Der Start in die neue Bundesliga-Saison ist Eintracht Frankfurt eindeutig missglückt. Nach dem 3:3-Unentschieden bei Union Berlin, bei dem die Hessen eine 3:1-Führung aus der Hand gaben, folgte beim ersten Heimspiel am Sonntagabend eine bittere 1:4-Niederlage gegen den FC Augsburg. Eintracht-Offensivmann Ansgar Knauff konnte aufgrund seiner Verletzung nur zuschauen. Im „PwC Spielergebabbel“ fand der 24-Jährige anschließend deutliche Worte für den erneuten Einbruch seiner Mannschaft. Gleichzeitig warnte der Flügelspieler davor, nach zwei Spieltagen bereits alles infrage zu stellen. Die erste Halbzeit gegen Augsburg habe vielmehr gezeigt, wohin die Reise unter Adi Hütter gehen soll.
„Das ist einfach nur bitter“, sagte Knauff mit Blick auf die deutliche Niederlage. Vor allem der Kontrast zwischen den beiden Halbzeiten beschäftigte den derzeit verletzten Adlerträger: „Wir spielen eine sehr gute erste Halbzeit und haben alles im Griff. Vor allem haben wir hinten gar nichts zugelassen, und das ist nicht einfach – egal gegen welche Mannschaft.“
Umso unverständlicher sei gewesen, was unmittelbar nach Wiederanpfiff passierte. Innerhalb kürzester Zeit machte Augsburg aus dem 0:1 ein 2:1. „Wir verschlafen die ersten Minuten der zweiten Hälfte, was uns komplett aus dem Tritt gebracht hat. Das darf uns nicht passieren“, kritisierte Knauff. Sein Fazit fiel entsprechend deutlich aus: „Das Spiel zu Hause nach dieser Leistung in der ersten Halbzeit noch mit 1:4 zu verlieren, kann so nicht sein.“
Knauff erkennt ein Muster nach Rückschlägen
Dass die Eintracht bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage eine eigentlich gute Ausgangslage verspielte, ist Knauff nicht entgangen. In Berlin hatte die SGE nach einer 3:1-Führung noch den Ausgleich kassiert, gegen Augsburg brach die Mannschaft nach dem ersten Gegentor erneut ein.
Die Partien seien zwar nicht direkt miteinander vergleichbar, ein Problem erkennt der Rechtsfuß dennoch: „In beiden Spielen sind wir nach Rückschlägen nicht mehr so souverän wie vorher aufgetreten.“ Gegen Augsburg sei zunächst überhaupt noch nichts Entscheidendes passiert, als der Ausgleich fiel. Doch Frankfurt ließ sich davon zu stark beeindrucken: „Wir bekommen das 1:1, da ist eigentlich noch nicht so viel passiert; aber dann kassieren wir direkt das zweite Gegentor.“ Genau dort müsse die Mannschaft ansetzen. Die Qualität, gute Phasen zu spielen, habe sie bereits nachgewiesen. Nun gehe es darum, diese Leistung auch dann abzurufen, wenn eine Partie eine unerwartete Wendung nimmt: „Wir müssen daran arbeiten, in diesen Situationen stabiler zu sein und unsere Leistung stabiler abzurufen.“
„Nicht zu negativ werden“
Trotz der enttäuschenden Ausbeute von lediglich einem Punkt will Knauff nichts von einer frühen Krisenstimmung wissen. Die Saison habe gerade erst begonnen und die Mannschaft befinde sich nach zahlreichen personellen Veränderungen noch in einem Entwicklungsprozess. „Wir müssen aber auch aufpassen, jetzt nicht zu negativ zu werden, es sind erst zwei Spiele gespielt“, mahnte der 24-Jährige. Dass niemand bei der Eintracht mit dem Saisonstart zufrieden sein könne, sei dennoch klar. Entscheidend sei nun, die richtigen Schlüsse zu ziehen, anstatt die ersten beiden Ergebnisse zu lange mit sich herumzutragen: „Jetzt geht der Blick nach vorne – Vorbereitung auf das nächste Match; versuchen, die Niederlage abzuhaken und positiv bleiben.“
Mut macht Knauff dabei insbesondere die erste Halbzeit gegen Augsburg. Denn dort erkannte er vieles von dem wieder, was sich die Mannschaft während der Vorbereitung unter Rückkehrer Hütter erarbeitet hatte.
Knauff sieht Hütters Idee bereits auf dem Platz
Intensität, frühes Pressing und eine hohe Laufbereitschaft prägten die ersten 45 Minuten. Für Knauff war das keineswegs Zufall. „Es war genau das, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben“, erklärte er. Die Idee sei klar: „Den Gegner durch frühes Anlaufen kaum atmen lassen und immer wieder zu Fehlern zwingen.“ Das funktionierte gegen Augsburg zunächst eindrucksvoll. Frankfurt kontrollierte die Partie und ließ defensiv kaum etwas zu. „Ich hatte in der ersten Hälfte nicht das Gefühl, dass sich Augsburg daraus befreien und selbst torgefährlich werden kann“, sagte Knauff.
Das Problem: Bislang gelingt es der Eintracht nicht, diesen Fußball über eine komplette Partie zu zeigen. Genau das müsse der nächste Entwicklungsschritt sein. Der ehemalige Dortmunder ist überzeugt davon, dass Hütters Ansatz funktionieren kann: „Darauf gilt es aufzubauen und es über 90 Minuten auf den Platz zu bringen; dann haben wir eine gute Spielidee, mit der wir viele Spiele gewinnen werden.“
Viel Lob für Kosugi: „Wird uns noch viel Freude bereiten“
Einer der Spieler, die für den Umbruch bei der Eintracht stehen, ist Keita Kosugi. Der Japaner war im Januar 2026 nach Frankfurt gewechselt und lief zunächst für die U21 auf. Inzwischen mimmt er eine deutlich größere Rolle bei den Profis ein und sorgte insbesondere vor der Pause gegen Augsburg auf der linken Seite für Betrieb. Knauff zeigt sich von der Entwicklung seines Teamkollegen angetan: „Keita macht das super und hat schon in der Vorbereitung richtig Gas gegeben.“ Gleichzeitig erinnerte er daran, dass Kosugi gerade erst seine ersten Schritte auf Bundesliga-Niveau macht: „Er muss sich an die Bundesliga gewöhnen, es waren nun seine ersten Spiele.“
Das gelte nicht nur für den 20-Jährigen. Nach dem großen personellen Umbruch müsse sich die gesamte Mannschaft erst finden: „Wie auch auf anderen Positionen müssen wir etwas Geduld haben, bis sich alles vernünftig eingespielt hat.“ Bei Kosugi hat Knauff wenig Zweifel daran, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht: „Keita ist auf einem guten Weg und wird uns noch viel Freude bereiten.“
Knauff sieht sich in der Verantwortung
Dass ausgerechnet Knauff inzwischen zu den dienstältesten Spielern im Frankfurter Kader gehört, zeigt, wie groß der Wandel bei der Eintracht ist. Der 24-Jährige geht bereits in seine sechste Saison am Main und hat vom Europa-League-Triumph über Champions-League-Abende bis hin zu schwierigen Phasen einiges mit dem Klub erlebt.
„Wir haben gemeinsam schon viel erlebt, gerade mit dem Europa-League-Sieg ganz am Anfang meiner Zeit in Frankfurt“, blickte Knauff zurück. Auch danach habe es zahlreiche besondere Momente gegeben: „Wir haben uns immer wieder für das internationale Geschäft qualifiziert und zwei Mal in der Champions League gespielt.“ Doch zu seiner bisherigen Eintracht-Zeit gehörten eben nicht nur Höhepunkte. „Wir haben viele schöne Momente miteinander gehabt, aber auch schwierige Momente geteilt.“ Die aktuelle Situation zählt Knauff zu Letzteren. Für ihn kommt es nun darauf an, dass die neu formierte Mannschaft möglichst schnell zusammenwächst: „Gerade ist eine solche Phase, wir sind im Umbruch. Es gilt, als Team zusammenzustehen und gemeinsam da durchzugehen.“
Rückkehr auf den Platz im Blick
Knauff selbst kann dabei derzeit nur neben dem Platz helfen. Der Flügelspieler arbeitet nach seiner Verletzung weiterhin an seinem Comeback. Einen konkreten Zeitpunkt für seine Rückkehr nannte er nicht, zeigte sich hinsichtlich seines Reha-Verlaufs aber optimistisch. „Ich bin täglich im ProfiCamp im Deutsche Bank Park und arbeite hart daran, schnellstmöglich wieder fit zu werden“, berichtete Knauff. Die Entwicklung stimme ihn zuversichtlich: „Ich gebe mein Bestes und bin insgesamt auf einem guten Weg.“
Nach dem schwierigen Saisonstart würde die Eintracht einen weiteren erfahrenen Spieler sicherlich gut gebrauchen können. Knauff selbst hofft jedenfalls, nicht mehr allzu lange zuschauen zu müssen: „Hoffentlich kann ich der Mannschaft bald wieder helfen.“






5 Kommentare
Ich würde bei der Fitness ansetzen. Die Kondition stimmt nicht (unter anderem), sonst würde man nicht in der 2. Halbzeit so abschmieren. Hat man auch gesehen. Soweit ich irgendwo gelesen habe, hat man den Konditionstrainern inzwischen auch gekündigt. Keine Ahnung, ob das stimmt, wäre aber ein Ansatz.
Bereits in der letzten Saison war es offensichtlich, dass die Mannschaft konditionell nicht auf der Höhe ist. Ich hoffe nicht, dass das noch immer ein Grund ist.
Hab gerade beim HR gelesen, dass der Athletikcoach schon entlassen wurde nach dem Saisonstart. Krass eigentlich in welch schlechten Zustand die Mannschaft sein muss, wenn einige vor der Saison sagen so fit waren sie noch nie. Und trotzdem ist der Zustand net, verstehe ich absolut net wie das sein kann🤔
Ansgar hat Recht, es ist der 2te Spieltag und wir sollten nicht in Panik verfallen! AH weiß aufgrund seiner Erfahrung wieviel Kondition man für einen Saisonstart braucht. Das wird es nicht sein. Es ist ein mentales Ding und hat viel mit Führungsspielern zu tun, mit einem Sebi Rode oder David Abraham würde es nicht so enden. Die beiden wussten wann es Zeit ist sich
gegen eine drohende Niederlage zu stemmen. Koch ist bestimmt kein schlechter, aber der Typ
ist kein druckvoller Antreiber. Jetzt bekommen die nächsten beiden Partien MZ und FR ordentlich Druck.
Eigentlich müssen 4 Punkte her!
Die machen sich jetzt schon in die Hose weils gegen den Abstieg geht. Samstag eine Niederlage in Mainz und man findet sich hinten in der Tabelle, dann stimmt es mental nicht mehr in der Birne und bei jedem Gegner wird schon gezittert.
So baut man Mannschaften zusammen !
Hauptsache der Kader wurde kleiner, weil die Verbliebenen für 2 rennen ?
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