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Keita Kosugi und Keito Kumashiro tragen seit Januar den Adler auf der Brust. Foto: IMAGO / Kessler-Sportfotografie

„Wir starten wie alle bei null“: Kosugi und Kumashiro wollen bei der SGE angreifen

Für Keita Kosugi und Keito Kumashiro ist die laufende Vorbereitung eine besondere, denn die beiden Japaner wechselten erst im vergangenen Winter zu Eintracht Frankfurt, erleben nun aber erstmals eine komplette Sommervorbereitung mit den Adlerträgern. Während Kosugi bereits seit einigen Monaten zum Bundesliga-Kader gehört, sammelte Kumashiro zunächst Spielpraxis in der U21. Im Interview auf „Eintracht.de“ sprachen die beiden Japaner über ihre ersten Eindrücke aus dem Trainingslager in Grassau, ihre Ziele und die Rolle von Landsmann Ritsu Doan.

Nach den ersten beiden Trainingstagen am Chiemsee zeigten sich beide Neuzugänge begeistert von den Bedingungen. „Richtig gut, die komplette Anlage gefällt mir. Sowohl das Hotel als auch das Trainingsgelände“, sagte Kosugi. Vor allem die gemeinsame Zeit abseits des Platzes sei für die Mannschaft wertvoll: „Ich denke, ich spreche für Keito und mich, wenn ich sage, dass wir diese Bedingungen sehr zu schätzen wissen. Es hilft uns als Mannschaft sehr, über eine längere Zeit zusammenzuarbeiten und zueinanderzufinden.“ Obwohl viele Spieler bereits länger zusammenspielen, könne das Trainingslager den Zusammenhalt weiter stärken: „Ich spüre eine positive Energie und freue mich nach den intensiven Einheiten auf die erste Standortbestimmung am Sonntag gegen Trabzonspor.“

Kumashiro teilte diesen Eindruck: „Dem schließe ich mich an. Wir finden hier ideale Voraussetzungen vor, um die Grundlagen für eine erfolgreiche Saison zu legen.“ Gerade für junge Spieler sei das Trainingslager besonders wichtig. „Gerade für uns junge Spieler, die noch nicht lange in Frankfurt leben, hilft die gemeinsame Zeit bei der Integration und um Mitspieler und die Abläufe kennenzulernen“, so Kumashiro, der sich selbst ein klares Ziel gesetzt hat: „Es geht für mich darum, dranzubleiben und immer weiterzumachen.“

Für beide beginnt mit dieser Sommervorbereitung eine große Chance. Kosugi möchte nach einem halben Jahr ohne Pflichtspieleinsätze endlich angreifen: „Ich betrachte die Saisonvorbereitung als eine große Chance, nachdem ich in meinem ersten Halbjahr bei der Eintracht nicht in Pflichtspielen zum Einsatz gekommen bin.“ Entsprechend groß ist sein Ehrgeiz: „Daher hoffe ich auf mehr Minuten und natürlich so viele wie möglich.“ Gleichzeitig weiß der Linksverteidiger, worauf es ankommt: „In erster Linie liegt es an mir, gut zuzuhören und hart zu arbeiten.“ Deshalb bedeute die Vorbereitung für ihn vor allem eines: „Wie alle und mit allen bei null zu starten.“

Auch Kumashiro blickt optimistisch auf die kommenden Wochen. Der Wechsel nach Frankfurt war für ihn der erste längere Aufenthalt außerhalb Japans. „Nach meinem Wechsel aus Japan ist Frankfurt das erste Mal, dass ich dauerhaft außerhalb meiner Heimat bin“, erklärte er. Das erste halbe Jahr in der U21 habe ihm bei der Eingewöhnung enorm geholfen: „Dafür war das erste halbe Jahr in der U21 sehr hilf- und lehrreich.“ Nun möchte er sich bei den Profis beweisen: „Dass ich mich nun bei den Profis zeigen darf, bedeutet mir viel und motiviert mich noch mehr.“

Schritt für Schritt in Richtung Bundesliga-Minuten

Seine Ziele formuliert der Angreifer dabei Schritt für Schritt: „Ich habe mich im Training empfohlen und möchte das im Trainingslager bestätigen.“ Überzeugt er Trainer Adi Hütter, soll der nächste Schritt folgen: „Wenn der Trainer von mir überzeugt ist, hoffe ich auf Einsätze.“ Und dann? Für Kumashiro gibt es als Stürmer nur eine Antwort: „Wenn ich spielen darf, möchte ich treffen. Wenn ich treffe, möchte ich nochmal treffen. Eigentlich ganz normal für einen Stürmer“, sagte er lachend.

Auch abseits des Fußballs fühlen sich beide in Frankfurt mittlerweile wohl. Kosugi schwärmt besonders von der Atmosphäre im Deutsche Bank Park. „Auch von draußen habe ich ein Gespür dafür bekommen, welche Energie von den Rängen ausgehen kann.“ Gleichzeitig gefällt ihm das Leben in der Mainmetropole. „Die Stadt ist ebenso wunderbar.“Nur mit den sommerlichen Temperaturen hadert er noch ein wenig. „Zuletzt war es mir aber etwas zu heiß.“ Für Kumashiro ist ebenfalls das Stadion das Highlight. „Natürlich das Stadion.“ Darüber hinaus schätzt er die Größe der Stadt – und ein Stück Heimat in Hessen. „Außerdem das Essen – also die japanische Küche, die hier gut vertreten ist. Ein Stück Heimat.“ Was beiden dagegen fehlt, sind ihre Familien in Japan. „Meine Familie und Freunde“, antwortete Kosugi auf die Frage, was er am meisten vermisse. Kumashiro musste ebenfalls nicht lange überlegen: „Meinen Bruder und meinen Hund.“

Bei der Integration hilft den beiden vor allem Nationalspieler Ritsu Doan, der im vergangenen Sommer ebenfalls zur Eintracht gewechselt ist. Für Kosugi ist sein Landsmann eine echte Führungspersönlichkeit: „In unserer Heimat ist er ein Star.“ Besonders dessen Einstellung imponiert ihm: „Ich liebe es, mit ihm zu trainieren; seine Arbeitsmoral ist beispielhaft.“ Gleichzeitig profitiere er sportlich von den direkten Duellen im Training: „Weil er viel über den rechten Flügel kommt, hat er mich als Linksverteidiger im Trainingsspiel schon häufiger gefordert. Daraus konnte ich schon viel lernen.“ Auch menschlich sei Doan eine große Hilfe: „Darüber hinaus hat er mir auf und neben dem Platz bei der Integration geholfen. Ritsu hat zu allen ein gutes Verhältnis.“ Kumashiro kann diese Eindrücke nur bestätigen. „Ritsu ist ein Vorbild und neben seiner fußballerischen Klasse ein wirklich netter Zeitgenosse.“

Auch über ihre fußballerischen Vorbilder sprachen die beiden Japaner. Kosugi orientiert sich an zwei internationalen Top-Verteidigern. „Achraf Hakimi und Marc Cucurella.“ Besonders deren unterschiedliche Qualitäten faszinieren ihn: „Hakimi ist für seinen Offensivdrang bekannt, Cucurella zeichnet sein aggressives Defensivverhalten aus.“ Sein eigenes Ziel sei es, „aus beiden Welten das Beste zu vereinen.“

Kumashiro schaut dagegen auf einen der besten Torjäger der Welt: „Erling Haaland, wegen seiner Torquote und Abschlussstärke. Er trifft gefühlt in jedem Spiel.“

Zum Abschluss verrieten beide noch ihre persönlichen Ziele für die kommende Saison. Kosugi möchte endlich sein Pflichtspieldebüt im Adlertrikot feiern:  „Ich möchte mein Eintracht-Debüt feiern und mich für die Startelf empfehlen.“ Gleichzeitig denkt der Verteidiger auch an das Kollektiv: „Als Abwehrspieler ist mir wichtig, gemeinsam so oft wie möglich ohne Gegentor zu bleiben.“ Kumashiro formulierte seine Ambitionen ebenfalls klar. „Lernen, mich weiterentwickeln, im Profibereich Fuß fassen.“Sollte er dauerhaft zum Bundesliga-Kader gehören, hat er sogar schon eine konkrete Marke im Kopf. „Wenn ich Teil der ersten Mannschaft bleibe, habe ich mir fünf Saisontore zum Ziel gesetzt.“

Die Aussagen der beiden Japaner zeigen, mit welcher Einstellung sie ihre erste komplette Vorbereitung bei Eintracht Frankfurt angehen: viel Demut, große Lernbereitschaft und der feste Wille, sich Schritt für Schritt im Profifußball zu etablieren.

3 Kommentare

Fallback Avatar 1. sgeimherz 26. Juli 26, 13:00 Uhr

Hallo liebe Eintracht-Gemeinde,

Respekt für die zwei jungen Japaner, deren Einstellung vorbildlich ist. Sie haben klare Ziele und sehen sich selbst in der Pflicht, Adi von sich zu überzeugen.
Ich würde mich freuen wenn wenigstens einer von beiden den Sprung in die erste Mannschaft schaffen würde.
Das gilt auch für Baum, Aseko, Love usw.

Alles talentierte Jungs, die sich hoffentlich fest spielen und nicht am Ende der Saison verscherbelt werden.
Sondern nach erfolgreicher internationaler Qualifikation, nächstes Jahr Europa angreifen können.

Warten wir es ab,
Forza SGE.

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Fallback Avatar 2. riedberger 26. Juli 26, 13:06 Uhr

Was macht eigentlich noch Hase B. bei der Eintracht? Ist er noch bei der Eintracht? Lange nichts mehr von ihm gehört.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 3. Handballer85 26. Juli 26, 13:18 Uhr

Ich habe mehrere Spiele unserer 2. Mannschaft diese Saison live verfolgt. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren aber Kosugi war leider oft sehr unauffällig und das in der Hessenliga. Bei Kumashiro sieht das anders aus der hat mit seinen 18 Jahren schon einen geilen Torriecher und netzte in 11 Spielen 10 mal. Auch wenn die beiden Marktwerte eher das Gegenteil aussagen waren das meine Beobachtungen.

Zu Hasebe: trainiert er nicht die u21 als Co ?

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