Oka Nikolov kann sich eine Rückkehr nach Frankfurt gut vorstellen. (Foto: Heiko Rhode)
Oka Nikolov kann sich eine Rückkehr nach Frankfurt gut vorstellen. (Foto: Heiko Rhode)

Wenn am Mittwochabend die Eintracht im Pokal-Halbfinale in München ein kleines Wunder perfekt machen und wieder ins Pokal-Finale einziehen will, dann fiebert einer aus der Ferne besonders mit: Oka Nikolov. „Der ewige Oka“ und die Bayern, da war doch was. Richtig: In der Saison 2007/08 schießen die Bayern 34 Mal auf sein Tor, flanken 38 Mal, ein Tor gelingt ihnen nicht. Nikolov und sein Spiel des Lebens stehen den übermächtigen Bayern im Weg. Die Torwart-Legende weiß also, wie man in München besteht. Inzwischen hat Nikolov eine zweite Heimat in den USA gefunden. Wir haben mit ihm exklusiv über sein Leben in Philadelphia gesprochen. 

Oka Nikolov: „Philadelphia ist meine zweite Heimat geworden“

Nikolov und die SGE – das war unzertrennlich. Knapp 20 Jahre spielte der Keeper aus dem Odenwald für die Adler. 2013 wagte Nikolov im fortgeschrittenen Fußball-Alter den Sprung über den großen Teich, ließ in den Staaten seine aktive Karriere ausklingen und machte den Sprung ins Trainergeschäft. „Philadelphia ist meine zweite Heimat geworden“, sagt Nikolov im Gespräch mit SGE4EVER.de. In der Stadt am Delaware River fühlt er sich wohl. „Die Leute hier sind sehr patriotisch in Sachen Philly, das erinnert mich an Frankfurt“, sagt Nikolov. Zum dritten Mal hat der 46-Jährige inzwischen bei „Philly“ angeheuert, zunächst als Spieler, dann als Torwarttrainer, mittlerweile als Assistenzcoach. Zwischendurch hatte er für ein Jahr bei Los Angeles Galaxy die Torhüter trainiert, genau in der Zeit als ein gewisser Zlatan Ibrahimovic für Galaxy die Schuhe schnürte. 

„Es ist hart den Torwart aus den Köpfen zu bringen, wenn man meinen Namen ließt“

So wie er sich als Torwart im Konkurrenzkampf um die Nummer eins ein ums andere Mal behauptete, strebt Nikolov auch als Trainer nach höherem. Gestartet als Torwarttrainer, unter anderem in der mazedonischen Nationalmannschaft und Deutschland U19, ist es sein Ziel Cheftrainer zu werden. „Es ist hart den Torwart aus den Köpfen zu bringen, wenn man meinen Namen ließt“, gibt Nikolov zu. Doch nur Torwarttrainer sein wollte Nikolov nicht. „Jedes Jahr ein Schritt weiter Richtung Ziel. Wie in jeder Karriere. Jetzt hab ich es fast geschafft“, sagt er der Assistenzcoach von Jim Curtin bei Philadelphia Union.

Am 12. Spieltag der Saison 2007/08 war Oka Nikolov vom FC Bayern nicht zu bezwingen.

Doch aktuell bremst die Corona-Krise Nikolov und die Major League Soccer noch aus. Während die Bundesliga wieder gestartet ist, laufen in den USA noch die Vorbereitungen auf einen Re-Start. „Wir fangen endlich mit dem individuellen Training an. Das gibt mir etwas Beschäftigung und bringt mich aus dem Haus“, erklärt Nikolov. Denn die Corona-Zeit verbrachte er fernab seiner Familie in seinem Domizil in Philadelphia.

Insgesamt sieht Nikolov aber die Entwicklung in der MLS auf einem sehr guten Weg. „Die MLS hat sich über die letzten Jahren sehr gut entwickelt – mit super Trainingszentren, Stadien und Zuschauerzahlen. Aber das Level ist noch nicht auf Bundesliga-Niveau. Es ist hier auch schwerer, weil der Fußball hier mit anderen Sportarten konkurrieren muss.“ Denn Basketball, American Football, Baseball oder Eishockey genießen in den USA nach wie vor größere Beliebtheit.

 
 
 
 
 
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@eintrachtfrankfurt office opening in NYC!

Ein Beitrag geteilt von Oka Nikolov (@oka1nikolov) am Jan 15, 2020 um 9:33 PST

Doch die Entwicklung des Fußballs schreitet voran. Und auch die Bekanntheit der Eintracht in den Staaten hat sichtlich zugenommen. Anfang des Jahres haben die Adler ein Büro in New York eröffnet. Nikolov war vor Ort dabei. „Es hat mich überrascht wie viele Fans und Fanklubs es in den USA gibt, von Kalifornien über Texas bis Florida und New York. Ich bin oft mit diesen in Kontakt, da sie mir auf Instagram folgen und wir uns öfter austauschen.“

Die Eintracht werde in den letzten Jahren auch dank des Erfolges viel im amerikanischen Free-TV gezeigt, erklärt Nikolov weiter. Das helfe ungemein im Bezug auf die Wahrnehmung, beobachtet er. „Ich glaube aus dem sympathischem Underdog, der die Bayern im Finale geschlagen hat, ist mittlerweile ein sympathischer Verein geworden, der im oberen Mittelfeld mithalten kann.“ 

„Sehr gute Basis“

Klar könne es nicht immer nur nach oben gehen, ergänzt der Odenwälder mit mazedonischen Wurzeln mit Blick auf die aktuelle Situation. „Aber die Basis ist da, um kontinuierlich einen Schritt weiter nach oben zu gehen.“ Was das Team um Fredi Bobic auf dem Feld, aber auch in der Vereinsstruktur geleistet habe, sei beeindruckend. „Sie haben eine sehr gute Basis sich erarbeitet, auf die sie die nächsten Jahre erfolgreich aufbauen können.“ 

Oka Nikolov im Dress von Philadelphia Union. (Foto: Greg Carroccio, Sideline Photos)

Mit einigen der Protagonisten spielte Nikolov einst noch selbst zusammen, Sebastian Rode und Marco Russ zum Beispiel. Auch der heutige Torwarttrainer Jan Zimmermann oder Teammanager Christoph Preuß kennt der Ex-Keeper noch bestens aus gemeinsamen Eintracht-Tagen. „Wir stehen noch in Kontakt, nicht mehr so oft, aber oft genug“, erzählt der 46-Jährige. Im Dezember kommt Nikolov regelmäßig zum Heimatbesuch. „Da sieht man sich immer wieder im Stadion.“ 

 

„Es ist und bleibt ein Traum als Trainer für die Eintracht tätig zu sein“

Und wer weiß, vielleicht sieht man Nikolov ja in Zukunft wieder regelmäßiger in Frankfurt. Denn für die Eintracht nicht nur als Spieler, sondern auch als Trainer zu arbeiten, das ist sein großes Ziel. „Es ist und bleibt ein Traum von mir eines Tages als Trainer für die Eintracht tätig zu sein“, sagt er. 

Doch erstmal heißt es für Nikolov die Saison mit Philadelphia Union wieder aufzunehmen und auf die Adler wartet das Pokal-Duell in München. „Als Eintracht Fan traue ich dem Team um Adi Hüttter so einiges zu und drücke die Daumen, dass sie die Saison gut abschließen“, sagt Nikolov. 

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8 Kommentare

  1. Nun ja… Er könnte sich ja 4 Spiele beweisen (hier sollte das augenzuhaltende Affen-Emoji hin)

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  2. @2, Dr. Hammer

    Berechtigte Frage. Dafür kann aber Oka nichts. „Bimbo“ war und ist Trikot-Sponsor der Philadelphia Union. Das ist ein Bäckerei-Unternehmen dort. Alles andere als glücklich ist die Namenswahl natürlich dennoch. Aber Oka trifft keine Schuld.

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  3. Bayern München würde ihn evtl. zum Sportvorstand machen. Ich bin eher für exterme Leute, die aufgrund ihrer Kompetenzen eingestellt werden und auch entsprechende Referenzen vorzuweisen haben (wie Adi). Oka soll erstmal woanders Erfahrung sammeln als Coach.

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