Während die Eintracht am Samstagnachmittag gegen den VfL Wolfsburg wichtige Punkte im Kampf ums internationale Geschäft ergattern will, geht es für die Wölfe darum, ihre Situation im Abstiegskampf zu verbessern. Dabei könnten die Adlerträger mit Jesper Lindström auf einen alten Bekannten treffen, der im SGE-Trikot eine erfolgreiche Zeit, mit dem Europa-League-Sieg 2022 als Krönung, hinter sich hat. Im Sommer 2023 entschied sich der Däne dann dafür, den nächsten Schritt zu gehen und wechselte für eine Ablösesumme von 30 Millionen Euro zum damaligen amtierenden italienischen Meister SSC Neapel. So richtig in Fahrt kam er dort aber nicht. In 29 Pflichtspielen, die hauptsächlich aus Kurzeinsätzen bestanden, kam Lindström auf keinen einzigen Scorerpunkt.
Die Italiener entschieden sich in der Folgespielzeit für eine Leihe nach Everton, aber auch in England konnte der Offensivmann nicht annähernd an seine Leistungen im Eintracht-Trikot anknüpfen. Die Hoffnung, dass dies noch passieren wird, haben die Italiener aber noch nicht aufgegeben. Für die aktuelle Saison folgte eine erneute Leihe, diesmal zum VfL Wolfsburg in die Lindström bereits bekannte Bundesliga. Aber auch das vergangene Jahr lief für den Dänen ähnlich unglücklich wie die vorherigen zwei. Von Verletzungen ausgebremst absolvierte er im Januar erst seine dritte Partie für die Wölfe. Seinen Rhythmus hat Lindström seitdem nicht wiedergefunden, was vermutlich auch an der desaströsen Saison des VfL liegt, der nach 28 Spieltagen auf dem 17. Tabellenplatz steht.
Griechischer Publikumsliebling
Neben Lindström haben in der Vergangenheit bereits einige weitere Akteure sowohl für Eintracht Frankfurt als auch für den VfL Wolfsburg gespielt. Wie der dänische Offensivspieler ist auch der griechische Innenverteidiger Sotiris Kyrgiakos nach seiner Zeit im SGE-Trikot über Umwege bei den Wölfen gelandet. Im Sommer 2006 wechselte er von den Glasgow Rangers zu den Adlern, bei denen er auf Anhieb zur Stammkraft wurde und über die meisten Partien durchspielte. Daran änderte sich auch seiner zweiten Saison bei der Eintracht nichts. Der mittlerweile zum Publikumsliebling gewordene Grieche blieb weiter Leistungsträger in Frankfurt, entschied sich nach zwei von Abstiegskampf geprägten Jahren aber für einen Wechsel in die Heimat zum AEK Athen.
In Griechenland machte Kyrgiakos weiter auf sich aufmerksam, bis ihn der FC Liverpool für die Saison 2009/10 verpflichtete. In der Premier League nahm der Innenverteidiger eine kleinere Rolle als bei seinen vorherigen Stationen ein. Eingesetzt wurde er nur bei rund der Hälfte der Pflichtspiele des LFC, bevor er im Sommer 2011 zum VfL Wolfsburg zurück in die Bundesliga wechselte, dort aber direkt im Winter zum AFC Sunderland verliehen wurde. Auch in der Folgesaison blieb Kyrgiakos Reservist bei den Wölfen. Seine Karriere beendete er im Alter von 35 Jahren, nachdem er in der Saison 2013/14 noch zwei Spiele für Sidney Olimpic bestritten hatte.
Patrick Ochs und Marco Russ, die die Eintracht beide nach dem Abstieg 2011 als Leistungsträger verließen, standen gemeinsam mit Kyrgiakos im VfL-Kader. Ochs wurde, nachdem er als Stammspieler in seine erste Saison als Wolfsburger gestartet war, im Verlauf der Saison immer unwichtiger für die Wölfe. Sein letztes Spiel für die Wölfe absolvierte er im Februar, bis er, abgesehen von einer weiteren Berufung in den Spieltagskader, nur noch von der Tribüne aus zusehen durfte. Eine Hoffenheim-Leihe in der Folgesaison, bei der die TSG den Abstieg erst in der Relegation vermied, lief ebenfalls nicht wie erhofft. Nach seiner Rückkehr zu den Wölfen 2013/14 konnte sich Ochs zwischen Oktober und März als Stammspieler etablieren, bevor ihm im Saisonendspurt nur noch der Platz auf der Ersatzbank blieb. Ein Kreuzbandriss im Sommer 2014 warf den Außenverteidiger dann so weit zurück, dass er kein einziges Bundesligaspiel mehr absolvieren sollte.
Anders als Ochs setzte sich Russ während seiner ersten Saison bei den Wölfen durch und stand zumeist in der Startelf. Seine Situation sollte sich in der nächsten Spielzeit aber schlagartig ändern, als er im Sommer 2013 von Felix Magath aus dem Profikader des VfL aussortiert wurde. Im Winter einigten sich die Beteiligten mit Eintracht Frankfurt auf eine Leihe. Bei seinem Herzensverein trug Russ nach anfänglichen Startschwierigkeiten in der Schlussphase der Saison zum Erreichen des sechsten Tabellenplatzes bei, der die gerade erst wiederaufgestiegene Eintracht für die Europa League qualifizierte. Anschließend blieb der Innenverteidiger der SGE bis zu seinem Karriereende 2020 treu.
Erst Krebs besiegt, dann den Pokal gewonnen
Einer der dunkelsten Momente seines Lebens dürfte die Krebsdiagnose im Mai 2016 gewesen sein, die Russ wenige Tage vor dem Relegationshinspiel gegen den 1. FC Nürnberg erhielt. Trotz allem stand er bei dieser Partie auf dem Platz, besiegte im Dezember den Krebs und feierte im Februar 2017 beim DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Arminia Bielefeld sein Comeback. Seine Zeit bei der Eintracht krönte er im Jahr darauf mit dem Pokalsieg. Beim Finale gegen Bayern München wurde er in der 74. Minute eingewechselt.
Der damals erst 22-Jährige Sebastian Jung blieb der Eintracht trotz des Abstieges treu und half 2011/12 als Stammspieler beim sofortigen Wiederaufstieg mit. Auch in den zwei Folgejahren führte auf der Position des Rechtsverteidigers kein Weg an ihm vorbei. Mit seinen Leistungen spielte sich Jung sogar in den Fokus von Joachim Löw. Im Mai 2014 bestritt er gegen Polen sein erstes und einziges Länderspiel. Auch das Interesse des zu dem Zeitpunkt sportlich über der Eintracht stehenden VfL Wolfsburg zog Jung auf sich. Zur Saison 2014/15 entschied er sich dann für den nächsten Schritt und wechselte in die Autostadt. In der Hinrunde seiner ersten Saison bei den Wölfen spielte der Rechtsverteidiger noch eine ähnlich wichtige Rolle wie bei der Eintracht. Ab Beginn der zweiten Saisonhälfte erhielt er jedoch immer weniger Einsatzzeiten. Bei acht der letzten elf Saisonspiele wurde Jung gar nicht eingesetzt. Somit endetet die Saison für ihn, obwohl Wolfsburg Vizemeister wurde, eher ernüchternd. Nach einem Kreuzbandriss im Februar 2016 und weiteren Verletzungen im Anschluss konnte der Ex-Adlerträger in der Bundesliga nicht mehr Fuß fassen. 2019 wechselte Jung für eine Saison zu Hannover 96, bevor er sich dem Karlsruher SC anschloss, für den er bis heute spielt.
Positiv an die Saison 2014/15 dürfte sich wahrscheinlich Bas Dost erinnern, der in seiner dritten Saison beim VfL Wolfsburg den Durchbruch erlebte. Im Gegensatz zu Jung kam der Stürmer in der Hinrunde noch auf wenige Einsätze, spielte sich aber ab Dezember mit starken Auftritten ins Rampenlicht. In 21 Bundesligaspielen markierte er 16 Treffer, die einen maßgeblichen Anteil zur starken Wolfsburger Saison beitrugen. In der darauffolgenden Saison erzielte der Niederländer nur die Hälfte dieser Tore, was aber auch daran lag, dass er wegen eines Mittelfußbruches zwischenzeitlich elf Wochen lang fehlte. Anschließend wechselte er nach Portugal zu Sporting, wo er in 84 Ligaspielen ganze 76-mal netzte.
Damit zog Dost auch das Interesse der mittlerweile in der Europa League spielenden Eintracht auf sich, die ihn am Ende des Sommertransferfensters 2019 verpflichtete. Bei seinem ersten Spiel für die Adler wurde er gegen Fortuna Düsseldorf beim Halbzeitstand von 0:1 eingewechselt und ermöglichte mit seinem Ausgleichstreffer den späteren 2:1-Sieg der Eintracht. Allerdings konnte er die in ihn gesteckten Erwartungen danach nicht mehr erfüllen, sodass die SGE ihn nach nur anderthalb Jahren an den belgischen Erstligisten Club Brügge verkaufte. Nach zwei weiteren Wechseln sorgte ein tragischer Zwischenfall für sein Karriereende: Im Oktober 2023 bei einem Spiel für den niederländischen Verein NEC Nijmegen gegen AZ Alkmaar brach Dost plötzlich zusammen und musste noch auf dem Platz wiederbelebt werden. In der Folge versuchte er rund zwei Jahre lang, an seinem Comeback zu arbeiten, musste im September 2025 jedoch aufgeben und beendete seine Laufbahn als Profispieler.
Zehn Jahre lang Führungsspieler
Eine Saison erlebte Makoto Hasebe mit Bas Dost noch zusammen, bevor er 2013 nach Nürnberg ging. Zuvor hatte der Japaner ganze sechs Jahre bei den Wölfen verbracht. Highlight dieser Zeit dürfte der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2009 gewesen sein, an der er mit 25 Einsätzen nicht unbeteiligt war. Nach nur einem Jahr beim Club verließ Hasebe die Nürnberger zur Saison 2014/15 in Richtung Eintracht Frankfurt. Ein Wechsel, der zu einer Erfolgsgeschichte wurde, die zum damaligen Zeitpunkt wohl schwer erahnbar gewesen sein dürfte. Bis zu seinem Karriereende 2024 im Alter von 40 Jahren durchlebte der Japaner bei Eintracht Frankfurt von der Relegation 2016 bis zum DFB-Pokalsieg 2018 und Europa-League-Sieg 2022 so ziemlich alles und hatte dabei stets einen hohen Einfluss in der Mannschaft. Hasebe glänzte nicht nur mit seinen Leistungen auf dem Platz, auch außerhalb war der Routinier stets ein Vorbild für die jüngeren Spieler. Auch deshalb ist er der Eintracht nach seinem Karriereende 2024 bis heute in der Funktion als Co-Trainer der U21 erhalten geblieben.
Beste Erinnerungen dürften die meisten SGE-Fans auch an Omar Marmosuh haben. Seine ersten Schritte im deutschen Profifußball ging der Ägypter aber in Wolfsburg. Nach zwei Spielzeiten bei der Zweitvertretung der Wölfe absolvierte er in der Rückrunde 2019/20 seine ersten Bundesligaspiele. Es folgte eine halbjährige Leihe zum 1. FC St. Pauli und ein weiteres Jahr beim VfB Stuttgart. Seine erste durchgängige Saison bei den VfL-Profis spielte Marmoush 2022/23. Weil ihm seine Einsatzzeiten unter Ex-Eintracht-Trainer Niko Kovach aber nicht reichten, ließ er seinen im Sommer endenden Vertrag auslaufen. Das nutzte die Eintracht aus, die sich die Dienste des Stürmers sicherte, ohne eine Ablösesumme bezahlen zu müssen.
Bereits während seiner ersten Spielzeit für die Adlerträger wurde Marmoush zu einem unumstrittenen Leistungsträger, der schnell nicht mehr wegzudenken war. In seiner ersten Saison für die SGE kam er in der Bundesliga auf zwölf Tore und sechs Vorlagen. Vier weitere Treffer erzielte er in der Conference League. In der Hinrunde der Saison 2024/25 erlebte der Ägypter das beste Halbjahr seiner bisherigen Karriere. In 17 Bundesligaspielen netzte er 15-mal und bereitete zehn Tore vor. Aufmerksam machte das den Champions-League-Dauergast Manchester City. Die Engländer verpflichteten den Stürmer im Wintertransferfenster für die stolze Summe von 75 Millionen Euro. Für seine überragenden Leistungen mit dem Adler auf der Brust und das bis zum Schluss respektvolle Verhalten gegenüber dem Verein erhielt Marmoush bei seiner Verabschiedung zu Recht großen Applaus der Nordwestkurve.






8 Kommentare
Habe ich den Namen Chris übersehen, oder wurde der nur unterschlagen bzw. vergessen?
Bezüglich der jüngeren Geschichte ist Lindström ein Trauerspiel.
Klar trifft er seine eigenen Entscheidungen, und er wird gutes Geld verdient haben. Aber er steht auch für das klassische Beispiel, dass es manchmal besser ist, mit dem nächsten Schritt etwas zu warten.
Wünsche ihm ab Samstag 17.15 nur das Beste!
Dem schließe ich mich an. Lediglich bei der Uhrzeit möchte ich auf 17.25 Uhr erhöhen.
Für mich gehört Wolfsburg endlich abgestiegen, aber wie ich meine Eintracht so kenne, werden sie wieder als Aufbaugegner kommen. Vermutlich kommt Lindström auch noch zu seinem ersten Scorerpunkt.
Sollte der Trainer an seiner Ballhaltetaktik weiter festhalten und damit das Spiel verzögern, sehe ich eh kein Land für Frankfurt.
Hartes Brot zur Zeit, macht keinen Spaß das anzusehen, von mir aus dürfte es das letzte Saisonspiel sein.
Chris war klasse, wenn er fit war!
Chris….das ist genauso ein Typ , der mir fehlt, genauso wie Abraham, Zambrano, Russ, Hasebe, Rode, Hinti usw. , da sehe ich als echten Typen aktuell nur Kristensen.
ich will heavy metal fightclub frankfurt ko spiele gewinnen fussball wieder alias kovac / hütter /glasner
Kyrgiakos ist echt schon wieder 20 Jahre her, oh man bin ich alt geworden, kann mich noch erinnern wie wir im Sommer auf dem 10 m Turm im Freibad nebenan gestanden haben und auf den Trainingsplatz rüber geschaut und gerufen haben bis er uns gehört und rüber gewunken hat…
Markus Pröll war zu der Zeit auch bei uns aktiv, das war ein Schrank damals…den haben wir damals sogar auf dem 10 m Turm getroffen und er hat sich mit Anlauf und Kopfsprung runtergestürzt, da habe ich auch nur gedacht, lass das mal lieber nicht deinen Trainer sehen…😄
@rider66 sorry sollte nicht als Antwort gemeint sein…
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