Beinahe wäre Amin Younes mit einem Treffer ein Traumdebüt gelungen. Trotz des Unentschiedens. konnte der Neuzugang nach Einwechslung überzeugen. (Bild: imago images / Moritz Müller)

Die Eintracht reiste nach der Länderspielpause zum 1.FC Köln und hätte mit einem Sieg den Traumstart mit zehn Punkten und dem zweiten Tabellenplatz perfekt machen können. In der Nachbetrachtung hätten die Hessen den Sieg auch verdient gehabt, aber fünf Minuten kurz nach der Halbzeitpause genügten und das Pendel des Spielglücks schlug sich auf die Seite der angeschlagenen Kölner. SGE4EVER.de hat das Spiel wie immer noch einmal analysiert:

Alles im Griff

Adi Hütter vertraute auch in diesem Spiel seiner aktuell auserkorenen Startelf und veränderte nichts. Die bevorzugte Abwehrformation des Österreichers besteht weiterhin aus Makoto Hasebe, David Abraham und Martin Hinteregger. Auf den Außen bot der Trainer der Frankfurter wieder Steven Zuber und Almamy Touré auf. Sein Mittelfeldduo bleibt vorerst Sebastian Rode und Stefan Ilsanker, während in der Offensive das Trio um Daichi Kamada, André Silva und Bas Dost das Vertrauen erhält. Die Adlerträger starteten selbstbewusst in die Partie und konnten schnell Spielkontrolle erlangen. Die Pressingmomente funktionierten einmal mehr äußerst gut und so kamen die Gastgeber aus Köln über weite Strecken der ersten Halbzeit nicht richtig aus der eigenen Hälfte und schon gar nicht gefährlich vor den Kasten von Kevin Trapp. Die Mannschaft hat zudem im Bereich der spielerischen Klasse einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Wie bereits die letzten Spiele funktionierte das Passspiel hinten raus äußerst gut und das Team hat inzwischen immer mehr spielerische Lösungen statt der vielen langen Bälle. Auf der Außenbahn machte Touré einmal mehr auf sich aufmerksam. Dribbel- und durchsetzungsstark, tempo- und trickreich und immer wieder an den gefährlichen Offensivaktionen beteiligt. Einziges Manko an diesem Sonntagnachmittag war die fehlende Durchschlagskraft. Immer wieder scheiterten die Angriffsversuche am letzten Pass und die Kölner machten es den Frankfurtern mit ihrer sehr defensiven Ausrichtung nicht unbedingt leichter. Die SGE konnte so nichts aus ihrer Überlegenheit machen und brauchte erst Hilfe durch den Videoschiedsrichter, der nach Foul an Kamada den Elfmeter ermöglichte und so die verdiente Führung einleitete. Silva verwandelte gewohnt sicher und so konnten die Frankfurter kurz vor der Pause zu einem psychologisch idealen Zeitpunkt treffen.

Fünf Minuten kosten den Sieg

Die angeschlagenen Kölner, die in dieser Saison noch sieglos waren und unter großem Druck standen, versuchten sich nach Wiederanpfiff noch einmal aufzubäumen. Es waren aber die Frankfurter, die kurz nach Wiederbeginn die große Chance auf die Entscheidung durch Kamada hatten. Nach starker Vorarbeit von Dost hätte der Japaner nur noch einschieben müssen, schlug allerdings ein Luftloch und ließ so die große Chance liegen. Beinahe im Gegenzug schlief die Frankfurter Hintermannschaft ein einziges Mal und wurde sofort bestraft. Hinteregger ließ sich tunneln, Hasebe griff den Flankengeber nicht an und in der Mitte rückten Touré und Ilsanker nicht rechtzeitig ein, sodass der Kölner völlig frei treffen konnte. Diese fünf Minuten sollten am Ende den verdienten Sieg kosten, denn auch wenn die Frankfurter noch einmal alles versuchten, sollte es am Ende nicht mehr zum Sieg reichen. Dem eingewechselten Amin Younes wäre beinahe das perfekte Debüt gelungen, denn seinen Schuss konnte ein FC-Verteidiger gerade noch von der Linie klären. Younes zeigte aber auch so ein äußerst gelungenes Debüt. Dribbelstark, gute Flanken und immer anspielbar. Der Neuzugang versuchte dem Spiel den entscheidenden Stempel aufzudrücken und wird mit weiterem Training sicher eine große Verstärkung sein.

Perfekten Start verpasst, aber viele gute Ansätze

Die Eintracht hätte mit einem Sieg in Köln, der auch verdient gewesen wäre, den Saisonstart perfekt machen können. Gerade vor dem schweren Spiel gegen den FC Bayern München wären drei Punkte noch einmal sehr wichtig gewesen. Trotzdem haben die Hessen bisher starke Ansätze gezeigt und bewiesen, dass sie sich auch spielerisch entwickelt haben. Die Offensivaktionen sehen inzwischen deutlich gekonnter und einstudierter aus, das Umschaltspiel wird wieder stärker und das Pressing wird im richtigen Moment eingesetzt. Die Defensive mit den Routiniers steht sicher, muss sich allerdings vorwerfen lassen, dass sie die Konzentration nicht über die vollen 90 Minuten hochhalten kann. In der Offensive fehlt der SGE noch die letzte Kaltschnäuzigkeit, um solche Spiele wie am Sonntag auch souverän runterspielen zu können. Die bisherigen Auftritte zeigen aber sehr wohl in eine vielversprechende Richtung. Mit Younes und auch Ajdin Hrustic hat man offensiv noch mehr Optionen und die spielerische Klasse im Team hat sich deutlich erhöht. Auch Aymen Barkok ist nah an der Startelf und kann bei seinen Einwechslungen immer wieder Akzente setzen. Wenn die Automatismen noch mehr greifen und auch die Defensive ihre kurzen Schläfrigkeiten in den Griff bekommt, wird die Eintracht in dieser Saison eine gute Rolle in der Bundesliga spielen können. Das Potential ist in jedem Fall da und Adi Hütter hat ohne Doppelbelastung die nötige Zeit, um dem Team den Feinschliff zu verpassen. Im nächsten Spiel gegen die Bayern können die Adlerträger nur gewinnen und es wäre nicht das erste Mal, dass die SGE gegen einen starken Gegner auftrumpft.

- Werbung -

7 Kommentare

  1. Gute Analyse, nach den Spielen gegen Bremen und Stuttgart wissen wir mehr. Typische Gegner die man schlagen sollte, wenn man auf den 6., 7. Platz schielen will. Gegen Bayern sollten wir sehen, nicht all zu sehr ins Tabellen-Tore-Minus zu gelangen. Trotzdem mit der Stärksten Mannschaft antreten und versuchen ein ansehnliches Spiel abzuliefern. Wahrscheinlich ist eh besser gegen Bayern zu verlieren, weil man bei einem Sieg meistens danach nichts mehr auf die Reihe kriegt. 4 bis 6 Punkte gegen Bremen und Stuttgart sind mir lieber als 3 gegen Bayern 😉 wobei ganz ehrlich, sieht ganz gut aus was scheinbar in Stuttgart entsteht. Staff, Trainer, junges Team, Respekt.

  2. Fazit: wir müssen uns stark verbessern, um am Ende dazustehen wo wir jetzt schon sind.

  3. St. Pauli vs. Nürnberg:
    28. Minute: „1:1 Ausgleich! Zalazar behält die Nerven und netzt sicher ein.“
    36. Minute: „Zalazar bittet die halbe Hintermannschaft der Gäste zum Tanz, dribbelt dann aber über die Grundlinie. Und doch: Zalazar ist bislang der auffälligste Akteur auf dem Feld.“
    43. Minute: „Zalazar zeigt einmal mehr, was für ein guter Dribbler er ist. Der Mittelfeldmann setzt sich in der zweiten Reihe durch und bedient dann Dittgen auf der linken Seite – Mathenia wehrt unkonventionell mit der Brust ab.“

    Quelle: Kicker.de

  4. Ich verstehe nicht das Kohr auf einmal wieder aussen vor ist. Der hat doch wirklich ne gute Form und richtig stark gespielt!!! Gute Analyse…

  5. Gute Analyse. Die Jungs von Fußball 2000 haben ein ähnliches Fazit gezogen. Die Tendenz stimmt.

    Rodrigo scheint in Hamburg gut unterwegs zu sein. Klingt gut

  6. Gute Analyse. Ob es zwei verschenkte Punkte sind sei dahin gestellt. Gibt kein Fallobst mehr in der Bundesliga.

    Das Spiel gegen Bayern wird spannend. Bayern spielt diese Woche CL, hat sicher eine hohe individuelle Qualität. Ist aber noch nicht konstant. Und trifft auf eine fitte, ausgeruhte Gallige Eintracht mit einem guten umschaltspiel. Das Spiel ist noch nicht verloren. Bin da echt gespannt.

Keine Kommentare mehr möglich.

- Werbung -