Die Vorfälle vor dem Spiel gegen Schachtar Donezk beschäftigt Eintracht Frankfurt noch immer. Dabei soll auch ein Fan von Polizisten über die Bande geschubst und schwer verletzt worden sein. Foto: Imago/Jan Huebner

Eintracht Frankfurt legt Beschwerde ein: Die Eintracht Frankfurt Fußball AG legt gegen den Durchsuchungsbeschluss vor dem Europacup-Rückspiel gegen Schachtar Donezk beim Amtsgericht Frankfurt Beschwerde ein. Dies beschloss der Vorstand auf seiner Sitzung am Dienstag. „Wir haben erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Maßnahme und ihres Zustandekommens“, teilte Vorstandsmitglied Axel Hellmann mit. Darüber hinaus will die Eintracht das Gespräch mit Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill suchen. „Davon unabhängig sind wir natürlich auch bereit, das Angebot des Frankfurter Polizeipräsidenten zur Aufarbeitung in einem gemeinsamen Gespräch wahrzunehmen. Dies habe ich ihm im Namen von Eintracht Frankfurt bereits in unserem Telefonat am Tag des Donetsk-Spiels mitgeteilt“, so Hellmann. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) verteidigt dagegen weiterhin die Maßnahmen der Polizei. Es gehe um die Sicherheit in den Stadien und darum herum, eine Fankurve sei kein rechtsfreier Raum, sagte er bei seiner Regierungserklärung am Dienstag im Landtag in Wiesbaden.

Steubing kritisiert Kommunikation seitens der Polizei: Im „Heimspiel“ im hr-Fernsehen sprach Eintracht Frankfurts Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Steubing davon, dass die Kommunikation zwischen der Eintracht und der Polizei Frankfurt besser hätte ablaufen können. „Ich habe in den letzten Tagen Kontakt mit meinem Vorstand aufgenommen und habe vernommen, dass von Seiten der Polizei die Dialogfähigkeit im Vorfeld der Aktion sehr, sehr gestört war. Hätte man vielleicht intensiver Kontakt aufgenommen, wären all diese Maßnahmen nicht notwendig gewesen“, meinte der 69-Jährige. Zu Präsident Peter Fischer äußerte sich Steubing wie folgt: „Wer Peter Fischer kennt, der weiß, dass er sehr emotional ist. Und wenn man das 50. Interview gibt und immer zur selben Geschichte gefragt wird, dann kommt vielleicht auch mal so ein Flop raus. Natürlich ist das ein bisschen überzogen.“ Steubing lobte zudem die Frankfurter Fans, dass sie nach den Maßnahmen der Beamten ihre Mannschaft trotzdem unterstützten und „sich nicht auf den Weg nach Hause gemacht haben.“

Video zeigt Polizei-Gewalt gegen Fan: Nach der polizeilichen Durchsuchung der Frankfurter Stehkurve vergangenen Donnerstag diskutiert man immer noch über die Geschehnisse. Die Polizei konfiszierte kurzfristig ein von Fans spontan angefertigtes Banner. Ein Video im Netz zeigt nun, dass zwei Polizisten einen Fan schlagen, der versucht, das Banner von den sich in deutlicher Überzahl befinden Beamten zurückerobern will. Daraufhin fällt der Fan rückwärts über die Bande. Fanvertreter geben an, dass der sich der Fan dabei einen Lendenwirbel gebrochen haben soll. Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill erkenne in dem Video auf den ersten Blick kein Fehlverhalten der Polizisten. „Ich habe wahrgenommen, dass das Banner bereits sichergestellt worden war“, sagte Bereswill im „hr-Fernsehen“.

N`Dicka spielt am meisten: 1.969 Minuten stand Evan N`Dicka in dieser Bundesliga-Saison auf dem Rasen. Damit ist der Franzose der Bundesliga-Profi mit den meisten Einsatzminuten, der jünger als 21 Jahre ist. N`Dicka zählt mit seinen 19 Jahren bei der Eintracht zum Kreis der Stammspieler und überzeugt seinen Trainer Adi Hütter und die Fans jede Woche aufs Neue. Kai Havertz (19) von Bayer 04 Leverkusen weist in dieser Spielzeit bis jetzt insgesamt 1.963 Bundesliga-Minuten auf.

Steubing glaubt an Trapp-Verbleib: Aufsichtsratvorsitzender Wolfgang Steubing hält einen Verbleib von Kevin Trapp bei den Adlern für realistisch. Trapp fühle sich wohl, „das steht außer Frage“, so Steubing im „hr-heimspiel!“ am Montag. Trap dürfte eine Ablösesumme unter zehn Millionen Euro kosten. „Die schwimmen im Geld. Dass die uns aussaugen müssen, glaube ich nicht“, mutmaßt Steubing mit Blick auf Verhandlungspartner Paris St. Germain. Anders sieht er die Sache bei den heiß begehrten Eintracht-Stürmern: „Bei 30 Millionen glaube ich nicht, dass Fredi Bobic sagen würde: ‚Da geben wir einen ab.'“ Konkrete Angebote gäbe es ohnehin bisher nicht „All die Summen, über die in den Medien spekuliert werden, waren bei uns noch nicht auf dem Tisch“, so Steubing.

Ärger um Montagspiel: Ursprünglich waren die umstrittenen Montagsspiele einst auch damit begründet worden, dass Europa League-Teilnehmer Möglichkeiten für zusätzliche Ruhepausen bekommen. Im Fall der Eintracht geht das ordentlich nach hinten los. Denn drei Tage vor dem Rückspiel gegen Inter Mailand muss die SGE zum Montagspiel zu Fortuna Düsseldorf. So bleibt nach der Rückkehr aus Düsseldorf nur ein Tag für Regeneration, bevor es zum Rückspiel nach Mailand geht. Nach der Auslosung hatte Adi Hütter noch daran gedacht den Verein zu animieren, das Spiel auf Sonntag zu verlegen. Das hat er verworfen. „Ich kann es nicht beeinflussen, also rege ich mich nicht auf“, sagte Hütter gegenüber der „VRM“. Immerhin ein Gutes hat der Montagtermin: So haben die Adler einen Tag mehr Erholung nach dem Hinspiel gegen Inter.

Etwas für die Statistik-Freunde: Inter Mailand gegen Eintracht Frankfurt. So lautet eine der Achtelfinalpaarungen in der diesjährigen Europa-League. Die magischen Europapokal-Nächte sollen nach diesen zwei Begegnungen indessen nach Möglichkeit nicht enden. Das Nachrichtenportal „Fivethirtyeight“, das sich intensiv mit Statistik beschäftigt, beziffert ein Weiterkommen gegen die Italiener derweil auf 40 zu 60 Prozent. Dass man am Ende sogar vielleicht erneut einen Titel feiern kann, ist nach Meinung der Plattform aber weiter ziemlich unrealistisch. So räumt man der SGE aktuell eine vierprozentige Erfolgswahrscheinlichkeit ein. Deutlich wahrscheinlicher ist demnach ein Titelgewinn von FC Sevilla (14 Prozent), FC Chelsea (13 Prozent) und SSC Neapel (13 Prozent).

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11 Kommentare

  1. Ich möchte noch einmal eine Frage aus dem Luca-Jovic-Thread aufgreifen:

    weiß jemand, wann und wie bekannt wird, ob man ein Ticket für Mailand bekommen hat?

  2. Richtig von der Eintracht-Führung, dass sie juristisch gegen die Ereignisse vom Donnerstag (Polizeieinsatz) vorgeht.
    Heute nichts mehr dazu, wurde schon viel diskutiert. Nur noch soviel, Der Herr Beuth will sich weiterhin (vgl.heute Landtag) als harter Hund inszenieren. Wir Älteren kennen das, hatten schon mal so einen harten Hund in Hessen, Manfred Kanter, dann Innenminister bei Kohl – bis klar wurde, dieser Gesetzeshüter war ein Haupttäter im hessischen CDU-Spendenskandal. Mal sehen wie es mit Beuth weitergeht.
    Beuth ist in Darmstadt durch die Gerichte in die Schranken gewiesen wurden und für mich ist klar, dass er diesmal wieder über das Ziel hinaus geschossen ist.
    mal sehen was noch kommt.
    Schluß mit diesem leidigen Thema, es lebe die Eintracht und deshalb
    Forza SGE !

  3. Absolut richtig von der Eintracht. Herr Beuth hat wohl gedacht die Durchsuchung und das Ergebnis rechtfertigt seine Linie. Das Gegenteil ist der Fall. Auch hätte er wohl nicht gedacht, dass sich soviele andere Fans mit uns solidarisieren.
    Ich hoffe Herr Beuth zieht die richtigen Schlüsse daraus. Ansonsten wird es für ihn politisch irgendwann unangenehm werden. Diesen Kurs kann von Herrn Beuth kann die CDU und Herr Bouffier nicht ewig mittragen. Ich hoffe der Beschwerde der Eintracht wird stattgegeben.

  4. Rhein , Beuth oder wie sie heißen.
    Man muss sich nur noch schämen für die Politiker dieses Landes.Ein Haufen Vollversager !!!

  5. @5
    Ich weiß nicht ob man aus dem Verhalten von Herrn Beuth gleich Parteipolitik machen muss. Der von dir geschilderte Fall von Bouffier vor knapp acht Jahren hat mit dem aktuellen Thema gar nichts zu tun und liest sich zB in der Gießener Allgemeinen doch erheblich anders. Da du die FR anführst vermute ich mal stark, dass du kein Freund der CDU allgemein bist. Ich glaube Herr Beuth hat persönliche Vorstellungen die weit über ein vernünftiges Maß hinaus schießen. Und keine Landesregierung egal welcher Couleur kann es sich leisten sich mit dem Aushängeschild von Hessen langfristig es zu verscherzen.

  6. Ich habe das nicht der CDU angelastet- nur eben die Hoffnung relativieren wollen, dass Bouffier sich am Verhalten stört. Übrigens ist Machtmissbrauch kein CDU-Problem.

    Gruß SCOPE

  7. Das kann natürlich sein ,keine Frage. Vielleicht habe ich da zu große Hoffnungen in den MP gehabt.
    Ich glaube wir sind uns in der Sache auf jeden Fall einig. Es wäre schön wenn die Beschwerde der Eintracht erfolgreich ist und Herrn Beuth und anderen Politikern eine Warnung ist, dass Fussballstadien keine Spielwiesen sind um Polizeieinheiten zu verschieben.

  8. @10
    Sehr einseitig, finde ich. Tenor geht mir zu stark in die Richtung, dass der Fan aus der Emotion alles (übertrieben) darf und der Polizist nichts. Empfinde ich ähnlich einseitig wie ie Darstellung Beuths – also eher als Gegenpol.

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