Der neue und alte Cheftrainer von Eintracht Frankfurt heißt Adi Hütter. Ab dem 1. Juli 2026 wird der Österreicher offiziell an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren. Sein Vertrag läuft dann bis 2029. Zuvor arbeitete Hütter bereits von 2018 bis 2021 erfolgreich für die SGE und erreichte unter anderem das Halbfinale der Europa League 2019. In 141 Pflichtspielen für die Hessen wies er einen Punkteschnitt von 1,65 auf. Doch wie performte der Fußballlehrer bei seinen Stationen außerhalb der Frankfurter Eintracht? SGE4EVER.de fasst Hütters Trainerkarriere seit 2009 zusammen:
SCR Altach (1. Juli 2009 bis 6. April 2012)
Seine erste Chance als Cheftrainer eines Profiklubs erhielt Hütter beim SCR Altach. Während seiner Spielerkarriere genoss er seine sportliche Ausbildung bereits bei dem österreichischen Verein aus dem Bundesland Vorarlberg. Auch im Seniorenbereich spielte er eine Saison für seinen Jugendklub. Als Cheftrainer feierte Hütter mit Altach durchaus Erfolge, ohne dabei je den ganz großen Fang zu erzielen: Nach zwei Spielzeiten (Tabellenplatz drei und zwei), in denen die Mannschaft den Aufstieg jeweils knapp verpasste, sollte die dritte Saison eigentlich zur Meisterschaft und somit zum Aufstieg in die Österreichische Bundesliga führen. Doch nachdem das Team die Tabellenführung verspielte, musste Hütter den Verein im April 2012 verlassen. Unter ihm sammelte der SCR in 102 Pflichtspielen 1,91 Punkte pro Partie.
SV Grödig (1. Juli 2012 bis 30. Juni 2014)
Der SV Grödig erkannte dennoch das Potenzial des aufstrebenden Trainertalents und verpflichtete Hütter im darauffolgenden Sommer. Dort gelang Hütter der Erfolg, der ihm noch bei Altach verwehrt blieb: Mit 75 Punkten stieg Grödig als Meister der 2. österreichischen Liga in der ersten Saison unter Hütter auf. In der Bundesliga angekommen erreichte die Mannschaft in der darauffolgenden Spielzeit gleich Rang drei, was Hütter wahrscheinlich seinen nächsten Karriereschritt bescherte. Insgesamt stand der heute 56-Jährige 75-mal für den SV an der Seitenlinie und eroberte im Schnitt 1,76 Zähler.
FC Red Bull Salzburg (1. Juli 2014 bis 15. Juni 2015)
Der Wechsel zum österreichischen Meister galt damals als nächster logischer Schritt. Ohnehin begann Hütters Trainerkarriere in den Jugendmannschaften des FC Red Bull Salzburg, ehe er mit dem SCR Altach erstmals eine Profimannschaft übernahm. Entsprechend sind bis heute einige Elemente des RB-Fußballs à la Ralf Rangnick in seiner taktischen Handschrift wiederzuerkennen. Sein Start in Salzburg verlief jedoch zunächst ernüchternd: In der Champions-League-Qualifikation scheiterte sein Team an Malmö FF, später schied Salzburg in der Zwischenrunde der Europa League gegen den FC Villarreal aus. In den nationalen Wettbewerben hingegen dominierte die Hütter-Mannschaft und gewann das Double aus Meisterschaft und Pokal. Dennoch wurde der Vertrag des Trainers nach der Saison 2014/15 im gegenseitigen Einvernehmen aufgrund „unterschiedlicher Auffassungen über die sportliche Ausrichtung“ nach nur 54 Partien aufgelöst. Spätestens durch einen beachtlichen Punkteschnitt von 2,09 hinterließ Hütter in Europa nichtsdestotrotz bleibenden Eindruck.
BSC Young Boys (7. September 2015 bis 30. Juni 2018)
So kam es, dass der BSC Young Boys im September 2015 einen neuen Cheftrainer suchte und sich schließlich für Hütter entschied. Der gebürtige Hohenemser nahm damit erstmals einen Trainerjob außerhalb Österreichs an. In der Schweizer Super League scheiterte der BSC in den Jahren zuvor immer wieder daran, die Meisterschaft einzutüten. Für Hütter war die Zielsetzung also klar: Doch auch der spätere Erfolgstrainer erreichte in seinen ersten beiden Jahren in Bern lediglich zweimal Rang zwei. Im dritten Anlauf klappte es dann allerdings doch mit der Meisterschaft für Hütter, und gleichzeitig stand der Berner Sport Club erstmals seit 32 Jahren an der Spitze des Schweizer Fußballs.
In allen anderen Wettbewerben fehlte dem Fußballlehrer womöglich das letzte Quäntchen Glück, obwohl sich seine Mannschaft gleichzeitig von Saison zu Saison steigerte: Im Schweizer Cup erreichte der Klub demnach erst das Achtelfinale, dann das Viertelfinale und verlor zuletzt das Endspiel der Saison 2017/18 mit 1:2 gegen den FC Zürich. Während die Young Boys in der ersten Spielzeit unter Hütter vollumfänglich an der Qualifikation für die europäischen Wettbewerbe scheiterten, liefen sie in den anderen beiden Saisons immerhin in der Gruppenphase der Europa League auf. Nach 133 Pflichtspielen und einem Punkteschnitt von 1,95 standen die Zeichen schließlich auf Abschied. Die Frankfurter Eintracht zog die festgeschriebene Ausstiegsklausel von rund 800.000 Euro und verpflichtete Hütter im Juli 2018.
Borussia Mönchengladbach (1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022)
Der Wechsel im Jahr 2021 für rund 7,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach verlief nicht ganz sauber, weshalb sich der 56-Jährige auf seiner Vorstellungspressekonferenz am vergangenen Montag noch einmal bei allen Eintracht-Fans entschuldigen wollte: „Wenn die Situation nochmal so kommen würde, wie sie damals war, würde ich sie auf alle Fälle komplett anders lösen. Speziell zu der Zeit war ich extrem genervt, aber mir ist ein großer Fehler unterlaufen, indem ich gesagt habe: ‚Es ändert sich nur eine Farbe.‘ Das geht einfach nicht. Das ist Schwachsinn! Das kann man so nicht machen“, zeigte Hütter Reue und ergänzte: „Ich möchte mich für das nochmals entschuldigen. Das macht man nicht, das ist mir passiert. Ich würde das so nie mehr machen. Ich habe mich lange darüber geärgert und habe es lange mit mir getragen.“
Bei den „Fohlen“ angekommen verlief die Spielzeit 2021/22 für Hütter anders als gedacht. Insgesamt sollte sich der Wechsel als ein großes Missverständnis entpuppen: Mit 45 Zählern erreichte die Mannschaft lediglich einen enttäuschenden zehnten Tabellenplatz. Dabei wollte die Borussia nach der verpassten Europapokal-Qualifikation in der Saison zuvor wieder den Sprung ins internationale Geschäft schaffen. Zwar gelang Hütter mit dem 5:0-Erfolg über den FC Bayern München in der zweiten Runde des DFB-Pokals ein wahrhaftiger Coup, nur eine Runde später schied seine Mannschaft allerdings mit Hannover 96 (0:3) gegen einen Zweitligisten aus dem Wettbewerb aus. Schlussendlich beendeten beide Seiten einvernehmlich die Zusammenarbeit nach der enttäuschenden Spielzeit, auch weil Hütter-Befürworter Max Eberl den Verein aufgrund privater Gründe verließ. Bei Borussia Mönchengladbach sammelte Hütter 1,38 Punkte pro Spiel.
AS Monaco (4. Juli 2023 bis 10. Oktober 2025)
In Frankreich arbeitete Hütter durchaus erfolgreich. Gleich in seiner ersten Saison holte er die Vizemeisterschaft hinter Schwergewicht Paris Saint-Germain. Dadurch qualifizierten sich die Monegassen für die Champions League und erreichten in der Spielzeit 2024/25 die Zwischenrunde – dort war jedoch gegen Benfica Lissabon Schluss. Trotzdem eroberte Monaco in der französischen Ligue 1 den dritten Tabellenplatz. Lediglich im Coupe de France blieb Hütter hinter den Erwartungen zurück und kam nie über das Achtelfinale hinaus.
Wenig überraschend verlängerte die AS Monaco im Januar 2025 den Kontrakt des Österreichers um weitere zwei Jahre. Deutlich kontroverser erschien deshalb die Entscheidung des Klubs, den Cheftrainer nach nur sieben Spieltagen der Saison 2025/26 freizustellen – besonders, weil die „Rot-Weißen“ zu diesem Zeitpunkt lediglich drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter PSG hatten. Zum Saisonende stand Monaco unter der Leitung von Sébastien Pocognoli nur noch auf Rang sieben, weshalb der 38-jährige Belgier den Verein mittlerweile ebenfalls verlassen musste. Hütter stand bei Monaco 93-mal an der Seitenlinie und erreichte einen Punkteschnitt von 1,77, womit der Österreicher dort durchschnittlich mehr Punkte eroberte als während seines ersten Engagements in Frankfurt. Durch die Entlassung im Oktober 2025 stand nun die Tür für eine Rückkehr zur Eintracht offen.






3 Kommentare
Interessant, danke.
Ok, was Monaco angeht: normalerweise entlasse ich doch keinen Trainer nach 7 Spieltagen mit nur 3 Punkten Rückstand auf den Tabellenführer, oder?
Bis auf die Delle in Gladbach ist das eine stringent nach oben führende Trainerkarriere mit durchaus beachtlichen Erfolg. Das war mir gar nicht so bewusst.
Allerdings hatte er in den nationalen Pokalwettbewerben oft keine Fortune, das muss hier besser werden.
Der DFB-Pokal ist ein faszinierender Wettbewerb, dort weit zu kommen, ist super-gut fürs Image und mittlerweile bringt das ja auch ordentlich Geld.
Also Addi: Auftrag ist klar: Hol den Cup!
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