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Jan Aage Fjörtoft ist ein gefragter TV-Experte. Foto: IMAGO / Jan Huebner

Fjörtoft: „Die WM ist gut für die kommende Saison der Eintracht!“

Für Jan Aage Fjörtoft ist die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko weit mehr als nur ein großes Fußballturnier. Der frühere Stürmer von Eintracht Frankfurt begleitet das Turnier als TV-Experte für „ServusTV und ESPN“ – und erlebt dabei nicht nur die Leistungen der Adlerträger hautnah mit, sondern auch den größten Erfolg seiner norwegischen Nationalmannschaft seit Jahrzehnten. Im Interview auf „eintracht.de“ sprach der 59-Jährige über die Euphorie in seiner Heimat, die Entwicklung kleiner Fußballnationen und die WM-Auftritte der Frankfurter Spieler.

„Es geht mir gut“, berichtete Fjörtoft zu Beginn des Gesprächs aus Salzburg, wo er für das österreichische Fernsehen im Einsatz ist. Die Tage seien lang, die Nächte kurz. „Wir zeigen die Hälfte der Spiele live, da haben wir viel Arbeit.“ Hinzu kämen Einsätze für ESPN. Dennoch überwiege die Begeisterung. „Aber es ist Fußball, es macht mir großen Spaß. Die WM ist nur alle vier Jahre“, sagte der Norweger lachend.

Besonders emotional wurde Fjörtoft beim Blick auf den Achtelfinaleinzug seines Heimatlandes. Der 2:1-Erfolg gegen die Elfenbeinküste habe ihn tief bewegt. „Ich hatte Tränen in den Augen“, gestand der Ex-Profi. Für Norwegen sei dieser Erfolg von enormer Bedeutung: „Ich weiß, wie viel das unserem Land, den Menschen und vielen Leuten, die ich lange kenne, bedeutet.“ Die Begeisterung im Land beschreibt Fjörtoft als außergewöhnlich. „Wir sind ein kleines Land mit fünf Millionen Einwohnern, aber trotzdem sind wir eine große Sportnation“, sagte er. Tausende norwegische Fans hätten in Dallas für Gänsehautmomente gesorgt: „Da sind die Wikinger, die Helme, das Rudern. Es macht einfach Spaß.“ Auch in der Heimat seien die Bilder beeindruckend gewesen. „Ich habe in den Medien gesehen, wie die Menschen in Oslo gefeiert haben. Das war wie ein Feiertag für Norwegen.“ Gerade deshalb begrüßt Fjörtoft die Erweiterung der Weltmeisterschaft auf 48 Mannschaften ausdrücklich. „Solche Erlebnisse sind für kleine Länder sehr wichtig“, erklärte er und führte aus: „Darum war ich sehr froh, als die Aufstockung der WM auf 48 Mannschaften bekannt wurde.“

Norwegens Parallelen zur SGE

Den Aufschwung Norwegens führt Fjörtoft auf jahrelange Aufbauarbeit zurück. „Das ist harte Arbeit über viele Jahre“, erklärte der frühere Nationalspieler. Nach 28 Jahren ohne WM-Teilnahme habe sich die Ausbildung im Land deutlich verbessert und zeige nun ihre Folgen: „Die guten Ergebnisse sind die Konsequenz der verbesserten Ausbildung.“ Natürlich helfe es, mit Erling Haaland und Martin Ødegaard zwei Weltklassespieler zu besitzen. Entscheidend sei aber der Teamgeist, den Nationaltrainer Ståle Solbakken aufgebaut habe: „Ich sehe, dass dieser Teamgeist von damals wieder da ist. Das ist fast wie bei einer Vereinsmannschaft.“ Entsprechend optimistisch blickt Fjörtoft auf das Achtelfinale gegen Brasilien. „Es ist alles möglich“, sagte er. Ein paar Statistiken würden zusätzlich Mut machen: „Wir haben vier Länderspiele gegen Brasilien absolviert und noch keins verloren.“ Außerdem habe er selbst eine besondere Erinnerung an den Rekordweltmeister: „Mein erstes Länderspieltor habe ich gegen Brasilien erzielt.“

Auch Eintracht Frankfurt sieht der ehemalige Angreifer als einen Verein, der den internationalen Fußball aktiv mitentwickelt. „Ich bin daher stolz, ein Teil von Eintracht Frankfurt zu sein“, sagte Fjörtoft. Die Philosophie der Hessen passe perfekt zu dieser Entwicklung: „Der Verein versucht, die Weiterentwicklung des Fußballs in vielen Ländern voranzutreiben. Das ist ein Teil der Philosophie.“ Dass gleich neun Frankfurter Profis bei der WM vertreten sind, unterstreiche diesen Weg eindrucksvoll: „Das sind die besten Botschafter für den Verein und die Stadt Frankfurt, wenn sie sich auf internationaler Bühne zeigen können.“

Freund neuer Regeln – Ausnahme: Hydration Break

Für Schmunzeln sorgte während des Turniers ein Bild von Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann, der mit einem Wikingerhelm durch die USA lief. Fjörtoft freute sich über die ungewöhnlichen Bilder. „Ich habe die Bilder gesehen, wir hatten auch Kontakt über FaceTime“, erzählte er. Das Foto sei international viel beachtet worden: „Es zeigt die enge Verbindung zwischen Norwegen und Eintracht Frankfurt.“ Grundsätzlich zieht Fjörtoft ein positives WM-Fazit. Besonders die neuen Regeln und die größere Teilnehmerzahl überzeugen ihn. Auch die neuen Maßnahmen zur Beschleunigung des Spiels begrüßt er ausdrücklich: „Die neuen Regeln, um das Spiel schneller zu machen, sind sinnvoll.“ Lediglich die Trinkpausen sieht er nicht als Modell für Europa: „Die Hydration Break wird nicht nach Europa kommen.“

Sportlich zeigt sich Fjörtoft vom Niveau des Turniers begeistert. Vor allem die größten Stars hätten bislang geliefert. „Das ist Weltklasse, wenn man liefert, wenn man liefern soll“, sagte er über die Leistungen von Lionel Messi, Kylian Mbappé und Co. Die Torjägerliste sei „das Who’s who des internationalen Fußballs“. Lediglich Deutschland fehle ihm derzeit in dieser Riege. „Ich hoffe, sie kommen wieder zurück als große Fußballnation“, sagte der Held des Klassenerhalts 1999.

Natürlich verfolgte Fjörtoft auch die Leistungen der Frankfurter WM-Teilnehmer ganz genau. Besonders Nathaniel Brown, der mittlerweile zum FC Bayern München gewechselt ist, beeindruckte ihn. „Er hat bei der WM sehr gut angefangen, hat mit großem Selbstvertrauen gespielt und ist ein moderner Linksaußen“, lobte der Norweger. Brown habe „nach seiner sehr guten Saison bei der Eintracht auch die internationale Bühne genutzt“. Auch Ritsu Doan traut Fjörtoft nach seiner WM einen Leistungsschub zu. „Für alle Spieler ist eine WM positiv“, erklärte er. Dabei verwies er auf seine eigene Karriere: „1994 habe ich die WM in den USA gespielt und danach kam bei mir eine der besten Saisons meiner Karriere.“ Selbst wenn ein Turnier sportlich nicht perfekt verlaufe, nehme jeder Spieler wertvolle Erfahrungen mit: „Insgesamt ist es gut für die kommende Saison der Eintracht.“

Gefragt nach dem Frankfurter Spieler, der im Turnier am weitesten kommen könnte, musste Fjörtoft nicht lange überlegen. Sein Favorit: Marokko mit Ayoube Amaimouni-Echghouyab. „Wir sollten uns daran gewöhnen, dass Marokko ein Kandidat fürs Halbfinale oder sogar mehr ist“, sagte er. Der Afrika-Vertreter werde „gerne unterschätzt“, könne aber „weit kommen“.

Entscheidend für den weiteren Turnierverlauf seien jedoch nicht nur fußballerische Qualitäten, sondern vor allem der richtige Umgang mit den extremen Bedingungen in den USA. „Das Team wird Weltmeister, das die extremen Bedingungen am besten meistert“, ist Fjörtoft überzeugt. Dabei sprach er aus eigener Erfahrung. Bei der WM 1994 habe Norwegen gegen Italien bei Temperaturen von rund 50 Grad gespielt: „Das kann man sich nicht vorstellen, was da mit dem Körper passiert.“ Neben der Hitze spiele auch die Luftfeuchtigkeit eine enorme Rolle und man müssen das alles „gut steuern.“

Als bislang stärkste Mannschaften des Turniers sieht Fjörtoft vor allem zwei Nationen. „Frankreich mit allen Stars, Argentinien mit ihrer Mischung und Messi“, sagte der ehemalige Eintracht-Stürmer. Gleichzeitig seien aber auch noch andere heiße Eisen im Feuer: „Aber schauen wir mal, das Turnier geht noch über zwei Wochen.“

4 Kommentare

Der User hat SGE4EVER.de finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 1. Homburg1974 04. Juli 26, 21:12 Uhr

Jupp ist im Viertel-Finale !

Feiern wir mit einem der besten und aktivsten Spieler unserer letzten Saison !

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Avatar 2. SGE-SCOPE 05. Juli 26, 11:42 Uhr

Jan Aage sympathisch wie immer, warum muss er ausgerechnet für ServusTV arbeiten? Da kann man ja gleich mit Waldi zu NIUS gehen... 🤫

Gruß SCOPE

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Avatar 3. super-adler 05. Juli 26, 19:05 Uhr Zitat - SGE-SCOPE Jan Aage sympathisch wie immer, warum muss er ausgerechnet für ServusTV arbeiten? Da kann man ja gleich mit Waldi zu NIUS gehen... 🤫 Gruß SCOPE Path

Interessant: Für manche endet die Meinungsfreiheit offenbar dort, wo das Senderlogo nicht ins eigene Weltbild passt. Wer einen Journalisten pauschal wegen seines Arbeitgebers abqualifiziert, zeigt vor allem eines: Es geht ihm nicht um Meinungsfreiheit, sondern um Gesinnungskontrolle. Eine offene Gesellschaft erkennt man daran, dass sie Argumente diskutiert – nicht daran, dass sie Menschen nach dem Logo auf dem Presseausweis sortiert.

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Avatar 4. SGE-SCOPE 05. Juli 26, 22:26 Uhr

Naja, ServusTV ist von der Ausrichtung rechtspopulistisch, die Abwertung von Migration und Menschen mit Migrationshintergrund ist ein bedeutendes Stilelement. Des Weiteren Verschwörungs- und Querdenkerbeiträge.
Und Ja! Was dieser Sender hetzt und verbreitet passt nicht zu meinen Werten.
Psssst: Schau dir mal §3 Absatz 3 der Satzung von Eintracht Frankfurt an. Mein letzter Kenntnisstand ist, dass Fjörthoft Markenbotschafter von Eintracht Frankfurt ist. Nenn es Gesinnungskontrolle, ich finde es passt nicht.
Wo habe ich ihn abqualifiziert? Ich habe geschrieben "sympatisch wie immer" Ich finde es halt persönlich schade, dass er beim Red Bull Haus- und Hof-Propagandasender arbeitet.

Küssdihoand,
SCOPE

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