Mit seinen 34 Jahren gehört Mario Götze längst zu den erfahrensten Spielern im Kader von Eintracht Frankfurt. Zum Auftakt des Sommertrainingslagers in Grassau stellte sich der Weltmeister am Donnerstag nach dem Vormittagstraining den Fragen der Medien und sprach über die ersten Eindrücke unter dem neuen Trainer Adi Hütter, seine eigene Rolle, den Umgang mit der steigenden Belastung sowie die beiden Nachwuchstalente Niko Iličević und Love Arrhov.
Seit Donnerstag bereitet sich die Eintracht mit 27 Spielern am Chiemsee auf die neue Saison vor. Bis zum 1. August arbeitet das Team in Grassau an den Grundlagen für die kommende Spielzeit und der erste Eindruck von Mario Götze fällt durchweg positiv aus, sportlich stimmt ihn der Start in die Vorbereitung optimistisch. „Es ist zwar noch sehr früh in der Saison, aber ich finde schon, dass wir alle sehr gut reingestartet sind“, sagte Götze. Auch sein Gesamtfazit fällt nach den ersten Tagen positiv aus: „Es ist alles noch etwas früh, aber mein erster Eindruck ist sehr positiv.“
Vor allem die Einstellung innerhalb der Mannschaft gefällt dem 34-Jährigen. „Alle sind gut in die Vorbereitung gestartet. Wir hatten die Tests und intensive Trainingseinheiten“, so der Mittelfeldmann. Auch die Rahmenbedingungen am Chiemsee lobte Götze ausdrücklich: „Was ich bisher gesehen habe, stimmt mich sehr zuversichtlich: wie sich die Kollegen präsentieren, die Bedingungen in Grassau, auch das Wetter. Dazu die öffentlichen Einheiten hier und in Frankfurt.“
Große Hoffnungen setzt der Weltmeister auch in den neuen Cheftrainer Adi Hütter. Nach den ersten Gesprächen und Trainingseinheiten ist Götze überzeugt, dass der Österreicher hervorragend zur aktuellen Situation der Eintracht passt: „Was ich in den Gesprächen mit ihm und im Training gesehen habe, gibt mir das Gefühl, dass er genau der Mann ist, den Frankfurt, die Mannschaft und die Fans brauchen.“ Dabei sieht er auch einen klaren Vorteil in Hütters Rückkehr. „Er war schon mal hier, was ich auch als Vorteil sehe.“
Entscheidend werde nun sein, dass sich die neuen Ideen auch auf dem Platz widerspiegeln. „Am Ende geht es natürlich darum, Spiele zu gewinnen und die Art und Weise unseres Auftretens.“ Bereits in den ersten Einheiten seien aber erste Ansätze erkennbar: „Ich denke, man kann im Training schon jetzt sehen, wo die Reise hingehen soll.“
Auch für sich selbst hat sich Götze keine neue Rolle vorgenommen. Seine Einstellung habe sich seit seinem Wechsel nach Frankfurt im Sommer 2022 nicht verändert: „Ich betrachte das ähnlich zu dem, was ich mir in den Vorjahren vorgenommen habe, seit ich bei der Eintracht bin.“ Der ehemalige Nationalspieler sieht sich weiterhin als Teil eines funktionierenden Mannschaftsgefüges. „Ich wollte seit 2022 ein Puzzleteil sein, um mit der Mannschaft und dem Verein erfolgreich zu sein“, erklärte er. Dabei betonte Götze, dass Erfolg nie an einer einzelnen Person hänge. „Dafür bedarf es im Fußball vieler verschiedener Aspekte.“ Trotz der enttäuschenden vergangenen Saison blickt er deshalb positiv auf seine Zeit bei der Eintracht zurück: „Mit Ausnahme der vergangenen Saison haben wir viele unserer Ziele erreicht.“
Als einer der ältesten Feldspieler im Kader weiß Götze mittlerweile genau, wie wichtig der richtige Umgang mit der eigenen Belastung ist. „Ich weiß, dass ich nicht mehr 20 bin. Das war natürlich früher schon nochmal anders.“ Mit zunehmender Erfahrung habe sich sein Fokus verändert. „Mit ein bisschen Erfahrung geht man das anders an. Der Fokus liegt noch mehr auf der Erholung.“ Schlaf, Ernährung und Regeneration seien inzwischen unverzichtbar geworden. „Ich achte noch mehr auf Themen wie Schlaf, Ernährung, Eisbecken, Dehnen et cetera. Das ist super wichtig, gerade wenn man längerfristig spielen möchte.“ Gleichzeitig weiß Götze, dass der Körper heute anders reagiert als früher. „Es wird nicht leichter, nicht alles geht so leicht wie vor zehn Jahren.“ Mit einem Schmunzeln fügte er an: „Ich bräuchte fünf, sechs Stunden zwischen den Einheiten anstatt vier.“
Positive Worte fand der Weltmeister auch für zwei der größten Nachwuchshoffnungen der Eintracht, Niko Iličević und Love Arrhov. Dabei mahnte Götze jedoch zur Geduld. „Ich sehe sie sehr positiv, man darf ja das Alter nicht vergessen. Wo war ich mit 15?“, sagte er mit Blick auf die beiden Talente. Dennoch zeigte er sich beeindruckt von deren Entwicklung: „Sie machen beide jedenfalls einen super Eindruck.“Besonders die fußballerischen Fähigkeiten und die Intensität seien außergewöhnlich: „In dem Alter diesen Spielwitz zu haben und die Intensität mitgehen zu können, das ist schon sehr gut.“ Deshalb traut Götze beiden langfristig einiges zu: „Sie haben viele Facetten, die wichtig sind, um Profifußball spielen zu können.“
Nach den ersten Tagen in Grassau herrscht bei Mario Götze deshalb spürbarer Optimismus. Der Routinier sieht eine Mannschaft, die engagiert arbeitet, einen Trainer, dessen Ideen bereits erkennbar sind, und junge Talente, die den nächsten Schritt machen wollen. Entscheidend wird nun sein, diesen positiven Eindruck in den kommenden Wochen und schließlich auch zum Saisonstart auf den Platz zu bringen.






Ein Kommentar
Ich hoffe auf adi Fußball, und wenn die Ergebnisse auch kommen bin ich ich total happy.
Was ich nicht mehr sehen will ist das jeder aber auch wirklich jeder bis an die Grundlinie getragen wird um dann zurück zu spielen.
Es ist nicht verwerflich eine Flanke zu schlagen oder mal aus der 2.reihe abzuziehen.
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