Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Offenbar soll Albert Riera die Eintracht wieder zurück in die Erfolgsspur führen. Foto: IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto

Spanisches Temperament für die SGE? Das bringt Albert Riera mit

Im Umfeld der Frankfurter Eintracht geistert seit Tagen ein ganz bestimmter Name umher. Es ist kein Geheimnis, dass Albert Riera als der Top-Kandidat für den Cheftrainer-Posten gilt. Zwischen der SGE und dem Spanier soll bereits alles klar sein. Lediglich mit dem jetzigen Arbeitgeber des Spaniers NK Celje scheint es noch Verhandlungen zu geben. Das berichtet „Sky“-Reporter Florian Plettenberg. Klar ist bereits, dass am Samstag gegen Leverkusen nochmal das Interimsduo Dennis Schmitt und Alex Meier auf der Bank sitzen werden. „Wir sind in guten Gesprächen. Das bestehende Trainerteam wird in der Konstellation auch gegen Leverkusen an der Seitenlinie stehen“, bestätigte Sportvorstand Markus Krösche am Rande der Champions League-Partie gegen Tottenham am Mittwochabend. Trotzdem deutet aktuell alles darauf hin, dass Riera neuer Eintracht-Trainer werden soll. Daher lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die Personalie zu werfen:

In Manacor auf der Insel Mallorca kam Albert Riera zur Welt und durchlief dort beim RCD die gesamte Jugendabteilung bis hin zur Profimannschaft. Der Spanier spielte im linken Mittelfeld sowie als Linksverteidiger und lief insgesamt drei Jahre in der Primera Division für seinen Heimatverein auf. Nach dem Gewinn der Copa del Rey wechselte er nach Frankreich zu Girondins Bordeaux. Obwohl er dort auf Anhieb Stammspieler wurde, zog es ihn schon nach zwei Jahren zurück in die Heimat zu Espanyol Barcelona. Nach anfänglichen Problemen wurde der damals 23-Jährige für ein halbes Jahr an Manchester City verliehen, die allerdings sportlich noch nicht viel mit dem heutigen englischen Schwergewicht zu tun hatten. Schließlich sollte in Barcelona aber doch noch der Durchbruch gelingen und Riera wurde in dieser Zeit erstmals Nationalspieler und empfahl sich für einen großen Wechsel.

Im Sommer 2008 verpflichtete ihn der FC Liverpool für rund zehn Millionen Euro. Auch wenn das erste Jahr noch recht erfolgreich verlief, wurde der Außenbahnspieler immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen. Nachdem der Spanier dann noch öffentlich seinen Trainer Rafael Benítez kritisierte, startete eine lange Reise durch die Fußball-Welt. Über Olympiakos Piräus, Galatasaray Istanbul, FC Watford, Udinese Calcio und nochmal Mallorca landete der heute 43-Jährige schließlich in Slowenien. Nach einem Jahr bei DNS Zavrec sowie dem FC Koper fand er keinen Verein mehr und beendete daraufhin seine Karriere. Riera gewann einmal den spanischen Pokal, zweimal die türkische Meisterschaft, einmal den türkischen Pokal, einmal die griechische Meisterschaft und lief insgesamt 16 Mal für die spanische Nationalmannschaft auf.

Aggressiver Offensivfußball

Die Karriere an der Seitenlinie startete der Ex-Profi als Co-Trainer bei seinem ehemaligen Verein Galatasaray Istanbul. Von dort aus ging es schließlich als Cheftrainer zurück nach Slowenien zu NK Olimpija Ljubljana. Ein Wechsel, der nicht ganz geräuschlos verlief: Die Vorstellungspressekonferenz wurde von teils vermummten Ultras überfallen, die mit dem Trainerwechsel unzufrieden waren. Riera trotzte allerdings der Kritik und gewann direkt im ersten Anlauf das Double aus Meisterschaft und Pokal. Den Spanier zog es trotzdem direkt weiter zum Ligarivalen NK Celje, wo er seit mittlerweile zweieinhalb Jahren die sportlichen Geschicke leitet. Diese Zeit wurde nur von neun Monaten bei Girondins Bordeaux unterbrochen, die im Anschluss allerdings in die vierte Liga zwangsabsteigen mussten. Mit ihm gewann Celje im letzten Jahr den Pokal und ist aktuell mit weitem Abstand Tabellenführer.

Insgesamt kommt Riera auf 185 Spiele als Cheftrainer und weist einen Punkteschnitt von 1,86 vor. Seine Herkunft ist dem Spielstil des Spaniers durchaus anzumerken: Seine Teams legen großen Wert auf Kontrolle, Ballbesitz, Dominanz und schnelle Passstafetten. In Slowenien spielt er meist mit einer Viererabwehrreihe, vereinzelt agiert Celje aber auch mit einer Dreierkette. Allgemein variiert seine Taktik aber von Spiel zu Spiel sehr und ist recht flexibel. Riera setzt auf hohes, aggressives Gegenpressing und lässt offensiven Fußball spielen, der durchaus zur Eintracht passen könnte. Zu seinen engsten Freunden zählt übrigens Arsenal-Coach Mikel Arteta, Pep Guardiola gilt als sein Mentor. Die drei sollen auch privat viel miteinander unternehmen. Riera ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Seine Frau lernte er in seiner Heimat Mallorca in einer Diskothek kennen.

„Möchte nicht jedem gefallen“

Riera kommt als Trainer viel über seine Emotionen und packt seine Spieler bei der Ehre. In den sozialen Medien sind zahlreiche Videos von seinen Kabinenansprachen zu finden. „Wir sind nicht wie jede Mannschaft. Wir sind ein Team, das jeden schlagen kann“, motiviert der Trainer seine Mannschaft in einem der Clips. „Wenn wir Fußball spielen, spielen wir es nach unserem Stil. Denn wir haben Freude und das ist unsere Art und Weise. Und das macht uns jeden einzelnen Tag glücklich. Wir ändern uns nicht gegen irgendeinen Gegner. Das ist mir egal. Wir werden sie beißen.“ Der 43-Jährige bringt ohne Zweifel die nötige Ausstrahlung und auch das Selbstvertrauen mit. Er wird aber auch als sehr temperamentvoll, detailversessen und direkt beschrieben. Die Mannschaft hält er nah bei sich, fordert aber auch konsequent Leistung ein. „Manche werden dich mögen und andere nicht. Es entspricht meinem Charakter, dass ich nicht jedem gefallen möchte. Ich habe meine Ideen und eine klare Arbeitsweise“, sagte der Trainer in einer Vereinsdokumentation. Während seiner Zeit in Frankreich ist er damit auch durchaus angeeckt. „Er ist ein sehr arroganter Trainer, der während seiner Zeit in Bordeaux bei Pressekonferenzen eine Reihe arroganter Äußerungen gemacht hat“, wird Journalist Hanif Berkane vom Portal „Fussballtransfers.com“ zitiert. „Er hat immer die gegnerischen Trainer herabgewürdigt und seine eigenen Qualitäten hervorgehoben.“ Der gespielte Fußball habe dem Kritiker allerdings sehr gut gefallen und würde auch nach Frankfurt passen.

Seiner Anstellung bei der SGE scheint nicht mehr viel im Weg zu stehen und wird wohl in den kommenden Tagen finalisiert werden. Das berichtet Transferexperte Fabrizio Romano. Die komplette Einigung könnte allerdings noch ein paar Tage dauern. Albert Riera bringt einiges mit, was ein erfolgreicher Cheftrainer braucht und könnte mit seinem Temperament sowie den Emotionen auch gut ins Frankfurter Umfeld passen. Trotzdem ist es auch für den Spanier ein immenser Schritt aus der slowenischen ersten Liga. Dazu ist die aktuelle Herausforderung in Frankfurt nicht gerade klein und der neue Trainer muss direkt einige Probleme lösen. Riera wäre eine ebenso spannende wie ambitionierte Lösung, die Risiken mit sich bringt, Eintracht Frankfurt zugleich aber auch Chancen eröffnen könnte.

15 Kommentare

Fallback Avatar 1. PeKa 29. Januar 26, 16:29 Uhr

Vielleicht brauchen wieder so einen (positiven) Drecksack. Für ihn ist es auch eine Riesenchance.

2
Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 250 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Ob Stehblock, VIP-Loge, Currywurst oder Handkäs-Häppchen - Hauptsache SGE4EVER.de! Denn der User unterstützt das Onlinemagazin mit einem monatlichen oder jährlichen Betrag und genießt zudem besondere Vorteile: Werbefreiheit, Gewinnspiele etc. 2. huiwaeller50 29. Januar 26, 17:11 Uhr

Mit relativ unbekannten Namen haben wir ja oft nicht die schlechtestens Erfahrungen gemacht. Als Hütter kam, war er nur Insidern bekannt. Kovac hatte, wenn ich mich nicht irre, in Frankfurt seinen erste BL-Job.

Und wenn ich mal in der ganz weiten Vergangenheit krame: 1978 wurde ein 31-jähriger unbekannter Trainer verpflichtet - und jeder sagte: Kann doch nicht klappen. Der ist ja jünger als mancher Spieler. Er kam von RW Essen und war vorher Co in Gladbach war. : Erich Ribbeck

Na gut, außer einer UEFA-Cup-Quali hat er bei uns keine Bäume ausgerissen. Aber er blieb immerhin 5 Jahre. Länger war keiner bei uns (Funkel genauso lange). Danach war er bei Leverkusen, Dortmund und Bayern, und wurde später (na gut - nicht so sehr erfolgreicher) Bundestrainer ehmmm... Teamchef

Das zeigt jedenfalls, dass man bei der Eintracht schon immer den Mut hatte, auch mal etwas unkonventionell zu denken. Mir gefällt das. Und so schaue ich einem Riera (falls er es denn wirklich wird) freudig und gespannt entgegen.

3
Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 3. Boris 29. Januar 26, 17:33 Uhr

Zumindest hat er Feuer und ist sicherlich nicht "zu nett". 😄🔥👺 Er hat also das, was man an Dino vermisst hat, der ist ja mehr so ein totaler Erklärbär, immer diplomatisch, zurückhaltend in seinen Aussagen und höchstens ein bisschen passiv-aggressiv, jedenfalls alles andere als mitreißend.

Riera traut man schon zu, das Feuer bei der Eintracht wieder zu entfachen. Zudem ist er best buddy mit den hoch anerkannten Fußbalwissenschaftlern Guardiola und Arteta. Wenn er auch so einen dominanten Fußball spielen lassen will und das auch umsetzen kann, dann wäre das eine große Freude für die in letzter Zeit oftmals geschundene Eintracht-Seele. Einer der Liga und Pokal kann und richtig ehrgeizig ist, den es richtig anpisst zu verlieren, ist mir allemal lieber als einer, der sich mit dem Minimalziel zufrieden gibt, wie man oft bei Dino den Eindruck hatte. Nach einem 4:1 hat mich bei Dino immer schon angekotzt, wenn er sowas als "fast perfektes Spiel" bezeichnet hat, selbst wenn die 4 Tore beinahe die einzigen Chancen waren und es ohne 3 Geniestreiche vom Omar, Eki & Co. nur ein Unentschieden geworden wäre. Das kann ja nicht der spielerische Anspruch sein, ein "fast perfektes Spiel" wäre ein 4:0, bei dem man von 30 eigenen Chancen eben hätte noch mehr verwandeln können, um den Sieg früher klar zu machen, um etwas für das Torverhältnis und fürs Selbstvertrauen zu tun. Bei einem Spiel, das nicht mal zu Null war, von einem "fast perfekten Spiel" zu sprechen, das empfinde ich als blasphemische Selbstüberschätzung und ich hoffe, der neue Trainer hat da andere Ansprüche.

16
Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 4. Boris 29. Januar 26, 18:13 Uhr Zitat - huiwaeller50 Mit relativ unbekannten Namen haben wir ja oft nicht die schlechtestens Erfahrungen gemacht. Als Hütter kam, war er nur Insidern bekannt. Kovac hatte, wenn ich mich nicht irre, in Frankfurt seinen erste BL-Job. Und wenn ich mal in der ganz weiten Vergangenheit krame: 1978 wurde ein 31-jähriger unbekannter Trainer verpflichtet - und jeder sagte: Kann doch nicht klappen. Der ist ja jünger als mancher Spieler. Er kam von RW Essen und war vorher Co in Gladbach war. : Erich Ribbeck Na gut, außer einer UEFA-Cup-Quali hat er bei uns keine Bäume ausgerissen. Aber er blieb immerhin 5 Jahre. Länger war keiner bei uns (Funkel genauso lange). Danach war er bei Leverkusen, Dortmund und Bayern, und wurde später (na gut - nicht so sehr erfolgreicher) Bundestrainer ehmmm... Teamchef Das zeigt jedenfalls, dass man bei der Eintracht schon immer den Mut hatte, auch mal etwas unkonventionell zu denken. Mir gefällt das. Und so schaue ich einem Riera (falls er es denn wirklich wird) freudig und gespannt entgegen. Path

Also ich bin schon ganz froh, wenn es kein Typ Ribbeck wird, der war nun wirklich nicht mitreißender als Toppmöller. Das wäre sonst wieder so eine Semi-Depression, selbst bei zwischenzeitlich guten Ergebnissen. Da ist mir einer, der hell brennt und leuchtet, schon viel lieber. Kjetil Knutsen wäre mir tatsächlich noch deutlich lieber, weil der nicht nur den nötigen Biss und einen Plan hat, sondern auch einfach nur integer und souverän ist, einfach eher so ein Hitzfeld als ein Heißsporn. Der ist aber bestimmt gar nicht verfügbar und das war nur so eine Schlagzeilen-Füller des Boulevards.

4
Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 250 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Ob Stehblock, VIP-Loge, Currywurst oder Handkäs-Häppchen - Hauptsache SGE4EVER.de! Denn der User unterstützt das Onlinemagazin mit einem monatlichen oder jährlichen Betrag und genießt zudem besondere Vorteile: Werbefreiheit, Gewinnspiele etc. 5. huiwaeller50 29. Januar 26, 18:54 Uhr Zitat - Boris Also ich bin schon ganz froh, wenn es kein Typ Ribbeck wird, der war nun wirklich nicht mitreißender als Toppmöller. Das wäre sonst wieder so eine Semi-Depression, selbst bei zwischenzeitlich guten Ergebnissen. Da ist mir einer, der hell brennt und leuchtet, schon viel lieber. Kjetil Knutsen wäre mir tatsächlich noch deutlich lieber, weil der nicht nur den nötigen Biss und einen Plan hat, sondern auch einfach nur integer und souverän ist, einfach eher so ein Hitzfeld als ein Heißsporn. Der ist aber bestimmt gar nicht verfügbar und das war nur so eine Schlagzeilen-Füller des Boulevards. Path

#Ribbeck: Da gebe ich dir Recht.
Es ging mir ja auch nur darum, zu sagen, dass bei der Eintracht gerne schon mal abseits des Mainstream gesucht wird und dass mir das gefällt. Klar: das ist noch lange keine Garantie für Erfolg. Und einen Ribbeck 2.0 muss ich in der Tat nicht haben.
Riera hört sich dagegen gut an. Weiß was er will, hat Ecken und Kanten… Ist natürlich auch keine Garantie für Erfolg. Aber die gibt’s sowieso nirgendwo.

2
Fallback Avatar 6. osthessenadler 29. Januar 26, 19:16 Uhr

Vielleicht tut uns so ein Typ ala Diego Simeone mal gut.., einer der mal auf dämliche Fragen der Journalie auch mal ne schnippische Antwort hat (ich vermisse Hans Meier und Christian Streich so sehr)
Einer der mal wieder die Lebensgeister weckt und uns aus diesen Schlafwagenfussball (bis auf wenige Ausnahmen) der letzten Wochen befreit.
Ich fand’s gut.., her mit dem Mann.., ein Nobody ist mir lieber als ein Rosé, Tersic, Wagner, Schwarz oder wer da alles genannt wurde.

Und wenn die ersten Partien nicht rund laufen.. dann zerreiße ich ihn nicht gleich.. Alonso hat in seinem ersten Spiel mit Leverkusen auch 5:1 den Arsch voll bekommen..(das waren noch Zeiten)

3
Fallback Avatar 7. drobbe 29. Januar 26, 19:17 Uhr

Auf die PKs und Sprüche habe ich richtig Bock.

Es gibt aus Udine die Story, daß er statt zu einem Spiel zu einem Pokerturnier ist um seinen Rauswurf zu provozieren. Bis dahin hatte er keine Minute für Udine gespielt. Beim Turnier wurde er zweiter und gewann 3500 €.

8
Fallback Avatar 8. Holz 29. Januar 26, 20:13 Uhr Zitat - Boris Also ich bin schon ganz froh, wenn es kein Typ Ribbeck wird, der war nun wirklich nicht mitreißender als Toppmöller. Das wäre sonst wieder so eine Semi-Depression, selbst bei zwischenzeitlich guten Ergebnissen. Da ist mir einer, der hell brennt und leuchtet, schon viel lieber. Kjetil Knutsen wäre mir tatsächlich noch deutlich lieber, weil der nicht nur den nötigen Biss und einen Plan hat, sondern auch einfach nur integer und souverän ist, einfach eher so ein Hitzfeld als ein Heißsporn. Der ist aber bestimmt gar nicht verfügbar und das war nur so eine Schlagzeilen-Füller des Boulevards. Path

Ja, wer kennt ihn nicht, den "Sir Erich"?

"Das kann ein Nachteil oder ein Vorteil sein, sowohl für uns als auch für die gegnerische Mannschaft."

Da wussten die Pressefritzen sofort und präzise, was Sache war. 🤔😂

0
Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Ob Stehblock, VIP-Loge, Currywurst oder Handkäs-Häppchen - Hauptsache SGE4EVER.de! Denn der User unterstützt das Onlinemagazin mit einem monatlichen oder jährlichen Betrag und genießt zudem besondere Vorteile: Werbefreiheit, Gewinnspiele etc. 9. sgeubin 29. Januar 26, 20:15 Uhr

Gut geschrieben! Also das liest sich so, als könnten wir mit ihm richtig liegen. Einen Charaktermenschen braucht es jetzt - eine Führungs- und Respektpersönlichkeit, die auch mal kontrovers sein kann. Gefällt mir!

2
Avatar 10. sgehh 29. Januar 26, 20:58 Uhr

Ich habe mir gestern dieses Video angeschaut:
https://youtu.be/prI_L8KbWIE?si=ApnirHyluTCWfqE8

45 Minuten mit ihm und ich fand es sehr gut, ging auch tief ins menschliche und beleuchtet alle seine Station von der Jugend bis jetzt. Macht einen sehr aufgeräumten Eindruck, spricht klar und bestimmend, gutes Englisch. Hat mir persönlich gut gefallen

1
Fallback Avatar 11. adelaar 30. Januar 26, 00:41 Uhr Zitat - sgehh Ich habe mir gestern dieses Video angeschaut: https://youtu.be/prI_L8KbWIE?si=ApnirHyluTCWfqE8 45 Minuten mit ihm und ich fand es sehr gut, ging auch tief ins menschliche und beleuchtet alle seine Station von der Jugend bis jetzt. Macht einen sehr aufgeräumten Eindruck, spricht klar und bestimmend, gutes Englisch. Hat mir persönlich gut gefallen Path

Danke für den Link.
Ok, mein Thema Sprachbarriere würde ich erstmal abräumen. Sein Englisch scheint mir so geschmeidig [viel besser als Xavi Alonsos und Peps] dass ich wetten würde, sein Französisch ist mindestens genauso gut. Und wer so ein Faible für Spracherwerb hat, kommt auch mit Deutsch binnen 1 -2 Jahren mindestens auf B2-Level... [womöglich sind auch noch Italienisch und Türkisch in seinem Portfolio]
Das Interview ist sehr vielversprechend: enorm charismatisch.
Jetzt bin ich v.a. gespannt, ob er den Kader ohne die für jeden offensichtlich notwendigen Verstärkungen akzeptiert.

0
Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 12. Boris 30. Januar 26, 07:07 Uhr Zitat - adelaar Danke für den Link. Ok, mein Thema Sprachbarriere würde ich erstmal abräumen. Sein Englisch scheint mir so geschmeidig [viel besser als Xavi Alonsos und Peps] dass ich wetten würde, sein Französisch ist mindestens genauso gut. Und wer so ein Faible für Spracherwerb hat, kommt auch mit Deutsch binnen 1 -2 Jahren mindestens auf B2-Level... [womöglich sind auch noch Italienisch und Türkisch in seinem Portfolio] Das Interview ist sehr vielversprechend: enorm charismatisch. Jetzt bin ich v.a. gespannt, ob er den Kader ohne die für jeden offensichtlich notwendigen Verstärkungen akzeptiert. Path

Was sollte die Sprache überhaupt für ein Problem sein? Im Kader der Eintracht sind 20 Legionäre, nur ca. ein Dutzend kann überhaupt selbst Deutsch. Die Kabinensprache ist selbstverständlich, wie bei allen europäischen Erstligaclubs immer Englisch, wie sollten die sich denn sonst verständigen? Es macht ja keinen Sinn, irgendwas mit der Mannschaft zu besprechen und dann musst du danach alles nochmal erklären, selbstverständlich läuft das alles auf Englisch.

Also ja, Riera spricht ein geschmeidiges Englisch, wohlgemerkt mit dem gleichen Akzent wie Pep und Xabi, aber wie kommst du darauf, dass das Englisch von Guardiola und Alonso nicht geschmeidig wäre? Beide halten ihre Kabinenansprachen selbstverständlich auf Englisch, Pep trainiert seit zig Jahren sehr erfolgreich ein englisches Team und Alonso hat in Liverpool gespielt(u.a. mit Riera). Selbstverständlich sprechen beide fließend Englisch, ohne Englischkenntnisse geht gar nichts im internationalen Geschäft. Sämtliche Jugendspieler wissen das und lernen von kleinauf fleißig Englisch. Auch die Schiris sprechen mit allen nichtdeutschen Spielern Englisch. Und bei Guardiola und Alonso hat es immerhin für das Double mit deutschen Mannschaften gereicht, da schien die Verständigung kein Problem zu sein. Zumindest Alonso hat das Team nicht gerade in Topzustand übernommen und sie gut erreicht. Einer derjenigen, der ein wenig psychologischen Support brauchen könnte, ist Kaua Santos, der kann selber kein Deutsch, also was sollte die Deutsche Sprache in dem Moment helfen? Wir sind ja nicht mehr in den 60ern.

5
Fallback Avatar 13. adelaar 30. Januar 26, 11:01 Uhr Zitat - Boris Was sollte die Sprache überhaupt für ein Problem sein? Im Kader der Eintracht sind 20 Legionäre, nur ca. ein Dutzend kann überhaupt selbst Deutsch. Die Kabinensprache ist selbstverständlich, wie bei allen europäischen Erstligaclubs immer Englisch, wie sollten die sich denn sonst verständigen? Es macht ja keinen Sinn, irgendwas mit der Mannschaft zu besprechen und dann musst du danach alles nochmal erklären, selbstverständlich läuft das alles auf Englisch. Also ja, Riera spricht ein geschmeidiges Englisch, wohlgemerkt mit dem gleichen Akzent wie Pep und Xabi, aber wie kommst du darauf, dass das Englisch von Guardiola und Alonso nicht geschmeidig wäre? Beide halten ihre Kabinenansprachen selbstverständlich auf Englisch, Pep trainiert seit zig Jahren sehr erfolgreich ein englisches Team und Alonso hat in Liverpool gespielt(u.a. mit Riera). Selbstverständlich sprechen beide fließend Englisch, ohne Englischkenntnisse geht gar nichts im internationalen Geschäft. Sämtliche Jugendspieler wissen das und lernen von kleinauf fleißig Englisch. Auch die Schiris sprechen mit allen nichtdeutschen Spielern Englisch. Und bei Guardiola und Alonso hat es immerhin für das Double mit deutschen Mannschaften gereicht, da schien die Verständigung kein Problem zu sein. Zumindest Alonso hat das Team nicht gerade in Topzustand übernommen und sie gut erreicht. Einer derjenigen, der ein wenig psychologischen Support brauchen könnte, ist Kaua Santos, der kann selber kein Deutsch, also was sollte die Deutsche Sprache in dem Moment helfen? Wir sind ja nicht mehr in den 60ern. Path

Wie ich drauf komme?
Weil ich's schon aus professionellen Gründen beurteilen kann und weil ich sowohl Pep wie auch Xavi des Öfteren auf PKs erlebe. Riera is einfach fitter (aber auch etwas jünger, sprich insb. Pep is näher an den 60ern) und wie gesagt wohl einfach etwas lingualaffiner als seine 2 Buddies, was ihm vielleicht auch den Zugang zum Deutschen erleichtert, welcher gerade Spaniern oft besonders schwer fällt.
Und: Ich bin etwas überrascht gewesen - wohl aufgrund von schnöden Verurteilen, ich gebs ja zu. Aber das Wesentliche ist ohnehin, dass dieses Interview schlicht Spaß macht zu hören und zu sehen, er ist in der Tat ein spezieller Typ.

@Sprachkompetenz
Mit nem Spielerkader kommt man mit gutem Englisch + Fussballer-Welsch (in den meisten Situationen) über die Runden.
Wenn das Schiff aber knarzt und krängt, wäre es (bei uns) m.E.n. schon besser mit den Verantwortlichen auf der Brücke Deutsch zu reden.
Nun, wenn er denn kommt, dürften manche der Beteiligten wohl ohnehin ihr Englisch nochmal etwas aufpolieren.

2
Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 14. Boris 30. Januar 26, 12:45 Uhr Zitat - adelaar Wie ich drauf komme? Weil ich's schon aus professionellen Gründen beurteilen kann und weil ich sowohl Pep wie auch Xavi des Öfteren auf PKs erlebe. Riera is einfach fitter (aber auch etwas jünger, sprich insb. Pep is näher an den 60ern) und wie gesagt wohl einfach etwas lingualaffiner als seine 2 Buddies, was ihm vielleicht auch den Zugang zum Deutschen erleichtert, welcher gerade Spaniern oft besonders schwer fällt. Und: Ich bin etwas überrascht gewesen - wohl aufgrund von schnöden Verurteilen, ich gebs ja zu. Aber das Wesentliche ist ohnehin, dass dieses Interview schlicht Spaß macht zu hören und zu sehen, er ist in der Tat ein spezieller Typ. @Sprachkompetenz Mit nem Spielerkader kommt man mit gutem Englisch + Fussballer-Welsch (in den meisten Situationen) über die Runden. Wenn das Schiff aber knarzt und krängt, wäre es (bei uns) m.E.n. schon besser mit den Verantwortlichen auf der Brücke Deutsch zu reden. Nun, wenn er denn kommt, dürften manche der Beteiligten wohl ohnehin ihr Englisch nochmal etwas aufpolieren. Path

Was das Charisma angeht gebe ich dir Recht, das Interview ist tatsächlich angenehm anzuhören, der Typ ist schon richtig eloquent und strahlt eine sehr positive Energie aus. Diese Power hat man bei Toppmöller junior selten gespürt, eher beim senior damals. Dino wirkt ziemlich verklemmt, finde ich. Der ist sicherlich dennoch ein angenehmer, umgänglicher Typ, aber als Motivator nicht so geeignet. Riera hat den nötigen Biss, er sagt ja in seiner Ansprache direkt "wir werden sie beißen" und Spaß haben auf dem Platz. Da hat man richtig Bock loszulegen, wenn man dem zuhört. Bei Riera hat man den Eindruck, dass der auch wirklich gern unter Leute geht und in einer großen Runde im Mittelpunkt des Geschehens steht. Toppmöller wäre mehr so der Typ, der bei der Feier auch da war, das hätte aber niemand bemerkt, wenn er nicht so groß wäre, weil er so kleinlaut ist und sich die ganze Zeit in der Küche mit irgendwem unterhält, mehr so der Martin Taschenbier aus dem Sams-Kinderbuch. Man kann sich kaum vorstellen, dass Dino mal wirklich aus sich raus geht und wenn, dann wirkt es gekünstelt.

Dass Riera keine Probleme mit der Verständigung haben wird, das ergibt sich für mich allerdings bereits aus dem Kontext. Er hat selbst in Spanien, Frankreich, England, Italien, Griechenland und der Türkei in sehr internationalen Kadern gespielt und ist als Trainer ja auch schon gut rumgekommen. In Slowenien wird er mit zwei verschiedenen Mannschaften Double-Gewinner(den Vorsprung verspielen die bestimmt nicht mehr) und dafür hat er sicherlich nicht von heute auf morgen fließend slowenisch gelernt. Er hat also bereits bewiesen, dass er in einem Land zu Erfolg kommen kann, in dem niemand seine Sprache spricht, ob als Spieler oder als Trainer. Und ob Götze, Koch, Amenda oder Knauff, die haben alle schon sehr erfolgreich mit internationalen Spielern und Trainern zusammengearbeitet. Die Jungs haben alle YouTube und verfolgen pausenlos den internationalen Fußball. Jeder von denen hat den Anspruch, gut Englisch zu können. Es wird ja viel über die "Söldnermentalität" geschimpft, dass die Spieler alle nur in die Premier League wollen, na wenn einer von klein auf davon träumt, mal im Ausland zu spielen, glaubst du denn, die können nicht allesamt fließend Englisch? Und eine gute Rede ist auf Englisch keineswegs weniger motivierend als auf Deutsch.

0
Fallback Avatar 15. adelaar 30. Januar 26, 16:33 Uhr Zitat - Boris Was das Charisma angeht gebe ich dir Recht, das Interview ist tatsächlich angenehm anzuhören, der Typ ist schon richtig eloquent und strahlt eine sehr positive Energie aus. Diese Power hat man bei Toppmöller junior selten gespürt, eher beim senior damals. Dino wirkt ziemlich verklemmt, finde ich. Der ist sicherlich dennoch ein angenehmer, umgänglicher Typ, aber als Motivator nicht so geeignet. Riera hat den nötigen Biss, er sagt ja in seiner Ansprache direkt "wir werden sie beißen" und Spaß haben auf dem Platz. Da hat man richtig Bock loszulegen, wenn man dem zuhört. Bei Riera hat man den Eindruck, dass der auch wirklich gern unter Leute geht und in einer großen Runde im Mittelpunkt des Geschehens steht. Toppmöller wäre mehr so der Typ, der bei der Feier auch da war, das hätte aber niemand bemerkt, wenn er nicht so groß wäre, weil er so kleinlaut ist und sich die ganze Zeit in der Küche mit irgendwem unterhält, mehr so der Martin Taschenbier aus dem Sams-Kinderbuch. Man kann sich kaum vorstellen, dass Dino mal wirklich aus sich raus geht und wenn, dann wirkt es gekünstelt. Dass Riera keine Probleme mit der Verständigung haben wird, das ergibt sich für mich allerdings bereits aus dem Kontext. Er hat selbst in Spanien, Frankreich, England, Italien, Griechenland und der Türkei in sehr internationalen Kadern gespielt und ist als Trainer ja auch schon gut rumgekommen. In Slowenien wird er mit zwei verschiedenen Mannschaften Double-Gewinner(den Vorsprung verspielen die bestimmt nicht mehr) und dafür hat er sicherlich nicht von heute auf morgen fließend slowenisch gelernt. Er hat also bereits bewiesen, dass er in einem Land zu Erfolg kommen kann, in dem niemand seine Sprache spricht, ob als Spieler oder als Trainer. Und ob Götze, Koch, Amenda oder Knauff, die haben alle schon sehr erfolgreich mit internationalen Spielern und Trainern zusammengearbeitet. Die Jungs haben alle YouTube und verfolgen pausenlos den internationalen Fußball. Jeder von denen hat den Anspruch, gut Englisch zu können. Es wird ja viel über die "Söldnermentalität" geschimpft, dass die Spieler alle nur in die Premier League wollen, na wenn einer von klein auf davon träumt, mal im Ausland zu spielen, glaubst du denn, die können nicht allesamt fließend Englisch? Und eine gute Rede ist auf Englisch keineswegs weniger motivierend als auf Deutsch. Path

"Glaubst du denn... ...?"
Das muss ich nicht glauben, dass weiß ich recht gut. Ja, viele Profis sprechen überdurchschnittlich das Englisch, das auch in den NLZs gepaukt wird. Da sind wir aber noch lange nicht bei "fließendem" Englisch etwa mit C-Level-Vokabular. Die Profis, die länger im Ausland spielen, besonders versteht sich, die mit jungen Jahren in die PL verpflichtet werlden, kommen dann relativ bald auf gehobenes Niveau - mal abgesehen von den ohnehin Sprachbegabten und denen, die in ihrer Freizeit wirklich was dafür tun.
Stefan Goedde (Ex-Lingual-Zampano bei uns) ist n Kumpel, von ihm kenne ich das Thema zu genüge von innen. Das möchte man lieber gar nicht so genau wissen... Insb. nicht, was in den Abteilungen bis zum Vorstand, Präsidenten und Aufsichtsrat ohne Dolmetscher gar nicht läuft.

0

Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.