Kaum ein Name stand in der vergangenen Woche bei der Eintracht so im medialen Fokus wie Robin Koch. Der Kapitän der Frankfurter Eintracht hatte beim 0:6-Debakel bei RB Leipzig eine desolate Leistung gezeigt und war in der Halbzeitpause ausgewechselt worden. Diese Schelte begründete Cheftrainer Adi Hütter damit. dass er seinen Kapitän hatte „erlösen“ wollen. Auf die Erlösung folgte allerdings ein Medienecho, das sich gewaschen hatte. Es verging kein Tag, an dem die Personalie Koch nicht herauf und herunterdiskutiert wurde. Zu schwach die Leistungen, zu schwach die Leaderqualitäten – derlei Dinge waren in verschiedensten Medien zu lesen.
Tadellose Leistung gegen Köln
Am gestrigen Freitagabend dann zeigte der Kapitän gegen den 1. FC Köln ein vollkommen anderes Gesicht. Stabil, sicher und energisch in den Zweikämpfen und auch gedanklich häufig seinen Gegnern einen Schritt voraus rief der 30-Jährige genau das ab, was man in Frankfurt von ihm sehen möchte. Das untermauert auch die Statistik: 85 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 100 Prozent gewonnene Luftzweikämpfe und eine Passquote von ebenfalls 89 Prozent. Auch durchaus bemerkenswert: In der Anfangsphase zog Koch ein taktisches Foul gegen den Kölner Shootingstar Said El Mala. Schiedsrichter Benjamin Brand zeigte sich gnädig und ließ den gelben Karton in der Brusttasche, obwohl eine Verwarnung angebracht gewesen wäre. Der erfahrene Koch wird aber ab diesem Zeitpunkt gewusst haben, dass er von nun an unter besonderer Beobachtung stehen würde. Und dieses Foul gegen El Mala blieb sein einziges Foulspiel des Abends. Dazu gehört mentale Stärke. Nach einer so schwachen Leistung gegen Leipzig und einer derart schwierigen Woche ist das nicht selbstverständlich.
„Keine einfache Woche“
Nach dem Spiel gab Koch dann am „Sky“-Mikrofon selbst zu, dass die Woche Spuren bei ihm hinterlassen hatte. „Es war für mich keine einfache Woche“, gab der Mannschaftskapitän der Eintracht zu verstehen, „Wenn wir eine schwierige Phase haben, dann geht es zuerst an die Führungsspieler und an den Kapitän. Ich bin froh darüber, dass ich das jetzt alles abbekommen habe und nicht jemand, der mental vielleicht etwas schwächer ist. Das gehört dazu und ist für mich auch absolut in Ordnung.“ Wichtig sei ohnehin vor allen Dingen gewesen, dass die Mannschaft nach dem Spiel am vergangenen Wochenende eine Reaktion gezeigt habe. „Es ist nie schön, wenn man in der Öffentlichkeit von der Presse so viel über sich lesen muss“, gab Koch offen zu. „Das ist es sehr wichtig, dass man im Kopf klar bleibt und auch persönlich eine Reaktion durch Leistung zeigt.“ Besonders freute sich Koch darüber, dass die Mannschaft diesmal den Wille und Einsatz zeigte, den es braucht, um ein Ligaspiel zu gewinnen. „Das haben die Fans auch von uns erwartet. Natürlich ist es dann auch für mich persönlich wichtig, nach so einer Woche, meine Leistung zu bringen und als Kapitän vorne weg zu gehen.“ Einen kleinen Seitenhieb konnte sich der Innenverteidiger allerdings nicht verkneifen: „Man muss schon unterschieden, was extern über uns geschrieben wird und was dann tatsächlich Thema bei uns in der Kabine ist.“
Wie Koch seine Kapitänsrolle interpretiert
Dass er nicht der laute Kapitän ist, wisse Koch. Er interpretiert seine Rolle als Kapitän aber ein Stück weit anders, wie er zu verstehen gab: „Für mich ist das wichtigste, dass die Jungs wissen, ich gehe voran. Ich spreche mit den Jungs. Auch unter der Woche. Natürlich sieht das außen keiner. Ich bin keiner, der auf dem Platz rumbrüllt und dadurch irgendwie ein Zeichen setzt, wenn die Kameras laufen. Wenn es etwas zu sagen gibt, dann sage ich das. Natürlich auch während des Spiels. Und zusätzlich muss ich taktische Vorgaben des Trainers auf dem Platz umsetzen und anleiten. Das kann der Trainer von außen nicht leisten während des Spiels. Das sind meine Aufgaben. Mit Sicherheit kann ich da auch noch wachsen und besser werden. Ich werde aber nicht anfangen, für irgendeine Kamera rumzubrüllen.“
Mit Blick auf die kommenden Aufgaben könne dieser Sieg Energie freisetzen, analysierte Koch. Einfacher wird es jedoch nicht, denn der kommende Gegner heißt Borussia Dortmund. Auswärts. „Wir haben ein extrem schweres Spiel vor uns. Ich glaube trotzdem, dass das heute gegen Köln ein Zeichen an die Mannschaft war, was wir brauchen, um auch in Dortmund bestehen zu können. So muss es weitergehen.“







5 Kommentare
Gestern starke Leistung von Koch.
Aber jetzt vielleicht weniger Interviews geben und versuchen, die Leistung zu bestätigen.
Die Wortwahl "Ich bin keiner, der auf dem Platz rumbrüllt", unangebracht. Ein Kapitän sollte verstehen, dass es in seiner Rolle nicht um "Rumbrüllen" sondern um Aufmunterung, Anweisungen, Motivation und Führung geht. Ich bezweifle, dass Koch diese Rolle bei uns ausfüllen kann. Er sollte ohne die Last der Binde konstant gute Leistungen anstreben, dann kann er ein wichtiges Teammitglied sein, ohne eine zusätzliche Bürde.
Hut ab, starke Reaktion!
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
Spiel für Spiel und vor allem über einen längeren Zeitraum die Leistung bestätigen ist jetzt angesagt.
Natürlich sind wir alle erstmal erleichtert, aber das, was da gestern im Verbund gezeigt wurde, sind die Basics von einem Team welches professionell zusammen etwas erreichen will, mit weniger geht es nicht.
Das Vorangehen muss über die Leistung geschehen, gerade wenn du nicht sonderlich extrovertiert bist.
Meine Skepsis gegenüber Robin ist nicht nach einem Spiel entstanden, sondern über einen längeren, gegentorreichen Zeitraum und ich hoffe, dass er einsieht, dass er einfach wieder zuverlässiger so spielen muss wie gestern.
Unser Torverhältnis diese und letzte Saison ist keine Pressekampagne.
Seine Leistung war gestern in Ordnung, dafür war Collins Katastrophe.
Wenn er keiner ist, der sich lautstark auf dem Feld behaupten kann, Spielern und Schiri gegenüber, auch in der Kabine muss er mal seine Mitspieler angehen können und Tacheles reden, als Kapitän ist er Führungsspieler, macht er das nicht, ist er für mich für das Amt ungeeignet.
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