Nach dem misslungenen Heimauftakt gegen den FC Augsburg geht es für die Frankfurter Eintracht nun ausgerechnet zum FSV Mainz 05. Ein Gegner, in dessen Stadion die SGE aus den letzten 22 Partien nur eine gewinnen konnte. Mit Jonathan Burkardt haben die Hessen einen Ex-Mainzer im Kader, der in vergangenen Aufeinandertreffen zu dieser Bilanz beigetragen hat. Im Podcast „Aufstehen mit der Eintracht“ spricht der Stürmer selbstkritisch über den Frankfurter Saisonstart und verrät, warum er trotz der aktuellen Gegebenheiten an einen Auswärtssieg glaubt.
Seine erste Rückkehr nach Mainz verlief wenig erfolgreich. Durch ein spätes Tor von Paul Nebel verlor die SGE mit 1:2. Eine leichtere Aufgabe steht der Eintracht aller Wahrscheinlichkeit nach auch in dieser Woche nicht bevor. „Sie haben auf jeden Fall eine stabile Mannschaft“, sagt Burkardt. „Bei ihnen ist im Sommer nicht viel passiert. Letzte Saison haben sie eine super Rückrunde gespielt. Sie werden uns im 5-3-2 an der Mittellinie erwarten. Und dann wird es definitiv unangenehm.“
„Wollen unbedingt beweisen, dass wir besser als Mainz sind“
Daran, wie er das Rhein-Main-Duell als 05er erlebt hat, erinnert sich Burkardt noch gut: „Als Mainzer hast du dann das Gefühl, da ist ein etwas größerer Verein. Den willst du ärgern und zeigen, dass du mit der vielleicht höheren Qualität der Frankfurter Mannschaft mithalten kannst“, schildert er. „Ich weiß aber auch, dass das auch eine Brisanz für die Frankfurter Seite hat. Aus Eintracht-Sicht wollen wir unbedingt beweisen, dass wir besser als Mainz sind.“ Nach dem vergangenen Bundesligawochenende geht der FSV als Favorit in die Partie. Ein Umstand, den Burkardt auch als Chance wahrnimmt: „Das tut uns, glaube ich, auch mal ganz gut.“
Für einen Sieg in Mainz bräuchte die Eintracht einen konstanteren Auftritt, als noch gegen Union Berlin und Augsburg. Burkardt spricht diesbezüglich vor allem den Umgang mit Gegentreffern an: „Was mir nicht gefallen hat, waren die Haltungen und Reaktionen nach den Gegentoren“, kritisiert er. „In Berlin haben wir nach drei Minuten ein Gegentor bekommen, aber das hat mit uns nichts gemacht. Wir haben trotzdem gut ins Spiel gefunden. Nach dem 2:3 gegen Union und dem Doppelschlag gegen Augsburg ist bei uns dann aber zu schnell der Kopf nach unten gegangen.“
Dabei betont der Angreifer, dass vor allem die erfahrenen Akteure, zu denen er sich mitzählt, dem Team mehr Halt geben müssten: „Ich sehe die anderen Führungsspieler und mich ganz klar in der Pflicht, der jungen Mannschaft Orientierung zu bieten. Ich glaube, wir können das.“ Gerade gegen Augsburg sei dies jedoch nicht passiert. „Es wollte jeder und wir haben alle Gas gegeben. Es haben aber nicht alle an einem Strang und mit der richtigen Haltung in dieselbe Richtung gezogen. Dann hast du keine Chance. Erfahrung spielt da eine Rolle und deshalb müssen wir umso mehr in die Bresche springen.“
„Müssen Rückschläge deutlich besser wegstecken“
Unglücklich sei vor allem das Zustandekommen der ersten zwei Gegentore gegen den FCA gewesen. „Beim ersten wird irgendwie Elias Baum angeköpft und dann fliegt der Ball hinten rein. Das zweite ist erst nicht gut verteidigt und Noah passiert sowas dann natürlich auch nicht mehr.“ Entscheidender sei jedoch die folgende Reaktion: „Aber trotz allem, auch wenn die letzte Saison vielleicht schwierig war, müssen wir diese Rückschläge deutlich besser wegstecken und eine andere Körpersprache zeigen.“
Im Angriff lief Burkard vergangene Spielzeit meist als alleiniger Mittelstürmer auf. In den Partien der bisherigen Saison bildete er zusammen mit Younes Ebnoutalib jeweils eine Doppelspitze. Ein Zusammenspiel, das zuletzt beim Führungstor gegen Augsburg Früchte trug. „Mit Younes macht es vorne natürlich Spaß“, sagt Burkardt. „Nach vorne sind wir sehr gefährlich und variabel. Ich glaube, es hat gerade in der ersten Halbzeit gegen Augsburg, aber auch gegen Union echt Spaß gemacht, zuzusehen, wie wir uns nach vorne kombinieren.“
„Müssen zeigen, dass eine Entwicklung da ist“
Auch wenn die ersten zwei Bundesligaspiele insgesamt unter den Erwartungen blieben, glaubt Burkardt weiterhin an die Qualität und den Charakter der Mannschaft. „In erster Linie müssen wir auf dem Platz zeigen, dass eine Entwicklung da ist“, bekräftigt er. „Ich bin jetzt auch kein Freund davon, groß zu appellieren, dass es noch Geduld braucht. Vor allem muss die Mannschaft in Vorleistung gehen mit Einsatz, Kompaktheit und Zusammenhalt. Und dann werden die Leute merken, dass da ein Prozess im Gange ist.“
Zuletzt musste Burkardt krankheitsbedingt ein wenig kürzer treten. „Sowohl gegen St. Tönis als auch gegen Union habe ich so ein bisschen aus der kalten Hose gespielt“, erzählt er. „Schon bei Brentford war es mit der Hin- und Rückreise schwierig für mich. Dann konnte ich vor St. Tönis und Union nicht trainieren.“ Nun gehe es aber wieder aufwärts. „Jetzt ist es wieder so, dass ich vor Augsburg eine komplette Trainingswoche machen konnte. Das Spiel habe ich dann auch fit gespielt und ich glaube, dass ich jetzt gegen Mainz nochmal einen Schritt weiter sein werde.“ Grundsätzlich sei die Basis, die er seinem Fitnesslevel gesetzt habe, so hoch wie noch nie.






4 Kommentare
Wir wollten, wir hätten, wir könnten und wir sollten.
Macht es doch einfach, wenn ihr es drauf habt.
@Block 17, unterirdisch dein blödsinniger Kommentar!
Ich wünsche mir 3 Punkte, oder wenigstens einen Punkt, und dass Hard-Kohr niemanden verletzt und da wir ja schon bei wünsch-dir-was sind, bitte noch den Amiri oder Paul Nebel im Winter;-)
Ich mag das, wenn der Name Burkardt gelegentlich korrekt geschrieben wird.
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