Mit dem Start der neuen Saison treten zahlreiche Regeländerungen im internationalen Fußball in Kraft. Einige davon kommen bereits bei der Weltmeisterschaft 2026 zum Einsatz, nun gelten sie auch in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in allen weiteren Wettbewerben. Vor allem das Thema Zeitspiel rückt noch stärker in den Fokus. SGE4EVER.de zeigt, welche Neuerungen Eintracht Frankfurt und seine Fans künftig erwarten.
Mehr Kampf gegen Zeitspiel
Die auffälligste Änderung betrifft Standardsituationen. Nachdem bereits Torhüter den Ball nur noch acht Sekunden in den Händen halten dürfen, nehmen die Schiedsrichter nun auch Einwürfe und Abstöße genauer unter die Lupe. Verzögert eine Mannschaft die Ausführung zu lange, kann der Unparteiische die letzten fünf Sekunden sichtbar herunterzählen. Ist der Ball anschließend noch immer nicht im Spiel, wechselt der Ballbesitz zum Gegner. Ziel der Regel ist es, das Spiel flüssiger zu gestalten und bewusstes Zeitspiel konsequenter zu bestrafen.
Verletzte Spieler müssen zunächst vom Feld
Eine weitere wichtige Neuerung betrifft Behandlungen auf dem Spielfeld. Muss ein Spieler aufgrund einer Verletzung versorgt werden und wird das Spiel dafür unterbrochen, muss er anschließend zunächst das Spielfeld verlassen und darf erst nach einer Minute zurückkehren. Ausnahmen gelten unter anderem bei Kopfverletzungen, schweren Verletzungen oder wenn die Behandlung nach einem verwarnungswürdigen Foul erfolgt. Auch diese Regel soll unnötige Spielunterbrechungen und taktische Verzögerungen verhindern.
VAR greift künftig häufiger ein
Auch der Video-Assistent erhält zusätzliche Befugnisse. Künftig darf der VAR eingreifen, wenn eine zweite Gelbe Karte zu einem Platzverweis führt. Bislang war eine Gelb-Rote Karte von einer Überprüfung ausgeschlossen. Durch die Änderung sollen offensichtliche Fehlentscheidungen künftig korrigiert werden können.
Schnellere Auswechslungen
Auch bei Auswechslungen wird künftig stärker auf das Tempo geachtet. Verzögert eine Mannschaft eine Auswechslung bewusst, kann dies Konsequenzen haben. 10 Sekunden hat der auszuwechselnde Spieler zukünftig Zeit den Rasen zu verlassen. Überschreiten er diese, darf der einzuwechselnde Spieler den Platz erst bei der ersten Spielunterbrechung nach Ablauf einer Minute betreten. Ziel ist es, unnötige Unterbrechungen in der Schlussphase einer Partie einzudämmen und den Spielfluss zu erhöhen.
Weitere Regeländerungen könnten folgen
Mit den nun eingeführten Anpassungen dürfte das Regelwerk noch nicht abgeschlossen sein. Nach der Weltmeisterschaft wollen die Regelhüter über weitere Änderungen beraten, die künftig ebenfalls Einzug in den Profifußball halten könnten.
Diskutiert wird unter anderem, dem Video-Assistenten zusätzliche Eingriffsmöglichkeiten bei Standardsituationen einzuräumen. So könnte der VAR künftig einen offensichtlich zu Unrecht zugesprochenen Eckball noch korrigieren, sofern das Spiel bis dahin nicht unterbrochen wurde. Außerdem steht zur Debatte, klare Vergehen der angreifenden Mannschaft unmittelbar vor der Ausführung eines Eckballs oder Freistoßes zu überprüfen, wenn aus der Standardsituation anschließend ein Tor entsteht.
Auch beim Verhalten der Spieler gegenüber Schiedsrichtern könnten die Regeln verschärft werden. So wird darüber beraten, das demonstrative Bedecken des Mundes während hitziger Diskussionen mit Gegenspielern oder Schiedsrichtern sowie das demonstrative Verlassen des Spielfeldes aus Protest gegen eine Entscheidung künftig härter zu sanktionieren. Im Raum stehen dabei sogar Platzverweise. Eine endgültige Entscheidung soll nach Abschluss der Weltmeisterschaft getroffen werden. Erster Vorfall: Für Aufsehen sorgte die Szene, als Paraguays Spieler Miguel Almiron bei der Weltmeisterschaft im Spiel gegen die Türkei des Feldes verwiesen wurde Er war der erste Spieler, der bei der WM wegen dieser speziellen Geste die Rote Karte sah.
Das bedeutet es für die Eintracht
Für Eintracht Frankfurt und Trainer Adi Hütter bedeutet das vor allem eines: Noch mehr Disziplin auf dem Platz. Gerade in engen Spielen, in denen jede Sekunde zählt, müssen sich Spieler und Trainerteam auf die neuen Vorgaben einstellen. Verzögerungen bei Standards oder taktische Unterbrechungen könnten künftig deutlich schneller bestraft werden als bisher.






10 Kommentare
Gut so. Längst überfällig und gilt ja - wie immer - für alle.
Gerne um ein „VAR-Veto“ pro Team pro HZ erweitern. So könnten z.B. ausgebliebene Pfiffe wie der bei Lindström gegen BVB gechallenged werden.
Die größte Auswirkung für "unser Spiel" der letzten Jahre: Bei einem Einwurf dauert es viel zu lange, bis der Ball zu einem Mitspieler (wenn überhaupt) kommt. Zu oft steht der Einwerferende da und keiner bietet sich an, bzw. es vergeht zu viel Zeit und alle sind gedeckt und bekommen den Ball in Bedrängnis. Der wird dann geklärt oder landet beim Gegner.
Gruß SCOPE
Zugegeben reichlich provokanter Vorschlag mit minimalsten Aussichten auf Umsetzung:
Warum nicht 2x30 Minuten Nettospielzeit? Mit Zeitnehmer. Zumindest in den oberen Spielklassen. Das würde viele Probleme bzgl Zeitspiel auf einen Schlag lösen.
Bei Eishockey, Basketball und Handball geht’s doch auch.
TV, Streaming, Werbeindustrie dürften allerdings heftig dagegen sein. Die Spiele würden in kein Sendeschema passen. Aber tun sie das auch jetzt schon überhaupt noch? Bei Nachspielzeiten teils im zweistelligen Bereich.
Btw: auch die Sache mit einer Challenge po Mannschaft po Halbzeit gefällt mir.
Naja, jetzt steht der Schiri da und zählt Sekunden. Am Ende beschweren sich dann die Spieler oder auch die Foristen das er bei dem einen nur 6 aber bei uns 8 Sekunden gewartet hat. Kritiker werden immer einen Grund finden warum der Schiri an der Niederlage schuld ist.
Schade, keine Trinkpause, glaub das wäre witzig geworden in DE ;-)
Stimmt, schade! In dem Fall könnte man eine der unzähligen Werbungen mit Kloppo einblenden, damit er genug Nebeneinkünfte hat und dem DFB somit beim Gehalt entgegen kommen kann! 🙃
Beim Fussball sind die Regeln schuld an den Problemen. Ein Tritt ist ein Tritt. Beim Fussball allerdings nicht:
Nicht stark genug, nicht maßgeblich für den Fall. Beim halten genauso.
Bei Hand ebenfalls. Außerhalb des 16ers wird jeder Kontakt mit der Hand/ Arm gepfiffen, im 16er nicht. Der Fünfmeterraum muss wieder Schutzzone des Torhüters werden.Jedes sperren, halten oder Behindern muss ein Foul sein.
Wenn die Regeln klar sind, dann kann auch der Var klare Entscheidungen treffen.
Sch…Trinkpause, Harald Juhnke hat auch keine gebraucht
Das mit dem 5-Meterraum sehe ich anders. Da wurde m. E. viel zu viel abgepfiffen, obwohl der Spieler einfach nur zum Kopfball hochgeht und der TW sich verschätzt hat. Und das Tor von Tah kann man nicht abpfeifen, das war nix und der TW hat sich auch noch nicht mal beschwert obwohl WM. Abgesehen davon, dass es eine wundervolle Kopfballramme war, egal ob für DE oder nicht.
Natürlich spreche ich nicht davon, dass wie in England 4,5 Spieler den TW einkesseln, das ist lächerlich.
Du missverstehst meinen Kommentar.
Entweder alles ist erlaubt, oder nichts davon. Klare Regeln. So wie es ist, sind den Manipulationen Tür und Tor geöffnet.
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