Die Eintracht ist auch nach der Partie gegen Inter Mailand weiterhin ungeschlagen. Die Fans blicken mit viel Mut und Euphorie auf das Rückspiel in Mailand.

Nach dem emotionalen Last-Minute-Sieg gegen die TSG 1899 Hoffenheim stand für die Eintracht bereits das nächste Gänsehaut-Spiel an. Im Europa-League Achtelfinale im eigenen Stadion gegen Inter Mailand. Ein klangvoller Gegner und ein echtes Highlight ein Tag vor dem 120. Geburtstag des Vereins. Auch wenn es am Ende zu keinem Sieg gereicht hat, haben die Hessen einmal mehr bewiesen, dass sie zurecht den deutschen Fußball auf europäischen Parkett vertreten dürfen und mit einer guten Ausgangssituation gibt es auch gute Gründe weiter auf ein Erreichen des Viertelfinales zu hoffen. SGE4EVER.de hat das Spiel wie immer noch einmal analysiert:

Mit zu viel Respekt gestartet
Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter wirkte zu Beginn der Partie beeindruckt und zurückhaltend. Es wurde bereits in den ersten Minuten klar, dass man mit den cleveren Italienern noch einmal ein anderes Kaliber als Schachtor Donezk vor der Brust hatte. Zudem trat Inter mit drei Spitzen an und wirkte von Beginn an brandgefährlich. Die Mailänder kombinierten sich dabei gekonnt durch das Mittelfeld, verloren so gut wie keinen Ball und die SGE musste sich immer weiter zurückfallen lassen und kam eine Zeit lang überhaupt nicht an den Ball. In diesen ersten Augenblicken wurde klar, dass Inter Mailand der erwartet schwere Gegner werden würde und vermutlich waren die Frankfurter auch ein stückweit beeindruckt von der Darbietung. Der ursprüngliche Plan, den Tabellenvierten der Seria-A früh zu attackieren, sie schon in der eigenen Hälfte unter Druck zu setzen, ging so zunächst überhaupt nicht auf. Die Hessen kamen kaum in die Zweikämpfe und wenn doch, dann waren die Italiener schon wieder einen Schritt weiter. In dieser Phase zeigte sich aber auch, dass es für Inter trotz ihrer Stärken nicht einfach werden würde, an Martin Hinteregger und Makoto Hasebe vorbeizukommen. Die beiden spielten einmal mehr eine überragende Partie und räumten ab, was es abzuräumen gab. In diese Druckphase der Italiener pfiff er schottische Schiedsrichter nach einem nicht allzu harten Einsteigen von Gelson Fernandes, der sich sichtlich erst einmal zurück zu alter Stärke kämpfen musste, Elfmeter für die Gäste. In diesem Augenblick schien der Traum einer erneuten magischen Nacht schon zu platzen und Inter eine Nummer zu groß zu sein. Aber dann kam Kevin Trapp: Er hielt einen sehr platziert geschossenen Elfmeter und das Stadion feierte diese Rettungstat wie ein eigenes Tor. Vermutlich war es sogar noch mehr wert als eigenes Tor, denn mit einem Auswärtstor hätte der Serie-A-Klub eine weitaus bessere Ausgangssituation für das Rückspiel gehabt. So konnte man das 0:0 zur Halbzeitpause halten und Adi Hütter sollte Gelegenheit bekommen, seine Mannschaft neu einzustellen. Inter Mailand präsentierte sich nicht nur kombinationsstark und ballsicher, sondern zugleich auch in italienischer Manier defensiv kompakt und sicher stehend, sodass man im ersten Durchgang auch kaum eigene Torchancen erspielen konnte.

Mit dem Herz in der Hand
Mit Beginn der zweiten Hälfte, sowie einer kleiner, aber effektiven Umstellung im Mittelfeld, entstand nun ein völlig anderes Spiel. Sebastian Rode agierte nun mit Gelson Fernandes auf der Sechserposition und Mijat Gacinovic rückte auf die Zehnerposition. Die Eintracht kam von nun an viel besser in die Zweikämpfe. Man presste früh, zwang die Italiener zu Fehlern und konnte sich nun vermehrt über die Außenbahn Chancen erspielen. Immer wieder konnte man auch die zweiten Bälle gewinnen und immer dann wenn Inter einmal zu einem schnellen Konter ansetzen wollte, waren es Hinteregger und Hasebe, die den Mailändern keine echte Torchance mehr ließen. In dieser zweiten Hälfte zeigte sich, dass auch diese Spitzenmannschaft verwundbar ist und dass die SGE auf diesem Niveau mehr als mithalten kann. Ein verwehrter Elfmeter, ein aufgrund Abseits nicht gegebenes Tor und eine Top-Chance von Hinteregger – die Frankfurter hätten es verdient gehabt, einen Sieg zu feiern. Auch wenn es am Ende dazu nicht reichte, haben die Hessen sich im zweiten Durchgang etwas wichtiges erarbeitet: Selbstvertrauen und den Glauben daran, dass man diesen klangvollen Namen wirklich schlagen kann. Es war deutlich zu spüren, dass wenn die Eintracht ihr klassisches, druckvolles Pressing-Spiel durchbringen kann, Inter große Probleme bekommt und sich aus diesem Druck nur schwer befreien kann. Auch über die Außen zeigte sich Mailand anfällig und mit präziseren Flanken, könnte hier der Schlüssel zum Erfolg im Rückspiel liegen.

Ein schmaler Grat
Mit dem anstehenden Auswärtsspiel gegen Düsseldorf am Montag steht der SGE nun ein schmaler Grat bevor. Die Ansetzung auf Montag denkbar ungünstig und nicht wirklich nachzuvollziehen, muss Adi Hütter nun die richtige Balance finden. Auch in der Bundesliga müssen die Adlerträger weiterhin alles in die Waagschale werfen, um oben dran zu bleiben, gleichzeitig bestehen berechtigterweise Bedenken, ob man wirklich mit allen Stammspielern auflaufen sollte. Wie sich gestern zeigte ist man den Mailändern körperlich und konditionell überlegen und diesen großen Vorteil gilt es auch im Rückspiel zu nutzen. Nur: Besteht dieser Vorteil auch, wenn man am Montag über 90 Minuten Vollgas-Fußball in Düsseldorf zelebriert? Hütter wird hier mehr denn je gefordert sein und eine gute Lösung finden müssen. Zudem wird auch vieles darauf ankommen, ob Ante Rebic rechtzeitig für das Rückspiel fit wird, denn seine Wucht hat im gestrigen Spiel in jedem Fall deutlich gefehlt. Der Eintracht steht nun also ein echtes Endspiel bevor und mit einer Adlerinvasion in Mailand, ist dieser Mannschaft auf jeden Fall alles zuzutrauen, denn wie wir alle seit dem Mai letzten Jahres wissen, kann Frankfurt Endspiele.

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14 Kommentare

  1. Ich fand nicht, dass wir mit zuviel Respekt in die Partie gestartet sind. Da war Inter einfach gut und hat wohl eher mit der offensiven Spielweise überrascht. Aber wir haben gesehen die Eintracht ist ebenbürtig. Leider nur das beste aller Unentschieden, bleibt spannend.

  2. OT: Durch das Ausscheiden in der CL muss PSG in der kommende Transferperiode wohl (mal wieder) einiges mit Spielerverkäufen einnehmen. Ob das jetzt gut oder schlecht für unsere Möglichkeiten der Weiterverpflichtung von Trapp ist steht auf einem anderen Blatt. Auf der einen Seite werden sie einem Verkauf nicht abgeneigt sein, auf der anderen Seite sind sie wohl darauf ‚angewiesen‘ das Maximale rauszuholen. Mal sehen.

  3. Das Spiel gegen Düsseldorf auf keinen Fall herschenken.
    Routieren ja, aber nicht, um des Routieren Willens.
    Die zweite Reihe sollte gegen Düsseldorf bestehen können, voller Kraft und Tatendrang sein. Toure, Russ, Stendera, Jonny, Willems…
    Bin gespannt wie Mailand ihre zwei Gesperrten ersetzen wird.
    Martinez ist nicht ersetzbar, es sei den Icardi spielt.
    Asamoah ist Stammspieler.
    Naiggolan evtl noch verletzt.
    Gleiches gilt für Perisic, obwohl ich ihn am gestrigen Tag alles andere als gefährlich empfand.
    Denke die 1. Hz unsererseits war einerseits den gemachten Druck und der Spielstärke Mailands geschuldet.
    Wie wurde unsere Mannschaft vor dem Spiel gelobt und ihr ein Gewinn nahezu als Selbstläufer prognostiziert.
    Laut Bobic kommen auch Eintracht Fans ohne Ticket ins San Siro. Es werden wohl genug Plätze frei sein und an gegnerische Fans an den Kassen verkauft werden.
    Ich rechne mit +15.000 Fans.

  4. Hab den Trapper vor ein paar Wochen beim Boki (Eintracht Friseur in Bockenheim) getroffen und wir haben dann vor der Tür ein längeres Schwätzchen gehalten. Er hat mir glaubhaft versichert, dass es in Frankfurt viel geiler ist Fussball zu spielen als in Paris und die Mannschaft ein wirklich cooler verschworener Haufen ist! Somit ist das Ding für mich durch….PSG geh kacken…der Trapper bleibt un ferddisch ist! 🙂

  5. +++ Verdacht auf Nasenbeinbruch bei Hasebe +++

    Makoto Hasebe hat sich im Spiel gegen Inter Mailand verletzt. „Es sieht so aus, als hätte er sich einen Nasenbeinbruch zugezogen“, sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter. „Er hat an der Seitenlinie stark geblutet.“ Noch ist offen, ob Hasebe am Montag beim Spiel in Düsseldorf (20.30 Uhr) auflaufen kann – womöglich mit einer Spezial-Maske. Ein Risiko will Hütter im Hinblick auf das Rückspiel in Mailand aber nicht eingehen. „Wenn ein Einsatz am Montag eine Gefahr wäre, weiß ich, was zu tun ist.“

  6. Q1 Dr. Hammer,
    ich würde auch nicht behaupten, dass wir am Anfang zu viel Respekt
    hatten. Aber wir waren sehr schnell beeindruckt.
    Wir haben später angegriffen und versucht Räume und Laufwege
    zuzustellen. Jeder Inter-Spieler ist aber in der Lage alle, auch scharfe
    Bälle perfekt zu verarbeiten und meistens auch so, dass der Ball vom
    Gegner weg angenommen, oder weitergespielt wird.
    Dazu kommt eine sehr routinierte Raumaufteilung.
    Wir sind dann gelaufen ohne rechten Zugriff zu bekommen.
    Dann spürst Du als Spieler, dass der andere stark ist und wirst hastig,
    willst es unbedingt und machst Fehler.
    Ganz toll war aber die zweite Halbzeit. Nach und nach entstand wohl
    bei jedem das Gefühl „Verdammt, wir können sie packen“.
    Ich glaube, dass in diesen 45 Minuten das Team wieder einen
    großen Schritt in der psychologischen Entwicklung gemacht hat.
    Boateng und jetzt Trapp fordern ja eine selbstbewusste Einstellung.
    Aber es ist ein riesiger Schritt von „Wir wollen gewinnen“ zu „Wir
    wissen, dass wir besser sind und deshalb gewinnen wir auch“.
    Wir haben eine tolle Mannschaft,die immer wieder im Stile einer
    Spitzenmannschaft auftritt. Es ist noch eine ordentliche Wegstrecke.

  7. @EintrachtKafka

    „Laut Bobic kommen auch Eintracht Fans ohne Ticket ins San Siro. Es werden wohl genug Plätze frei sein und an gegnerische Fans an den Kassen verkauft werden.
    Ich rechne mit +15.000 Fans.“

    woher die Info?

  8. Ich habe mit Inter gemailt. Deren Ticketservice sagte mir, dass deutsche Fans ausschließlich über die SGE Karten bekommen.

  9. We are sorry but for this match the tickets cannot be purchased by citizens born in Germany through inter.it. Please contact Eintracht Frankfurt to purchase the tickets in the away fan designated area.

    Es tut uns leid, aber für dieses Spiel können die Tickets nicht von Bürgern gekauft werden, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz über inter.it geboren sind.Wenden Sie sich bitte an Eintracht Frankfurt, um die Tickets in dem von den Auswärtsfans angegebenen Bereich zu erwerben.

    Ganz Interessant. Also wenn jemand eine andere Staatsbürgerschaft hat, darf er legal Tickets kaufen.

  10. @11 Das ist sicher die offizielle Antwort. Vor Ort könnte es anders aussehen.
    Gute Analyse: Inter hat die etwas reifere Mannschaft, das sind einfach teilweise bessere Fußballspieler, gerade im (Zusammen)Spiel nach vorne. Man muss sehen, wie sie im Rückspiel antreten. Ohne Perisic, Icardi und Martinez sind sie klar geschwächt, aber mit Perisic und Icardi (dazu Brozovic und Politano) wären sie klarer Favorit. Die Eintracht hat mit viel Kollektiv und Leidenschaft dagegen gehalten. Das Rückspiel wird anders. Inter wird mit Macht angreifen und mindestens ein Tor schießen. Da brauchen wir einen sehr guten Tag und vor dem Tor das Quäntchen Glück (oder einfach den Elfer, den wir gestern nicht bekommen haben).

  11. Guter Artikel von Laura!
    Bin ganz deiner Meinung und denke das wir in Milano weiterkommen.
    Hoffentlich haben dort einen besseren Schiri, der Schotte war schwach.
    Forza SGE

  12. Was mir bei der Nitro-Doku aufgefallen ist: Vor dem Spiel gegen Donesk wurde nochmal ein Motivationsfilm gezeigt, mit Szenen, Toren und den Fans. Das Abschlussbild zeigt vielsagend „Final Baku 2019“- also nicht einfach nur Euroleague 2019. Man soll sich ja hohe Ziele stecken, damit man sich nicht zu schnell auf dem Erreichten ausruht, aber scheinbar ist das Finale kein Tabuthema im Team.

    Gruß SCOPE

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