Die Zukunft von Nathaniel Brown gehört derzeit zu den spannendsten Personalien bei Eintracht Frankfurt. Der Linksverteidiger spielte sich in der vergangenen Saison nicht nur in den Fokus der Bundesliga, sondern mittlerweile auch in die deutsche Nationalmannschaft und zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Dementsprechend überrascht es kaum, dass immer mehr Vereine Interesse am 22-Jährigen zeigen, darunter sollen Top-Klubs wie Real Madrid, Manchester City und der deutsche Rekordmeister FC Bayern München sein. Dass Brown inzwischen als möglicher Sommer-Abgang gehandelt wird, ist auch den Verantwortlichen der Eintracht bewusst. Sowohl Sportvorstand Markus Krösche als auch Neu-Trainer Adi Hütter äußerten sich nun zu der Personalie – und machten dabei deutlich, wie hoch sie den Nationalspieler einschätzen.
Zunächst richtete Markus Krösche den Blick auf die zahlreichen Frankfurter WM-Teilnehmer. Für den Sportvorstand ist die starke Präsenz der Eintracht auf der größten Fußballbühne der Welt ein Beleg für die Entwicklung des Kaders. „Für uns als Eintracht ist es herausragend, dass wir viele Spieler bei der WM haben“, sagte Krösche. Besonders Nathaniel Brown hinterließ beim 4:0-Erfolg Deutschlands gegen Finnland Eindruck. „Nene Brown hat ein richtig gutes Spiel gemacht“, lobte der 45-Jährige. Auch andere Frankfurter Nationalspieler hob Krösche hervor. Vor allem der Weg von Ayoube Amaimouni-Echghouyab habe ihn beeindruckt. „Für „Jupp“ ist es eine Traumreise. Aus der dritten Liga in die Bundesliga, da viele Spiele gemacht und jetzt bei der WM dabei zu sein“, erklärte der Sportvorstand. Für ihn sei das ein Zeichen dafür, dass die Eintracht in den vergangenen Jahren viele Spieler entwickelt habe, die inzwischen auch auf internationalem Niveau bestehen können: „Das ist ein gutes Zeichen, dass wir im Kader viele gute Jungs haben, die jetzt auf internationaler Bühne ihre Leistungen zeigen können. Daher freut es mich für alle, die bei der WM dabei sind.“
Die Entwicklung junger Spieler soll auch künftig ein zentraler Bestandteil der Frankfurter Philosophie bleiben. Genau darin sieht sich auch Neu-Trainer Adi Hütter wieder. Der neue Eintracht-Trainer machte bei seiner Vorstellung deutlich, wie wichtig ihm die Arbeit mit Talenten ist. „Sehr, sehr wichtig!“, antwortete Hütter auf die Frage nach der Förderung junger Spieler. „Überall, wo ich gearbeitet habe, habe ich versucht, junge, talentierte Spieler weiterzuentwickeln.“ Als Beispiel führte der Österreicher Maghnes Akliouche an, den er bei der AS Monaco begleiten durfte. „Das prominenteste aktuelle Beispiel ist Maghnes Akliouche aus der Akademie der AS Monaco, heute französischer Nationalspieler“, sagte Hütter. Die Voraussetzungen in Frankfurt seien ähnlich: „Wir haben hier viele junge Spieler, das passt zu mir.“ Dabei setzt der neue Coach auf eine ausgewogene Mischung innerhalb des Kaders. „Wichtig ist die Mischung zwischen erfahrenen und jungen, hungrigen Spielern – hungrig müssen natürlich auch die Erfahrenen sein“, sagte Hütter mit einem Lachen. Gleichzeitig kündigte er an, den eigenen Nachwuchs künftig noch stärker einzubinden. „Wir werden den einen oder anderen Platz freischaufeln für die Jungs aus dem eigenen Nachwuchs.“ Dieses Ziel verfolge er gemeinsam mit Krösche: „Das liegt mir genauso am Herzen wie Markus.“
Transferüberschuss als Muss
Passend dazu skizzierte der Sportvorstand auch die Transferstrategie für die kommenden Wochen. Nach den personellen Veränderungen der vergangenen Jahre soll der Kader künftig wieder etwas schlanker werden. „Es ist noch relativ früh im Transferfenster“, erklärte Krösche zunächst. Die grundsätzliche Richtung sei jedoch klar: „Wir haben gesagt, dass wir den Kader reduzieren wollen und es perspektivisch auf 17 bis 18 Spieler kommen wollen und den Rest mit Nachwuchsspielern auffüllen wollen.“ Dass dafür personelle Veränderungen notwendig sind, daraus machte Krösche keinen Hehl. „Es wird Bewegung geben“, kündigte er an. Gleichzeitig verwies er auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Vereins. „Wir wissen, welche Herausforderungen wir haben und dass wir Transferüberschüsse erwirtschaften müssen.“ Wie groß der Umbruch am Ende tatsächlich ausfällt, sei derzeit allerdings noch offen: „Der Markt beginnt jetzt. Wie viele Bewegungen es gibt, wird man sehen.“
Besondere Aufmerksamkeit zog dabei die Personalie Nathaniel Brown auf sich. Hütter machte keinen Hehl daraus, wie sehr er die Qualitäten des Linksverteidigers schätzt. Zwar habe er das jüngste Länderspiel gegen Finnland nicht live verfolgen können, doch seine Meinung über Brown sei längst gefestigt. „Brown ist ein toller Spieler“, sagte der Österreicher. Zugleich betonte Hütter, dass Transferentscheidungen künftig gemeinsam mit Krösche getroffen würden. „Markus Krösche und ich haben gesagt, dass wir immer gemeinsam Entscheidungen treffen werden, wenn es um Transfers geht.“ Dass Brown dabei ein wichtiger Gesprächspunkt sein dürfte, scheint offensichtlich. „Ich habe Brown in vielen Spielen gesehen, er hat mir extrem gut gefallen“, erklärte Hütter. Vor allem dessen athletische Fähigkeiten haben es dem neuen Trainer angetan. „Er hat eine tolle Schnelligkeit“, lobte Hütter. Deshalb überrascht ihn auch das große Interesse anderer Vereine nicht: „Er ist ein sehr, sehr interessanter Spieler – vielleicht auch für größere Vereine.“ Entsprechend realistisch ordnete der Coach die Situation ein: „Klar ist er ein Objekt der Begierde.“ Ob die Eintracht ihren Nationalspieler halten kann, ist derzeit offen. Hütter machte jedoch deutlich, dass man sich intensiv mit dieser Frage beschäftigen werde: „Wie wir es schaffen, ihn zu halten, wissen wir noch nicht, da müssen wir uns noch einmal austauschen“, sagte der neue Trainer.
Damit ist klar: Während Krösche und Hütter den Fokus auf die Entwicklung junger Spieler und eine Verjüngung des Kaders legen, dürfte die Zukunft von Nathaniel Brown zu den wichtigsten Themen des Frankfurter Transfersommers gehören. Die Wertschätzung für den Nationalspieler ist jedenfalls unüberhörbar – nun wird sich zeigen, ob sie ausreicht, um ihn auch über den Sommer hinaus am Main zu halten.






Ein Kommentar
Weltmeisterschaften sind ja allgemein ein kurzfristiger Marktwertbeschleuniger, und das nicht zu knapp.
Jeder Topclub möchte einen der Stars einer WM, da wurde schon immer 30 % mehr bezahlt.
Dieses Jahr könnten wir richtig davon profitieren.
Ich sehe einen Nene Brown und hoffe, dass er gesetzt ist. Gerade diese Position ist begehrt.
Can Uzun für die Türkei. Wenn er spielt, wird er glänzen, davon bin ich überzeugt. Mein Gefühl sagt mir, dass er einer der Auffälligsten dieser WM sein wird, solange die Türken gut mitspielen.
Meine große Hoffnung heißt Wahi für die Elfenbeinküste. So desorientiert er bei uns auch war, WENN er gute Aktionen hat, sehen die auch klasse aus.
4,5 davon und wir haben das Geld wieder drin.
Es würde natürlich weh tun Brown UND Uzun zu verlieren, aber wenigstens würden wir finanziell sehr gut entschädigt, um neue, entwicklungsfähige Jungs zu holen.
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