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Keita Kosugi stand bisher dreimal bei der SGE in der Startelf. Foto: IMAGO / Beautiful Sports

Kosugi über seine ersten SGE-Startelfeinsätze: „Ich kann und muss es besser machen“

Auf diesen Moment musste Keita Kosugi lange warten. Im Januar 2026 wechselte der Japaner zu Eintracht Frankfurt, zunächst war der Sprung zu den Profis allerdings noch zu groß. Kosugi sammelte Spielpraxis in der U21 und musste sich gedulden. In der neuen Saison hat sich das Bild grundlegend verändert: Der 20-Jährige stand in den ersten drei Pflichtspielen jeweils über die komplette Spielzeit auf dem Platz und feierte innerhalb weniger Wochen sein Debüt im DFB-Pokal, in der Bundesliga und vor den eigenen Fans im Waldstadion. Zufrieden gibt sich der Linksverteidiger damit noch lange nicht. Im Interview auf „eintracht.de“ sprach Kosugi über seinen Durchbruch, seine hohen Ansprüche an sich selbst, die Unterstützung von Ritsu Doan und die schwierigen ersten Wochen der neu formierten Eintracht.

Dass Trainer Adi Hütter ihm direkt zum Saisonbeginn das Vertrauen schenkte, bedeutet Kosugi viel. Ebenso wichtig sei ihm die Unterstützung seiner Mitspieler und der Frankfurter Anhänger. Seine eigene Leistung bewertet der Japaner dagegen deutlich kritischer: „Mit meinen Leistungen bin ich aber nicht 100-prozentig zufrieden, ich kann und muss es besser machen. Besser, besser, besser.“ Vor allem bei der Intensität sieht der 20-Jährige noch Luft nach oben. Das Niveau der Bundesliga verlange ihm in dieser Hinsicht noch einmal deutlich mehr ab.

Kosugi musste auf seine Chance warten

Seine ersten Monate in Frankfurt verliefen dabei völlig anders als die vergangenen Wochen. Nach seinem Wechsel von Djurgårdens IF war Kosugi zunächst für die U21 vorgesehen. Statt Bundesliga und ausverkaufter Stadien hieß der Alltag für ihn Regionalliga. Eine Phase, die ihm einiges abverlangte. „Auf diesen Moment habe ich gewartet, seit ich hierhergekommen bin“, sagte Kosugi über sein Profidebüt. Dass er dafür mehr als ein halbes Jahr benötigte, habe ihn durchaus gefordert. Der Verteidiger versuchte allerdings, nicht zu weit vorauszuschauen. Statt sich ausschließlich mit dem großen Ziel Bundesliga zu beschäftigen, setzte er sich kleinere Zwischenziele. Geduld sei dabei entscheidend gewesen. Kosugi arbeitete sich Schritt für Schritt näher an die Profimannschaft heran und sieht die schwierige Anfangszeit inzwischen sogar als wichtigen Teil seiner Entwicklung. Die Erfahrungen hätten ihn stärker gemacht und ihm geholfen, das notwendige Selbstvertrauen aufzubauen: „Ich will für den Klub alles geben und kämpfen und der Mannschaft helfen; immer hungrig bleiben.“

Bundesliga bestraft Fehler sofort

Dass der Sprung groß ist, bekam Kosugi bereits zu spüren. Zwar hatte er vor seinem Wechsel nach Deutschland schon 62 Pflichtspiele für Djurgårdens IF absolviert und mit dem schwedischen Klub sogar internationale Erfahrung in der Conference League gesammelt. Mit der Bundesliga lasse sich das Niveau in Schweden trotzdem kaum vergleichen. Nicht nur die Qualität auf dem Platz sei eine andere. Stadien, Trainingsbedingungen, Atmosphäre und Intensität hätten sich für ihn ebenfalls verändert: „In Schweden wird guter Fußball gespielt, aber die Bundesliga ist einige Stufen darüber – ein großer Schritt.“

Besonders die geringe Fehlertoleranz hat Kosugi in seinen ersten Einsätzen wahrgenommen. Jeder Gegner verfüge über individuelle Qualität und einen eigenen Spielstil. Dadurch stelle ihn jede Partie vor andere Aufgaben. Entscheidend sei, über die gesamte Spielzeit konzentriert zu bleiben. Denn: „Wenn man in der Bundesliga einen Fehler macht, wird das normalerweise sofort bestraft.“

Wie schnell das passieren kann, erlebte die gesamte Eintracht zuletzt schmerzhaft. Beim Heimspiel gegen den FC Augsburg kontrollierte Frankfurt die erste Hälfte und führte verdient mit 1:0. Nach Wiederanpfiff brach die Mannschaft allerdings ein und verlor noch deutlich mit 1:4.

Kosugi nimmt sich bei Gegentoren selbst in die Pflicht

Ohnehin fällt Kosugis Bewertung des Frankfurter Saisonstarts nüchtern aus. Auf den Sieg im DFB-Pokal folgten in der Bundesliga lediglich ein 3:3 bei Union Berlin und die deutliche Heimniederlage gegen Augsburg. Einen Punkt nach zwei Ligapartien hatte sich auch der Japaner anders vorgestellt. „Ich hatte mir mehr erhofft. Wir haben es aber nicht geschafft, das einzufahren, was wir uns vorgenommen hatten“, erklärte er. Besonders die defensive Bilanz beschäftigt Kosugi. Sieben Gegentreffer in zwei Bundesligaspielen sind deutlich zu viel – und als Abwehrspieler möchte sich der Linksfuß dabei keinesfalls aus der Verantwortung nehmen.

Er müsse seine Aufgaben noch konsequenter erledigen, jeden Zweikampf annehmen und seine gesamte Energie in den Dienst der Mannschaft stellen. Dabei deckt sich seine Selbstkritik mit dem Tenor, der nach dem Augsburg-Spiel von mehreren Frankfurter Spielern zu hören war: Die Eintracht kann bereits überzeugende Phasen zeigen, schafft es bislang aber nicht, diese Leistung über 90 Minuten abzurufen.

Kosugi will aus dem Fehlstart dennoch keine grundsätzliche Krise ableiten. „Wir dürfen die Köpfe nicht hängen lassen, sondern müssen nach vorne blicken und hart arbeiten.“ Das Potenzial innerhalb der Mannschaft sieht er weiterhin: „Wir sind eine starke und ambitionierte Mannschaft.“

Knauff-Lob freut Kosugi

Dass seine persönlichen Leistungen trotz der Ergebnisse durchaus positiv wahrgenommen werden, zeigte zuletzt Ansgar Knauff. Der derzeit verletzte Flügelspieler lobte seinen jungen Teamkollegen nach der Augsburg-Partie ausdrücklich und prognostizierte, dass Kosugi den Frankfurtern noch viel Freude bereiten werde.

Worte, die beim Japaner ankamen: „Zu hören, dass Ansgar diese Worte über mich gewählt hat, ist sehr schön, das freut mich.“ Gerade weil Knauff inzwischen selbst zu den dienstälteren Spielern im stark veränderten Frankfurter Kader gehört, besitzt das Lob für Kosugi offenbar besonderes Gewicht. Er bezeichnete den 24-Jährigen nicht nur als starken Fußballer, sondern auch als tollen Typen. Noch wichtiger für seine Eingewöhnung dürfte allerdings ein Landsmann sein. Dass Ritsu Doan trotz eines möglichen Wechsels bei der Eintracht geblieben ist, freut Kosugi besonders.

Für den jungen Verteidiger ist Doan weit mehr als nur ein Mitspieler, mit dem er sich in seiner Muttersprache verständigen kann. Kosugi bezeichnet den Offensivmann als einen der besten japanischen Spieler und als etablierten Bundesliga-Profi. Dessen Erfahrung möchte er für seine eigene Entwicklung nutzen. „Es ist für mich eine Ehre, gemeinsam mit ihm zu spielen“, sagte Kosugi. Doan kenne die Liga genau und könne ihm deshalb bei der Anpassung an den deutschen Fußball helfen. Schon mehrfach habe der 28-Jährige seinem Landsmann konkrete Ratschläge für dessen Spiel gegeben.

Unterstützung erhält Kosugi gleichzeitig weiterhin aus Japan. Familie und Freunde verfolgen seine ersten Schritte in der Bundesliga aus der Heimat und gratulierten ihm nach seinem Debüt. Für den 20-Jährigen ist das keineswegs selbstverständlich. Er zeigte sich dankbar für das Vertrauen, das ihm auf seinem bisherigen Weg entgegengebracht wurde.

Nächste Bewährungsprobe in Mainz

Viel Zeit, seine ersten Bundesliga-Wochen zu verarbeiten, bleibt Kosugi nicht. Bereits am Samstag wartet mit dem Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 die nächste schwierige Aufgabe. Nach dem Fehlstart benötigt die Eintracht dringend ein Erfolgserlebnis. Kosugi erwartet einen Gegner, der der SGE einiges abverlangen wird. Mainz verfüge über individuelle Qualität, sei gut in die Saison gestartet und habe bislang noch keinen Gegentreffer hinnehmen müssen. Entsprechend intensiv bereite sich die Eintracht auf das Rhein-Main-Duell vor.

Für den Japaner wird es zugleich die nächste Gelegenheit sein zu zeigen, dass seine bisherigen Startelfeinsätze mehr als nur eine Momentaufnahme sind. Vertrauen und Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft seien dafür besonders wichtig: „Wir müssen uns gegenseitig vertrauen und dann alles für den Klub und die Fans geben.“

An Zuversicht mangelt es Kosugi trotz des schwierigen Saisonstarts nicht. Seine ersten Monate in Frankfurt haben ihm schließlich bereits gezeigt, wie schnell sich eine Situation verändern kann. Vor wenigen Monaten musste er sich noch in Geduld üben und auf seine Chance bei den Profis warten. Nun gehört er plötzlich zur ersten Elf.

Als erreicht betrachtet Kosugi sein Ziel deshalb aber keineswegs. Sein eigener Anspruch lässt sich vielmehr mit jenen drei Worten zusammenfassen, die er nach seinen ersten Bundesliga-Auftritten selbst gewählt hat: „Besser, besser, besser.“

4 Kommentare

Fallback Avatar 1. zeugeyeboahs73 12. September 26, 11:41 Uhr

So einem Spieler wie Kosugi kann man gar nichts übel nehmen. Ein Kämpfer und Läufer vor dem Herrn. Leider fehlt es in fast allen Bereichen an Qualität.

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Fallback Avatar 2. hovawart 12. September 26, 12:20 Uhr Zitat - zeugeyeboahs73 So einem Spieler wie Kosugi kann man gar nichts übel nehmen. Ein Kämpfer und Läufer vor dem Herrn. Leider fehlt es in fast allen Bereichen an Qualität. Path

Andere Spiele gesehen? Der Junge hat sowohl in Berlin und auch gegen Augsburg gar nicht schlecht gespielt klar fehlt ihm Erfahrung aber die kann er sich nur durch Spiele holen. In beiden Spielen waren andere Abwehrspieler deutlich schwächer als der junge Japaner. Ich bin überzeugt, dass er uns noch viel Freude machen wird.

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Fallback Avatar 3. Holjer 12. September 26, 12:24 Uhr

So einem Kommentator wie zeugeyeboahs73 kann man gar nichts übel nehmen. Ein Schreiber und Texter vor dem Herrn. Leider fehlt es in fast allen Bereichen an Qualität.

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Fallback Avatar 4. rheinmainfrankfurt 12. September 26, 12:24 Uhr

Das hatte ich ja schon vor dem Augsburg-Spiel angemerkt: Die Viererkette ist in dieser Konstellation einfach zu schwach – Brassier nehme ich da erst mal noch raus. Damals gab es dafür nur Dislikes ohne jegliche Argumente. Wollt wahrscheinlich einfach keiner wahr haben. Nach dem Auftritt gegen Augsburg dürften mir aber einige mehr zustimmen. Man sieht jetzt extrem deutlich, warum Baum und Kosugi unter Toppmöller und Riera kaum Land gesehen haben. Ich halte Knauff auf der Rechtsverteidiger-Position aktuell sogar für die deutlich bessere Option, wenn er fit ist

Dazu kommt die Personalie Koch: Ich fordere schon seit letztem Jahr, dass er mal eine Denkpause auf der Bank gebrauchen könnte. Aus meiner Sicht war die Vertragsverlängerung ein riesiger Fehler und ich will ehrlich gesagt gar nicht wissen, was da an Handgeld geflossen ist.

Auch die Position neben Onyedika bleibt eine Großbaustelle. Der perfekte Partner für ihn wäre meiner Meinung nach Larsson gewesen, aber den hat man ja bekanntlich fürn Apel und n Ei ziehen lassen. Chaïbi und Götze sind für mich, wenn überhaupt Joker für die letzten 20 bis 30 Minuten. Gleiches gilt aktuell leider auch für Amamouni. Dahinter fehlt es auf den offensiven Mittelfeldpositionen schlichtweg an brauchbaren Alternativen. Wenn man die Saison nicht abschenken will, muss im Winter zwingend personell nachgebessert werden.

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