Eintracht Frankfurt reagiert auf die jüngsten schwachen Auftritte und gab heute offiziell bekannt, dass sich der Verein von Cheftrainer Dino Toppmöller trennt. Damit endet das Kapitel für den Sohn von Klaus Toppmöller nach 2,5 Jahren bei den Hessen. Toppmöllers Zeit bei der SGE war geprägt von Höhen und Tiefen. Die erste Qualifikation der Champions League über den dritten Platz der Bundesliga in der vergangenen Saison wird mit Sicherheit sowohl den Verantwortlichen als auch den Fans in besonderer Erinnerung bleiben. Dennoch waren die jüngsten Ergebnisse und die Flut an Gegentoren ausschlaggebend, die Reißleine zu ziehen und auf der Trainerposition neue Impulse zu setzen. Für das Königsklassenduell mit Qarabag Agdam übernehmen interimsweise die U19- bzw. U21-Cheftrainer, Alex Meier und Dennis Schmitt. Der „Fußballgott“ wäre eigentlich beim Legends-Cup des FC Bayern anwesend, muss allerdings darauf verzichten, da er das Training leiten muss. Langfristig soll aber ein erfahrener Nachfolger auserkoren werden, einige Namen kursieren bereits durch den Frankfurter Stadtwald. SGE4EVER.de möchte die möglichen Kandidaten beleuchten:
Marco Rose (vereinslos, zuletzt RB Leipzig)
Seit seiner Freistellung bei RB Leipzig Ende März 2025 gilt Marco Rose als einer der heißesten Traineraktien im deutschen Fußball. Immer wenn ein Bundesliga-Club seinen Trainer vor die Tür setzt, fällt der Name „Marco Rose“. So wurde der gebürtige Leipziger zuletzt nach der Entlassung von Bo Henriksen mit Mainz 05 in Verbindung gebracht. Auch bei Bayer Leverkusen wurde Rose gehandelt, als man sich früh von Erik ten Haag getrennt hatte. Nach der Entlassung von Dino Toppmöller gilt auch der 49-jährige Fußballlehrer bei der Frankfurter Eintracht als Kandidat für die Nachfolge. Nicht nur das. Sowohl die „Frankfurter Rundschau“ als auch die „Bild“-Zeitung berichten, dass Rose der Topfavorit auf den vakanten Trainerposten der Adler ist. Der Ex-Profi soll bereits in der Vergangenheit Interesse an einem Engagement in der Mainmetropole bekundet haben, der Eintracht ist dies bekannt. Rose gilt als sehr erfahren und weist ein interessantes Profil auf. In Deutschland war er vor allem für die Bundesliga-Clubs, Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund und RB Leipzig tätig. Zuvor betreute er zwei Jahre lang den FC Red Bull Salzburg. Den größten Erfolg seiner Trainerkarriere feierte Rose mit den Sachsen, als er 2023 ausgerechnet seinen potenziell neuen Arbeitgeber im Finale des DFB-Pokals mit 0:2 schlug. Bereits 2018 hatte die SGE Rose auf dem Zettel, als sie nach einem Nachfolger für Niko Kovac fahndete. Rose entschied sich jedoch ein Jahr später für einen Wechsel nach Mönchengladbach. Rose steht für offensivfreudiges Umschaltspiel, was Frankfurts Erfolge in den letzten Jahren auszeichnete.
Edin Terzic (vereinslos, zuletzt Borussia Dortmund)
Auch an Edin Terzic soll die Eintracht dran gewesen sein, nachdem im Saisonendspurt 2020/2021 bekannt geworden war, dass Adi Hütter das Weite sucht. Terzic agierte als Co-Trainer unter Lucien Favre, nach dessen Entlassung übernahm der Deutsch-Kroate bis Saisonende und holte den DFB-Pokal. In der darauffolgenden Saison stieg er zum Technischen Direktor auf und war quasi Vorgesetzter von Marco Rose. Schlussendlich übernahm er nach einer enttäuschenden Spielzeit und der damit verbundenen Beurlaubung von Marco Rose das Amt des Cheftrainers und erreichte 2023/2024 das Endspiel der Champions League. Im Sommer 2024 gab Terzic seinen Rücktritt bekannt und wartet seitdem auf eine neue Anstellung. Jetzt könnte der 43-Jährige wieder ein ernstes Thema bei der Eintracht werden. Das Portal „fuballtransfers.com“ berichtete jedenfalls im Dezember während des Auswärtsspiel gegen den HSV von einer Kontaktaufnahme mit dem ehemaligen Dortmunder. Terzics Spielphilosophie zeichnet sich in eine sehr defensive und auf Kontrolle bedachte Spielweise aus. Einerseits würde das Sinn machen, zumal er dadurch die fragile Abwehr stabilisieren könnte, andererseits würde darunter die Offensive um Younes Ebnoutalib und Co. leiden. Ob sich tatsächlich etwas Konkretes herauskristallisieren wird, wird sich zeigen. Laut „Kicker“ ist Terzic jedenfalls kein Thema.
Xabi Alonso (vereinslos, zuletzt Real Madrid und Bayer Leverkusen)
So, träumen darf prinzipiell erlaubt sein. Höchstwahrscheinlich würde es vielen Fans so ergehen, denn in den sozialen Netzwerken träumen viele Anhänger von einem echten Trainercoup. Genannt wird der Name Xabi Alonso, teils scherzhaft, teils auch ernst. Alonso ist nicht nur eine große Legende als Spieler – Liverpool, Real Madrid, FC Bayern, unzählige Titel gewonnen, Weltmeister 2010 – sondern der Spanier machte sich auch als junger Trainer einen Namen. Sein Stern ging dabei bei Ligakonkurrent Bayer Leverkusen auf. In der Saison 2022/2023 übernahm Alonso die Werkself in einer prekären Lage und führte sie auf Platz sechs. Was danach passierte, ist bekannt. Der 44-Jährige führte Bayer überraschend ungeschlagen zur allerersten Deutschen Meisterschaft überhaupt, gewann zudem den DFB-Pokal und scheiterte in der Europa League erst im Finale gegen die Freunde von Atalanta Bergamo. Alonso machte sich damit in Leverkusen unsterblich und wurde mit seinen Ex-Clubs, Bayern München, Liverpool und Real Madrid in Verbindung gebracht. Letztendlich entschied sich Alonso für den spanischen Hauptstadtclub, doch dort endete seine Amtszeit nach nur einem halben Jahr. Sportlich hinkte Real seinen Erwartungen hinterher, zudem gab das schwierige Verhältnis zu einigen Spielern, darunter Vinicius Jr. den Ausschlag, den Ex-Profi von seinen Aufgaben zu entbinden. Mit der Eintracht stünde ein Verein bereit, um wieder in Trainergeschäft Fuß zu fassen und in die Liga zurückkehren, wo er einst für Furore sorgte. Alonso steht für dynamischen, offensivfreudigen, flexiblen und dominanten Fußball, also genau perfekt für die Eintracht-DNA. Ob es tatsächlich zu diesem Coup kommt, darf angezweifelt werden. Die „Bild“ heizte jedenfalls dieses Gerücht an, doch der im Frankfurter Umfeld gut informierte Sportjournalist, Christoper Michel, nahm den Fans die große Hoffnung. „Die Alonso-Gerüchte sind eher in der Kategorie Quatsch zu verordnen“, schrieb er auf seinem X-Account.
Roger Schmidt (zuletzt Benfica Lissabon)
Ein immer wieder heiß gehandelter Name ist oder war Roger Schmidt, der sich seit seinem Aus bei Benfica Lissabon 2024 einer neuen Herausforderung gestellt hat. Inzwischen ist der gebürtige Sauerländer seit Anfang Oktober 2025 als Global Football Advisor für die japanische J1 League zuständig. Es wäre eine besondere Geschichte, sollte es zu einer Zusammenarbeit kommen. Markus Krösche und Schmidt kennen sich bestens aus gemeinsamen Zeiten bei Paderborn und Bayer Leverkusen. Krösche war in Paderborn Spieler unter Schmidt, in Leverkusen fungierte er als Assistent. Schmidt weist eine durchaus erfolgreiche Trainer-Vita auf, nach einem erfolgreichen Jahr beim SC Paderborn folgten Stationen bei RB Salzburg, in Leverkusen, bei Beijing Guoan in China, PSV Eindhoven und zuletzt Benfica Lissabon. Auch sein Titelschrank ist durchaus prall gefüllt, unter anderem wurde er portugiesischer und österreichischer Meister. Ob der 58-Jährige seine Tätigkeit in Japan aufgibt, um erneut auf die Trainerbank zurückzukehren, ist fraglich. Auch kann in Zweifel gezogen werden, wie heiß die Spur aus hessischer Sicht zum Fußballlehrer ist.
Matthias Jaissle (Al-Ahli)
Ein weiterer deutscher Trainer, der ein interessantes vielversprechendes Profil mit sich bringt, ist Matthias Jaissle. Der 37-Jährige war bereits im Sommer 2023 als potenzieller Nachfolger von Oliver Glasner im Gespräch. In seiner noch jungen Vita trainierte der gebürtige Schwabe unter anderem den FC Liefering, ehe er die Profis des Brauseclubs von Salzburg übernahm. Im Sommer 2023, trotz Eintracht-Interesse, entschied sich Jaissle, sich dem saudischen Erstligisten, Al-Ahli, anzuschließen. Mit dem Wüstenclub feierte er den Gewinn der AFC-Champions League und wurde Superpokalsieger. Auch hier darf bezweifelt werden, ob es zu einer Zusammenarbeit kommt.
Sandro Schwarz (vereinslos, zuletzt New York Red Bulls); Tobias Strobl (SC Verl)
Das Duo wurde vonseiten der „Bild“-Zeitung ins Spiel gebracht. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass sich Markus Krösche mit beiden Namen ernsthaft beschäftigt. Sandro Schwarz war zuletzt bei New York Red Bulls tätig, wurde aber aufgrund von Erfolgslosigkeit Oktober 2025 von seinen Aufgaben entbunden. Tobias Strobl ist Trainer des Drittligsten, SC Verl, und bringt keinerlei Erfahrung auf höherem Niveau mit. Auch diese Spur dürfte mehr als kalt sein.






102 Kommentare
Fakt ist, wir können hier diskutieren und argumentieren wie wir lustig sind, auf die Entscheidungsträger hat das keinen Einfluss. Markus Krösche oder wer auch immer am Entscheidungsprozess beteiligt ist, liest hier nicht mit , um eine Entscheidung zu treffen.
Trotzdem macht es so viel Spaß, wie Autos zu konfigurieren, die man sich eh nie kaufen wird.
Gruß SCOPE
Ha, Nagel Kopf, echt schön beschrieben.
Hatte schon lange nicht mehr so viel Lust hier zu Schreiben und lesen.
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