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Trainer Albert Riera sieht ein vermeidbares Remis der Eintracht. Foto: IMAGO / Kessler-Sportfotografie

Riera sieht mangelndes Zweikampfverhalten beim Remis: „Haben zu viele Bälle verloren.“

Der erhoffte Befreiungsschlag gegen den 1. FC Köln blieb aus, denn zuhause kamen die Frankfurter nicht über ein 2:2 hinaus. Besonders enttäuschend war, dass die Mannschaft von Albert Riera das Spiel nach einem Zwei-Tore-Vorsprung noch aus der Hand gab und in der Schlussphase den Ausgleich kassierte. Im Hinblick auf den Saisonendspurt und die Europapokalqualifikation ist dieses Ergebnis doppelt ärgerlich, da man es verpasste, sich ein deutlicheres Polster zu Freiburg zu verschaffen. Die Breisgauer lieferten nach einer 2:3 Heimniederlage gegen Bayern München die Steilvorlage, um Rang sieben in der Bundesliga abzusichern. Durch das Remis gegen die Domstädter wuchs der Vorsprung zwar auf zwei Punkte an, doch der SC bleibt weiterhin in Schlagdistanz.

SGE-Trainer Riera ist nach der 2:0 Führung über das Ergebnis enttäuscht, doch seine Mannschaft sah er in der Partie in der spielbestimmenderen Rolle: „Natürlich hätten wir gerne gewonnen. Wir hatten mehr Kontrolle, mehr Ballbesitz und wir waren mehr in der gegnerischen Hälfte.“ Dies wird auch durch die Statistik bestätigt, denn die Eintracht hatte mit 67% Ballbesitz den deutlich größeren Spielanteil.

„Als Farès kam, hatten wir die besten zwanzig Minuten des Spiels“

In der ersten Hälfte sah der Spanier eine gute verteidigende Frankfurter Hintermannschaft. Die Stärke von Köln seien die langen Bälle auf die Stürmer und der Rückraum sei hierbei gut abgesichert worden. Doch mit der zweiten Halbzeit wollte man durch ein schnelleres und dynamischeres Spiel mehr ins Risiko gehen und zu Torchancen kommen. Dies sei nach den Einwechslungen von Farès Chaïbi und Mario Götze auch gelungen. Hier veränderte sich laut Ansicht des Trainers die Partie. „Deshalb wechselten wir und dann haben wir zwei Tore erzielt. Das waren unsere besten Momente mit dem Ball.“ In dieser Phase ging die Eintracht durch Jonathan Burkhardt (66.) und Arnaud Kalimuendo (69.) in Führung.

„Wir haben die Zweikämpfe verloren. Das war der Knackpunkt.“

Doch die komfortable Führung hatte nicht lange Bestand, denn kurz nach dem Tor des französischen Stürmers kam der FC durch einen Schuss von Jakub Kaminski, der durch Hugo Larsson noch entscheidend abgefälscht wurde, schnell zurück ins Spiel (70.). In der 83. Minute erzielten die Kölner dann noch den Ausgleichstreffer durch Alessio Castro-Montes, der im Fünfmeterraum frei zum Abschluss kam. Trainer Riera sah das Zweikampfverhalten seiner Mannschaft als Grund für die beiden Gegentore: Wenn man im Fußball die Zweikämpfe nicht gewinnt, ist es auch schwer, das Spiel zu gewinnen. In der zweiten Halbzeit haben wir zu viele Bälle verloren.“ Konkret heißt die Devise: Wir müssen in den Zweikämpfen besser werden.“ Dies werde auch in der Nachbesprechung im Fokus stehen.

Die Spieler hadern mit den hohen Erwartungen

Um sein Team auf die nächsten Spiele vorzubereiten, will der 43-jährige Spanier aber nicht den Fokus auf das Negative lenken, sondern die Botschaft vermitteln, weiter positiv zu bleiben. Er gibt seinen Spielern den Rat: „Nehme die Kritiken an und bereite dich auf das nächste Spiel vor. Wir müssen positiv nach vorne blicken und schauen, wie wir diese Situation lösen können.“ Einen Grund dafür könnte mit inneren Zweifeln der Spieler zusammenhängen. Die Erwartungshaltungen und Ansprüche seien an die Mannschaft sehr hoch, nachdem man diese Saison in der Champions League vertreten war. Er sehe bei seinen Spielern teilweise noch die Verunsicherung und Angst der vergangenen Monate an: „Ich sage zu meinen Spielern. Hey, wenn ihr mit Angst spielt, probiert ihr alles schnell zu spielen. Wenn ihr zu schnell spielt, passieren Fehler.“ Durch seine positive Einstellung versuche seinem Team diese zu nehmen. Er relativiert aber auch: „Wir müssen eines verstehen: Wir können nicht die Probleme der letzten sieben Monaten in zwei oder drei lösen. Das ist nicht leicht.“ 

8 Kommentare

Fallback Avatar 1. abundzu 06. April 26, 12:58 Uhr

Ich finde er hat vollkommen recht mit seiner Analyse, insgesamt und Spieltag. Die restliche Saison nochmal alle an einem Strang ziehen und irgendwie positiv abschließen und im Sommer baut sich AR seine Super-Mannschaft zusammen, da freue ich mich jetzt schon drauf. Wir sind Frankfurt. ALLE.

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Uff, ich war schon enttäuscht gestern. Aber auch nicht total unerwartet. Zu oft hat sich diese Mannschaft das Brot vom Teller schnappen lassen.

Dann wird es eben ‚nur‘ Platz 7 - damit kann man durchaus mal 1 Saison leben.
Letztes Jahr über-performed und höher gestanden als verdient. Dieses Jahr balanciert sich das aus.

ABER ich erwarte mehr „Herz“ von der Mannschaft. Man hat den Trainer gewechselt aber sieht zT noch die gleichen Probleme. Dann liegt es eben doch nicht am Coach (und man hätte vielleicht das gleiche unter DT erreichen können).

Wenn es also nicht am Trainer liegt, liegt es ja nicht am Ball, am Gegner, am Schiri oder dem Wetter, oder?

Das sind alles Profi-Fußballer, die müssen sich an die eigene Nase fassen und an sich arbeiten.
Kopf hängen lassen ist keine Option.
Gestern plötzlich wieder Hühnerhaufen gezeigt, die Mannschaft ist einfach nicht gefestigt.

Für mich steht auch MK ein wenig in der Kritik für seinen Kader - eine Mannschaft besteht nicht nur aus talentierten und guten Spielern - Sondern auch aus einer Gemeinsamen Identität, hier glaube ich wurde zu wenig die letzten Jahre „investiert“
Vielleicht zuviele vom „Typ Uzun“ die sich sofort für höheres Berufen fühlen. Der Junge ist gut aber vielen jungen Spielern fehlt die Demut erstmal konstant zu liefern, bevor man Einsätze oder Premier League Angebote verlangt

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Avatar 3. 1899international 06. April 26, 13:47 Uhr

Nachdem ich meine Enttäuschung über das Ergebnis etwas verdaut habe, kann ich sagen: Für mich hat die Eintracht von Beginn an ein sehr abwechslungsreiches und unterhaltsames Spiel gezeigt und damit sehr gut auf die Kritik nach Mainz reagiert. Ich hatte hier im Forum schon während des Spiels den Eindruck, dass manche ein anderes Spiel sehen. Das waren schon sehr zweigeteilte Meinungen über die Art und Weise unseres Auftritts vor allem in Halbzeit eins. Das ist bemerkenswert und könnte ein Hinweis auf sehr unterschiedliche Erwartungshaltungen sein.

Mark Weidenfeller beschreibt den Plan meiner Meinung nach so treffend, dass man es nicht besser machen kann:
"Nathaniel Brown und Ritsu Doan besetzten bei Ballbesitz die Räume zwischen den Ketten, Oscar Højlund und Hugo Larsson wechselten sich in offensiver und defensiverer Rolle in der Zentrale ab. Das alles kann man nun geordnetes Chaos oder chaotische Anordnung nennen. Das Wichtigste aber: Es funktionierte."

Nur leider in der ersten Halbzeit ohne Tore.
Denn leider hat der Kölner Trainer erkannt, das über Kalimuendo die rechte Kölner Abwehrseite regelmäßig aufgerollt wurde. Und er hat das nach fünfundzwanzig Minuten korrigiert. Das habe ich schon während des Spiels geschrieben.
Dann hat Riera wohl beschlossen, in Halbzeit zwei mehr Risiko zu gehen. Für mich nachvollziehbar.

Durch die Einwechslung von Chaibi und Ayoube ging der vermutliche Plan, noch mehr Offensive zu entfalten, voll auf. Allerdings war für mich das Fatale die Herausnahme von Højlund. Ein risikoreiches Ding, weil das richtig gute Funktionieren zwischen Larsson und Hojlund (lange nicht das erste Mal in dieser Saison, aber leider wegen Festhalten an Shkiri viel zu selten) dadurch gestört wurde.
Ob es das letztendlich war, weiß ich nicht, aber Koch hat sich beim Trainer erkundigt, ob wir so offensiv weiterspielen wollen, was Riera dann bejaht hat. Er wollte also mehr (?). Das hat leider nicht geklappt.
Ich bin kein Freund davon, aufzuzeigen wie es hätte anders laufen können. Das kann im Nachhinein jeder. Aber letztendlich ist der an sich gute Plan doch recht knapp gescheitert, könnte man den Kritikern auch entgegen halten.

Mir hat auch nicht gefallen, dass Riera auf der Pressekonferenz so dezidiert auf den Scherbenhaufen gezeigt hat, den er zu seinem Amtsbeginn übernommen hat. Aber Recht hat er doch, oder?

Und noch mal zur Pressekonferenz. Wir haben uns zweieinhalb Jahre lang angehört wie Toppmöller in ermüdender Manier erklärt hat, was unser Plan war, was wir wollten und was wir nicht geschafft haben. Und was wir in Zukunft besser machen wollen. Und wir haben dann sehr regelmäßig erlebt, dass genau das nicht umgesetzt wurde.
Jetzt haben wir einen Trainer, der zugebenermaßen vielleicht etwas übertrieben, auf das Positive zeigt (insbesondere wenn er in Frage gestellt wird), was aber auch durchaus vorhanden ist. Und er hat offensichtlich gar keinen Bock, sich von jemand kritisieren zu lassen.
Mit dieser ganzen Art von ihm, die ich nicht komplett gut finde, aber irgendwie trotzdem auch mag, kommen einige Pressevertreter überhaupt nicht klar. Und offensichtlich einige Fans ebenfalls nicht.

Riera polarisiert. Und ich finde, dass er schon sehr früh, ziemlich oft und ziemlich blöd angemacht wurde. Und da reagiert er empfindlich. Das kann man ihm ankreiden, muss man aber nicht. Entscheidend für mich ist, ob er die Mannschaft erreicht und ich finde, das ist doch ganz offensichtlich.

Und ich empfehle, die Pressekonferenzen im Original zu sehen. Dann kriegt man nicht nur mit was Riera sagt, sondern auch, welch teils unverständliche Fragen mancher Journalist stellt. Rieira ist nicht der einzige, der ein, ich sag mal, herausforderndes Englisch spricht. Da darf sich jeder mal selbst vorstellen, was er auf solche Fragen antworten würde.

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Fallback Avatar 4. vex 06. April 26, 14:02 Uhr

Jetzt mal ehrlich: die markigen Sprüche von Riera sind völlig verpufft. Auch klar, dass er nicht alles sofort ändern kann. Aber wieso hört bzw. warum kann die Mannschaft die Spielideen von 3 Trainern nicht umsetzen?

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Fallback Avatar 5. fefe12 06. April 26, 14:10 Uhr

Mein Bauchgefühl sagt mir, wir gehen mit einem anderen Trainer in die neue Saison.

Außer wilde Sprüche und unglückliche Ein/Auswechslungen kommt da leider nicht viel.

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Fallback Avatar 6. hochlandadler 06. April 26, 15:36 Uhr

Riera ist so ein Typ alla Neururer, Magath usw. So ein Typ, den Du holen kannst, wenn Du noch 5 Spieltage hast um den Abstieg zu verhindern. Große Sprüche aber kein langfristiges Konzept. Ich hoffe, dass das die Führungsetage auch so sieht und das zur neuen Saison korrigiert. Das Verhältnis zwischen Götze und Riera ist eh nicht mehr zu kitten. Am Besten gehen beide zum Saisonende!

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Fallback Avatar 7. FD-Adler 06. April 26, 15:42 Uhr Zitat - fefe12 Mein Bauchgefühl sagt mir, wir gehen mit einem anderen Trainer in die neue Saison. Außer wilde Sprüche und unglückliche Ein/Auswechslungen kommt da leider nicht viel. Path

Wir werden keinen anderen Trainer haben, es wird aber einen XXL Umbruch vermutlich geben, hoffentlich mit neuen Spielern die eine gewisse Mentalität mitbringen.

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Avatar 8. abbuzze 06. April 26, 16:02 Uhr

Guuude!

Ich trauere Dino hinterher!!!

Riera für mich hat große Sprüche, aber nix dahinter.

Generell derzeit aber Kader für die viel zu hohen Erwartungen, auch nicht stark genug. Letzte Saison war das abschneiden einfach zu gut 😂. Da hat sich Dino keinen Gefallen getan, verrückt.

Und jetzt abbuzze, lebbe geht weida.

Sge4ever

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