren auch sehr vielversprechend. Doch wann immer sich ein neuer Standardschütze ausprobieren darf, fällt er schnell tief. Dass die Eintracht bei Standards so ungefährlich blieb, darf auch ihm angekreidet werden. Summa summarum war der Algerier aber ein absolutes Schwungrad für die Offensive. Nach dem Afrika-Cup fiel er in ein Loch (so wie Skhiri), aus welchem er sich gegen Ende aber langsam herauskämpfte.

3,29 Mario Götze: Sehr umtriebig, sehr ballsicher und sehr zweikampfstark – so beschreibt ihn sein Coach Dino Toppmöller. Häufig musste Götze im defensiven Mittelfeld aushelfen. Seine Brillianz im Spiel nach vorne blieb daher oft genug auf der Strecke. Im Sommer, so rechnen viel damit, wird er wieder weiter vorne seine Chancen bekommen. Und dann sicher auch mehr in den Fokus geraten und mit Scorerpunkten auf sich aufmerksam machen.

3,32 Tuta: Seit seiner Verpflichtung 2019 hat Tuta eine starke Entwicklung in Frankfurt genommen. Sein Höhepunkt war der Europa League Titel 2022. Sein Marktwert kletterte bis dahin auf 15 Millionen Euro laut „transfermarkt.de“. Seitdem stagniert seine Entwicklung, sichtbar auch in dieser Saison. Bei der Frankfurter Führung herrschen Zweifel, dass der Rechtsfuß seine Unkonzentriertheiten im Spielaufbau langfristig abstellen kann. Gut möglich, dass er in diesem Jahr auch zu den Verkaufskandidaten gehört.

3,42 Junior Dina Ebimbe: Er gehört im Kader sicher zu den Spielern, die an guten Tagen den größten Impact auf die Leistung der Mannschaft einbringen können. Zeitgleich gehört er aber auch zu den launigsten Spielern. „Erwachsener werden“, fällt häufiger, wenn über die Entwicklung des Franzosen gesprochen wird. Nur in einer Partie wurde Dina Ebimbe zum Spieler des Spiels gewählt. Damals, bei seiner Gala-Vorstellung gegen Bayern München beim 5:1-Sieg.

3,51 Ansgar Knauff: Acht Tore, drei Vorlagen. Seine Scorerwerte sind dieses Jahr auf einem Höchststand gewesen. Vor allem in der Bundesliga konnte er mit Treffern glänzen. Dennoch hat er bei der Durchschnittsnote mit 3,51 nicht gerade abgeräumt. Seine Schnelligkeit ist sein größter Trumpf. Sein letzter Pass oder der Abschluss zu oft aber auch schlampig. Dennoch hat Knauff das Rüstzeug dafür in der kommenden Saison eine Schlüsselfigur einzunehmen und dann wird auch sein Notenschnitt wieder nach oben gehen.

3,57 Niels Nkounkou: Die Bürde von Filip Kostic auf der linken Außenbahn ist groß. So richtig konnte niemand auf dieser Seite überzeugen. Nkounkou hat freilich das größte Potenzial dazu. Seine erste Saison war auf jeden Fall ordentlich, aber auch er muss in der neuen Saison einen Zahn zu legen. Vor allem sein laissez-faires Verhalten in der Defensive gehört zu einem großen Makel. Da muss er dran arbeiten.

3,61 Aurelio Buta: Konstanz ist das Zauberwort bei vielen Profis der Eintracht. Auch Buta schwankte hier sehr erheblich. Mal ging es für ihn direkt in die Startelf, mal war er erst gar nicht im Kader. Eine gewisse Stabilität würde ihm guttun. Doch es ist fraglich, ob der Rechtsverteidiger den mittlerweile gehobenen Ansprüchen an die Mannschaft gerecht werden kann.

3,64 Philipp Max: Auch sein damaliger Start in Frankfurt verlief vielversprechend. Doch Max kämpft ebenfalls mit tiefen Leistungslöchern, die ihn immer wieder aus der Startelf herausspülten. Der ehemalige Augsburger, der damals durch zahlreiche Scorerpunkte zur Nationalmannschaft kam, kämpft weiter um seine Form. Unpräzise Flanken, schwache Zweikampfwerte – zu schwankend seine Leistungen. Zugutehalten muss man ihm aber, dass er kein echter Schienenspieler ist, sondern sich am liebsten in der Viererkette links zu Hause fühlt. Dort durfte er nur sehr selten performen.

Eine Übersicht der Noten der Saison 2023/2024 und den restlichen Adlerträgern, die in der vergangenen Saison zum Einsatz kamen, findet ihr hier.

- Werbung -

8 Kommentare

  1. Koch war wirklich einer der wichtigsten Transfers im letzten Sommer. Was habe ich noch gebangt, als er quasi die komplette Vorbereitung wegen irgendwelchen Blessuren verpasst hat und dann war er vom ersten Spieltag an direkt voll da. Endlich ein neuer Abwehrchef, der Hasebe ablösen konnte und seinen Nebenmännern Sicherheit gibt.
    Dass er sich bewusst mit Ende 20 für die Eintracht (und gegen das Geld in England) entschieden hat, spricht außerdem für seinen Charakter und dafür, dass er wohl bis zum Karriereende hierbleiben wird.

    70
    0
  2. Nicht in jeder Ära werden Eintracht-Legenden „geboren“, im jetzigen Kader erreicht diesen Status vielleicht noch Koch, wenn er bei uns bleibt und Leistung bringt. In der Öffentlichkeitsarbeit und bei der Fan-Nähe muss er noch zu legen. Trapp durch Leistung in den letzten Jahren, Chandler als Frankfurter Bub sind Nahe dran, aber beiden fehlt irgenwie was in der Summe. Koch müsste natürlich noch ein paar Pokale für uns holen und Platzwunden 😉

    26
    5
  3. Götze gehört doch schon seit Monaten nicht mehr in die Startelf.
    Witzig finde ich, dass Toppmöller ihn für zweikampfstark hält.
    Mein Gott, was erwartet uns da in der Saison.

    11
    59
  4. Koch ist für mich auch der Spieler der Saison. Wie oft der seinen Neben- und Vorderleuten den Arsch gerettet hat, wenn die Mal wieder Seepferdchen gemacht haben. Sau stark. Dazu noch mit ner tollen Präsenz auf dem Platz. Direkt ein (leiser) Leader. Top!

    40
    0
  5. @3
    Ein Blick in die Statistiken genügt, um so sehen, dass Götze tatsächlich meist zu unseren Zweikampfstärksten gehört (oft direkt nach unseren Abwehrspielern)

    32
    1
  6. ‚Gut möglich, dass er (Tuta) in diesem Jahr auch zu den Verkaufskandidaten gehört.‘

    Dann wären tatsächlich alle EL-Sieger außer Trapp und Knauff weg, oder?
    Tuta identifiziert sich zwar mit der SGE, doch im Vgl zu Trapp und Knauff isses kein Deutscher. Also kann er (lt Managerhandbuch) wohl weg.
    Also ich fänds schon sehr schade und auch falsch, wenn er ginge.

    Thema Götze offensiv:
    Dafür isses zu spät. Er hatte eine ganze Saison, um auf ner offensiven Position auf sich aufmerksam zu machen. Bilanz letztes Jahr: 41 Spiele, 4 Tore, 4 Vorlagen.
    Ich vergleichs mal mit dem 20-jährigen Chaïbi in seiner zweiten Profi- und ersten BL-Saison.
    Dessen Wert: 39 Spiele, 4 Tore, 13 Vorlagen.

    Leute, das wird nix mehr mit Götze vorne, vor allem nicht in der Startelf.
    Nicht falsch verstehen. Für einen offensiven Mittelfeldspieler von Augsburg oder Köln, deren primäres Ziel es sein muss, dass die Räume zugelaufen werden, um so wenig wie möglich Gegentore zu erhalten, sind das ordentliche Statistiken. Aber für nen offensiven Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt, die oben angreifen wollen, reicht das dann nicht.
    Und seit dieser letzten Saison ist ja nun schon ein Jahr vergangen..und schneller wurd Götze in der Zeit nicht. Die einzige Position,auf der du dir langsame Spieler noch leisten kannst, ist im zentralen Mittelfeld. Und da gehört er, als Backup, auch hin.
    Ich versteh immer noch nicht, warum Glasner den offensivstarken Kamada nach hinten zog und den harmlosen Götze vor ihm spielen ließ. Das Ergebnis ist bekannt.

    6
    17
  7. @7
    Götze lebt vo seinem Image und hat immer noch viele Bewunderer.
    Es sieht auch vieles ganz nett aus, was er macht, aber es stellt sich für einen
    Fachmann doch immer mehr die Frage, was ein richtig guter Spieler aus
    seiner Position machen könnte.
    Man muss doch als Beispiel nur die Wirkung von Chris Führich auf das Spiel
    mit der von Götze vergleichen.
    Kevin Stöger hat sich in Düsseldorf voll in den Dienst der Mannschaft gestellt
    und wesentlich zum Ergebnis beigetragen. Ein Spiel voller Dynamik, Kampf
    und Ideen. Mit einem Götze wäre Düsseldorf jetzt Bundesligist.

    1
    3

Keine Kommentare mehr möglich.

- Werbung -